In diesem Artikel
In der Schreibtischschublade liegen sieben USB-Sticks. Einer von der Apotheke, einer vom Enkel mit den Urlaubsfotos, zwei ohne Aufschrift. Was auf den anderen ist, weiß niemand mehr so genau.
Daneben liegt eine externe Festplatte, noch in der Verpackung. Die hat die Tochter zu Weihnachten geschenkt. „Für die Fotos“, hat sie gesagt. Doch womit sichern Sie besser – mit einem USB-Stick oder einer externen Festplatte?
Und jetzt die Frage: Wozu eigentlich beides? Würde ein großer USB-Stick nicht genauso reichen?
Die Frage ist berechtigt. Beide Geräte speichern Dateien, beide steckt man an den Computer. Trotzdem eignen sie sich für unterschiedliche Aufgaben. Hier erkläre ich, welches wofür taugt.
Zur schnellen Orientierung:
- Externe Festplatte: für die regelmäßige Sicherung.
- USB-Stick: zum Mitnehmen und Weitergeben.
- In jedem Fall gilt: Wichtiges liegt an zwei Orten.
Die kurze Antwort vorweg
Für die Sicherung Ihrer Fotos und Dokumente nehmen Sie eine externe Festplatte. Zum Mitnehmen und Weitergeben einzelner Dateien nehmen Sie einen USB-Stick.
Ein Stick ist das Einkaufsnetz für den schnellen Weg zum Bäcker. Die Festplatte ist der Kleiderschrank. Beides ist nützlich. Aber niemand würde seine Wintersachen im Einkaufsnetz aufbewahren.
Wie viel passt eigentlich drauf?
Der größte Unterschied ist der Platz. Speicher wird in Gigabyte (GB) gemessen, große Mengen in Terabyte (TB). Ein Terabyte sind tausend Gigabyte.
Übliche Größen im Laden sind:
- USB-Sticks: meistens 32 bis 256 Gigabyte.
- Externe Festplatten: meistens 1 bis 4 Terabyte.
Ein Foto vom Handy braucht grob gerechnet drei bis fünf Megabyte. Auf einen Stick mit 64 Gigabyte passen damit gut zehntausend Fotos. Auf eine Festplatte mit einem Terabyte weit über hunderttausend.
Bei Videos sieht die Rechnung ganz anders aus. Ein paar Minuten vom Geburtstag brauchen so viel Platz wie Hunderte Fotos.
So viel passt drauf
Jedes Kästchen steht für etwa 5.000 Fotos vom Handy.
USB-Stick64 Gigabyte
etwa 15.000 Fotos
Externe Festplatte1 Terabyte
etwa 250.000 Fotos
Was ist für Sie günstiger – USB-Stick oder Festplatte?
Auf den ersten Blick der USB-Stick. Er kostet oft nur so viel wie ein Mittagessen.
Rechnet man aber pro Foto, dreht sich das Bild. Für den Preis eines großen Sticks bekommt man oft schon eine Festplatte mit vielfach mehr Platz.
Wer also wirklich alle Fotos sichern möchte, fährt mit der Festplatte meistens günstiger. Und muss nicht auf fünf Sticks verteilen, was auf ein Gerät passt.
Was hält länger?
Ehrlich gesagt: Kein Speicher hält ewig. Weder der Stick noch die Festplatte.
Bei USB-Sticks gibt es allerdings große Unterschiede. Billige Werbegeschenke sind nicht für die jahrelange Aufbewahrung gedacht. Manche lassen sich nach ein paar Jahren in der Schublade nicht mehr richtig lesen.
Eine externe Festplatte ist für genau diese Aufgabe gebaut: viele Daten über lange Zeit. Auch sie gibt irgendwann auf, meistens aber erst nach vielen Jahren.
Wichtiger als das Gerät ist deshalb eine Gewohnheit: Schließen Sie Ihre Sicherung ab und zu an und öffnen Sie ein paar Fotos. Dann merken Sie rechtzeitig, wenn etwas nicht stimmt. Damit Ihre Fotos und Dateien gar nicht erst verloren gehen, habe ich alles Wichtige rund um Fotos und Datensicherung für Sie gesammelt.

Klein ist praktisch – und schnell verschwunden
Ein USB-Stick ist kaum größer als ein Hausschlüssel. Das macht ihn praktisch. Und leider auch leicht zu verlieren.
Er bleibt im Copyshop im Gerät stecken, wandert in die Jackentasche oder wird vom Enkel ausgeliehen. Und plötzlich sind die einzigen Bilder von der goldenen Hochzeit unterwegs.
Eine Festplatte liegt dagegen meistens an einem festen Platz. Das ist für eine Sicherung genau richtig.
Was ist eigentlich auf den alten Sticks?
Bevor Sie die Schublade aufräumen, lohnt sich ein Blick auf jeden einzelnen Stick. So geht es:
- Stecken Sie den Stick in einen freien USB-Anschluss am Computer.
- Öffnen Sie den Explorer, das Programm mit dem gelben Ordnersymbol in der Taskleiste.
- Klicken Sie links auf „Dieser PC“. Der Stick erscheint dort als neues Laufwerk, zum Beispiel mit dem Buchstaben E:.
- Öffnen Sie ihn mit einem Doppelklick und sehen Sie sich die Ordner an.
Finden Sie Fotos, die Sie sonst nirgends haben, kopieren Sie sie auf den Computer. Danach bekommt der Stick ein Etikett. Ein Streifen Malerkrepp mit Kugelschreiber genügt völlig.
Leere oder unwichtige Sticks können Sie danach ruhig wieder zum Mitnehmen von Dateien benutzen.
Wofür die Festplatte gemacht ist
Die externe Festplatte ist Ihr Archiv. Darauf kommt eine vollständige Kopie von allem, was Ihnen wichtig ist: Fotos, Briefe, Unterlagen.
Sie stecken sie zum Beispiel einmal im Monat an, aktualisieren die Kopie und legen sie danach wieder weg. Windows kann das Kopieren auf Wunsch sogar selbst übernehmen, solange die Festplatte angeschlossen ist.
Wo Ihre Fotos auf dem Computer überhaupt liegen, steht im Artikel Wo sind meine Fotos gespeichert? So finden Sie sie am Computer
Wofür der USB-Stick ideal ist
Ein USB-Stick ist der Bote. Er bringt Dateien von einem Ort zum anderen. Dafür ist er unschlagbar:
- Die Fotos vom Familienfest an die Kinder weitergeben.
- Ein Dokument im Copyshop oder in der Bibliothek ausdrucken.
- Ein paar Dateien vom alten auf den neuen Computer tragen.
- Eine zusätzliche Kopie weniger wichtiger Unterlagen, etwa für die Reise.
Für alles andere würde ich ihn nicht als einzigen Speicher nehmen. Und für den kompletten Umzug auf einen neuen Computer gibt es bessere Wege. Die stehen im Artikel So übertragen Sie Ihre Daten auf den neuen PC – ohne Verluste
„Ich habe doch alles auf dem Stick.“
Diesen Satz höre ich oft. Meistens folgt dann: „Und auf dem Computer habe ich es gelöscht, damit wieder Platz ist.“
Dann gibt es die Fotos nur noch ein einziges Mal. Auf einem kleinen Stick, der verloren gehen oder kaputtgehen kann. Das ist keine Sicherung, sondern ein Umzug.
Eine Sicherung heißt immer: Die Dateien liegen an zwei Orten. Auf dem Computer und zusätzlich auf einem zweiten Gerät. Ganz gleich, ob das ein Stick oder eine Festplatte ist.
Und die Speicherkarte aus der alten Kamera?
Viele haben noch eine Digitalkamera im Schrank. Darin steckt oft eine Speicherkarte mit Fotos, die es sonst nirgends gibt.
Für Speicherkarten gilt dasselbe wie für USB-Sticks. Sie sind zum Fotografieren und zum Transport gedacht, nicht als Archiv für Jahrzehnte.
Wenn Sie so eine Karte finden: Kopieren Sie die Fotos bald auf den Computer und von dort auf Ihre Sicherung. Viele Laptops haben einen passenden Schlitz an der Seite. Sonst hilft ein kleines Kartenlesegerät für wenige Euro.
Und lassen Sie die Fotos zur Sicherheit auch auf der Karte, bis die Kopie fertig ist und Sie hineingeschaut haben.

USB-Stick oder externe Festplatte? Das empfehle ich Ihnen
Wenn Sie es einfach halten möchten, reicht diese Aufteilung:
- Alle Fotos und wichtigen Dateien liegen auf dem Computer.
- Eine externe Festplatte mit 1 oder 2 Terabyte ist die Sicherung. Sie wird regelmäßig angesteckt und danach wieder weggelegt.
- Ein oder zwei USB-Sticks, deutlich beschriftet, dienen zum Mitnehmen und Weitergeben.
Wer die Fotos zusätzlich in einem Cloudspeicher ablegt, hat eine weitere Kopie außer Haus. Was es mit diesem Speicherplatz im Internet auf sich hat, erkläre ich Ihnen in einem eigenen Artikel.
Sticks und Festplatten beschriften
Nach ein paar Jahren hat fast jeder Haushalt eine Schublade voller USB-Sticks. Welcher ist welcher? Was ist darauf? Ist der rote der mit den Urlaubsfotos oder der mit den Steuerunterlagen? Genau diese Unordnung führt dazu, dass Sicherungen am Ende nicht gefunden werden.
Beschriften Sie deshalb jeden Stick und jede Festplatte, außen mit einem kleinen Aufkleber oder einem Stück Malerkrepp. Zusätzlich können Sie dem Laufwerk in Windows einen Namen geben: Rechtsklick auf das Laufwerk im Explorer und „Umbenennen“. Dann steht dort nicht mehr „USB-Laufwerk (E:)“, sondern „Fotos 2025“ oder „Sicherung“.
Und schreiben Sie das Datum der letzten Sicherung dazu. Wer sieht, dass die letzte Sicherung acht Monate alt ist, denkt eher daran, eine neue zu machen.
Was gehört auf die Sicherung?
Viele sichern nur die Fotos und vergessen den Rest. Dabei sind es oft andere Dinge, die bei einem Verlust schmerzen:
- Briefe und Dokumente, etwa Schreiben an Versicherungen oder Behörden,
- eingescannte Unterlagen wie Rentenbescheide oder Arztberichte,
- die Liste mit Passwörtern, falls sie als Datei auf dem Computer liegt,
- Videos von Familienfeiern,
- die Daten aus Programmen wie einem Haushaltsbuch oder dem Steuerprogramm.
Wenn Sie unsicher sind, wo das alles liegt, hilft der Artikel Wo sind meine Fotos auf dem Computer gespeichert?. Das Prinzip gilt für Dokumente genauso.
Prüfen, ob die Sicherung wirklich da ist
Eine Sicherung ist erst dann eine Sicherung, wenn Sie wissen, dass die Dateien darauf vollständig und lesbar sind. Stecken Sie den Stick oder die Festplatte nach dem Kopieren einmal ab, wieder an und öffnen Sie zwei, drei Fotos direkt vom Speicher.
Wie Sie prüfen, ob Ihre Fotos wirklich gesichert sind, zeige ich ausführlich in Lektion 6 meines Videokurs „Computer verstehen“. Und in Lektion 8 kopieren Sie Fotos vom USB-Stick auf den Computer und lernen den Unterschied zwischen einem geöffneten Foto und einer eigenen Kopie.
Und bewahren Sie die Sicherung nicht direkt neben dem Computer auf. Bei einem Wasserschaden oder Einbruch wären sonst beide Kopien auf einmal weg.
Ideal ist eine zweite Festplatte, die bei Kindern oder Nachbarn liegt und ein- oder zweimal im Jahr ausgetauscht wird.
Wenn der Stick plötzlich nicht mehr erkannt wird
Erscheint ein Stick nicht mehr im Explorer, probieren Sie zuerst einen anderen USB-Anschluss. Manchmal liegt es nur daran.
Fragt Windows, ob der Stick formatiert werden soll, klicken Sie auf „Abbrechen“. Formatieren löscht alles, was noch darauf ist.
Sind darauf Fotos, die es sonst nirgends gibt, probieren Sie nicht weiter herum. Je weniger man an einem streikenden Speicher versucht, desto besser sind die Chancen, noch etwas zu retten. Lassen Sie sich dann helfen, bevor Sie Programme aus dem Internet ausprobieren.
Hilfe beim Sichern in Berlin-Charlottenburg
Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause. Wir sehen gemeinsam nach, was auf den Sticks in der Schublade ist, und legen eine ordentliche Sicherung auf der Festplatte an.
Danach wissen Sie, wo Ihre Fotos liegen und wie Sie die Sicherung beim nächsten Mal allein auffrischen.
Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.
Am Telefon reicht übrigens ein Satz wie: „Ich habe eine Schublade voller USB-Sticks und keine Ahnung, was drauf ist.“ Damit weiß ich schon ziemlich viel.


