In diesem Artikel
Frau Richter kommt vom Wochenmarkt am Karl-August-Platz nach Hause und will ihrer Freundin schreiben. Sie greift in die Jackentasche, dann in die Handtasche, dann noch einmal in die Jackentasche. Das Handy ist weg. Sie setzt sich hin und merkt, wie ihr das Herz klopft. Da sind die Fotos der Enkel drauf, die Banking-App, alle Telefonnummern.
Ein verlorenes Handy fühlt sich an, als hätte man einen Teil seines Alltags verloren. Und tatsächlich steckt heute viel darin: Kontakte, Nachrichten, Fotos, oft auch der Zugang zum Konto. Umso wichtiger ist es, jetzt ruhig und in der richtigen Reihenfolge vorzugehen.
Die gute Nachricht: Viele Handys tauchen wieder auf, liegen im Café, im Bus oder zwischen den Sofakissen. Und selbst wenn nicht, können Sie aus der Ferne eine Menge tun, damit niemand an Ihre Daten kommt.
Hier erkläre ich, was Sie in der ersten Stunde tun sollten, wie Sie das Handy orten und sperren, was mit SIM-Karte und Bankzugang passiert und wie Sie vorsorgen, solange Ihr Handy noch in Ihrer Tasche ist. Was Sie mit Ihrem Smartphone sonst noch leichter hinbekommen, habe ich in meinem Überblick zu Handy und Tablet im Alltag gesammelt.
Das Wichtigste vorweg:
- Die eigene Nummer anrufen, vielleicht klingelt es ganz nah.
- Über den Browser orten und als verloren markieren.
- Bei Diebstahl SIM-Karte und Bankzugang sperren lassen.
Erst Ruhe bewahren und die eigene Nummer anrufen
Bevor Sie etwas sperren, rufen Sie Ihre eigene Handynummer an, vom Festnetz oder vom Handy eines Nachbarn. Vielleicht klingelt es in der Manteltasche im Flur. Vielleicht hat jemand das Handy gefunden und nimmt ab.
Überlegen Sie dann in Ruhe, wo Sie das Handy zuletzt in der Hand hatten. Gehen Sie den Weg gedanklich zurück: Bäcker, Bus, Arztpraxis. Ein Anruf dort klärt oft schneller als jede Technik, ob es abgegeben wurde.
Wenn Sie den Verdacht haben, dass das Handy gestohlen wurde, warten Sie nicht lange. Dann gehen Sie gleich zu den nächsten Schritten über, denn hier zählt jede Stunde.
Das Handy aus der Ferne finden
iPhones und Android-Handys haben eine eingebaute Funktion, mit der Sie Ihr Gerät auf einer Karte sehen können. Dafür brauchen Sie kein zweites Handy. Ein Computer oder ein Tablet mit Internet reicht, zur Not auch das Gerät eines Familienmitglieds.
Beim iPhone heißt die Funktion Wo ist. Sie öffnen im Browser die Seite icloud.com/find und melden sich mit Ihrer Apple-ID an. Bei Android-Handys heißt sie Mein Gerät finden. Hier öffnen Sie die Seite google.com/android/find und melden sich mit Ihrem Google-Konto an.
Auf der Karte sehen Sie dann, wo sich Ihr Handy gerade befindet oder zuletzt war. Dazu muss es eingeschaltet und mit dem Internet verbunden sein. Ist der Akku leer, sehen Sie oft wenigstens den letzten bekannten Standort.

Was Sie aus der Ferne tun können
Neben der Karte bieten beide Dienste drei wichtige Knöpfe. Mit Ton abspielen klingelt das Handy laut, auch wenn es stumm geschaltet ist. Das ist ideal, wenn Sie vermuten, dass es irgendwo in der Wohnung liegt.
Mit Als verloren markieren beim iPhone oder Gerät sichern bei Android wird das Handy gesperrt. Sie können eine Nachricht und eine Telefonnummer eingeben, die dann auf dem Sperrbildschirm erscheint, etwa: Dieses Handy wurde verloren, bitte rufen Sie diese Nummer an. Beim iPhone werden dabei auch die Karten in der Bezahlfunktion gesperrt.
Der dritte Knopf löscht das Handy vollständig. Den heben Sie sich für den Fall auf, dass das Handy wirklich nicht mehr auftaucht. Nach dem Löschen lässt es sich nämlich nicht mehr orten.
So sieht die Ortung im Browser aus
Auf der Karte erscheint Ihr Handy, daneben stehen drei Knöpfe. Die Nummern zeigen die Reihenfolge.
Mein Handy
Zuletzt gesehen: vor 5 Minuten
- 1Ton abspielenKlingelt laut, auch wenn es stumm ist.
- 2Als verloren markierenSperrt das Handy und zeigt Ihre Nachricht.
- 3LöschenErst ganz zum Schluss, danach keine Ortung mehr.
Wenn das Handy auf der Karte nicht erscheint
Manchmal zeigt die Karte nichts an. Dann ist das Handy ausgeschaltet, der Akku leer oder die Ortung war nie eingeschaltet. Das ist ärgerlich, aber kein Grund, die übrigen Schritte zu lassen. Sperren Sie das Gerät trotzdem über den Dienst. Die Sperre wird aktiv, sobald das Handy wieder Verbindung hat.
Wenn Sie Ihre Apple-ID oder Ihr Google-Konto nicht mehr wissen, schauen Sie in Ihr Passwortheft. Fehlt das Passwort, hilft der Weg über Passwort vergessen, ähnlich wie beim E-Mail-Postfach. Wie das funktioniert, steht im Artikel Wo sehen Sie Ihr E-Mail-Passwort – und was hilft, wenn es weg ist?.
Und denken Sie daran: Auch ohne Ortung schützt Sie die Bildschirmsperre. Wer Ihre PIN nicht kennt, kommt nicht an Ihre Daten heran, solange Sie die Sperre eingerichtet hatten.
So sperren Sie Ihr verlorenes Handy und zeigen eine Nachricht an
Die Sperre mit Nachricht ist der wichtigste Schritt. Ein ehrlicher Finder sieht sofort, wem das Handy gehört und wen er anrufen kann. Ein unehrlicher Finder kann mit einem gesperrten Handy wenig anfangen.
Schreiben Sie in die Nachricht eine Telefonnummer, unter der Sie gut erreichbar sind, etwa Ihren Festnetzanschluss oder die Nummer Ihres Sohnes. Ihre eigene Handynummer hilft hier natürlich nicht weiter.
Formulieren Sie freundlich und knapp. Eine kleine Belohnung für den ehrlichen Finder zu erwähnen, schadet nicht. Persönliche Angaben wie Ihre Adresse gehören dagegen nicht in die Nachricht.
Die SIM-Karte sperren lassen
Auch wenn das Handy gesperrt ist, kann jemand die SIM-Karte herausnehmen und in ein anderes Gerät stecken. Dann telefoniert er auf Ihre Kosten oder empfängt Ihre SMS mit Bestätigungscodes. Deshalb lassen Sie die SIM-Karte sperren, wenn Sie einen Diebstahl vermuten:
- direkt bei Ihrem Mobilfunkanbieter, die Nummer steht auf Ihrer Rechnung oder auf der Internetseite des Anbieters,
- über den Sperr-Notruf 116 116, der bei vielen Anbietern auch SIM-Karten sperren kann,
- im Kundenkonto Ihres Anbieters im Internet, falls Sie dort angemeldet sind.
Ihre Telefonnummer geht dabei nicht verloren. Der Anbieter schickt Ihnen eine neue SIM-Karte mit derselben Nummer, meist innerhalb weniger Tage.
Bank und Bezahlfunktionen absichern
Haben Sie mit dem Handy bezahlt oder Online-Banking gemacht, rufen Sie zusätzlich Ihre Bank an. Die Bank kann den Zugang über die App vorübergehend sperren und Ihnen sagen, wie Sie die TAN-App später auf einem neuen Handy einrichten.
Waren Bankkarten in einer Bezahl-App hinterlegt, lassen Sie diese im Zweifel ebenfalls sperren. Der Sperr-Notruf 116 116 ist rund um die Uhr erreichbar. Ihre echten Bankkarten in der Geldbörse funktionieren übrigens weiter, wenn nur die digitale Karte im Handy gesperrt wird.
Wie Sie die TAN-App einrichten, auch nach einem Handywechsel, erkläre ich Ihnen gesondert.
Wichtige Passwörter ändern
Auf dem Handy sind viele Konten angemeldet: E-Mail, WhatsApp, vielleicht ein Online-Shop. Ist das Handy gestohlen und hatten Sie keine Bildschirmsperre, sollten Sie die wichtigsten Passwörter ändern. Beginnen Sie mit dem E-Mail-Postfach, denn darüber lassen sich viele andere Konten zurücksetzen.
Ändern Sie danach das Passwort Ihrer Apple-ID oder Ihres Google-Kontos und das von Online-Shops, in denen eine Zahlungsart hinterlegt ist. Das geht vom Computer aus oder vom Handy eines Angehörigen.
Hatten Sie eine Bildschirmsperre mit PIN, ist das weniger dringend. Trotzdem schadet es nicht, die wichtigsten Passwörter zu erneuern, sobald Sie ein neues Handy haben.
Handy weg – in dieser Reihenfolge
- Zuerst:Die eigene Nummer anrufen, dann das Handy orten.
- Gleich danach:Sperren und eine Nachricht für den Finder anzeigen.
- Bei Diebstahl:SIM‑Karte und Bankzugang sperren lassen.
So melden Sie Ihr verlorenes Handy bei der Polizei
Bei einem Diebstahl erstatten Sie Anzeige, bei der nächsten Polizeidienststelle oder in Berlin auch über die Internetwache der Polizei. Bei einem Verlust lohnt sich der Gang zum Fundbüro, in Berlin gibt es das Zentrale Fundbüro und eigene Fundstellen der Verkehrsbetriebe.
Für die Anzeige ist die IMEI hilfreich, die Seriennummer Ihres Handys. Sie steht auf der Verpackung und auf der Rechnung. Solange Sie das Handy noch haben, können Sie sie auch anzeigen lassen, indem Sie in der Telefon-App *#06# eintippen. Schreiben Sie sie gleich heute auf.
Die Anzeige brauchen Sie oft auch für die Versicherung, falls Ihr Handy über die Hausratversicherung oder eine eigene Handyversicherung abgesichert ist.
Wenn das Handy wieder auftaucht
Hat jemand Ihr Handy gefunden und abgegeben, ist die Freude groß. Haben Sie es als verloren markiert, entsperren Sie es einfach mit Ihrer PIN oder Ihrem Passwort. Danach funktioniert es wieder wie vorher.
Wurde die SIM-Karte in der Zwischenzeit gesperrt, brauchen Sie die neue Karte vom Anbieter. Die alte funktioniert nicht mehr. Stecken Sie die neue Karte ein, und Ihr Handy hat wieder Empfang mit Ihrer gewohnten Nummer.
Melden Sie der Polizei und dem Fundbüro, dass sich die Sache erledigt hat. Und nehmen Sie den Schreck als Anlass, die Vorsorge-Schritte weiter unten gleich zu erledigen.

Fotos und Kontakte zurückholen
Wenn das Handy nicht wieder auftaucht, ist die größte Sorge meist: Sind die Fotos weg? Das hängt davon ab, ob Sie eine Sicherung eingerichtet hatten. Bei vielen Handys läuft sie im Hintergrund, ohne dass man es merkt. Dann kommt das meiste auf dem neuen Handy zurück:
- Kontakte, wenn sie mit dem Google-Konto oder der Apple-ID abgeglichen waren,
- Fotos, wenn die Sicherung in die Cloud eingeschaltet war,
- WhatsApp-Nachrichten, wenn die Chat-Sicherung aktiv war,
- Apps, die Sie einfach neu aus dem App-Store laden.
Melden Sie sich auf dem neuen Handy mit demselben Konto an, dann bietet es Ihnen an, die Sicherung zurückzuspielen. Wie Sie Ihre Bilder auf Dauer vor Verlust schützen, zeige ich Ihnen in einem eigenen Artikel.
Die Zeit ohne Handy überbrücken
Bis das neue Handy da ist und die neue SIM-Karte ankommt, vergehen oft ein paar Tage. Viele haben noch ein älteres Handy in der Schublade liegen. Laden Sie es auf, stecken Sie die neue SIM-Karte hinein, und Sie sind wieder erreichbar.
Sagen Sie Familie und Freunden Bescheid, dass Sie vorübergehend nur über das Festnetz oder per E-Mail erreichbar sind. Und seien Sie in dieser Zeit besonders vorsichtig bei Nachrichten von angeblich neuen Nummern. Betrüger wissen, dass gerade dann viele Menschen unsicher sind.
So sorgen Sie vor, bevor das Handy verloren geht
Das Beste, was Sie tun können, erledigen Sie, bevor etwas passiert. Richten Sie eine Bildschirmsperre mit PIN ein, falls Sie noch keine haben. Prüfen Sie in den Einstellungen, ob Wo ist beziehungsweise Mein Gerät finden eingeschaltet ist. Wenn Ihnen die Schrift in den Einstellungen dabei zu klein ist, zeige ich Ihnen, wie Sie die Buchstaben auf dem Display vergrößern.
Schreiben Sie in Ihr Passwortheft die IMEI, die Zugangsdaten zu Apple-ID oder Google-Konto und die Sperr-Nummer Ihres Mobilfunkanbieters. Dann haben Sie im Ernstfall alles beisammen und müssen nicht suchen.
Hinterlegen Sie außerdem Ihre Notfallinformationen auf dem Sperrbildschirm. Ein ehrlicher Finder kann dann eine Kontaktperson anrufen. Wie Sie den Notfallpass auf dem Handy einrichten, zeige ich Ihnen in einer eigenen Anleitung.
Wenn Sie nicht weiterkommen
Klappt die Anmeldung bei Wo ist oder Mein Gerät finden nicht, holen Sie sich Hilfe, statt lange zu probieren. Ein Familienmitglied oder eine vertraute Person kann sich mit Ihnen zusammen an den Computer setzen und die Schritte durchgehen.
Wichtig ist die Reihenfolge: zuerst sperren, dann SIM-Karte und Bank, dann alles Weitere. Wann man selbst weiterprobiert und wann man sich lieber Unterstützung holt, übe ich in Lektion 11 meines Videokurses „Computer verstehen“.
Und wenn sich jemand bei Ihnen meldet und behauptet, Ihr Handy gefunden zu haben, aber vorher einen Code oder Geld verlangt: Vorsicht. Echte Finder geben das Handy beim Fundbüro oder bei der Polizei ab.
Hilfe beim Handy in Berlin-Charlottenburg
Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg oder Umgebung wohnen, komme ich gern zu Ihnen nach Hause. Wir richten Ihr neues Handy ein, holen Fotos und Kontakte aus der Sicherung zurück und schalten die Ortung und die Bildschirmsperre ein. Auf Wunsch schreiben wir auch gemeinsam alle wichtigen Angaben in Ihr Passwortheft, damit Sie im Ernstfall vorbereitet sind.
Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.


