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Woran Sie eine Phishing-Mail erkennen – und was Sie dann tun

Eine Frau sitzt vor einem Laptop und lässt die Hände auf dem Tisch. Davor hängt an einem Angelhaken ein Paket als Köder.
In diesem Artikel

„Ihr Konto wurde vorübergehend eingeschränkt.“ „Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden.“ „Ihre Zahlung ist fehlgeschlagen.“

Solche E-Mails landen jeden Tag in Millionen Postfächern. Manche davon sind echt. Sehr viele nicht. Und die gefälschten werden immer besser. Man nennt sie Phishing-Mails. Ich zeige Ihnen, wie Sie eine Phishing-Mail trotzdem erkennen.

Früher erkannte man sie oft schon an holprigem Deutsch und merkwürdigen Formulierungen. Heute sehen viele davon täuschend echt aus. Mit Logo. Mit sauberem Text. Mit einem Absender, der auf den ersten Blick genau nach Ihrer Bank aussieht.

Trotzdem gibt es Merkmale, an denen man sie erkennen kann. Man muss nur wissen, wohin man schaut.

Achten Sie bei verdächtigen E-Mails auf:

  • Druck und angeblich große Eile.
  • Absender und Ziel eines Links.
  • Forderungen nach Passwörtern oder unerwartete Anhänge.

Was Betrüger mit einer Phishing-Mail von Ihnen wollen

Betrügerische E-Mails verfolgen fast immer eines von wenigen Zielen.

Sie wollen, dass Sie auf einen Link klicken und auf einer gefälschten Seite Ihre Zugangsdaten eingeben. Zum Beispiel für Ihr Onlinebanking. Oder für Ihr E-Mail-Konto.

Sie wollen, dass Sie einen Anhang öffnen, der Schadsoftware auf Ihren Computer bringt.

Oder sie wollen, dass Sie Geld überweisen. Für eine angeblich offene Rechnung. Für eine Gebühr. Für ein Paket, das nie existiert hat.

Fachleute nennen solche E-Mails „Phishing“. Das Wort klingt nach „Fishing“, also Angeln. Und genau so funktioniert es auch. Es wird ein Köder ausgeworfen, und irgendjemand beißt an. Welche Köder Betrüger sonst noch auswerfen, am Telefon, per SMS oder als Warnung am Bildschirm, zeige ich Ihnen in meiner Übersicht zu allen gängigen Betrugsmaschen.

Erstes Merkmal: Druck und Eile

Fast jede betrügerische E-Mail erzeugt Druck. „Bestätigen Sie Ihre Daten innerhalb von 24 Stunden.“ „Andernfalls wird Ihr Konto gesperrt.“ „Letzte Mahnung vor Einleitung rechtlicher Schritte.“

Das hat einen Grund. Wer unter Zeitdruck steht, denkt weniger nach. Und klickt eher.

Echte Unternehmen arbeiten anders. Ihre Bank sperrt Ihr Konto nicht, weil Sie eine E-Mail nicht innerhalb eines Tages beantwortet haben. Wenn eine E-Mail Sie also hetzt, ist das schon ein guter Grund, langsamer zu werden.

Zweites Merkmal: Ihre Bank fragt nie nach Passwort, PIN oder TAN

Das ist eine der wenigen Regeln, die wirklich immer gilt. Ihre Bank wird Sie niemals per E-Mail bitten, Ihr Passwort, Ihre PIN oder eine TAN einzugeben. Auch nicht über einen Link in einer E-Mail. Auch nicht „zur Sicherheit“. Auch nicht wegen einer „Systemumstellung“.

Dasselbe gilt für Ihren E-Mail-Anbieter, für Amazon, für PayPal und für Ihre Krankenkasse. Wenn eine E-Mail nach solchen Daten fragt, ist sie gefälscht. Ohne Ausnahme.

Drittes Merkmal: Der Absender stimmt nicht

Bei jeder E-Mail sehen Sie einen Absender. Zum Beispiel: „Sparkasse Kundenservice“. Das ist aber nur der Name, den sich der Absender selbst gegeben hat. Den kann jeder frei wählen.

Wichtiger ist die eigentliche E-Mail-Adresse dahinter. Die sehen Sie, wenn Sie auf den Namen klicken oder mit der Maus darüberfahren. Und dort steht dann manchmal etwas ganz anderes. Zum Beispiel: service@sparkasse-sicherheit-kundencenter.info

Oder einfach eine Adresse, die überhaupt nichts mit Ihrer Bank zu tun hat.

Manchmal sind Betrüger auch geschickter. Dann sieht die Adresse fast richtig aus. Ein Buchstabe ist vertauscht. Oder es wurde ein zusätzliches Wort eingefügt. Wer genau hinschaut, entdeckt das oft.

Aber Vorsicht: Ein richtig aussehender Absender ist allein noch kein Beweis, dass die E-Mail echt ist. Er lässt sich unter Umständen ebenfalls fälschen.

Die meisten betrügerischen E-Mails enthalten einen Knopf oder Link. „Jetzt bestätigen.“ „Hier anmelden.“ „Sendung verfolgen.“

Bevor Sie darauf klicken, können Sie nachsehen, wohin er tatsächlich führt. Fahren Sie dafür mit der Maus über den Link, ohne zu klicken. Dann erscheint meist unten links im Fenster oder in einem kleinen Kasten die eigentliche Adresse.

Wenn dort etwas steht, das nicht zur angeblichen Firma passt, ist die Sache eindeutig.

Und selbst wenn die Adresse gut aussieht: Bei E-Mails von Bank, Krankenkasse oder Behörden würde ich grundsätzlich nicht über den Link gehen. Sondern die Internetseite selbst aufrufen, über ein Lesezeichen oder die offizielle App.

Wenn es dort tatsächlich etwas zu erledigen gibt, sehen Sie es auch dort.

Warum die Adresszeile so wichtig ist, steht im Artikel Was ist eigentlich ein Browser? Einfach erklärt

Fünftes Merkmal: ein unerwarteter Anhang

Auch Anhänge sind ein beliebter Weg. „Ihre Rechnung finden Sie im Anhang.“ „Bitte prüfen Sie das beigefügte Dokument.“ Wenn Sie keine Rechnung erwarten und den Absender nicht kennen, öffnen Sie den Anhang nicht.

Im Bild erklärt

Drei Warnzeichen in einer E-Mail

Absender, Link und Anhang zusammen betrachten, bevor Sie etwas öffnen.

Neue Nachricht
VonService <hilfe@konto-pruefen.example>1
„Handeln Sie sofort!“

„Ihr Konto wird heute gesperrt. Prüfen Sie Ihre Daten über diesen Link.“ 2

▣   Rechnung.zip 3
  1. 1Absenderadresse prüfen
  2. 2Linkziel nicht ungeprüft öffnen
  3. 3Unerwarteten Anhang nicht öffnen
Schematisches Beispiel mit einer erfundenen Adresse. Im Zweifel über einen bekannten Kontaktweg nachfragen.

Besonders vorsichtig sollten Sie bei bestimmten Dateien sein:

  • Bei gepackten Dateien, die mit „.zip“ enden.
  • Bei Dateien, die mit „.exe“ enden.
  • Und bei Dateien mit doppelter Endung, zum Beispiel „Rechnung.pdf.exe“. Das sieht aus wie ein PDF-Dokument. Ist aber ein Programm.

Und auch Office-Dokumente, die nach dem Öffnen darum bitten, „Inhalte zu aktivieren“ oder „Makros zuzulassen“, sollten Sie misstrauisch machen. Hier lautet die Antwort: Nein.

Sechstes Merkmal: Die Anrede

Viele betrügerische E-Mails beginnen mit: „Sehr geehrter Kunde“. Oder: „Hallo,“. Oder mit Ihrer E-Mail-Adresse statt Ihres Namens. Ihre Bank kennt Ihren Namen. Und verwendet ihn normalerweise auch.

Allerdings ist dieses Merkmal nicht mehr ganz zuverlässig. Manche Betrüger kennen inzwischen tatsächlich Namen, zum Beispiel aus früheren Datenlecks.

Eine persönliche Anrede ist also kein Beweis für Echtheit. Eine unpersönliche Anrede aber ein deutlicher Hinweis auf eine Fälschung.

Und die Rechtschreibung?

Früher war das das wichtigste Erkennungsmerkmal überhaupt. Holpriges Deutsch. Falsche Umlaute. Seltsame Sätze, die nach einer schlechten Übersetzung klangen.

Das gibt es immer noch. Aber immer seltener. Viele Betrüger lassen ihre Texte inzwischen von Übersetzungsprogrammen oder künstlicher Intelligenz schreiben. Die Texte sind dann fehlerfrei.

Wenn eine E-Mail voller Fehler steckt, ist das also nach wie vor ein Warnsignal. Wenn sie fehlerfrei ist, heißt das aber leider gar nichts.

Diese Phishing-Mails tauchen immer wieder auf

Ein paar Varianten begegnen einem besonders häufig.

  • Das angeblich nicht zugestellte Paket, für das nur noch eine kleine Gebühr bezahlt werden muss.
  • Die Bank, die wegen einer „neuen Sicherheitsrichtlinie“ eine Bestätigung Ihrer Daten verlangt.
  • Der Streamingdienst, bei dem angeblich die Zahlung fehlgeschlagen ist.
  • Das E-Mail-Postfach, dessen Speicher angeblich voll ist und das gleich gelöscht wird.
  • Die Rückerstattung vom Finanzamt, für die nur noch Ihre Kontodaten fehlen.
  • Und die Rechnung von einer Firma, bei der Sie nie etwas bestellt haben.

Wenn Sie eine dieser Geschichten in Ihrem Postfach finden, lohnt sich besondere Vorsicht. Die Geschichte vom Paket kommt übrigens auch gern per SMS aufs Handy. Wie Sie eine gefälschte Nachricht vom Paketdienst durchschauen, habe ich ebenfalls aufgeschrieben.

Sie haben eine Phishing-Mail erkannt – und jetzt?

Die gute Nachricht: Eine betrügerische E-Mail zu lesen, ist normalerweise ungefährlich. Gefährlich wird es erst, wenn Sie auf einen Link klicken, einen Anhang öffnen oder Daten eingeben.

Wenn Sie also eine verdächtige E-Mail bekommen:

  • Nicht auf Links klicken.
  • Keine Anhänge öffnen.
  • Nicht antworten.
  • Die E-Mail einfach löschen.

Oder in vielen E-Mail-Programmen als „Spam“ markieren. Dann lernt das Programm, solche Nachrichten künftig auszusortieren.

Wenn Sie unsicher sind, ob die E-Mail vielleicht doch echt ist, prüfen Sie es auf einem anderen Weg. Melden Sie sich direkt auf der offiziellen Seite oder in der App an. Oder rufen Sie bei der Firma an.

Aber unter der Nummer, die Sie selbst herausgesucht haben. Zum Beispiel von Ihrer Bankkarte. Nicht unter einer Nummer, die in der E-Mail steht. Manchmal rufen die Betrüger auch gleich selbst an und geben sich als Ihre Bank aus. Woran Sie einen falschen Bankanruf erkennen und wie Sie dann vorgehen, erkläre ich Ihnen in einem eigenen Artikel.

Wenn Sie schon geklickt haben

Das passiert auch sehr vorsichtigen Menschen. Und es ist kein Grund, sich zu schämen.

Wenn Sie auf einer gefälschten Seite Zugangsdaten für Ihr Onlinebanking eingegeben haben, rufen Sie sofort Ihre Bank an. Viele Banken haben dafür eine Notfallnummer.

Außerdem gibt es in Deutschland den zentralen Sperr-Notruf 116 116. Darüber lassen sich Bankkarten und bei vielen Banken auch der Zugang zum Onlinebanking sperren.

Ändern Sie danach das Passwort des betroffenen Kontos. Und zwar von einem Gerät aus, dem Sie vertrauen.

Wenn Sie einen Anhang geöffnet haben, trennen Sie den Computer am besten vom Internet und lassen ihn prüfen.

Die einfachste Regel von allen

Wenn Sie sich nur eine Regel merken möchten, dann diese: Klicken Sie nie auf einen Link in einer E-Mail, um sich irgendwo anzumelden. Gehen Sie stattdessen selbst auf die Internetseite.

Mit dieser einen Gewohnheit sind Sie gegen einen sehr großen Teil aller Betrugsversuche geschützt. Ganz egal, wie gut die E-Mail gemacht ist.

Den Absender selbst kontaktieren

Wenn Sie nicht sicher sind, ob eine E-Mail echt ist, fragen Sie beim angeblichen Absender nach. Aber nicht, indem Sie auf die E-Mail antworten oder eine Nummer aus der E-Mail anrufen. Suchen Sie die Kontaktdaten selbst heraus.

Bei Ihrer Bank steht die Telefonnummer auf der Rückseite Ihrer Karte. Bei Versandhändlern finden Sie die Kontaktseite, wenn Sie die Adresse selbst in den Browser eintippen. Bei Behörden steht die Nummer auf einem älteren Brief. So landen Sie garantiert beim richtigen Ansprechpartner.

Genau dieses Prinzip, eine Behauptung über einen selbst gewählten Kontaktweg zu prüfen, ist das Thema von Lektion 10 meines Videokurs „Computer verstehen“.

Verdächtige E-Mails melden

Viele E-Mail-Anbieter haben eine Schaltfläche, mit der Sie eine Nachricht als Spam oder Betrug melden können. Das hilft dem Anbieter, ähnliche E-Mails künftig auszusortieren, bevor sie bei anderen ankommen.

Auch die Verbraucherzentralen sammeln aktuelle Betrugs-E-Mails und warnen davor. Auf ihren Internetseiten finden Sie oft genau die Nachricht, die Sie gerade bekommen haben, mit einer Einschätzung. Ein kurzer Blick dort beruhigt oft schneller als langes Grübeln.

Wenn Sie sich bei einer E-Mail nicht sicher sind

Manchmal ist es wirklich schwer zu sagen. Die E-Mail sieht echt aus. Der Absender wirkt plausibel. Und trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl. Dieses Gefühl dürfen Sie ernst nehmen, und genau dafür gibt es meine Hilfe bei Betrugsverdacht.

Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, sehe ich mir das gerne gemeinsam mit Ihnen an.

Ich prüfe verdächtige E-Mails und Ihren Computer, richte Ihr E-Mail-Postfach so ein, dass Spam besser aussortiert wird, und zeige Ihnen, woran Sie Betrugsversuche künftig selbst erkennen.

Und wenn schon etwas passiert ist, helfe ich Ihnen dabei, die nächsten Schritte in Ruhe zu gehen. Auch Angehörige können sich gerne melden. Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.

Und falls in Ihrem Postfach gerade ein Paket auf Sie wartet, das Sie nie bestellt haben: Es kommt auch nicht. Sie dürfen die E-Mail ganz beruhigt löschen.

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Rufen Sie mich an. Ich komme zu Ihnen nach Hause in Berlin-Charlottenburg und helfe geduldig und in Ihrem Tempo.

Anrufen: 0151 44985258