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Fragen von Angehörigen

Sie überlegen, matureOS für Ihre Mutter, Ihren Vater oder Ihre Großeltern einzurichten? Hier steht, wie es funktioniert und was Sie wissen müssen, in 20 kurzen Antworten.

Überblick

So funktioniert matureOS

Eine Startseite statt Desktop

Nach dem Einschalten erscheint eine Startseite mit großen, beschrifteten Kacheln: „Ins Internet“, „E-Mails“, „Texte schreiben“, „Fotos und Videos“, „Musik und Radio“, „Fernsehen“ und mehr. Ein Klick öffnet die Tätigkeit. Fenster, Menüs und Einstellungen gibt es nicht.

Eine feste Leiste unten

„Startseite“, „Leiser“, „Lauter“, „Ton aus“ und „Hilfe holen“ sind immer am selben Platz, egal was gerade offen ist. Von überall kommt man mit einem Klick zurück zum Anfang.

Zwei Konten

Ihr Angehöriger nutzt ein eigenes Konto ohne Passwort und ohne Verwaltungsrechte. Es meldet sich beim Einschalten von selbst an. Sie (oder eine andere Vertrauensperson) haben das Verwaltungskonto mit Passwort: Damit wird installiert, gesperrt und eingerichtet.

Ein eigenes Betriebssystem auf Debian

matureOS ist ein vollständiges, kostenloses Betriebssystem auf Basis von Debian, einem der ältesten und bewährtesten Linux-Systeme. Es kommt auf einem USB-Stick, lässt sich dort ausprobieren und dann installieren. Updates kommen automatisch.

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Passt matureOS zu uns?

Für wen ist matureOS gedacht?

Für Menschen, die den Computer vor allem für E-Mails, Internet, Fotos, Musik, Radio, Fernsehen und Briefe nutzen und sich von Fenstern, Meldungen und Menüs überfordert fühlen. Ihr Angehöriger soll alles selbst können: Seiten öffnen, Fotos vom USB-Stick übernehmen, E-Mails schreiben, drucken. Sie helfen, wenn Sie gebraucht werden, müssen aber nicht.

Was kostet matureOS?

Die Software ist kostenlos, ohne Abo und ohne Werbung. Wenn Sie die Einrichtung nicht selbst machen möchten, übernimmt die Computerhilfe Charlottenburg das in Berlin gegen Bezahlung; den Preis vereinbaren wir vorher.

Läuft das auf dem vorhandenen Computer?

Meistens ja. Grob: ein 64-Bit-Computer mit mindestens 2 GB Arbeitsspeicher (besser 4 GB), 20 GB Speicherplatz (besser 100 GB) und einem Bildschirm mit mindestens 1024 × 768 Punkten. Das reicht für die meisten Geräte der letzten zehn Jahre.

Sicher sind Sie, wenn Sie matureOS vorher vom USB-Stick ausprobieren: WLAN, Ton, Bildschirm und Drucker lassen sich so testen, ohne dass sich auf dem Computer etwas ändert.

Laufen Windows-Programme weiter?

Nein. Für die üblichen Aufgaben bringt matureOS eigene, einfache Programme mit. Wer ein bestimmtes Windows-Programm braucht (etwa für eine Steuererklärung oder ein spezielles Gerät), sollte vorher prüfen, ob es eine Alternative gibt.

Kann mein Angehöriger weiter Word-Dateien öffnen und schreiben?

Ja. „Texte schreiben“ speichert echte Word-Dateien (.docx), die auch auf jedem Windows-Rechner aufgehen. Man beginnt mit einem leeren Blatt oder einem fertigen Brief mit Anschrift und Datum. Empfangene Dokumente öffnen sich unter „Meine Unterlagen“.

Thema 2 von 4

Einrichten

Download für die Selbstinstallation: Vorabversion 0.18.0. Hardware- und Nutzertests für Version 1.0 stehen noch aus.

matureOS 0.18.0 – Vorabversion herunterladen (ISO, 2,1 GB)

Prüfsumme · Signatur · Download prüfen · Quelltext

Wie richte ich matureOS ein?

In vier Schritten:

  1. Die matureOS-Datei (ISO) über den Download in diesem Abschnitt herunterladen und mit balenaEtcher auf einen USB-Stick mit mindestens 8 GB schreiben. Alles, was auf dem Stick war, wird dabei gelöscht.
  2. Den Computer vom Stick starten: Stick einstecken, einschalten und sofort mehrmals die Taste für das Startmenü drücken (je nach Hersteller F12, F9, F11 oder Esc), dann den USB-Stick wählen. matureOS startet und lässt sich sofort ausprobieren.
  3. Auf der Startseite oben „Installieren“ wählen. Das Installationsprogramm fragt nach der Festplatte und legt zwei Konten an: eines für Ihren Angehörigen (ohne Passwort) und das Verwaltungskonto mit Passwort für Sie. Sichern Sie vorher alle Dateien, die auf dem Computer liegen: Die Installation kann die Festplatte vollständig löschen.
  4. Stick abziehen, neu starten. Der Computer meldet sich von selbst an, und ein Assistent fragt Schritt für Schritt: Schriftgröße, Name, WLAN, E-Mail, Drucker und eine Telefonnummer für Hilfe.

Den Assistenten kann Ihr Angehöriger allein durchgehen. Später geht das jederzeit wieder über „Hilfe holen“ → „Einrichtung ändern“.

Muss ich im BIOS etwas umstellen?

Meist nicht. matureOS startet auch mit eingeschaltetem „Secure Boot“. Taucht der USB-Stick im Startmenü nicht auf, ist in den Firmware-Einstellungen des Computers das Starten von USB abgeschaltet. Wie man es einschaltet, steht im Handbuch des Geräts, oder Sie rufen mich an.

Wer braucht welches Passwort?

Ihr Angehöriger braucht keines: Sein Konto hat kein Passwort, also kann ihn auch niemand am Telefon danach fragen. Das Verwaltungspasswort braucht nur, wer installiert oder sperrt. Das können Sie sein, eine andere Vertrauensperson oder Ihr Angehöriger selbst, wenn er das möchte. Schreiben Sie es auf und bewahren Sie es sicher auf.

Was trägt man als Hilfe-Nummer ein?

Die Nummer einer Person, die Ihr Angehöriger bei Problemen anrufen darf. Sie steht dann groß auf der Seite „Hilfe holen“, zusammen mit dem Hinweis, dass Microsoft, Bank oder Polizei nie anrufen und Zugriff auf den Computer verlangen. Ohne Nummer funktioniert alles genauso.

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Im Alltag

Wie legt man Lesezeichen an?

Lesezeichen sind in matureOS Kacheln auf der Startseite. Zwei Wege:

  • Ihr Angehöriger selbst: Auf jeder geöffneten Internetseite oben „Auf die Startseite“ drücken. Kein Passwort nötig.
  • Sie: „Hilfe holen“ → „Für Angehörige“ → Verwaltungspasswort → „Internetseiten auf die Startseite“, dann Name und Adresse eingeben.

Entfernen und verschieben lassen sich Kacheln über „Startseite ändern“.

Wie installiere ich ein neues Programm?

„Hilfe holen“ → „Für Angehörige“ → Verwaltungspasswort → „Programme auf die Startseite“ → „Anwendungsverwaltung öffnen“. Dort suchen und installieren Sie das Programm wie in einem App-Store. Danach tippen Sie es in der Liste an, dann liegt es als Kachel auf der Startseite.

Ihr Angehöriger kann nichts installieren. Das ist Absicht: So kann ihm auch niemand ein „Hilfsprogramm“ unterschieben.

Kann ich Seiten sperren? Was ist mit Pop-ups?

Pop-up-Fenster, Werbung, gefälschte Warnmeldungen („Ihr Computer ist gesperrt!“) und bekannte Betrugsseiten sind ab Werk gesperrt. Dafür müssen Sie nichts tun.

Einzelne Seiten sperren Sie unter „Für Angehörige“ → „Seiten sperren oder freigeben“: eine Adresse pro Zeile, zum Beispiel beispiel.de. Wer es ganz eng haben möchte, schaltet dort „Nur freigegebene Seiten erlauben“ ein. Dann öffnen sich nur die Seiten der Kacheln und die, die Sie freigeben.

Bitte sprechen Sie Sperren mit Ihrem Angehörigen ab. Es ist sein Computer.

Wer macht die Updates?

Der Computer selbst: jeden Tag, ohne Rückfragen, für das ganze System. Am Laptop auch ohne Ladekabel, solange der Akku mindestens 30 % hat. Er muss dafür nur ab und zu mit dem Internet verbunden sein.

Sofort aktualisieren können Sie unter „Für Angehörige“ → „Updates“ → „Jetzt aktualisieren“.

Gibt es darunter einen normalen Desktop?

Ja, im Verwaltungskonto: ein gewöhnlicher Desktop (Cinnamon) mit Dateiverwaltung, Einstellungen und allen Programmen. Dorthin kommen Sie über „Für Angehörige“ → „Zum Verwaltungskonto wechseln“ oder im Anmeldebildschirm mit Ihrem Konto. Die Sitzung Ihres Angehörigen läuft währenddessen weiter. Zurück: abmelden, seinen Namen wählen, „Anmelden“, ohne Passwort.

Die Schrift ist zu klein. Was tun?

„Hilfe holen“ → „Alles größer“ vergrößert Schrift und Knöpfe in vier Stufen. Auf Internetseiten gibt es zusätzlich oben „Schrift größer“. Das kann Ihr Angehöriger selbst.

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Sicherheit und Grenzen

Was passiert, wenn ein Betrüger anruft?

Die üblichen Maschen laufen ins Leere: Programme lassen sich im Internet nicht herunterladen, das Konto hat kein Passwort zum Erfragen, falsche Warnfenster werden blockiert, und die Seite „Hilfe holen“ sagt deutlich: Auflegen und die eigene Vertrauensperson anrufen.

Verhindern kann ein Computer den Anruf nicht. Sprechen Sie mit Ihrem Angehörigen darüber, und geben Sie das Verwaltungspasswort nie am Telefon heraus.

Kann ich den Computer aus der Ferne betreuen?

Noch nicht. Alles unter „Für Angehörige“ geht heute am Gerät selbst. Eine sichere Fernhilfe ist in Planung. Bis dahin hilft es, wenn Ihre Nummer auf der Hilfe-Seite steht.

Sind Fotos und Dokumente gesichert?

Nicht automatisch. matureOS legt alles ordentlich ab (Fotos, Texte, Unterlagen), eine Sicherung ersetzt das nicht. Richten Sie im Verwaltungskonto eine regelmäßige Sicherung auf eine externe Festplatte ein, zum Beispiel mit „Déjà Dup“ aus der Anwendungsverwaltung.

Ist matureOS sicherer als Windows?

Ja, im Alltag. Windows-Viren laufen hier nicht, matureOS sperrt bekannte Betrugsseiten, und Updates kommen jeden Tag von allein. Eine Datensicherung und ein gutes Verwaltungspasswort gehören trotzdem dazu.

Kann ich zurück zu Windows?

matureOS ersetzt das bisherige Betriebssystem. Zurück zu Windows geht nur mit einer Windows-Neuinstallation (oder einer vollständigen Sicherung von vorher). Probieren Sie matureOS deshalb zuerst vom USB-Stick aus: Dabei ändert sich am Computer nichts.