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So bezahlen Sie online sicher – welche Zahlungsart Sie schützt

Mehrere geflochtene Weidenkörbe liegen übereinander
In diesem Artikel

Herr Krause hat im Internet einen neuen Rasierapparat gefunden, deutlich günstiger als im Laden. Er legt ihn in den Warenkorb, gibt seine Adresse ein und steht dann vor der Frage: Wie möchten Sie bezahlen? Rechnung, Lastschrift, Kreditkarte, Vorkasse, ein Bezahldienst. Er wählt Vorkasse, weil er das von früher kennt. Zwei Wochen später ist das Geld weg und der Rasierapparat nicht da.

Beim Einkauf im Internet entscheidet die Zahlungsart darüber, ob Sie Ihr Geld zurückbekommen, wenn etwas schiefgeht. Wenn Sie sicher online bezahlen wollen, wählen Sie deshalb vor allem die Zahlungsart mit Bedacht. Manche Zahlungsarten schützen Sie gut, andere fast gar nicht. Den Unterschied sieht man auf der Kasse-Seite aber nicht.

Die gute Nachricht: Wer ein paar Grundregeln kennt, kauft im Internet ziemlich sicher ein. Man muss nicht jede Zahlungsart verstehen, um die richtige zu wählen.

Hier erkläre ich, welche Zahlungsarten Sie gut schützen, wann Sie vorsichtig sein sollten, woran Sie eine sichere Bezahlseite erkennen und was Sie tun, wenn die Ware nicht ankommt.

Das Wichtigste vorweg:

  • Am sichersten: Rechnung oder Lastschrift.
  • Vorkasse nur bei Händlern, die Sie kennen.
  • Gutscheinkarten als Zahlung sind fast immer Betrug.

Warum die Zahlungsart so wichtig für Sie ist

Im Laden ist es einfach: Sie bekommen die Ware in die Hand und bezahlen an der Kasse. Im Internet passiert beides zu verschiedenen Zeiten. Entweder zahlen Sie zuerst und hoffen, dass die Ware kommt, oder Sie bekommen zuerst die Ware und zahlen danach.

Wer zuerst zahlt, trägt das Risiko. Ist der Händler unseriös oder geht etwas schief, ist das Geld schwer zurückzuholen. Wer erst nach Erhalt zahlt oder eine Zahlungsart mit Rückholmöglichkeit wählt, ist auf der sicheren Seite.

Deshalb gilt als Faustregel: Wählen Sie, wenn möglich, eine Zahlungsart, bei der Sie Ihr Geld zurückholen können. Und seien Sie misstrauisch, wenn ein Shop nur eine einzige Zahlungsart anbietet, nämlich Vorkasse.

Welche Zahlungsart wie gut schützt

Nicht jede Zahlungsart ist gleich sicher. Die folgende Übersicht ordnet die üblichen Wege danach, wie gut Sie im Ernstfall an Ihr Geld kommen.

Ganz oben stehen Zahlungsarten, bei denen Sie erst nach Erhalt zahlen oder eine Zahlung zurückholen können. Ganz unten stehen Zahlungsarten, bei denen das Geld praktisch verloren ist, wenn der Händler nicht liefert.

Die Reihenfolge ist eine Orientierung, keine Garantie. Auch bei einer sicheren Zahlungsart lohnt ein prüfender Blick auf den Shop selbst. Was beim Einkaufen im Internet sonst noch zählt, habe ich in meinem Überblick über Online-Banking und sicheres Bezahlen zusammengestellt.

Im Bild erklärt

Wie gut die Zahlungsarten Sie schützen

Oben die Wege, bei denen Sie Ihr Geld am leichtesten zurückbekommen, unten die riskanten.

SchutzZahlungsart
  • Kauf auf RechnungErst die Ware, dann das Geld.sehr gut
  • LastschriftAcht Wochen lang ohne Grund zurückholbar.gut
  • KreditkarteRückforderung über die Bank möglich.gut
  • Bezahldienst mit KäuferschutzNur bei Zahlung für Waren, nicht an Freunde.gut
  • Vorkasse und ÜberweisungGeld ist kaum zurückzuholen.gering
  • Gutscheinkarten, GeldtransferFast immer ein Zeichen für Betrug.keiner
Vereinfachte Einordnung. Fristen und Bedingungen hängen von Bank und Anbieter ab.

Kauf auf Rechnung: erst die Ware, dann das Geld

Am sichersten ist der Kauf auf Rechnung. Sie bekommen die Ware zuerst, prüfen sie in Ruhe und überweisen den Betrag erst danach, meist innerhalb von zwei bis vier Wochen. Kommt nichts an oder ist die Ware kaputt, zahlen Sie einfach nicht.

Viele Shops wickeln den Rechnungskauf über einen Zahlungsdienstleister ab. Dann kommt die Rechnung nicht vom Shop selbst, sondern von diesem Dienstleister, oft per E-Mail. Das ist normal und kein Grund zur Sorge. Prüfen Sie aber, ob Betrag und Bestellung stimmen. Falls die Rechnung als Anhang kommt und Sie nicht sicher sind, wie Sie den E-Mail-Anhang öffnen, zeige ich Ihnen das in einem eigenen Artikel.

Ein bekannter Dienstleister dafür ist Klarna. Klarna hat auch eine eigene App, in der Sie Ihre offenen Rechnungen sehen und bezahlen können. Nötig ist sie nicht, denn die Rechnung kommt auch per E-Mail. In der App wirbt Klarna außerdem für Ratenzahlung. Eine Finanzierung über mehrere Monate kann Zinsen kosten, lesen Sie die Bedingungen also genau. Und bei einer E-Mail mit angeblicher Klarna-Mahnung und Link prüfen Sie den Betrag lieber direkt in der App oder auf der Seite von Klarna.

Bewahren Sie die Rechnung gut auf. Sie brauchen sie für die Garantie und falls Sie etwas zurückschicken. Wie man eine Rechnung aus dem Internet herunterlädt und ablegt, übe ich in Lektion 4 meines Videokurses „Computer verstehen“.

Lastschrift: Geld zurückholen ist möglich

Bei der Lastschrift geben Sie dem Händler Ihre Kontonummer, die IBAN, und erlauben ihm, den Betrag abzubuchen. Das klingt riskant, ist aber recht sicher. Denn eine Lastschrift können Sie über Ihre Bank zurückgeben lassen.

Innerhalb von acht Wochen nach der Abbuchung geht das ohne Angabe von Gründen. Wurde ohne Ihre Erlaubnis abgebucht, haben Sie sogar bis zu 13 Monate Zeit. Die Rückgabe veranlassen Sie meist mit wenigen Klicks im Online-Banking oder mit einem Anruf bei Ihrer Bank.

Wichtig ist nur, dass Sie Ihre Kontoauszüge regelmäßig ansehen. Wer eine falsche Abbuchung erst nach Monaten entdeckt, hat es schwerer.

Kreditkarte: Rückforderung über die Bank

Auch bei der Kreditkarte können Sie Geld zurückfordern, wenn die Ware nicht geliefert wurde oder eine Abbuchung nicht stimmt. Dieses Verfahren läuft über die Bank, die Ihnen die Karte gegeben hat. Man nennt es Rückbuchung oder Reklamation.

Eine einheitliche gesetzliche Frist gibt es dafür nicht, viele Banken rechnen mit einigen Monaten. Melden Sie sich deshalb so früh wie möglich bei Ihrer Bank, sobald Sie merken, dass etwas nicht stimmt. Halten Sie Bestellbestätigung und Schriftverkehr mit dem Händler bereit.

Viele Kreditkarten verlangen beim Bezahlen im Internet eine Bestätigung in der App Ihrer Bank. Das ist ein Schutz: Ohne Ihre Bestätigung kann niemand mit Ihren Kartendaten einkaufen.

Bezahldienste mit Käuferschutz

Bezahldienste wie PayPal stehen zwischen Ihnen und dem Händler. Sie zahlen an den Dienst, der Dienst zahlt an den Händler. Ihre Kontodaten bekommt der Händler dabei nicht zu sehen.

Viele dieser Dienste bieten einen Käuferschutz. Kommt die Ware nicht an oder entspricht sie nicht der Beschreibung, können Sie das Problem beim Dienst melden, bei PayPal innerhalb von 180 Tagen nach der Zahlung. Der Dienst prüft den Fall und erstattet das Geld, wenn der Händler nicht reagiert.

Achten Sie darauf, im Bezahldienst die Option für Waren und Dienstleistungen zu wählen und nicht die für Zahlungen an Freunde und Familie. Bei Zahlungen an Freunde gilt kein Käuferschutz. Betrüger bitten deshalb oft genau darum.

Ein rosa Sparschwein von hinten vor dunkelblauem Hintergrund
Foto: Ann H / Pexels

Vorkasse und Überweisung: nur bei bekannten Händlern

Bei Vorkasse überweisen Sie den Betrag, bevor die Ware verschickt wird. Ist das Geld einmal überwiesen, lässt es sich kaum zurückholen. Eine Überweisung ist keine Lastschrift, Ihre Bank kann sie nicht einfach rückgängig machen. Vorkasse ist deshalb nur in Ordnung:

  • bei Händlern, die Sie gut kennen und bei denen Sie schon gekauft haben,
  • bei Geschäften mit einer echten Adresse, die Sie notfalls aufsuchen können,
  • bei kleinen Beträgen, deren Verlust Sie verschmerzen könnten.

Seit Oktober 2025 prüfen Banken bei Überweisungen, ob der Name des Empfängers zur IBAN passt. Zeigt Ihre Bank einen Warnhinweis, dass der Name nicht übereinstimmt, brechen Sie die Überweisung ab und fragen Sie nach.

Finger weg: Gutscheinkarten und Geldtransfer

Manche Zahlungswege sind beim Online-Einkauf ein klares Warnsignal. Verlangt ein Händler oder ein angeblicher Verkäufer eine dieser Zahlungsarten, ist das fast immer Betrug:

  • Bezahlen mit Gutscheinkarten aus dem Supermarkt, deren Code Sie durchgeben sollen,
  • Bargeldtransfer über spezielle Dienste ins Ausland,
  • Zahlung an Freunde und Familie über einen Bezahldienst,
  • Überweisung auf ein privates Konto, obwohl Sie bei einem Shop kaufen.

Seriöse Händler bieten fast immer mehrere Zahlungsarten an, darunter mindestens eine sichere. Wer nur auf einem dieser Wege besteht, will Ihr Geld, nicht Ihren Einkauf.

Die Bezahlseite prüfen

Bevor Sie Ihre Daten eingeben, werfen Sie einen Blick in die Adresszeile des Browsers. Die Adresse sollte mit https beginnen, und es sollte ein kleines Schloss oder ein ähnliches Zeichen zu sehen sein. Das bedeutet, dass Ihre Daten verschlüsselt übertragen werden.

Das Schloss allein sagt aber nichts darüber, ob der Shop seriös ist. Auch Betrüger haben verschlüsselte Seiten. Prüfen Sie deshalb auch, ob die Adresse zum Shop passt und ob ein Impressum mit echter Anschrift vorhanden ist. Wie man einen Shop gründlich prüft, steht im Artikel So erkennen Sie einen Fake-Shop, bevor Sie bezahlen.

Werden Sie beim Bezahlen plötzlich auf eine ganz andere Seite weitergeleitet, die nichts mit dem Shop oder Ihrer Bank zu tun hat, brechen Sie lieber ab.

Münzen fallen in ein kleines Glas mit Bügelverschluss
Foto: Nataliya Vaitkevich / Pexels

Bestätigen nur, was Sie selbst ausgelöst haben

Viele Zahlungen müssen Sie heute in der App Ihrer Bank oder mit einer TAN bestätigen. Das ist ein wichtiger Schutz. Er wirkt aber nur, wenn Sie genau lesen, was Sie bestätigen.

Prüfen Sie in der App Betrag und Empfänger. Bestätigen Sie nur Zahlungen, die Sie gerade selbst ausgelöst haben. Kommt eine Anfrage, ohne dass Sie etwas gekauft haben, lehnen Sie sie ab und rufen Sie Ihre Bank an.

Wie die TAN-App funktioniert und was beim Handywechsel wichtig ist, erkläre ich Ihnen in einem eigenen Artikel. Allgemeine Regeln fürs Bankgeschäft im Internet habe ich Ihnen ebenfalls zusammengestellt.

So bezahlen Sie sicher, wenn Sie bei Privatleuten kaufen

Auf Kleinanzeigen-Seiten verkaufen Privatleute gebrauchte Dinge, vom Sessel bis zum Fahrrad. Hier gelten besondere Regeln, denn einen Käuferschutz wie bei einem Händler gibt es nicht automatisch. Am sichersten ist es, die Ware persönlich abzuholen, sie anzusehen und erst dann bar zu bezahlen.

Muss die Ware verschickt werden, nutzen Sie die Bezahlfunktion, die die Plattform selbst anbietet, sofern es eine gibt. Sie hält das Geld zurück, bis Sie den Erhalt bestätigen. Überweisen Sie nicht einfach an eine Ihnen unbekannte Person, und lassen Sie sich nicht auf andere Seiten oder in Chats außerhalb der Plattform locken.

Besonders vorsichtig sollten Sie sein, wenn ein Verkäufer Druck macht, etwa weil angeblich viele andere Interessenten warten. Oder wenn er Ihnen einen Link schickt, über den Sie Ihre Bankdaten eingeben sollen, um das Geld zu empfangen. Das ist eine bekannte Betrugsmasche.

Wenn die Ware nicht kommt

Ist die Ware nach der angekündigten Lieferzeit nicht da, schreiben Sie zuerst dem Händler. Nennen Sie Bestellnummer und Datum und setzen Sie eine Frist, etwa eine Woche. Heben Sie alle E-Mails auf.

Reagiert der Händler nicht, kommt es auf die Zahlungsart an. Beim Rechnungskauf zahlen Sie einfach nicht und teilen das dem Dienstleister mit. Bei Lastschrift geben Sie die Abbuchung zurück. Bei Kreditkarte oder Bezahldienst melden Sie den Fall dort.

Haben Sie per Vorkasse gezahlt und der Shop ist nicht mehr erreichbar, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und informieren Sie Ihre Bank. Manchmal lässt sich eine Überweisung noch stoppen, wenn sie gerade erst ausgeführt wurde.

Praxis-Check

Ware nicht da – was jetzt?

  • Rechnung:Nicht zahlen und dem Dienstleister Bescheid geben.
  • Lastschrift:Die Abbuchung über die Bank zurückgeben.
  • Karte oder Bezahldienst:Den Fall dort melden, mit Bestellnummer.

Kontoauszüge regelmäßig ansehen

Die beste Rückholmöglichkeit nützt wenig, wenn man eine falsche Abbuchung nicht bemerkt. Schauen Sie deshalb einmal pro Woche in Ihre Kontoumsätze, im Online-Banking oder auf dem Auszug.

Achten Sie auf Beträge, die Sie nicht zuordnen können, und auf kleine Abbuchungen von unbekannten Firmen. Betrüger testen gestohlene Kartendaten oft mit kleinen Beträgen, bevor sie größere Summen abbuchen.

Fällt Ihnen etwas auf, rufen Sie Ihre Bank an. Je früher, desto besser stehen die Chancen, das Geld zurückzubekommen. Notieren Sie sich dazu Datum, Betrag und den Namen, der auf dem Auszug steht. Damit kann die Bank den Vorgang schnell finden.

Wenn Sie unsicher sind

Wenn Sie bei einem Einkauf ein ungutes Gefühl haben, kaufen Sie lieber nicht. Ein vermeintliches Schnäppchen ist es nicht wert, Ihr Geld aufs Spiel zu setzen. Oft gibt es dasselbe Produkt bei einem bekannten Händler für wenig mehr.

Fragen Sie im Zweifel jemanden, dem Sie vertrauen, bevor Sie bezahlen. Auch die Verbraucherzentrale hilft bei Fragen zum Online-Einkauf weiter, wenn bereits etwas schiefgegangen ist.

Und denken Sie daran: Niemand drängt Sie. Ein seriöser Shop ist morgen auch noch da.

Hilfe beim Online-Einkauf in Berlin-Charlottenburg

Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg oder Umgebung wohnen, komme ich gern zu Ihnen nach Hause. Wir machen gemeinsam einen Einkauf im Internet, Schritt für Schritt, und ich zeige Ihnen, welche Zahlungsart Sie wählen und worauf Sie auf der Bezahlseite achten. Auf Wunsch richten wir auch die Bestätigung in der App Ihrer Bank ein.

Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.

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