In diesem Artikel
Frau Schulz ruft mich an, weil ihr Computer eine Meldung zeigt: Windows 10 werde nicht mehr unterstützt, sie solle handeln. Ihr Neffe hat ihr erzählt, sie brauche jetzt einen neuen Computer. Im Fernsehen hat sie gehört, dass Millionen Geräte betroffen sind. „Muss ich den jetzt wegwerfen? Der läuft doch noch gut“, sagt sie.
Diese Sorge ist verständlich, und die Antwort ist beruhigend: Nein, wegwerfen müssen Sie nichts, und schon gar nicht sofort. Ihr Computer funktioniert morgen genauso wie heute. Es geht um etwas anderes, nämlich um die Sicherheitsupdates. Genau darum geht es beim Support-Ende von Windows 10.
Wer jetzt in Ruhe ein paar Dinge prüft, hat mehrere gute Wege vor sich. Manche Computer können kostenlos auf Windows 11 umsteigen, andere bekommen noch eine ganze Weile Schutz, und für sehr alte Geräte gibt es ebenfalls Lösungen. Falls es am Ende doch ein neuer Computer wird, hilft Ihnen mein Wegweiser zum Computerwechsel weiter.
Hier erkläre ich Schritt für Schritt, was „Windows 10 läuft aus“ bedeutet, wie Sie herausfinden, was für Ihren Computer gilt, und wie Sie ihn bis dahin sicher halten.
Auf einen Blick:
- Ihr Computer läuft weiter, es fehlen nur die Sicherheitsupdates.
- Mit Microsoft-Konto gibt es sie kostenlos bis Oktober 2027.
- Wer kann, steigt kostenlos auf Windows 11 um.
Was bedeutet das Support-Ende von Windows 10 für Sie?
Windows ist das Grundprogramm Ihres Computers, das alles andere zusammenhält. Microsoft, der Hersteller, pflegt jede Windows-Fassung nur eine bestimmte Zeit lang. In dieser Zeit verschickt er regelmäßig Updates, die Fehler beheben und neu entdeckte Sicherheitslücken schließen.
Für Windows 10 ist diese reguläre Pflege am 14. Oktober 2025 zu Ende gegangen. Seitdem gibt es keine neuen Funktionen mehr und keine allgemeinen Updates für alle. Das meinen die Meldungen, wenn sie vom Ende des Supports sprechen.
Man kann es mit einem Haus vergleichen, dessen Hausmeister in Rente gegangen ist. Das Haus steht weiter, das Licht geht an, die Heizung läuft. Aber wenn ein Fenster kaputtgeht, repariert es niemand mehr von selbst.
Funktioniert mein Computer danach noch?
Ja, ganz normal. Er startet wie gewohnt, Ihre Briefe, Fotos und Programme bleiben, wo sie sind. Sie können weiter schreiben, drucken und im Internet surfen. Es gibt keinen Stichtag, an dem der Bildschirm schwarz bleibt.
Das Risiko liegt woanders. Ohne Sicherheitsupdates bleiben neu entdeckte Lücken offen. Betrüger kennen diese Lücken und suchen gezielt nach Computern, die nicht mehr gepflegt werden. Je länger ein Computer ohne Updates im Internet ist, desto größer wird dieses Risiko.
Wer den Computer nur noch zum Schreiben ohne Internet benutzt, ist kaum betroffen. Wer aber damit E-Mails schreibt, im Internet einkauft oder Online-Banking macht, sollte handeln. Und das Gute ist: Dafür ist noch Zeit.

Noch bis Oktober 2027: kostenlose Sicherheitsupdates
Microsoft bietet für private Computer mit Windows 10 eine Verlängerung an. Sie heißt erweiterte Sicherheitsupdates, oft abgekürzt ESU. Wer sich dafür anmeldet, bekommt weiterhin die wichtigen Sicherheitsupdates, aber keine neuen Funktionen.
Diese Verlängerung lief zuerst bis Oktober 2026. Im Sommer 2026 hat Microsoft sie um ein weiteres Jahr verlängert, sie gilt jetzt bis zum 12. Oktober 2027. Wer schon angemeldet war, ist automatisch weiter geschützt und muss nichts tun.
In Deutschland und dem übrigen Europa ist die Anmeldung kostenlos. Die einzige Bedingung: Sie melden sich an Ihrem Computer mit einem Microsoft-Konto an. Das ist ein Konto mit E-Mail-Adresse und Passwort, das viele ohnehin schon haben, etwa von Outlook oder Hotmail.
Für die Sicherheitsupdates anmelden – Schritt für Schritt
Die Anmeldung dauert wenige Minuten. Halten Sie die Zugangsdaten Ihres Microsoft-Kontos bereit, also E-Mail-Adresse und Passwort.
- Klicken Sie unten links auf das Windows-Zeichen und dann auf das Zahnrad für die Einstellungen.
- Wählen Sie Update und Sicherheit und dann Windows Update.
- Steht dort ein Hinweis auf erweiterte Sicherheitsupdates, klicken Sie auf Jetzt registrieren.
- Melden Sie sich mit Ihrem Microsoft-Konto an, falls Sie danach gefragt werden, und bestätigen Sie die Anmeldung.
Fehlt der Hinweis, braucht Ihr Computer meist erst noch ältere Updates. Klicken Sie dann auf Nach Updates suchen, installieren Sie alles, starten Sie neu und schauen Sie nach ein, zwei Tagen noch einmal nach. Wichtig: Bleiben Sie danach mit dem Microsoft-Konto angemeldet. Wer sich abmeldet, bekommt nach einiger Zeit keine Updates mehr.
Der Weg zu den kostenlosen Sicherheitsupdates
In vier Klicks zur Anmeldung. Der Kasten erscheint nur bei Computern, die alle bisherigen Updates haben.
- 1Windows‑Zeichen
- 2Einstellungen
- 3Update und Sicherheit
- 4Jetzt registrieren
- Update und Sicherheit
- Windows Update
- Übermittlungsoptimierung
- Windows‑Sicherheit
- Sicherung
- Problembehandlung
Windows Update
Sie sind auf dem neuesten Stand.
Erweiterte Sicherheitsupdates
Bleiben Sie mit Sicherheitsupdates geschützt, wenn der Support für Windows 10 endet.
4Jetzt registrierenNach Updates suchen
Welches Windows habe ich eigentlich?
Bevor Sie etwas unternehmen, lohnt ein kurzer Blick, was auf Ihrem Computer läuft. Viele sind überrascht, dass sie schon längst Windows 11 haben, oder umgekehrt.
Am einfachsten geht es so: Drücken Sie gleichzeitig die Windows-Taste und die Taste R, tippen Sie winver ein und drücken Sie die Eingabetaste. Ein kleines Fenster zeigt Ihnen, welche Fassung installiert ist. Achten Sie auf drei Angaben:
- Windows 10 oder Windows 11 – das steht ganz oben.
- Die Version, zum Beispiel 22H2. Für die erweiterten Sicherheitsupdates braucht Windows 10 die Version 22H2.
- Die Ausgabe, meist Home oder Pro. Beide können die Sicherheitsupdates bekommen.
Erscheint plötzlich eine Meldung, die Sie zu etwas drängt, prüfen Sie erst, woher sie kommt. Wie Sie echte von falschen Meldungen unterscheiden, übe ich in Lektion 5 meines Videokurses „Computer verstehen“.
Kann mein Computer Windows 11?
Windows 11 ist der Nachfolger und für Computer, die die Voraussetzungen erfüllen, kostenlos. Allerdings stellt es höhere Anforderungen an das Gerät. Entscheidend sind vor allem der Prozessor, also das Rechenherz, und ein Sicherheitsbaustein namens TPM 2.0.
Als grobe Faustregel gilt: Computer, die ab etwa 2018 gekauft wurden, schaffen Windows 11 meistens. Ältere Geräte oft nicht, auch wenn sie noch flott laufen. Genaues sagt Ihnen das Programm PC-Integritätsprüfung von Microsoft, das viele Computer schon mitbringen oder das Sie auf der Seite von Microsoft herunterladen können.
Noch einfacher: Unter Windows Update steht bei geeigneten Computern oft schon ein Hinweis, dass Windows 11 bereitsteht. Fehlt er, heißt das nicht zwingend, dass Ihr Computer zu alt ist. Dann lohnt die Prüfung mit dem Programm.
So steigen Sie nach dem Support-Ende auf Windows 11 um
Bietet Windows Update Ihnen Windows 11 an, ist der Umstieg nicht schwerer als ein großes Update. Sie klicken auf Herunterladen und installieren, und der Computer erledigt den Rest. Ihre Dateien, Programme und Einstellungen bleiben erhalten.
Planen Sie dafür einen Nachmittag ein. Das Herunterladen und Einrichten dauert je nach Internet und Gerät eine bis mehrere Stunden. Der Computer startet dabei mehrmals neu. Schließen Sie einen Laptop unbedingt an das Stromkabel an und schalten Sie ihn nicht zwischendurch aus.
Ganz wichtig: Sichern Sie vorher Ihre wichtigsten Dateien. In aller Regel geht nichts verloren, aber eine Kopie auf einem USB-Stick oder einer externen Festplatte gibt Ihnen die Ruhe, die man bei so einem Schritt braucht.
Was sich bei Windows 11 ändert
Windows 11 sieht etwas anders aus, funktioniert aber im Kern genauso. Nach ein paar Tagen fühlen sich die meisten wieder zu Hause. Die auffälligsten Unterschiede:
- Das Windows-Zeichen und die Programme in der Leiste unten stehen in der Mitte statt links.
- Das Startmenü ist kleiner und zeigt zuerst angeheftete Programme.
- Das Menü beim Rechtsklick ist kürzer, mehr Möglichkeiten gibt es unter Weitere Optionen anzeigen.
- Die Einstellungen sind neu sortiert, die Bereiche stehen links in einer Liste.
Wer sich mit der Leiste in der Mitte nicht anfreunden kann, stellt sie in den Einstellungen unter Personalisierung und Taskleiste wieder nach links. Das ist eine Sache von einer Minute.
Wenn der Computer zu alt für Windows 11 ist
Zeigt die Prüfung, dass Windows 11 nicht geht, haben Sie trotzdem Zeit. Mit den erweiterten Sicherheitsupdates ist Ihr Computer bis Oktober 2027 geschützt. Bis dahin können Sie in Ruhe überlegen, wie es weitergeht.
Dann gibt es im Wesentlichen zwei Wege. Der eine ist ein neuer Computer, der Windows 11 von Haus aus mitbringt. Der andere ist ein anderes Betriebssystem wie Linux, das auch auf älteren Geräten gepflegt wird und viele Computer noch lange nutzbar hält. Für beide Wege gilt: Erst informieren, dann entscheiden. Wie ich mit Ihnen prüfe, ob Linux Mint für Ihren Computer infrage kommt, beschreibe ich auf der Seite Alten Windows-10-Computer weiter benutzen.
Ob sich ein neuer Computer für Sie lohnt, hängt davon ab, was Sie damit machen. Hilfe bei dieser Entscheidung gibt der Artikel Wie lange hält ein Laptop – und brauchen Sie wirklich einen neuen?.

Vorsicht vor falschen Warnungen
Das Ende von Windows 10 ist für Betrüger ein willkommener Anlass. Sie rufen an und geben sich als Microsoft aus, oder im Browser erscheint eine schrille Warnung, Ihr Windows sei abgelaufen und Ihr Computer gesperrt.
Merken Sie sich: Microsoft ruft niemals unaufgefordert an. Echte Hinweise zu Windows erscheinen in den Einstellungen unter Windows Update, nicht als blinkende Seite im Browser und nicht mit einer Telefonnummer zum Anrufen. Und für die Sicherheitsupdates müssen Sie in Europa nichts bezahlen.
Wenn jemand Sie am Telefon zu Windows 10 bedrängt, legen Sie auf. Wie Sie den falschen Computer-Support am Telefon erkennen, habe ich Ihnen aufgeschrieben.
Vor jedem Umstieg: Daten sichern
Egal ob Windows 11, neuer Computer oder ein anderes System: Bevor sich etwas Grundlegendes ändert, gehören Ihre Fotos, Briefe und Unterlagen an einen zweiten Ort. Am einfachsten ist eine externe Festplatte oder ein großer USB-Stick.
Kopieren Sie die Ordner Dokumente, Bilder und Desktop vollständig. Denken Sie auch an Dinge, die man leicht vergisst: das Adressbuch im E-Mail-Programm, Lesezeichen im Browser und Passwörter, die nur im Browser gespeichert sind.
Ziehen Sie auf einen neuen Computer um, gehe ich die einzelnen Schritte für den Datenumzug mit Ihnen durch.
Was ist mit Office, Browser und Druckern?
Viele Programme laufen unter Windows 10 noch eine Weile weiter. Microsoft 365, also Word, Excel und Outlook im Abo, bekommt unter Windows 10 nach Angaben von Microsoft noch bis Oktober 2028 Sicherheitsupdates.
Auch die gängigen Browser wie Chrome, Firefox und Edge laufen derzeit unter Windows 10 weiter. Irgendwann werden aber auch sie ihre Pflege für Windows 10 beenden. Das ist ein weiterer Grund, den Umstieg nicht zu lange aufzuschieben.
Drucker und Scanner funktionieren nach einem Wechsel auf Windows 11 meist ohne Weiteres. Bei sehr alten Geräten kann es sein, dass es keinen passenden Treiber mehr gibt. Das lässt sich vor dem Umstieg auf der Seite des Herstellers prüfen.
Welcher Weg passt zu Ihrem Computer?
- Windows 11 wird angeboten?Daten sichern, dann kostenlos umsteigen.
- Zu alt für Windows 11?Für die Sicherheitsupdates bis Oktober 2027 anmelden.
- Danach?In Ruhe zwischen neuem Computer und Linux entscheiden.
Wenn die Anmeldung oder das Update nicht klappt
Erscheint der Hinweis zu den erweiterten Sicherheitsupdates nicht, prüfen Sie zuerst, ob Ihr Windows 10 die Version 22H2 hat und alle bisherigen Updates installiert sind. Manchmal braucht es mehrere Durchgänge mit Neustart, bis alles nachgeladen ist.
Bricht das Update auf Windows 11 ab, fällt der Computer in aller Regel auf Windows 10 zurück, und Ihre Dateien sind noch da. Häufige Ursachen sind zu wenig freier Speicherplatz oder ein angeschlossenes Gerät, das stört. Ziehen Sie USB-Sticks und Drucker ab und versuchen Sie es noch einmal.
Und wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie das alles selbst machen möchten: Holen Sie sich Hilfe, bevor Sie etwas überstürzen. Zeit ist genug da.
Hilfe beim Umstieg in Berlin-Charlottenburg
Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg oder Umgebung wohnen, komme ich gern zu Ihnen nach Hause. Wir prüfen gemeinsam, welches Windows Ihr Computer hat und ob er Windows 11 schafft, melden ihn für die Sicherheitsupdates an oder machen den Umstieg zusammen. Vorher sichern wir Ihre Fotos und Unterlagen, damit nichts verloren geht.
Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.


