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Die TAN-App fürs Online-Banking einrichten – und was beim Handywechsel wichtig ist

Eine Hand hält eine Bankkarte neben einem Tablet auf einem Holztisch
In diesem Artikel

Frau Schulze macht ihr Online-Banking seit Jahren mit SMS. Jede Überweisung bekommt eine sechsstellige Zahl aufs Handy, die tippt sie ab, fertig. Nun kommt ein Brief ihrer Bank: Das SMS-Verfahren wird eingestellt, bitte stellen Sie auf die App um. Beigelegt ist ein Blatt mit einem bunten Quadrat und einem Aktivierungscode.

Frau Schulze legt den Brief zur Seite. Eine App fürs Geld, das klingt nach etwas, bei dem man viel falsch machen kann. Und was passiert, wenn das Handy kaputtgeht?

Viele Banken stellen gerade auf solche Apps um, und viele Kunden haben genau diese Fragen. Die Umstellung ist in einer halben Stunde erledigt. Und die App ist nicht unsicherer als die SMS, im Gegenteil: Sie zeigt genauer an, was Sie gerade freigeben.

In diesem Artikel erkläre ich, was eine TAN ist, welche Verfahren es gibt, wie Sie die App einrichten und was Sie unbedingt beachten sollten, wenn Sie ein neues Handy bekommen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die TAN-App nur aus dem offiziellen App-Laden installieren.
  • Nur Aufträge freigeben, die Sie selbst eingegeben haben.
  • Beim Handywechsel das alte Gerät erst löschen, wenn die App auf dem neuen läuft.

Was ist eine TAN?

TAN steht für Transaktionsnummer. Gemeint ist eine Bestätigung, die nur für einen einzigen Auftrag gilt, etwa eine bestimmte Überweisung. Ihre Zugangsdaten fürs Online-Banking reichen allein nicht aus, um Geld zu bewegen. Für jede Überweisung kommt dieser zweite Schritt dazu.

Das ist der wichtigste Schutz beim Online-Banking. Selbst wenn ein Betrüger Ihr Passwort kennt, kann er ohne die TAN kein Geld überweisen. Deshalb versuchen Betrüger auch nicht, die Bank zu knacken, sondern Sie dazu zu bringen, eine TAN herauszugeben oder eine Freigabe zu bestätigen.

Früher stand die TAN auf Papierlisten, später kam sie per SMS. Heute ist sie meist keine Zahl mehr zum Abtippen, sondern eine Freigabe in einer App: Sie sehen den Auftrag auf dem Handy und bestätigen ihn mit einem Tippen. Trotzdem spricht man weiter von TAN oder TAN-Verfahren.

Die Verfahren im Überblick

Je nach Bank gibt es verschiedene Wege, eine TAN zu erzeugen. Die häufigsten sind diese:

Freigabe per App: Eine eigene App Ihrer Bank zeigt jeden Auftrag an, und Sie bestätigen ihn dort. Bei Sparkassen heißt das Verfahren zum Beispiel pushTAN, bei Volks- und Raiffeisenbanken gibt es die App VR SecureGo plus. Andere Banken haben die Freigabe in ihre normale Banking-App eingebaut.

chipTAN oder Sm@rtTAN: Sie stecken Ihre Bankkarte in ein kleines Lesegerät, halten es vor den Bildschirm oder tippen Zahlen ein, und das Gerät zeigt die TAN an. Dafür brauchen Sie kein Smartphone. Das Gerät kostet je nach Bank einmalig einen kleinen Betrag.

photoTAN: Auf dem Bildschirm erscheint ein buntes Muster, das Sie mit einer App oder einem eigenen Gerät abfotografieren. Danach wird die TAN angezeigt. Dieses Verfahren nutzen vor allem einige größere Banken.

SMS-TAN: Die TAN kommt per SMS. Viele Banken bieten das nicht mehr an oder verlangen dafür eine Gebühr, weil SMS leichter abzufangen sind.

Im Bild erklärt

Vier Wege zur TAN

Welche davon Ihre Bank anbietet, steht auf ihrer Internetseite.

  • BequemFreigabe per AppSie brauchenSmartphone mit Sperre und eigenem App-Passwort.Passt fürWer das Handy ohnehin täglich nutzt.
  • Ohne HandychipTAN mit LesegerätSie brauchenBankkarte und ein kleines Lesegerät.Passt fürOhne Smartphone oder als Reserve.
  • Je nach BankphotoTANSie brauchenApp oder eigenes Gerät, das ein buntes Muster liest.Passt fürKunden einiger größerer Banken.
  • Läuft ausSMS-TANSie brauchenEin Handy, das SMS empfängt.Passt fürWird von vielen Banken nicht mehr angeboten.

Egal welches Verfahren: Bestätigen Sie nur Aufträge, die Sie selbst gerade eingegeben haben.

Vereinfachte Übersicht. Namen und Kosten der Verfahren unterscheiden sich je nach Bank.

Welches Verfahren passt zu Ihnen?

Die App ist am bequemsten, wenn Sie ein Smartphone haben und es ohnehin täglich benutzen. Sie sehen jeden Auftrag mit Empfänger und Betrag und bestätigen ihn mit einem Fingertipp oder Ihrem App-Passwort.

Das Lesegerät ist eine gute Wahl, wenn Sie kein Smartphone haben, es nicht fürs Geld nutzen möchten oder wenn Sie etwas zum Anfassen bevorzugen. Es funktioniert auch dann, wenn das Handy kaputt oder verloren ist. Viele, die die App nutzen, behalten deshalb zusätzlich ein Lesegerät als Reserve.

Welche Verfahren Ihre Bank anbietet und was sie kosten, steht auf der Internetseite der Bank oder Sie fragen in der Filiale nach. Beide Wege gelten als sicher, solange Sie die Regeln in diesem Artikel beachten. Was beim Bezahlen und Einkaufen im Internet sonst noch zählt, habe ich in meinem Wegweiser für sicheres Bezahlen im Internet zusammengestellt.

Was Sie für die Einrichtung brauchen

Für die Umstellung auf eine TAN-App legen Sie sich diese Dinge bereit:

  • Den Brief Ihrer Bank mit dem Aktivierungscode oder der bunten Grafik. Ohne ihn geht es nicht. Haben Sie keinen, fordern Sie ihn im Online-Banking oder in der Filiale an.
  • Ihr Smartphone mit aktueller Software und einer Sperre per PIN, Muster oder Fingerabdruck.
  • Ihre Zugangsdaten fürs Online-Banking, also Anmeldename und PIN.
  • Einen Computer oder ein zweites Gerät, falls die Bank verlangt, eine Grafik vom Bildschirm abzufotografieren.
  • Eine ruhige halbe Stunde ohne Zeitdruck.

Der Aktivierungsbrief gilt meist nur einige Wochen. Wenn er kommt, richten Sie die App also bald ein und lassen ihn nicht liegen.

Die TAN-App einrichten

Laden Sie die App ausschließlich aus dem offiziellen App-Laden Ihres Handys, also dem App Store beim iPhone oder dem Play Store bei Android. Prüfen Sie, dass als Anbieter Ihre Bank oder deren bekannter Dienstleister angegeben ist. Den Namen der richtigen App nennt Ihnen der Brief der Bank. Folgen Sie nie einem Link aus einer E-Mail oder SMS, um eine Banking-App zu installieren.

Öffnen Sie die App und folgen Sie den Schritten. Meist legen Sie zuerst ein eigenes Passwort für die App fest. Dann geben Sie den Aktivierungscode aus dem Brief ein oder scannen die Grafik mit der Kamera des Handys. Zum Schluss bestätigen Sie die Verbindung einmal im Online-Banking.

Viele Banken zeigen danach eine Test-Freigabe an, damit Sie sehen, wie es aussieht. Nehmen Sie sich Zeit, diese in Ruhe anzusehen. Genau so sieht später jede echte Freigabe aus.

Zwei Hände ziehen ein Blatt Papier aus einem braunen Umschlag
Foto: Angela Roma / Pexels

Eine Freigabe richtig lesen

Jede Freigabe in der App zeigt an, was Sie gerade bestätigen: die Art des Auftrags, zum Beispiel „Überweisung“, den Empfänger mit seiner IBAN und den Betrag. Lesen Sie diese Angaben jedes Mal, bevor Sie bestätigen. Das dauert drei Sekunden und ist der beste Schutz, den es gibt.

Stimmen Empfänger oder Betrag nicht mit dem überein, was Sie gerade eingegeben haben, lehnen Sie ab. Steht dort „Überweisung“, obwohl Sie nur Ihren Kontostand ansehen wollten, lehnen Sie ab. Und steht dort etwas, das Sie nicht verstehen, lehnen Sie ebenfalls ab und rufen Ihre Bank an, unter der Nummer auf Ihrer Bankkarte.

Eine abgelehnte Freigabe richtet keinen Schaden an. Im schlimmsten Fall müssen Sie den Auftrag neu eingeben. Gegen einen falschen Online-Shop hilft die Freigabe allerdings wenig, denn den Auftrag haben Sie dort ja selbst ausgelöst. Wie Sie einen betrügerischen Shop vor dem Bezahlen entlarven, zeige ich Ihnen gesondert.

Die goldene Regel: nur, was Sie selbst angestoßen haben

Bestätigen Sie in der App ausschließlich Aufträge, die Sie selbst gerade eben ausgelöst haben. Niemals einen Auftrag, um den Sie jemand bittet.

Genau darauf setzen Betrüger. Sie rufen an, geben sich als Mitarbeiter Ihrer Bank aus, oft sogar mit der echten Nummer der Bank auf dem Display, und erzählen von einer verdächtigen Abbuchung. „Bitte bestätigen Sie jetzt die Stornierung in Ihrer App.“ In Wahrheit ist es eine Überweisung an die Betrüger. Ihre Bank fordert Sie nie am Telefon auf, etwas in der App freizugeben. Wie Sie einen falschen Bankanruf in fünf Minuten entlarven, erkläre ich Ihnen in einem eigenen Artikel.

Wie man sich bei verdächtigen Anrufen verhält und eine Behauptung selbst überprüft, übe ich auch in Lektion 10 meines Videokurses „Computer verstehen“.

Praxis-Check

Vor jeder Freigabe

  • Selbst angestoßen?Sonst ablehnen, egal wer anruft.
  • Empfänger und Betrag gelesen?Stimmen sie mit Ihrer Eingabe überein?
  • Unsicher?Ablehnen und die Bank unter der Nummer auf der Karte anrufen.

Wenn Sie ein neues Handy bekommen

Die TAN-App ist fest mit Ihrem Handy verbunden. Sie wandert nicht automatisch auf ein neues Gerät mit, auch wenn Sie sonst alles übertragen. Deshalb ist beim Handywechsel ein wenig Planung wichtig:

  • Löschen oder verkaufen Sie das alte Handy erst, wenn die App auf dem neuen funktioniert.
  • Schauen Sie in der alten App oder im Online-Banking nach einer Funktion wie „Gerät wechseln“ oder „Neues Gerät hinzufügen“. Manche Banken erlauben den Umzug direkt von Handy zu Handy.
  • Gibt es so eine Funktion nicht, fordern Sie einen neuen Aktivierungsbrief an. Dann bleibt das alte Handy so lange in Betrieb, bis der Brief da ist.
  • Wer ein Lesegerät als Reserve hat, kann in der Zwischenzeit damit weiterarbeiten.

Ist das alte Handy schon weg oder kaputt, ist das kein Drama, nur etwas umständlicher. Melden Sie sich bei Ihrer Bank, lassen Sie das alte Gerät sperren und einen neuen Brief schicken.

Wenn das Handy verloren geht

Ist das Handy verloren oder gestohlen, rufen Sie Ihre Bank an und lassen Sie die TAN-App für dieses Gerät sperren. Außerhalb der Geschäftszeiten hilft der Sperr-Notruf 116 116, rund um die Uhr. Solange Ihr Handy mit PIN oder Fingerabdruck gesperrt ist und die App ein eigenes Passwort hat, kommt ein Finder zwar nicht ohne Weiteres an Ihr Geld. Sicher ist aber sicher. Was Sie außer der Sperre bei der Bank noch tun sollten, wenn das Handy verloren ist, habe ich in einem eigenen Artikel aufgeschrieben.

Ändern Sie danach vorsichtshalber auch Ihr Passwort fürs Online-Banking, wenn es auf dem Handy gespeichert war. Die allgemeinen Regeln für sicheres Online-Banking finden Sie im Artikel Mehr Sicherheit beim Online-Banking – diese Regeln schützen Sie.

Banking-App und TAN-App auf demselben Handy?

Eine häufige Frage lautet: Darf ich die Banking-App und die TAN-App auf demselben Handy haben? Früher galt der Rat, beides auf getrennten Geräten zu nutzen. Heute erlauben die Banken ausdrücklich, beides auf einem Handy zu verwenden, weil die TAN-App durch ein eigenes Passwort und die Sperre des Handys geschützt ist.

Das ist bequem, macht aber die Grundregeln umso wichtiger: Das Handy muss gesperrt sein, die TAN-App braucht ein eigenes Passwort, und Updates für Handy und Apps sollten Sie zeitnah installieren. Wer sich damit wohler fühlt, kann Überweisungen weiterhin am Computer eingeben und nur zur Freigabe zum Handy greifen. Dann sieht man den Auftrag einmal auf dem großen Bildschirm und einmal in der App, und kann beides vergleichen.

Ein gutes Passwort für die App

Das Passwort der TAN-App schützt die Freigaben, wenn jemand Ihr entsperrtes Handy in die Hand bekommt. Wählen Sie es deshalb nicht gleich wie die PIN Ihres Handys und nicht wie Ihre Bank-PIN. Es sollte etwas sein, das niemand aus Ihrem Umfeld erraten kann.

Viele Apps erlauben, statt des Passworts den Fingerabdruck oder die Gesichtserkennung zu verwenden. Das ist bequem und sicher, solange niemand anderes seinen Finger auf Ihrem Handy gespeichert hat. Schreiben Sie das Passwort trotzdem auf und bewahren Sie den Zettel getrennt vom Handy auf, etwa bei Ihren Bankunterlagen.

S-pushTAN, VR SecureGo, photoTAN – welche App gehört zu meiner Bank?

Jede Bank hat ihre eigene TAN-App, und die Namen klingen oft ähnlich. Hier die bekanntesten im Überblick:

  • Sparkasse: S-pushTAN. Diese App zeigt Ihre Aufträge an, und Sie geben sie mit Ihrem App-Passwort oder dem Fingerabdruck frei. Die eigentliche Banking-App der Sparkasse heißt einfach „Sparkasse“. S-pushTAN ist nur fürs Freigeben da.
  • Volks- und Raiffeisenbanken: VR SecureGo plus. Beim Einrichten legen Sie einen Freigabecode fest. Das ist Ihr persönliches Passwort für diese App, mit dem Sie jede Überweisung bestätigen. Mit Ihrer PIN fürs Online-Banking hat er nichts zu tun, und er sollte auch anders lauten.
  • comdirect und Commerzbank: photoTAN. Hier fotografieren Sie die bunte Grafik vom Bildschirm ab. Erledigen Sie Ihre Bankgeschäfte direkt am Handy, meldet sich die App stattdessen mit einer Mitteilung, die Sie nur noch bestätigen.
  • ING: Die Freigabe steckt direkt in der Banking-App „Banking to go“.
  • Postbank: Hier heißt das Verfahren BestSign.

Die Namen ändern sich gelegentlich. Verlässlich ist immer der Brief Ihrer Bank oder deren Internetseite. Eine App mit ähnlichem Namen von einem fremden Anbieter gehört nicht dazu, auch wenn sie im Store weit oben steht.

Wenn Sie keine App möchten

Niemand muss Online-Banking mit dem Handy machen. Wer sich mit der App nicht wohlfühlt, kann bei den meisten Banken das Lesegerät nutzen, Überweisungen am Automaten in der Filiale erledigen oder einen Überweisungsträger abgeben. Auch Daueraufträge für regelmäßige Zahlungen lassen sich einmal in der Filiale einrichten und laufen dann von selbst.

Sprechen Sie mit Ihrer Bank, wenn Ihnen die Umstellung Sorgen macht. Viele Filialen haben Beraterinnen und Berater, die bei der Einrichtung helfen.

Zwei Hände halten eine schwarze Karte ohne Aufdruck
Foto: RDNE Stock project / Pexels

Hilfe bei der TAN-App in Berlin-Charlottenburg

Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause und richte mit Ihnen die TAN-App ein, mit Ihrem Brief und an Ihrem eigenen Handy. Ihre PIN und Ihr Passwort tippen dabei nur Sie selbst. Danach machen wir gemeinsam eine erste kleine Überweisung, damit Sie sehen, wie eine echte Freigabe aussieht. Und wenn ein Handywechsel ansteht, planen wir ihn so, dass Sie nie ohne Zugang dastehen.

Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.

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