In diesem Artikel
Frau Hoffmann steht im Zoo vor dem Elefantengehege. Ihr Enkel winkt, sie hebt das Handy, tippt auf den Auslöser, und es erscheint eine Meldung: „Speicher fast voll. Es können keine Fotos aufgenommen werden.“ Der Elefant dreht sich weg, der Enkel ist enttäuscht, und Frau Hoffmann ist ratlos.
Zu Hause erzählt sie ihrem Sohn davon. Der sagt: „Da musst du mal aufräumen.“ Aber was genau? Sie möchte keine Fotos verlieren, und von den meisten Apps weiß sie nicht, ob sie sie noch braucht.
Ein voller Speicher ist eines der häufigsten Probleme mit Handys überhaupt. Er kommt schleichend, meist durch Fotos, Videos und Nachrichten, die sich über Jahre ansammeln. Die gute Nachricht: Mit ein paar Handgriffen schaffen Sie wieder Platz, ohne etwas Wichtiges zu verlieren. Wenn Sie danach noch an anderen Stellen mit dem Handy hadern, schauen Sie gern in meine Übersicht zu Handy und Tablet.
In diesem Artikel zeige ich, wie Sie nachsehen, was den Platz belegt, wie Sie zuerst sichern und dann aufräumen und was Sie tun können, damit der Speicher nicht gleich wieder voll ist.
Das Wichtigste in Kürze:
- Im Speicher-Menü nachsehen, was am meisten Platz braucht.
- Wichtige Fotos zuerst sichern, dann löschen.
- Danach den Papierkorb der Fotos leeren.
Woran Sie merken, dass Ihr Handy-Speicher voll ist
Manchmal sagt es das Handy ganz direkt, mit einer Meldung wie „Speicher fast voll“ oder „Nicht genügend Speicherplatz“. Oft zeigt es sich aber auf Umwegen: Die Kamera nimmt keine Fotos mehr auf, Updates lassen sich nicht installieren, Apps stürzen ab oder das ganze Handy wird träge.
Auch WhatsApp meldet sich manchmal, weil keine Bilder mehr heruntergeladen werden können. Und wer ein Update für das Betriebssystem einspielen möchte, bekommt oft den Hinweis, dass dafür einige Gigabyte frei sein müssen.
Spätestens dann lohnt sich ein Blick in den Speicher. Warum regelmäßige System-Updates so wichtig für die Sicherheit Ihres Handys sind, erkläre ich Ihnen gesondert. Ein voller Speicher sollte sie nicht verhindern.
Was den Platz eigentlich belegt
Der Speicher eines Handys ist wie ein Schrank mit festen Fächern. Er wird nicht größer, egal wie viel man hineinstellt. Wie viel hineinpasst, wird in Gigabyte gemessen. Viele ältere oder günstige Handys haben 32 oder 64 Gigabyte, neuere oft 128 oder mehr.
Einen Teil davon belegt das Betriebssystem selbst, also die Grundausstattung des Handys. Den Rest teilen sich Apps, Fotos, Videos, Nachrichten und Musik. Bei den meisten Menschen sind die größten Platzfresser Fotos und vor allem Videos. Eine einzige Minute Video kann so viel Platz brauchen wie Dutzende Fotos.
Gleich danach kommt meist WhatsApp. Jedes Foto, jedes Video und jede Sprachnachricht, die Ihnen jemand schickt, wird auf Ihrem Handy gespeichert. Wer in einer lebhaften Familiengruppe ist, sammelt so über die Jahre viele Gigabyte an, ohne es zu merken.

Nachsehen: So zeigt das Handy, was Platz braucht
Bevor Sie etwas löschen, schauen Sie nach, wo der Platz eigentlich hingeht. Beide großen Handy-Arten zeigen das übersichtlich an.
Beim iPhone öffnen Sie „Einstellungen“, dann „Allgemein“ und „iPhone-Speicher“. Nach einem kurzen Moment erscheint oben ein farbiger Balken, darunter eine Liste aller Apps, sortiert nach Größe. Manchmal schlägt das iPhone dort auch gleich vor, was Sie tun können.
Bei Android-Handys öffnen Sie „Einstellungen“ und suchen den Punkt „Speicher“. Bei manchen Herstellern versteckt er sich unter „Akku und Gerätewartung“ oder „Gerätepflege“. Auch hier sehen Sie einen Balken und eine Aufteilung nach Bildern, Videos, Apps und Sonstigem. Wenn Sie den Punkt nicht finden, tippen Sie oben in den Einstellungen auf die Lupe und geben „Speicher“ ein. Und falls Ihnen die Schrift in diesen Menüs zu klein ist, zeige ich Ihnen, wie Sie die Schriftgröße am Handy ändern.
Merken Sie sich die zwei oder drei größten Posten. Dort lohnt sich das Aufräumen am meisten. Ein paar kleine Apps zu löschen bringt dagegen kaum etwas.
Wohin der Speicher geht
Ein typisches Beispiel für ein Handy mit 64 GB, das fast voll ist.
Speicher58 von 64 GB belegt
Noch frei: knapp 6 GB
- Fotos und Videos 24 GB
Erst sichern, dann aufräumen. Hier steckt meist am meisten. - WhatsApp 11 GB
Bilder und Videos aus Chats löschen, die Nachrichten bleiben. - Apps 9 GB
Nicht genutzte Apps entfernen. - System 10 GB
Lässt sich nicht verkleinern. - Sonstiges 4 GB
Downloads und Zwischenspeicher.
Erst sichern, dann löschen
Die wichtigste Regel beim Aufräumen lautet: Was Ihnen wichtig ist, wird gesichert, bevor Sie es auf dem Handy löschen. Fotos von Enkeln, Reisen und Familienfesten sind unersetzlich. So gehen Sie vor:
- Holen Sie die Fotos zuerst auf den Computer. Wie Sie Fotos vom Handy auf Ihren PC bringen, zeige ich Ihnen in einem eigenen Artikel.
- Prüfen Sie am Computer, ob die Fotos wirklich angekommen sind und sich öffnen lassen.
- Legen Sie eine zweite Kopie an, etwa auf einer externen Festplatte oder einem USB-Stick.
- Erst danach löschen Sie die Fotos auf dem Handy.
Wie Sie prüfen, ob Ihre Fotos wirklich gesichert sind, zeige ich auch in Lektion 6 meines Videokurses „Computer verstehen“. Dort sehen Sie Schritt für Schritt, woran man eine echte Sicherung erkennt und woran nicht.
Fotos und Videos aufräumen
Auch ohne Sicherung lässt sich bei den Fotos viel Platz gewinnen, ohne Wertvolles zu verlieren. Fast jeder hat Dutzende Fotos auf dem Handy, die er nicht braucht: verwackelte Aufnahmen, fünf fast gleiche Bilder vom selben Motiv, Bildschirmfotos von Fahrplänen oder Fotos von Zetteln, die längst erledigt sind.
Öffnen Sie die Fotos-App oder Galerie und gehen Sie in Ruhe durch, zum Beispiel einen Monat nach dem anderen. Um mehrere Bilder auf einmal zu löschen, tippen Sie oben auf „Auswählen“ oder halten Sie ein Foto lange gedrückt, bis ein Häkchen erscheint. Dann tippen Sie weitere Bilder an und am Ende auf das Papierkorb-Symbol.
Besonders lohnend sind Videos. Viele Fotos-Apps haben ein eigenes Album „Videos“. Dort sehen Sie auf einen Blick, welche langen Aufnahmen Platz brauchen. Ein zehnminütiges Video vom Schulkonzert, das Sie längst auf dem Computer haben, macht auf dem Handy oft mehr frei als hundert gelöschte Fotos.
WhatsApp braucht oft am meisten
WhatsApp hat eine eigene Übersicht, die zeigt, welcher Chat wie viel Platz belegt. Sie finden sie in WhatsApp unter „Einstellungen“, dann „Speicher und Daten“ und „Speicher verwalten“. Oben stehen oft große Dateien, darunter die Chats, sortiert nach Größe.
Tippen Sie einen Chat an, sehen Sie alle Fotos und Videos daraus. Sie können einzelne oder alle auswählen und löschen. Die Nachrichten selbst bleiben dabei erhalten, nur die Bilder und Videos verschwinden. Bei Gruppen, in denen viele Videos oder Grußbilder herumgeschickt werden, ist das besonders wirkungsvoll.
Damit nicht alles automatisch auf dem Handy landet, können Sie unter „Speicher und Daten“ auch den automatischen Download einschränken. Dann lädt WhatsApp Fotos und Videos erst, wenn Sie sie antippen. Wie Sie WhatsApp insgesamt einrichten, zeige ich Ihnen Schritt für Schritt in einer eigenen Anleitung.
Löschen Sie Apps, die Sie nicht mehr brauchen
In der Liste der Apps, die Ihnen das Handy im Speicher anzeigt, finden sich oft Programme, die Sie einmal ausprobiert und dann vergessen haben. Ein Spiel, das die Enkel installiert haben, die App eines Möbelhauses, ein Fotobearbeitungsprogramm vom letzten Urlaub.
Solche Apps können Sie gefahrlos entfernen. So geht es:
- Halten Sie das Symbol der App auf dem Startbildschirm einen Moment gedrückt.
- Wählen Sie „App entfernen“ oder „Deinstallieren“. Beim iPhone bestätigen Sie mit „App löschen“.
- Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie die App lieber stehen und fragen später jemanden.
- Apps, die Sie für Bank, Gesundheit oder den Online-Ausweis nutzen, löschen Sie nicht.
Beim iPhone gibt es außerdem die Möglichkeit, eine App nur „auszulagern“. Dann wird das Programm entfernt, Ihre Daten darin bleiben aber erhalten. Wenn Sie die App später wieder antippen, wird sie neu geladen und alles ist wie vorher.
Heruntergeladene Dateien und alte Sprachaufnahmen
Ein weiterer, oft übersehener Platzfresser ist der Ordner mit den Downloads. Dort landen PDF-Dateien von Rechnungen, Fahrpläne, Speisekarten, Anhänge aus E-Mails und alles, was Sie irgendwann einmal aus dem Internet geöffnet haben. Bei Android-Handys finden Sie ihn in der App „Dateien“ oder „Eigene Dateien“, beim iPhone in der App „Dateien“ unter „Downloads“.
Schauen Sie dort in Ruhe durch. Was Sie noch brauchen, etwa eine wichtige Rechnung, speichern Sie lieber auf dem Computer. Alles andere können Sie löschen. Dasselbe gilt für alte Sprachaufnahmen, falls Sie die Diktier- oder Sprachmemo-App nutzen, und für heruntergeladene Musik oder Hörbücher, die Sie längst gehört haben.
Der Papierkorb für Fotos
Viele wundern sich, dass nach dem Löschen von Fotos kaum mehr Platz frei ist. Der Grund: Gelöschte Fotos landen zunächst in einem Papierkorb, beim iPhone im Album „Zuletzt gelöscht“, bei Android meist im „Papierkorb“ der Galerie oder von Google Fotos. Dort bleiben sie noch einige Wochen, falls Sie es sich anders überlegen.
Wenn Sie sicher sind, dass Sie die Fotos nicht mehr brauchen, öffnen Sie diesen Papierkorb und leeren Sie ihn. Erst dann ist der Platz wirklich frei. Das ist übrigens auch ein guter Schutz: Wer aus Versehen das falsche Foto gelöscht hat, findet es dort wieder.
Fotos in die Cloud auslagern
Eine andere Möglichkeit ist, Fotos in einem Online-Speicher abzulegen, der sogenannten Cloud. Beim iPhone heißt sie iCloud, bei Android-Handys ist es meist Google Fotos. Die Fotos liegen dann auf Servern im Internet, und auf dem Handy bleibt nur eine kleinere Vorschau.
Das ist bequem, hat aber zwei Seiten. Kostenlos ist nur ein kleiner Speicherplatz, für mehr zahlen Sie einen monatlichen Betrag. Und Sie sollten verstehen, was passiert, wenn Sie ein Foto in der Cloud löschen: Dann ist es meist auch auf dem Handy weg. Lassen Sie sich die Einrichtung am besten von jemandem zeigen, der sich damit auskennt, und behalten Sie trotzdem eine Kopie auf dem Computer.

Was Sie besser nicht tun
Im App-Laden gibt es viele Apps, die versprechen, Ihr Handy zu „reinigen“, zu „beschleunigen“ oder „Speicher zu boosten“. Die brauchen Sie nicht. Moderne Handys räumen kleine Zwischenspeicher selbst auf, und viele dieser Apps zeigen vor allem Werbung oder erschrecken mit übertriebenen Warnungen.
Löschen Sie außerdem nichts, was Sie nicht kennen, nur weil es groß ist. Der Posten „System“ lässt sich nicht verkleinern, und manche Apps gehören zur Grundausstattung. Konzentrieren Sie sich auf Fotos, Videos, WhatsApp und Apps, die Sie selbst installiert haben.
Damit der Speicher nicht wieder volläuft
Ein paar Gewohnheiten helfen, dass Sie nicht in einem halben Jahr wieder vor demselben Problem stehen. Sichern Sie Ihre Fotos regelmäßig auf den Computer, zum Beispiel jeden ersten Sonntag im Monat. Das hilft übrigens auch, wenn das Handy einmal abhandenkommt. Was Sie dann sofort tun sollten, steht in meiner Notfall-Anleitung für ein verschwundenes Smartphone. Löschen Sie danach auf dem Handy, was gesichert ist.
Gehen Sie ab und zu durch Ihre WhatsApp-Gruppen und löschen Sie die Videos und Grußbilder, die Sie nicht aufheben möchten. Und behalten Sie im Hinterkopf: Videos sind schön, aber groß. Nicht jede Szene muss gefilmt werden, oft reicht ein Foto.
Und wenn Sie ohnehin über ein neues Handy nachdenken, achten Sie beim Kauf auf den Speicher. Für Menschen, die gerne fotografieren, sind 128 Gigabyte eine gute Größe.
So schaffen Sie wieder Platz
- Nachsehen.Im Speicher-Menü die größten Posten finden.
- Sichern.Wichtige Fotos zuerst auf den Computer.
- Aufräumen.Videos, WhatsApp-Bilder, alte Apps. Danach den Papierkorb leeren.
Hilfe beim Aufräumen in Berlin-Charlottenburg
Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause und räume gemeinsam mit Ihnen Ihr Handy auf. Wir sichern zuerst Ihre Fotos auf dem Computer oder einer Festplatte, prüfen, ob alles angekommen ist, und schaffen dann in Ruhe Platz. Gelöscht wird nur, was Sie selbst freigeben.
Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.


