In diesem Artikel
Frau Hartwig hat drei Kinder und fünf Enkel, verteilt über ganz Deutschland. Wenn sie ein Foto von ihrem Balkon voller Geranien verschicken will, schickt sie es achtmal. Und wenn die Enkelin aus Hamburg Neuigkeiten hat, erfährt Frau Hartwig sie oft als Letzte, über drei Ecken am Telefon.
Seit Weihnachten gibt es die „Familie Hartwig“ bei WhatsApp. Eine Gruppe, in der alle gleichzeitig lesen, was jemand schreibt. Und eine WhatsApp-Gruppe erstellen Sie in wenigen Minuten selbst. Das Geranienfoto geht jetzt einmal hinein, und alle sehen es. Die Neuigkeiten aus Hamburg auch.
Eine Familiengruppe ist eine der schönsten Seiten am Handy. Sie bringt aber auch Fragen mit sich: Wie komme ich hinein? Was tue ich, wenn es ständig piept? Wo landen die vielen Fotos?
Hier erkläre ich, wie eine Familiengruppe funktioniert, wie Sie beitreten oder selbst eine anlegen, wie Sie die Flut an Nachrichten bändigen und worauf Sie achten sollten.
Kurz gesagt:
- Eine Nachricht in der Gruppe sehen alle Mitglieder.
- Zu laut? Gruppe stummschalten statt verlassen.
- Schöne Fotos aus der Gruppe ins Handy speichern.
Was eine Familiengruppe ist
Eine Gruppe ist bei WhatsApp ein gemeinsamer Chat für mehrere Menschen. Alles, was jemand hineinschreibt, sehen alle anderen Mitglieder. Eine Familiengruppe ist einfach eine solche Gruppe, in der nur die Familie ist.
Das ist praktisch für vieles, was sonst viele einzelne Anrufe oder Nachrichten braucht:
- Fotos vom Geburtstag, vom Urlaub oder vom ersten Schultag teilen
- Termine abstimmen, etwa für das nächste Familienfest
- kurz Bescheid geben, dass man gut angekommen ist
- Glückwünsche schicken, die alle mitlesen
- einfach am Alltag der anderen teilhaben, auch aus der Ferne
Sie brauchen dafür nichts Zusätzliches. Wer WhatsApp auf dem Handy hat, kann in einer Gruppe mitmachen. Wie Sie die App auf Ihrem Handy startklar machen, zeige ich Ihnen Schritt für Schritt in einem eigenen Artikel.
Einmal schreiben, alle lesen es
Der größte Vorteil einer Gruppe ist schnell erklärt. Ohne Gruppe schicken Sie dasselbe Foto an jeden einzeln. Das kostet Zeit, und leicht vergisst man jemanden.
In der Gruppe schicken Sie es ein einziges Mal. WhatsApp verteilt es an alle Mitglieder, und jeder kann darauf antworten. Diese Antworten sehen wieder alle. So entsteht ein gemeinsames Gespräch, fast wie am Kaffeetisch.
Für Sie heißt das auch: Sie verpassen nichts mehr. Was die Familie bespricht, steht in der Gruppe und bleibt dort stehen. Sie können es in Ruhe nachlesen, auch Stunden später. Wie Sie sonst noch mit Kindern und Enkeln in Kontakt bleiben, zeige ich Ihnen in meinen Anleitungen für den Draht zur Familie.
Ein Foto für die ganze Familie
Ohne Gruppe geht jede Nachricht einzeln hinaus. In der Gruppe genügt ein einziges Mal.
Ohne Gruppe
- Tochter
- Sohn
- Schwiegersohn
- Enkelin
- Enkel
- Schwester
6 × dasselbe Foto verschicken
Mit Familiengruppe
Familie Hartwig
- Tochter
- Sohn
- Schwiegersohn
- Enkelin
- Enkel
- Schwester
1 × verschicken, alle sehen es
So treten Sie einer WhatsApp-Gruppe bei
Meistens legt ein Familienmitglied die Gruppe an und fügt die anderen hinzu. Dann erscheint die Gruppe bei Ihnen ganz von selbst in der Liste Ihrer Chats, mit ihrem Namen und oft mit einem Foto. Sie müssen nichts weiter tun.
Manchmal bekommen Sie stattdessen einen Einladungslink, zum Beispiel per SMS oder in einem Einzelchat. Tippen Sie auf den Link, zeigt WhatsApp den Namen der Gruppe und einen Knopf „Gruppe beitreten“. Erst wenn Sie darauf tippen, sind Sie dabei.
Treten Sie nur Gruppen bei, deren Link von jemandem stammt, den Sie kennen. Fragen Sie im Zweifel kurz nach, ob der Link wirklich von Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter kommt.
So erstellen Sie selbst eine WhatsApp-Gruppe – Schritt für Schritt
Sie können eine Familiengruppe auch selbst gründen. Dafür müssen die Mitglieder in den Kontakten Ihres Handys gespeichert sein. So geht es:
- Öffnen Sie WhatsApp und tippen Sie in den Chats auf das Symbol für einen neuen Chat.
- Wählen Sie „Neue Gruppe“.
- Tippen Sie nacheinander die Familienmitglieder an, die dabei sein sollen, und dann auf „Weiter“.
- Geben Sie der Gruppe einen Namen, zum Beispiel „Familie Hartwig“.
- Tippen Sie auf „Erstellen“ oder auf das Häkchen.
Fertig. Alle Mitglieder sehen die neue Gruppe jetzt bei sich. Schreiben Sie gleich eine erste Nachricht hinein, etwa „Schön, dass ihr alle dabei seid“. Dann weiß jeder, wozu die Gruppe da ist.
Wer in der Gruppe was darf
Wer eine Gruppe anlegt, ist automatisch ihr Verwalter. WhatsApp nennt das „Admin“. Der Admin kann neue Mitglieder hinzufügen, Mitglieder entfernen, den Namen und das Gruppenbild ändern und weitere Admins bestimmen.
In einer Familiengruppe ist es sinnvoll, wenn zwei Personen Admin sind, zum Beispiel Sie und eines Ihrer Kinder. Dann kann immer jemand neue Enkel aufnehmen oder etwas richten, auch wenn einer gerade nicht erreichbar ist.
Alle anderen Mitglieder können ganz normal schreiben, Fotos schicken und antworten. Sie sehen in der Gruppeninfo, wer Admin ist: Neben dem Namen steht dann „Gruppen-Admin“.
Zu viele Nachrichten? Die Gruppe stummschalten
In einer lebhaften Familie kann es abends ständig piepen. Das muss nicht sein. Sie können die Gruppe stummschalten. Dann kommen die Nachrichten weiter an, aber das Handy macht dabei keinen Ton mehr.
Öffnen Sie dazu die Gruppe und tippen Sie oben auf ihren Namen. In der Gruppeninfo finden Sie „Stummschalten“ oder „Mitteilungen stummschalten“. Sie können wählen, ob das für acht Stunden, eine Woche oder immer gelten soll.
Die Gruppe bleibt dabei in Ihrer Chatliste. Eine kleine Zahl zeigt, wie viele neue Nachrichten warten. Sie lesen sie, wann es Ihnen passt, zum Beispiel einmal am Tag beim Frühstück.

Fotos und Videos aus der Gruppe
In Familiengruppen werden viele Fotos und Videos verschickt. WhatsApp lädt sie in der Regel automatisch auf Ihr Handy, zumindest wenn Sie im WLAN sind. Mit der Zeit kann das den Speicher füllen.
In den Einstellungen von WhatsApp unter „Speicher und Daten“ legen Sie fest, ob Fotos und Videos automatisch heruntergeladen werden. Wenn Sie dort für Videos „Nie“ wählen, laden Sie nur die Videos, die Sie wirklich sehen möchten, mit einem Tipp herunter.
Ist Ihr Handy-Speicher schon voll, zeige ich Ihnen in einem eigenen Artikel, wie Sie wieder Platz schaffen. WhatsApp ist dort oft einer der größten Posten.
Die schönsten Fotos sichern
Viele Familienfotos gibt es nur noch in der WhatsApp-Gruppe. Geht das Handy verloren oder kaputt, sind sie womöglich weg. Deshalb lohnt es sich, die schönsten Bilder gezielt zu speichern.
Öffnen Sie ein Foto in der Gruppe und tippen Sie auf das Teilen-Symbol oder die drei Punkte. Dort finden Sie „Speichern“. Dann liegt das Bild in der Fotos-App Ihres Handys und wird mit Ihren anderen Fotos gesichert, wenn Sie eine Sicherung eingerichtet haben.
Ob Ihre Fotos wirklich gesichert sind, prüfen wir Schritt für Schritt in Lektion 6 meines Videokurses „Computer verstehen“.
Mehr als Text: Sprachnachrichten, Umfragen und Videoanrufe
In einer Gruppe können Sie mehr als schreiben. Gerade wer nicht gern tippt, findet hier gute Möglichkeiten:
- Sprachnachricht: Halten Sie das Mikrofon-Symbol gedrückt und sprechen Sie. Beim Loslassen wird die Nachricht verschickt.
- Umfrage: Über die Büroklammer oder das Pluszeichen können Sie eine Umfrage starten, etwa „Wann passt euch das Familienfest?“ mit mehreren Terminen zur Auswahl.
- Videoanruf: Oben in der Gruppe finden Sie das Kamera-Symbol. Damit rufen Sie mehrere Familienmitglieder gleichzeitig an.
Wie ein Videoanruf gut gelingt, mit Licht, Ton und der richtigen Haltung des Handys, zeige ich Ihnen in meiner Anleitung zur Videotelefonie für Senioren.
Kleine Bilder, Daumen und Abkürzungen
In vielen Familiengruppen schreiben die Jüngeren anders als Sie es vielleicht gewohnt sind. Statt einer Antwort kommt nur ein kleines Bild, ein Herz oder ein Daumen nach oben. Diese kleinen Bilder heißen Emojis. Ein Daumen bedeutet meist einfach „verstanden“ oder „finde ich gut“.
Sie können auch selbst so antworten, ohne zu tippen. Halten Sie Ihren Finger etwas länger auf eine Nachricht. Dann erscheint eine kleine Leiste mit Herz, Daumen und lachendem Gesicht. Tippen Sie eins davon an, erscheint es klein unter der Nachricht. Das nennt WhatsApp eine Reaktion.
Und wenn Sie eine Abkürzung nicht verstehen, fragen Sie ruhig nach. „LG“ heißt „Liebe Grüße“, „HDL“ heißt „Hab dich lieb“. Die meisten Enkel erklären so etwas gern.
Was alle in der Gruppe von Ihnen sehen
In einer Gruppe sehen alle Mitglieder Ihre Telefonnummer, Ihren Namen und Ihr Profilbild. In der Familie ist das kein Problem. Es ist aber ein Grund, nicht jeder beliebigen Gruppe beizutreten.
Wer in einer Gruppe ist, sieht außerdem alles, was dort geschrieben wurde, seit er dabei ist. Ältere Nachrichten aus der Zeit davor sieht ein neues Mitglied normalerweise nicht.
Was Sie in die Gruppe schreiben, lesen alle. Persönliches, das nur für eine Person bestimmt ist, schicken Sie besser im Einzelchat.
Gute Gewohnheiten in der Familiengruppe
Eine Familiengruppe macht am meisten Freude, wenn sich alle ein wenig abstimmen. Es hilft, wenn nicht jede Kleinigkeit hineingeschrieben wird und wenn ernste Themen lieber am Telefon besprochen werden.
Manche Familien machen es sich zur Regel, nach 22 Uhr nichts mehr zu schicken. Andere legen eine zweite Gruppe nur für Termine an, damit wichtige Absprachen nicht zwischen Urlaubsfotos untergehen.
Und wenn Sie einmal nicht mitkommen: Fragen Sie einfach in der Gruppe nach. Meistens freut sich jemand, Ihnen etwas zu erklären.
Drei Regeln für eine entspannte Gruppe
- Abends:Nach 22 Uhr nichts mehr in die Gruppe schicken.
- Ernstes:Lieber am Telefon besprechen als im Chat.
- Persönliches:Im Einzelchat, nicht vor der ganzen Familie.
Vorsicht bei fremden Gruppen und Nachrichten
Gelegentlich werden Menschen ungefragt in fremde Gruppen aufgenommen, in denen Werbung oder angebliche Gewinnspiele verbreitet werden. Verlassen Sie solche Gruppen sofort und klicken Sie auf keine Links darin.
Sie können einstellen, wer Sie überhaupt zu Gruppen hinzufügen darf. In den WhatsApp-Einstellungen unter „Datenschutz“ und dann „Gruppen“ wählen Sie „Meine Kontakte“. Dann können Sie nur noch Menschen aus Ihrem Adressbuch direkt hinzufügen. Fremde müssen Ihnen eine Einladung schicken, die Sie ablehnen können.
Vorsicht auch bei Nachrichten, die angeblich von einem Familienmitglied mit neuer Nummer kommen. Wie Sie die „Hallo Mama“-SMS der Polizei melden, erkläre ich Ihnen gesondert.
Eine Gruppe verlassen
Wenn Sie in einer Gruppe nicht mehr sein möchten, können Sie sie jederzeit verlassen. Öffnen Sie die Gruppe, tippen Sie oben auf den Namen und scrollen Sie ganz nach unten. Dort steht „Gruppe verlassen“.
Die anderen sehen dann einen kurzen Hinweis, dass Sie die Gruppe verlassen haben. Bei der eigenen Familie ist Stummschalten deshalb oft die freundlichere Lösung. Sie bleiben dabei und lesen in Ruhe, wann es Ihnen passt.
Haben Sie aus Versehen eine Familiengruppe verlassen, ist das kein Drama. Ein Admin kann Sie einfach wieder hinzufügen.

Gruppe oder Broadcast-Liste?
WhatsApp kennt neben Gruppen noch etwas Ähnliches: die Broadcast-Liste. Auch damit schicken Sie eine Nachricht an viele Menschen auf einmal. Der Unterschied: Jeder Empfänger bekommt sie als ganz normale Einzelnachricht von Ihnen. Die anderen sieht er nicht.
Antwortet jemand, landet die Antwort nur bei Ihnen, nicht bei allen. Das passt zum Beispiel für eine Einladung zum Geburtstag, bei der nicht jeder jede Zusage mitlesen muss.
Einen Haken gibt es: Ihre Nachricht kommt nur bei Menschen an, die Ihre Nummer in ihrem Adressbuch gespeichert haben. Für das gemeinsame Gespräch der Familie bleibt die Gruppe deshalb die bessere Wahl.
Wenn etwas nicht klappt
Sehen Sie eine Gruppe nicht, in der Sie sein sollten, fragen Sie das Familienmitglied, das sie angelegt hat. Vielleicht hat es Sie noch nicht hinzugefügt, oder Ihre Nummer ist in seinem Handy falsch gespeichert.
Bekommen Sie keine Nachrichten aus der Gruppe, obwohl andere schreiben, prüfen Sie, ob Ihr Handy mit dem Internet verbunden ist und ob WhatsApp auf dem neuesten Stand ist. Oft hilft auch ein Neustart des Handys.
Und wenn Sie gern jemanden dabeihätten, der es Ihnen zeigt: Lassen Sie es sich beim nächsten Familienbesuch erklären, oder holen Sie sich Hilfe ins Haus.
Hilfe bei WhatsApp-Gruppen in Berlin-Charlottenburg
Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg oder Umgebung wohnen, komme ich gern zu Ihnen nach Hause. Wir treten gemeinsam Ihrer Familiengruppe bei oder legen eine neue an, stellen die Benachrichtigungen so ein, dass es Sie nicht stört, und sorgen dafür, dass die schönsten Fotos sicher gespeichert werden.
Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.


