🛡️ Sicherheit & Betrug

So generieren Sie sichere Passwörter, die Sie sich merken können

Ein älteres Paar zeigt auf eine Kaffeetasse, zwei Teelöffel und einen übergroßen Messingschlüssel.
In diesem Artikel

„Bitte legen Sie ein neues Passwort fest.“ Also gut. Der Name des Hundes und das Geburtsjahr. Das kann man sich merken.

Dann erscheint in Rot: „Passwort zu schwach. Mindestens ein Großbuchstabe, eine Zahl und ein Sonderzeichen.“ Also ein Ausrufezeichen hinten dran. Und ein großer Buchstabe vorne.

Das klappt. Drei Wochen später weiß allerdings niemand mehr, wo genau das Ausrufezeichen war. Dabei können Sie sichere Passwörter generieren, die Sie sich trotzdem gut merken.

Sichere Passwörter und ein gutes Gedächtnis scheinen sich gegenseitig auszuschließen. Tun sie aber nicht. Es gibt ein paar einfache Wege, die beides schaffen.

Ein gutes Passwort ist vor allem:

  • Lang – die Länge zählt mehr als Sonderzeichen.
  • Nur für ein einziges Konto im Einsatz.
  • Gut aufbewahrt, zum Beispiel in einem Notizbuch zu Hause.

Warum ein sicheres Passwort für Sie so wichtig ist

Ein Passwort ist wie der Schlüssel zu Ihrer Haustür. Nur dass diese Tür nicht in Charlottenburg steht, sondern im Internet. Und dass jeder auf der Welt davorstehen und probieren kann.

Genau das passiert auch. Betrüger setzen sich dafür nicht selbst an die Tastatur. Sie lassen Programme laufen, die in kurzer Zeit Millionen von Passwörtern ausprobieren. Bei unzähligen Konten gleichzeitig.

Das ist nichts Persönliches. Niemand hat es gezielt auf Sie abgesehen. Die Programme suchen einfach nach Türen, die leicht aufgehen. Wie Sie Ihre Türen im Internet auch gegen andere Tricks absichern, zeige ich Ihnen in meinem Überblick zum sicheren Umgang mit dem Computer.

Und dahinter liegt einiges: Ihre E-Mails, Ihre Fotos, Ihr Konto beim Online-Händler. Manchmal auch hinterlegte Zahlungsdaten.

Die Passwörter, die zuerst ausprobiert werden

Diese Programme fangen nicht bei null an. Sie haben Listen mit den Passwörtern, die Menschen am häufigsten verwenden. Ganz oben stehen zum Beispiel:

  • Zahlenreihen wie „123456“ oder „111111“.
  • Wörter wie „passwort“, „hallo“ oder „geheim“.
  • Tastenreihen wie „qwertz“ oder „asdfgh“.
  • Vornamen, gern mit Geburtsjahr dahinter, zum Beispiel „Helga1952“.
  • Der Name des Haustiers, des Lieblingsvereins oder der Straße.
  • Und der Name der Internetseite selbst, zum Beispiel „amazon123“.

Wenn Ihr Passwort so ähnlich aussieht, ist das kein Grund zur Panik. Aber ein guter Grund, es zu ändern.

Praxis-Check

Ist mein Passwort gut genug?

  • Lang genug?Zwölf Zeichen und mehr – Länge zählt mehr als Sonderzeichen.
  • Nur hier im Einsatz?Jedes wichtige Konto bekommt ein eigenes Passwort.
  • Nichts Persönliches?Keine Namen, Geburtstage oder Telefonnummern verwenden.

Bei sicheren Passwörtern zählt die Länge mehr, als Sie denken

Viele glauben, ein sicheres Passwort müsse möglichst kompliziert aussehen. Etwas wie „X7#q!“. Das ist ein Irrtum.

Viel wichtiger ist die Länge. Jedes zusätzliche Zeichen macht das Erraten deutlich schwerer. Ein langes Passwort aus ganz normalen Wörtern ist deshalb oft sicherer als ein kurzes, kryptisches.

Als Faustregel würde ich sagen: lieber zwölf Zeichen und mehr. Und gerne auch deutlich mehr.

Das Schöne daran: Ein langes Passwort ist oft sogar leichter zu merken. Wie das geht, zeigen die nächsten beiden Abschnitte.

Die Satz-Methode: Aus einem Satz wird ein Passwort

Denken Sie sich einen Satz aus, den nur Sie kennen. Er darf ruhig etwas albern sein. Je persönlicher das Bild dahinter, desto besser bleibt er hängen.

Zum Beispiel: „Mein Enkel Paul wurde 2015 in Berlin geboren und liebt Eis!“

Von jedem Wort nehmen Sie nun den ersten Buchstaben. Zahlen und Satzzeichen übernehmen Sie so, wie sie im Satz stehen. Aus dem Beispiel wird dann: „MEPw2015iBgulE!“

Das sieht für Fremde aus wie Zeichensalat. Für Sie ist es ein ganz normaler Satz. Und in dem Satz stecken ganz von selbst Großbuchstaben, kleine Buchstaben, Zahlen und ein Sonderzeichen.

Wichtig: Nehmen Sie bitte nicht das Beispiel von hier. Und auch keinen bekannten Spruch oder eine Liedzeile. Die stehen nämlich ebenfalls auf den Listen der Betrüger.

Im Bild erklärt

Aus einem Satz wird ein Passwort

Für Fremde ist es Zeichensalat, für Sie ein ganz normaler Satz.

1
Einen eigenen Satz ausdenken
MeinEnkelPaulwurde2015inBerlingeborenundliebtEis!
2
Anfangsbuchstaben, Zahlen und Zeichen übernehmen
3
Fertig ist das Passwort
MEPw2015iBgulE!15 Zeichen · große und kleine Buchstaben, Zahlen und ein Sonderzeichen
Nur ein Beispiel: Denken Sie sich bitte einen eigenen Satz aus und verwenden Sie dieses Passwort nicht.

Die Wörter-Methode: vier Wörter, die nicht zusammenpassen

Es geht auch noch einfacher. Nehmen Sie vier oder fünf Wörter, die nichts miteinander zu tun haben. Zum Beispiel: „Gartenzwerg Trompete Nebel Kartoffelsalat“.

Daraus machen Sie ein Wort: „GartenzwergTrompeteNebelKartoffelsalat“. Das sind fast 40 Zeichen. Kein Programm der Welt errät das in absehbarer Zeit.

Und merken lässt es sich mit einem kleinen Bild im Kopf: Ein Gartenzwerg bläst Trompete im Nebel, neben ihm steht eine Schüssel Kartoffelsalat.

Manche Internetseiten bestehen trotzdem auf einer Zahl oder einem Sonderzeichen. Dann bauen Sie eines ein: „Gartenzwerg7Trompete!NebelKartoffelsalat“. Merken Sie sich nur, wo es steht.

Gartenzwerg mit hoher roter Mütze zwischen Grünpflanzen vor einer Steinmauer
Foto: Wolfgang Vrede / Unsplash

Ein Passwort für alles? Lieber nicht

Das ist der häufigste Fehler überhaupt. Und ich kann ihn gut verstehen. Wer will sich schon zwanzig verschiedene Passwörter merken?

Das Problem: Immer wieder werden Internetseiten gehackt. Dann landen die Passwörter der Kunden in falschen Händen. Manchmal von einem kleinen Gartenforum, das Sie seit Jahren nicht mehr besucht haben.

Die Betrüger probieren diese Passwörter dann überall aus. Beim E-Mail-Postfach. Beim Online-Händler. Beim Bezahldienst. Wenn Sie überall dasselbe Passwort haben, passt der Schlüssel aus dem Gartenforum plötzlich auch an Ihrer E-Mail-Tür.

Deshalb gilt: Jedes wichtige Konto bekommt sein eigenes Passwort.

Das wichtigste Passwort ist das für Ihre E-Mail

Wenn Sie nur ein einziges Passwort verbessern, dann dieses.

Der Grund: Fast überall, wo Sie ein Passwort vergessen, schickt Ihnen die Internetseite einen Link an Ihre E-Mail-Adresse. Damit können Sie ein neues Passwort festlegen.

Wer Ihr E-Mail-Postfach öffnen kann, kann deshalb auf diesem Weg auch viele andere Passwörter ändern. Beim Online-Händler. Bei sozialen Netzwerken. Manchmal noch bei weiteren Konten.

Das E-Mail-Passwort ist sozusagen der Generalschlüssel. Es sollte lang sein, nirgendwo sonst verwendet werden und auf keinen Fall in einer E-Mail stehen.

Übrigens: Ihre Bank oder Ihr E-Mail-Anbieter fragt Sie niemals per E-Mail nach Ihrem Passwort. Wie Sie solche Betrugsversuche erkennen, steht im Artikel Woran Sie eine Phishing-Mail erkennen – und was Sie dann tun

Darf ich meine Passwörter aufschreiben?

Ja. Das überrascht viele, weil man jahrelang das Gegenteil gehört hat.

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hält es für vertretbar, Passwörter auf Papier zu notieren. Vorausgesetzt, der Zettel ist gut aufbewahrt.

Ein kleines Notizbuch, das zu Hause in einer Schublade liegt, ist für die meisten Menschen eine gute Lösung. Ein Einbrecher sucht nach Schmuck und Bargeld. Nicht nach Ihrem Passwortbüchlein. Wie Sie so ein Büchlein sinnvoll führen und Ihre Passwörter sicher aufbewahren, zeige ich Ihnen in einem eigenen Artikel.

Was dagegen keine gute Idee ist:

  • Der Klebezettel am Bildschirm.
  • Der Zettel im Portemonnaie oder in der Laptoptasche.
  • Eine Datei namens „Passwörter“ auf dem Schreibtisch des Computers.

Und noch ein Tipp: Notieren Sie neben jedem Passwort auch, zu welcher Internetseite und zu welcher E-Mail-Adresse es gehört. Ins Büchlein gehört übrigens auch das Passwort für Ihr WLAN. Wo Sie es finden, zeige ich Ihnen im Artikel Wie Sie Ihr WLAN-Passwort anzeigen lassen – am Router, PC und Handy. Das spart später viel Rätselraten.

Aufgeschlagenes, leeres Notizbuch mit Stift und Bleistiften auf einem Holzschreibtisch
Foto: Clay Banks / Unsplash

Der Passwort-Manager: ein Notizbuch im Computer

Es gibt auch eine digitale Variante des Notizbuchs: den Passwort-Manager. Das ist ein Programm, das alle Passwörter verschlüsselt speichert und auf Wunsch automatisch einträgt.

Sie müssen sich dann nur noch ein einziges, gutes Passwort merken. Nämlich das für den Passwort-Manager selbst.

Einen einfachen Passwort-Manager haben Sie wahrscheinlich schon. Browser wie Edge, Chrome oder Firefox bieten von sich aus an, Passwörter zu speichern. Das ist bequem und für viele Menschen völlig in Ordnung.

Wichtig ist nur: Der Computer selbst sollte dann mit einem Passwort oder einer PIN geschützt sein. Sonst steht das digitale Notizbuch für jeden offen, der sich an Ihren Schreibtisch setzt.

Muss ich meine Passwörter regelmäßig ändern?

Nein. Lange Zeit hieß es, man solle Passwörter alle paar Monate wechseln. Davon ist man inzwischen abgekommen. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt das nicht mehr ohne Anlass.

Der Grund ist ganz menschlich: Wer ständig neue Passwörter erfinden muss, wählt immer einfachere. Aus „Sommer2025“ wird „Herbst2025“. Und das hilft niemandem.

Ändern sollten Sie ein Passwort aber sofort, wenn es einen Anlass gibt. Zum Beispiel, wenn Sie es auf einer verdächtigen Seite eingegeben haben. Wenn Ihr Konto merkwürdige Dinge tut. Oder wenn Sie erfahren, dass die Internetseite gehackt wurde.

Woher weiß ich, ob mein Passwort gestohlen wurde?

Das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam bietet dafür einen kostenlosen Dienst an: den Identity Leak Checker. Sie geben dort nur Ihre E-Mail-Adresse ein. Kein Passwort.

Danach bekommen Sie eine E-Mail. Darin steht, ob Ihre Adresse in bekannt gewordenen Datensammlungen aus Hackerangriffen auftaucht. Und welche Ihrer Daten dabei betroffen waren.

Wenn dort etwas auftaucht, ändern Sie die betroffenen Passwörter. Und vor allem überall dort, wo Sie dasselbe Passwort verwendet haben.

Auch manche Browser warnen inzwischen von selbst, wenn ein gespeichertes Passwort in einem solchen Datenleck aufgetaucht ist. Diese Warnung sollten Sie ernst nehmen.

Wenn eine E-Mail nach Ihrem Passwort fragt

Das beste Passwort nützt nichts, wenn man es freiwillig weitergibt. Genau darauf zielen viele betrügerische E-Mails: Sie sehen aus wie Nachrichten Ihrer Bank, Ihres E-Mail-Anbieters oder eines Versandhändlers und bitten Sie, sich über einen Link anzumelden.

Die Regel ist einfach: Geben Sie Ihr Passwort nur auf Seiten ein, die Sie selbst geöffnet haben, über ein Lesezeichen oder eine Adresse, die Sie selbst eintippen. Nie über einen Link aus einer E-Mail. Woran Sie solche Nachrichten erkennen, steht im Artikel Wie erkenne ich eine betrügerische E-Mail?

Echte Banken und Anbieter fragen Sie nie per E-Mail nach Ihrem Passwort. Wer danach fragt, ist nicht der, für den er sich ausgibt.

Meine Reihenfolge, wenn Sie Ihre Passwörter verbessern wollen

Niemand muss an einem Nachmittag alle Passwörter auf einmal ändern. Ich würde Schritt für Schritt so vorgehen:

  1. Ein kleines Notizbuch für die Passwörter bereitlegen.
  2. Das Passwort für Ihr E-Mail-Postfach ändern. Lang, einzigartig und mit der Satz- oder Wörter-Methode.
  3. Danach die Passwörter für alles, was mit Geld zu tun hat. Online-Händler, Bezahldienste und alle Konten, bei denen Zahlungsdaten hinterlegt sind.
  4. Dann das Passwort für den Computer selbst und für das Konto bei Microsoft, Apple oder Google.
  5. Und den Rest nach und nach. Immer dann, wenn Sie sich sowieso bei einer Seite anmelden.

Wenn Sie die ersten drei Schritte geschafft haben, sind Sie schon deutlich besser geschützt als die meisten.

Hilfe bei Ihren Passwörtern in Berlin-Charlottenburg

Passwörter ändern klingt einfach. In der Praxis hakt es dann doch. Die Internetseite verlangt eine Bestätigung per SMS. Das alte Passwort ist nicht mehr bekannt. Oder man weiß gar nicht mehr, bei welchen Seiten man überall ein Konto hat.

Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause. Wir gehen Ihre wichtigsten Konten gemeinsam durch und bringen Ordnung in Ihr Passwortbüchlein. Die Passwörter tippen Sie dabei selbst ein. Ich muss sie nicht kennen.

Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.

Am Telefon reicht übrigens ein Satz wie: „Ich habe überall dasselbe Passwort.“ Keine Sorge. Den höre ich nicht zum ersten Mal.

Lieber persönlich erklärt bekommen?

Rufen Sie mich an. Ich komme zu Ihnen nach Hause in Berlin-Charlottenburg und helfe geduldig und in Ihrem Tempo.

Anrufen: 0151 44985258