📸 Fotos, Dateien & Datensicherung

Was ist eine Cloud? Ich erkläre es Ihnen ganz einfach

Arbeitszimmer mit Laptop, ein Kabel führt durch die Wand in einen Raum voller Server – so funktioniert eine Cloud
In diesem Artikel

„Das ist in der Cloud.“ Diesen Satz hört man heute ständig. Fotos sind in der Cloud. Dokumente sind in der Cloud. Das Handy macht eine Sicherung in der Cloud. Und irgendein Programm möchte plötzlich auch noch, dass Sie sich bei seiner Cloud anmelden.

Nur: Wo ist diese Cloud eigentlich? Und was ist eine Cloud überhaupt? Schwebt da wirklich irgendwo eine digitale Wolke herum? Natürlich nicht.

Die einfachste Erklärung lautet: Eine Cloud ist im Grunde ein Computer, der jemand anderem gehört und irgendwo anders steht.

Was ist eine Cloud? Stellen Sie sich einen Schrank außerhalb Ihrer Wohnung vor

Angenommen, Sie haben zu Hause einen Schrank mit wichtigen Unterlagen. Darin liegen Fotos, Briefe, Rechnungen und Dokumente.

Jetzt mieten Sie zusätzlich ein Schließfach in einem anderen Gebäude. Einige Ihrer Unterlagen bewahren Sie dort ebenfalls auf. Wenn Sie zu diesem Gebäude fahren und den passenden Schlüssel haben, können Sie wieder darauf zugreifen.

Die Cloud funktioniert ähnlich. Nur dass Sie nicht hinfahren müssen. Sie greifen über das Internet darauf zu. Der „Schlüssel“ ist normalerweise Ihr Benutzerkonto mit Passwort.

Ihre Fotos verschwinden also nicht einfach ins Internet

Wenn Ihr Smartphone ein Foto in die Cloud lädt, passiert etwas sehr Konkretes. Das Foto wird von Ihrem Smartphone über das Internet an einen anderen Computer übertragen.

Dieser Computer steht normalerweise in einem Rechenzentrum. Dort befinden sich sehr viele Server, die rund um die Uhr laufen und Daten speichern.

Apple nennt seinen Dienst iCloud. Google bietet unter anderem Google Drive und Google Fotos an. Microsoft verwendet OneDrive. Dropbox funktioniert nach demselben Grundprinzip.

Die Namen unterscheiden sich. Die Grundidee bleibt ähnlich: Ihre Daten liegen nicht nur auf Ihrem eigenen Gerät.

Wofür brauchen Sie eine Cloud überhaupt?

Der große Vorteil zeigt sich meistens erst dann, wenn etwas passiert. Stellen Sie sich vor, Ihr Smartphone fällt herunter und geht kaputt. Darauf befinden sich Fotos aus den vergangenen fünf Jahren.

Wenn diese Fotos ausschließlich auf diesem einen Smartphone gespeichert waren, kann das unangenehm werden. Wenn sie zusätzlich in einer Cloud gespeichert wurden, können Sie sich auf einem neuen Gerät anmelden und die Bilder wieder herunterladen.

Das kaputte Telefon ist dann ärgerlich. Aber zumindest sind die Fotos nicht automatisch verloren.

Cloud und Datensicherung sind allerdings nicht dasselbe

Hier entsteht häufig ein Missverständnis. Wenn Dateien in einer Cloud liegen, bedeutet das nicht automatisch, dass Sie eine perfekte Datensicherung haben.

Viele Cloud-Dienste synchronisieren Dateien. Das bedeutet: Sie verändern eine Datei auf dem Computer. Die Änderung wird in die Cloud übertragen. Sie löschen eine Datei. Unter Umständen wird auch diese Löschung übertragen.

Genau das ist der Sinn einer Synchronisation. Alle Geräte sollen denselben Stand haben. Eine Datensicherung verfolgt ein anderes Ziel: Sie soll Ihnen ermöglichen, einen früheren Zustand wiederherzustellen, wenn etwas verloren geht oder beschädigt wird.

Deshalb sage ich lieber: Cloudspeicher kann Teil einer guten Sicherung sein. Aber „Meine Sachen sind in der Cloud“ ist noch kein vollständiges Sicherungskonzept. Wie so ein Konzept für Ihre Fotos und Dateien aussehen kann, zeige ich Ihnen in meinen Anleitungen zur Datensicherung.

Was bedeutet eigentlich „synchronisieren“?

Das Wort klingt komplizierter, als es ist. Nehmen wir an, Sie haben einen Ordner mit Fotos auf Ihrem Computer. Derselbe Ordner befindet sich auch in Ihrer Cloud. Sie legen auf dem Computer ein neues Foto hinein. Kurze Zeit später erscheint es auch in der Cloud.

Sie benutzen anschließend Ihren Laptop. Dort melden Sie sich mit demselben Konto an. Nun erscheint das Foto möglicherweise auch dort. Die Geräte gleichen ihren Datenbestand miteinander ab. Genau das bedeutet Synchronisation.

Das kann sehr praktisch sein. Es kann aber auch verwirrend werden, wenn man nicht weiß, dass es passiert.

„Ist die Datei jetzt auf meinem Computer oder in der Cloud?“

Die Antwort lautet leider häufig: Beides. Oder nur eines von beiden. Das hängt davon ab, wie der Dienst eingerichtet ist.

Manche Cloud-Programme speichern eine vollständige Kopie der Datei auf Ihrem Computer. Andere zeigen Ihnen eine Datei lediglich an und laden sie erst herunter, wenn Sie sie öffnen.

Das kann zu merkwürdigen Situationen führen. Sie sehen beispielsweise hundert Fotos in einem Ordner. Trotzdem befinden sich nicht unbedingt alle hundert vollständig auf Ihrem Computer. Einige liegen möglicherweise nur online.

Solange das Internet funktioniert, fällt das kaum auf. Ohne Internet plötzlich schon.

Das kleine Wolkensymbol ist deshalb wichtiger, als es aussieht

Vielleicht haben Sie neben Dateien schon einmal kleine Symbole gesehen. Eine Wolke. Ein Häkchen. Zwei Pfeile.

Je nach Programm bedeuten diese Symbole unterschiedliche Dinge. Häufig zeigen sie an, ob eine Datei nur online liegt, bereits auf dem Computer gespeichert wurde oder gerade synchronisiert wird.

Diese kleinen Zeichen werden gern ignoriert. Dabei beantworten sie oft genau die entscheidende Frage: Wo befindet sich meine Datei gerade?

Brauche ich Internet, um an meine Cloud-Dateien zu kommen?

Grundsätzlich benötigt die Cloud eine Internetverbindung. Schließlich müssen Sie den anderen Computer irgendwie erreichen. Aber nicht jede Datei muss ständig online geladen werden.

Viele Cloud-Dienste können bestimmte Dateien zusätzlich auf Ihrem Computer speichern. Dann können Sie diese auch ohne Internet öffnen.

Später werden Änderungen wieder synchronisiert, sobald eine Verbindung vorhanden ist. Ob das geschieht, hängt von der jeweiligen Einrichtung ab.

Im Bild erklärt

So kommt ein Foto auf ein zweites Gerät

Ist die Synchronisierung eingeschaltet, gleichen Geräte mit demselben Konto Änderungen über das Internet ab.

Computer Neues Foto im Ordner
Cloud Foto wird abgeglichen
Zweites Gerät Foto kann dort erscheinen
Vereinfachtes Beispiel. Synchronisieren ist keine vollständige Datensicherung: Auch Löschungen können übertragen werden.

Was passiert, wenn mein Computer kaputtgeht?

Das ist einer der größten Vorteile. Wenn Ihre Dateien tatsächlich vollständig in der Cloud gespeichert sind, sind sie nicht an diesen einen Computer gebunden. Sie können einen neuen Computer verwenden, sich anmelden und wieder auf die Daten zugreifen. Liegen Ihre Dateien dagegen nicht in der Cloud, zeige ich Ihnen gesondert, was Sie bei einem kaputten Computer noch retten können.

Das bedeutet allerdings auch: Sie müssen noch wissen, welches Konto Sie verwendet haben. Und Sie müssen Zugang dazu haben. Das klingt selbstverständlich. Ist es aber erstaunlich oft nicht.

Das Passwort kann wichtiger sein als der Computer

Ich sehe immer wieder Situationen, in denen jemand sagt: „Meine Fotos sind bei Google.“ Aber welches Google-Konto benutzt wurde, weiß niemand mehr. Oder das Passwort fehlt. Oder für die Anmeldung wird eine Telefonnummer benötigt, die längst nicht mehr existiert.

Dann sind die Daten theoretisch vorhanden. Praktisch kommt man aber nicht mehr heran.

Deshalb gehört zu einer vernünftigen Cloud-Nutzung immer auch ein ordentlich eingerichteter Kontozugang. Dazu gehören ein bekanntes Passwort und aktuelle Möglichkeiten zur Kontowiederherstellung.

Kann jemand anderes meine Dateien sehen?

Nicht einfach jeder. Cloud-Dienste schützen den Zugang normalerweise durch Ihr Benutzerkonto. Das bedeutet aber nicht, dass Sicherheit keine Rolle spielt.

Wer Ihr Passwort kennt und sich erfolgreich bei Ihrem Konto anmelden kann, könnte möglicherweise auch auf Ihre Dateien zugreifen. Deshalb sollten Sie für ein wichtiges Cloud-Konto kein Passwort verwenden, das gleichzeitig auf zehn anderen Webseiten benutzt wird.

Wenn der Anbieter eine zusätzliche Anmeldebestätigung anbietet, kann auch diese sinnvoll sein. Dann reicht das Passwort allein nicht unbedingt für den Zugang. Wie diese zusätzliche Bestätigung beim Anmelden funktioniert, erkläre ich Ihnen in einem eigenen Artikel.

Und kann der Anbieter selbst meine Daten sehen?

Hier muss man genauer unterscheiden. Ihre Daten liegen technisch auf Systemen des jeweiligen Anbieters. Welche Schutzmaßnahmen gelten, wie Daten verschlüsselt werden und unter welchen Umständen ein Anbieter Zugriffsmöglichkeiten besitzt, hängt vom Dienst ab.

Wer sehr sensible Dokumente speichern möchte, sollte deshalb nicht einfach irgendeinen Cloudanbieter auswählen. Für Urlaubsfotos stellt man möglicherweise andere Anforderungen als für vertrauliche Geschäftsunterlagen oder besonders persönliche Dokumente.

Die Cloud ist also nicht automatisch sicher oder unsicher. Es kommt darauf an, welchen Dienst man benutzt und wie er eingerichtet ist.

Muss ich überhaupt eine Cloud benutzen?

Nein. Sie können Dateien weiterhin ausschließlich auf Ihrem eigenen Computer speichern. Fotos können auf einer externen Festplatte gesichert werden. Dokumente können lokal bleiben. Niemand ist verpflichtet, private Dateien in einer Cloud abzulegen.

Cloudspeicher bietet lediglich bestimmte Vorteile. Sie können von mehreren Geräten auf dieselben Daten zugreifen. Ein Geräteausfall bedeutet nicht automatisch Datenverlust. Und bestimmte Sicherungen können automatisch erfolgen.

Dafür geben Sie einen Teil der Kontrolle über die Speicherung an einen Anbieter ab und benötigen einen zuverlässigen Kontozugang. Es ist also eine Abwägung.

Warum landet trotzdem plötzlich alles in OneDrive oder iCloud?

Das ist eine der häufigsten Ursachen für Verwirrung. Moderne Betriebssysteme und Smartphones versuchen häufig, Cloudfunktionen möglichst bequem einzurichten.

Während der Einrichtung meldet man sich mit einem Konto an. Dann wird gefragt, ob Fotos, Dokumente oder Einstellungen synchronisiert werden sollen. Ein paar Klicks später läuft die Synchronisation.

Manchmal merkt man das erst Monate später. Plötzlich steht bei einem Ordner „OneDrive“. Oder Fotos vom Telefon erscheinen auf einem anderen Gerät. Das ist nicht unbedingt schlecht. Aber man sollte wissen, was eingerichtet wurde.

Praxis-Check

Wenn die Cloud plötzlich aktiv ist

  • Konto ansehenPrüfen Sie, mit welchem Anbieter Ihr Gerät verbunden ist.
  • Ordner erkennenSehen Sie nach, welche Fotos oder Dokumente synchronisiert werden.
  • Speicherort verstehenKlären Sie, welche Dateien auch ohne Internet auf dem Gerät liegen.

Die Cloud kann Ordnung schaffen – oder zusätzliches Chaos

Gut eingerichtet kann eine Cloud sehr bequem sein. Ein zentraler Ort für Fotos. Dokumente auf Computer und Laptop. Automatische Sicherungen des Smartphones.

Schlecht eingerichtet kann sie das Gegenteil bewirken. Ein Teil der Fotos liegt in Google Fotos. Ein anderer in iCloud. Dokumente landen in OneDrive. Weitere Dateien befinden sich nur auf dem Computer. Und irgendwo gibt es noch ein altes Dropbox-Konto.

Dann existieren zwar überall Kopien. Aber niemand weiß mehr, welche davon vollständig oder aktuell sind.

Deshalb würde ich nicht möglichst viele Cloud-Dienste verwenden. Sondern möglichst wenige, deren Aufgabe klar ist.

Ein praktisches Beispiel

Nehmen wir an, Sie möchten Ihre Fotos sichern. Dann könnte eine einfache Lösung so aussehen:

  • Ihre Fotos befinden sich auf Ihrem Smartphone.
  • Das Smartphone lädt sie automatisch in einen Cloud-Dienst.
  • Zusätzlich existiert regelmäßig eine weitere Sicherung auf einer externen Festplatte.

Damit haben Sie nicht nur eine einzige Kopie. Und Sie wissen trotzdem, wo Ihre Bilder liegen. Das ist für mich wesentlich sinnvoller, als dieselben Fotos zufällig auf fünf verschiedenen Geräten zu verteilen. Und wenn Sie auch die alten Papierfotos und Dias aus dem Schrank in diese Ordnung aufnehmen möchten, zeige ich Ihnen, wie Sie Papierbilder, Dias und Negative auf den Computer holen.

Was passiert, wenn die Cloud voll ist?

Cloudspeicher ist nicht unbegrenzt. Viele Anbieter stellen einen bestimmten Speicherplatz kostenlos zur Verfügung. Ist dieser voll, passiert je nach Dienst Unterschiedliches.

Neue Fotos werden möglicherweise nicht mehr hochgeladen. Dateien synchronisieren nicht mehr. Oder der Anbieter bietet zusätzlichen Speicher gegen Bezahlung an.

Deshalb lohnt es sich gelegentlich zu prüfen, wie viel Speicher tatsächlich verwendet wird. Vor allem Fotos und Videos benötigen mit der Zeit viel Platz.

Und wenn ich den Anbieter wechseln möchte?

Dann sollten die Daten vorher sauber heruntergeladen und an einem anderen Ort gesichert werden. Ein Cloudkonto einfach zu löschen, während dort noch die einzige Kopie wichtiger Dateien liegt, wäre keine gute Idee.

Dasselbe gilt, wenn ein alter Computer ersetzt wird. Bevor irgendetwas gelöscht oder zurückgesetzt wird, sollte geklärt sein:

  • Welche Daten liegen nur auf diesem Gerät?
  • Welche befinden sich tatsächlich in der Cloud?
  • Und sind sie dort vollständig angekommen?

Erst danach würde ich den alten Rechner löschen.

Die Cloud ist also viel weniger geheimnisvoll, als der Name vermuten lässt

Am Ende steckt dahinter eine ziemlich einfache Idee. Ihre Dateien müssen nicht ausschließlich auf dem Gerät liegen, das gerade vor Ihnen steht. Sie können zusätzlich oder stattdessen auf Computern eines Anbieters gespeichert werden und über das Internet erreichbar sein.

Das kann bequem und sinnvoll sein. Man muss nur wissen:

  • Welcher Dienst wird benutzt?
  • Welche Dateien liegen dort?
  • Welche liegen zusätzlich auf meinem Computer?
  • Wie komme ich an mein Konto?
  • Und gibt es von wirklich wichtigen Daten noch eine weitere Sicherung?

Wenn diese Fragen beantwortet sind, verliert die „Cloud“ ziemlich schnell ihren geheimnisvollen Charakter. Dann ist sie einfach nur ein weiterer Ort, an dem Ihre Daten liegen.

Sie wissen nicht, wo Ihre Fotos und Dateien eigentlich gespeichert sind?

Das lässt sich herausfinden. Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, kann ich gemeinsam mit Ihnen prüfen, welche Cloud-Dienste auf Ihrem Computer, Smartphone oder Tablet eingerichtet sind und wo Ihre wichtigen Dateien tatsächlich liegen.

Wir können Ordnung hineinbringen, unnötige Synchronisationen entfernen und eine verständliche Lösung für Fotos, Dokumente und Datensicherung einrichten.

Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.

Denn die wichtigste Frage bei einer Cloud lautet am Ende nicht: „Wie funktioniert diese Technik?“ Sondern: „Wenn ich morgen ein neues Gerät habe – komme ich noch an meine Sachen?“

Lieber persönlich erklärt bekommen?

Rufen Sie mich an. Ich komme zu Ihnen nach Hause in Berlin-Charlottenburg und helfe geduldig und in Ihrem Tempo.

Anrufen: 0151 44985258