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So setzen Sie Windows 10 und 11 vor dem Verkauf richtig zurück

Ein gelber Bleistift radiert mit seinem Radiergummi auf weißem Papier
In diesem Artikel

Ihre Enkelin beginnt im Herbst eine Ausbildung und bräuchte einen Laptop. Sie haben seit dem Frühjahr einen neuen. Der alte liegt im Schrank, läuft noch tadellos und ist eigentlich viel zu schade zum Herumliegen.

Dann fällt Ihnen ein, was da alles noch drauf ist. Die Briefe an die Krankenkasse. Die Kontoauszüge als PDF. Das E-Mail-Programm, das sich von selbst öffnet. Und der Browser, der sich alle Passwörter gemerkt hat.

Das soll natürlich nicht mitgehen. Der Laptop schon. Deshalb setzen Sie Windows 10 oder 11 vor dem Verkauf oder Verschenken zurück.

Die gute Nachricht: Windows hat dafür eine eingebaute Funktion. Hier zeige ich Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Daten so entfernen, dass der Computer danach für jemand anderen wie neu startet. Was sonst noch rund um den Wechsel auf einen neuen Computer anfällt, habe ich in meinem Ratgeber vom Kauf bis zum Umzug zusammengestellt.

Bevor der Laptop das Haus verlässt:

  • Wichtiges sichern und bezahlte Programme abmelden.
  • Windows zurücksetzen: „Alles entfernen“ und „Daten bereinigen“.
  • Das alte Gerät aus dem Microsoft-Konto entfernen.

Sichern Sie erst Ihre Daten, bevor Sie zurücksetzen

Was gleich gelöscht wird, ist wirklich weg. Deshalb kommt vor allem anderen die Frage: Liegt auf dem alten Computer noch etwas, das Sie behalten möchten?

Wenn Sie Ihre Dateien schon auf den neuen Computer übertragen haben, prüfen Sie dort kurz nach, ob Fotos und Dokumente angekommen sind. Wenn nicht, kopieren Sie alles Wichtige vorher auf eine externe Festplatte.

Wie Sie Ihre Daten auf den neuen PC übertragen, zeige ich Ihnen Schritt für Schritt. Eine eigene Zählprobe für die Fotos finden Sie dort, wo ich erkläre, wie Sie Fotos auf den neuen PC übertragen.

Was außer Ihren Dateien noch auf dem Computer steckt

Bei persönlichen Daten denken die meisten an Fotos und Briefe. Ein Computer, der ein paar Jahre im Einsatz war, weiß aber viel mehr über Sie. Typisch sind:

  • gespeicherte Passwörter im Browser,
  • das Microsoft-Konto, mit dem Windows angemeldet ist,
  • ein E-Mail-Programm mit allen alten Nachrichten,
  • Anmeldungen bei Bank, Krankenkasse oder Versandhändlern,
  • die Passwörter aller WLANs, in denen der Laptop je war.

Wer nur den Ordner „Dokumente“ leert und den Papierkorb ausschüttet, lässt das meiste davon stehen. Gelöschte Dateien lassen sich mit etwas Geschick außerdem oft wiederherstellen. Deshalb geht es hier nicht ums Löschen einzelner Dateien, sondern ums Zurücksetzen des ganzen Computers.

Vorher abmelden, was Geld kostet

Manche Programme sind an ein Gerät gebunden. Ein Virenschutz mit Jahresabo zum Beispiel, oder ein Programm, für das Sie eine Lizenz gekauft haben. Diese Lizenz soll ja auf Ihren neuen Computer wandern, nicht verloren gehen.

Melden Sie das alte Gerät deshalb vorher in Ihrem Kundenkonto beim jeweiligen Anbieter ab. Oft heißt der Punkt „Geräte verwalten“ oder „Lizenz freigeben“.

Wenn Sie nicht wissen, welche Programme das betrifft: Werfen Sie einen Blick in Ihre E-Mails nach Rechnungen für Software. Was dort als Abo auftaucht, ist ein Kandidat.

Bei Microsoft 365, also Word und Excel im Abo, ist das meist nicht nötig. Die Anmeldung auf dem alten Gerät verschwindet beim Zurücksetzen ohnehin.

Ein Schlüssel hängt an einem Haken an der Wand
Foto: Alexey Demidov / Pexels

Der eingebaute Weg: „Diesen PC zurücksetzen“

Windows bringt alles mit, was Sie brauchen. Sie müssen nichts herunterladen und nichts kaufen. So gehen Sie vor:

  1. Schließen Sie den Laptop ans Stromkabel an.
  2. Öffnen Sie bei Windows 11 Einstellungen › System › Wiederherstellung und klicken Sie auf „PC zurücksetzen“. Bei Windows 10 heißt der Weg Einstellungen › Update und Sicherheit › Wiederherstellung, dort „Los geht’s“.
  3. Wählen Sie „Alles entfernen“.
  4. Bei der Frage, wie Windows neu installiert werden soll, passen beide Antworten. „Lokale Neuinstallation“ braucht kein Internet.
  5. Klicken Sie bei „Zusätzliche Einstellungen“ auf „Einstellungen ändern“ und stellen Sie „Daten bereinigen?“ auf „Ja“.
  6. Bestätigen Sie mit „Weiter“ und zum Schluss mit „Zurücksetzen“.

Je nach Windows-Version sehen die Fenster etwas anders aus. Die Wörter „Alles entfernen“ und „Daten bereinigen“ finden Sie aber überall.

Im Bild erklärt

Drei Fragen beim Zurücksetzen

So antworten Sie, wenn der Computer weitergegeben werden soll.

Option auswählen

Eigene Dateien behalten

Alles entfernen

Wie soll Windows neu installiert werden?

Cloud-Download

Lokale Neuinstallation

Beides geht.

Daten bereinigen?

Nein

Ja

Dann „Zurücksetzen“ – und den Laptop über Nacht am Stromkabel lassen.

Vereinfachte Darstellung. Je nach Windows-Version sehen die Fenster etwas anders aus.

Der wichtigste Schalter: „Daten bereinigen“

Ganz am Anfang fragt Windows, ob Sie Ihre eigenen Dateien behalten möchten. Das ist für einen Computer gedacht, der bei Ihnen bleibt und nur wieder flott werden soll. Für die Weitergabe ist es die falsche Wahl.

Auch „Alles entfernen“ allein ist nur die halbe Miete. Ohne den Schalter „Daten bereinigen“ wird schnell gelöscht, aber nicht gründlich. Mit etwas Aufwand ließe sich dann manches zurückholen.

Mit „Ja“ überschreibt Windows den Speicher, sodass Ihre alten Dateien nicht mehr ohne Weiteres zu retten sind. Das ist der Teil, auf den es ankommt.

Das dauert. Und das ist gut so.

Ohne „Daten bereinigen“ ist ein Computer oft in einer Stunde fertig. Mit dem gründlichen Löschen kann es deutlich länger dauern. Windows warnt selbst, dass es mehrere Stunden sein können.

Starten Sie das Zurücksetzen deshalb am besten am Nachmittag oder am Abend und lassen Sie den Laptop über Nacht laufen. Er startet zwischendurch mehrmals neu. Das gehört dazu.

Wichtig ist nur das Stromkabel. Geht dem Akku mittendrin die Kraft aus, kann Windows danach nicht mehr richtig starten. Klappen Sie den Deckel nicht zu und schalten Sie nichts aus, auch wenn der Bildschirm lange gleich aussieht.

„Welches Land? Welche Tastatur?“ – hier hören Sie auf

Am Ende begrüßt Sie der Computer wie ein neues Gerät. Er fragt nach Land, Region und Tastatur. Das ist das Zeichen, dass alles geklappt hat.

An dieser Stelle machen Sie bitte nicht weiter. Die Einrichtung ist Sache des neuen Besitzers. Ihre Enkelin meldet sich mit ihrem eigenen Konto an, ein Käufer mit seinem. Läuft auf dem Gerät noch Windows 10, sollte der neue Besitzer allerdings wissen, was das bedeutet. Ich habe aufgeschrieben, wie es mit Windows 10 jetzt weitergeht.

Schalten Sie den Laptop einfach aus. Ein kurzer Druck auf den Einschaltknopf genügt meist. Geht er davon nicht aus, halten Sie den Knopf ein paar Sekunden gedrückt. In diesem Zustand kann dabei nichts kaputtgehen.

Entfernen Sie nach dem Zurücksetzen das Gerät aus Ihrem Microsoft-Konto

Ihr Microsoft-Konto führt eine Liste aller Geräte, auf denen Sie angemeldet waren. Der alte Laptop steht da noch drin, auch wenn er längst gelöscht ist.

Melden Sie sich auf Ihrem neuen Computer unter account.microsoft.com an und öffnen Sie den Bereich „Geräte“. Wählen Sie dort den alten Laptop aus und entfernen Sie ihn. Je nach Ansicht heißt der Knopf etwa „Dieses Gerät entfernen“.

Das ist eher Ordnung als Sicherheit. Es verhindert aber, dass das Gerät Ihrer Enkelin später in Ihrer Liste auftaucht oder in der Ortung „Mein Gerät suchen“ erscheint.

Was ist mit der Festplatte im Inneren?

Im Computer steckt ein Speicher, auf dem alles liegt. Bei älteren Geräten ist das eine Festplatte mit sich drehender Scheibe, bei neueren eine sogenannte SSD, ein Speicher ohne bewegliche Teile.

Viele neuere Laptops verschlüsseln diesen Speicher außerdem von sich aus. Zusammen mit „Daten bereinigen“ ist das für die Weitergabe in der Familie oder einen Verkauf an Privatleute ein guter Schutz.

Anders sieht es aus, wenn auf dem Computer sehr vertrauliche Unterlagen lagen, zum Beispiel aus einer früheren Praxis oder Kanzlei. Dann würde ich den Speicher lieber ausbauen und behalten oder fachgerecht vernichten lassen. Mehr dazu erkläre ich dort, wo es darum geht, einen alten Computer in Berlin zu entsorgen.

Auch diese Geräte merken sich viel

Wenn ohnehin aufgeräumt wird, lohnt sich ein Blick auf die anderen Geräte, die mit dem alten Laptop zusammen den Besitzer wechseln oder im Keller landen:

  • das alte Handy: vorher im Google- oder Apple-Konto abmelden, dann auf Werkseinstellungen zurücksetzen,
  • ein Tablet: genauso wie beim Handy,
  • USB-Sticks und Speicherkarten, die in der Laptoptasche stecken,
  • eine externe Festplatte mit alten Sicherungen,
  • ein Drucker mit gespeicherten Faxnummern oder WLAN-Passwort.

Ein USB-Stick, der in der Tasche mitwandert, verrät oft mehr als der ganze Laptop. Schauen Sie deshalb in jedes Fach.

Was ist mit den Passwörtern im Browser?

Der Browser hat sich über die Jahre viele Passwörter gemerkt. Beim Zurücksetzen mit „Alles entfernen“ werden sie gelöscht, zusammen mit allem anderen. Das ist gewollt. Sie sollten aber sicher sein, dass Sie diese Passwörter auf dem neuen Computer noch haben.

Wenn Sie im Browser mit einem Konto angemeldet sind, etwa bei Microsoft oder Google, wandern die gespeicherten Passwörter meist von selbst mit. Wenn nicht, notieren Sie sich die wichtigsten vorher oder lassen Sie sie übertragen. Wie das geht, steht im Artikel Wie übertrage ich meine Daten auf einen neuen Computer?

Prüfen Sie das am besten, bevor Sie mit dem Zurücksetzen beginnen.

Wenn der Computer gar nicht mehr startet

Ohne funktionierendes Windows gibt es auch kein „Diesen PC zurücksetzen“. Die Daten sind aber trotzdem noch da. Ein kaputtes Netzteil oder ein defekter Bildschirm ändern nichts an dem, was auf dem Speicher liegt.

Dann bleibt nur der Weg über den Speicher selbst. Er wird ausgebaut und an einem anderen Computer gelöscht, ausgelesen oder vernichtet. Bei vielen Laptops sind das nur ein paar kleine Schrauben, bei manchen ist der Speicher fest eingelötet.

Das ist keine Arbeit für den Küchentisch, wenn Sie so etwas noch nie gemacht haben. Lassen Sie sich lieber dabei helfen.

Kleine Schraubendreher-Bits in einem blauen Werkzeugkoffer
Foto: Мира Кабаева / Pexels

Wenn das Zurücksetzen nicht klappt

Manchmal bricht Windows mittendrin ab und meldet, dass beim Zurücksetzen ein Problem aufgetreten ist. Dann ist nichts verloren. Ihre Daten sind in diesem Fall meist noch vollständig da.

Versuchen Sie es ein zweites Mal, diesmal mit „Cloud-Download“. Dabei lädt Windows sich frisch aus dem Internet und ist auf beschädigte Dateien auf dem alten Gerät nicht angewiesen.

Klappt auch das nicht, muss Windows über einen USB-Stick neu installiert werden. Das ist machbar, aber deutlich aufwendiger. An dieser Stelle hole ich mir an Ihrer Stelle Unterstützung.

Hilfe beim Löschen des alten Computers in Berlin-Charlottenburg

Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause. Ich prüfe mit Ihnen, ob alles Wichtige gesichert ist, melde Lizenzen ab und setze den alten Computer so zurück, dass er ohne Ihre Daten weitergegeben werden kann.

Wenn der Rechner nicht mehr startet, baue ich den Speicher aus. Er bleibt dann bei Ihnen, bis Sie entschieden haben, was damit geschehen soll.

Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.

Am Telefon reicht übrigens ein Satz wie: „Mein alter Laptop soll an meine Enkelin gehen, aber meine Sachen sind noch drauf.“ Damit weiß ich schon ziemlich viel.

Lieber persönlich erklärt bekommen?

Rufen Sie mich an. Ich komme zu Ihnen nach Hause in Berlin-Charlottenburg und helfe geduldig und in Ihrem Tempo.

Anrufen: 0151 44985258