In diesem Artikel
„Update“ ist eines dieser Wörter, die man ständig liest. Windows möchte ein Update. Das Handy möchte ein Update. Der Browser hat ein Update installiert. Die Banking-App funktioniert erst nach einem Update wieder. Und manchmal möchte sogar der Fernseher eines.
Kaum jemand erklärt aber, was dabei eigentlich passiert. Was ist ein Update also genau? Dabei ist die Sache viel weniger geheimnisvoll, als sie klingt.
Updates können drei Dinge bewirken:
- Sicherheitslücken schließen.
- Fehler in einem Programm beheben.
- Funktionen verändern oder ergänzen.
Was ist ein Update? Eine verbesserte Version Ihres Programms
Das englische Wort „Update“ bedeutet ungefähr „Aktualisierung“. Und genau das ist es auch. Ein Programm wird durch eine neuere Version ersetzt oder ergänzt.
Das kann Windows sein. Ein Browser wie Chrome oder Firefox. Eine App auf dem Smartphone. Oder das kleine Programm, das in Ihrem Router oder Drucker steckt.
Der Hersteller hat etwas verändert, und Ihr Gerät bekommt diese Änderung. Mehr ist es im Grunde nicht. Wenn Sie noch mehr solcher Begriffe einfach erklärt haben möchten, schauen Sie in meine Sammlung einfacher Computer-Erklärungen.
Warum muss ein Programm überhaupt verändert werden?
Man könnte ja meinen: Wenn ein Programm fertig ist, ist es fertig. Bei einem Buch ist das so. Wenn es gedruckt ist, ändert sich der Text nicht mehr.
Bei Software ist das anders. Programme sind nie wirklich fertig. Sie werden laufend weiterentwickelt. Dafür gibt es vor allem drei Gründe.
Erstens: Es werden Fehler gefunden. Manchmal stürzt ein Programm in einer bestimmten Situation ab. Manchmal funktioniert ein Knopf nicht richtig. Manchmal arbeitet ein Programm mit einem bestimmten Drucker nicht zusammen.
Zweitens: Es werden Sicherheitslücken entdeckt. Also Schwachstellen, die Kriminelle ausnutzen könnten. Warum System-Updates für Ihre Sicherheit so wichtig sind, habe ich ausführlicher erklärt.
Drittens: Die Welt um das Programm herum verändert sich. Internetseiten werden moderner. Neue Geräte kommen auf den Markt. Andere Programme verändern sich ebenfalls. Und ein Programm, das sich nie anpasst, passt irgendwann einfach nicht mehr dazu.
Ein Update ist ein bisschen wie die Inspektion beim Auto
Sie fahren mit Ihrem Auto in die Werkstatt. Dort wird ein Teil ausgetauscht, das sich als fehleranfällig herausgestellt hat. Eine Schraube wird nachgezogen. Vielleicht wird auch die Software im Auto aktualisiert.
Wenn Sie das Auto wieder abholen, sieht es genauso aus wie vorher. Es ist immer noch Ihr Auto. Ihr Sitz ist noch richtig eingestellt. Ihr Radiosender ist noch gespeichert. Aber einige Dinge darin funktionieren jetzt besser oder sicherer.
Bei den meisten Updates ist es ganz ähnlich.
Nicht jedes Update ist gleich groß
Updates gibt es in sehr unterschiedlichen Größen. Manche sind winzig. Sie werden im Hintergrund installiert, und Sie bemerken davon überhaupt nichts. Ihr Browser macht das zum Beispiel ziemlich regelmäßig.
Andere Updates sind deutlich größer. Sie dauern länger, verlangen einen Neustart und verändern manchmal auch sichtbare Dinge. Ein Menü sieht anders aus. Eine Einstellung ist an eine andere Stelle gewandert. Ein neues Symbol ist plötzlich in der Leiste aufgetaucht.
Bei Windows unterscheidet man grob zwischen zwei Arten. Es gibt die regelmäßigen Updates, die ungefähr einmal im Monat erscheinen. Sie schließen vor allem Sicherheitslücken und beheben Fehler.
Und es gibt größere Updates, bei denen Windows auch neue Funktionen bekommt. Die kommen deutlich seltener. Und das sind meistens auch die, nach denen man sich fragt, warum plötzlich alles ein bisschen anders aussieht. Was Sie in so einem Fall tun können, erkläre ich im Artikel Warum sieht mein Computer plötzlich anders aus?
Und was ist mit diesen Versionsnummern?
Vielleicht haben Sie schon einmal so etwas gelesen: Version 128.0.2 oder Windows 11, Version 24H2. Das sieht aus wie eine geheime Zahlenfolge. Ist es aber nicht.
Eine Versionsnummer ist einfach eine Art Datum für ein Programm. Sie zeigt, welcher Stand gerade installiert ist. Höhere Zahlen bedeuten meistens: neuer.
Bei Windows steckt in der Bezeichnung sogar tatsächlich ein Datum. „24H2“ bedeutet: zweite Jahreshälfte 2024.
Sie müssen sich solche Nummern nicht merken. Sie sind vor allem dann praktisch, wenn jemand bei einem Problem helfen soll und wissen möchte, was auf Ihrem Computer installiert ist.
Warum sich Updates unterschiedlich anfühlen
Die Größe des Updates bestimmt oft, wie viel Sie davon mitbekommen.
Häufig Fehlerbehebungen oder Sicherheitskorrekturen. Oft läuft die Installation im Hintergrund.
Kann länger dauern, einen Neustart verlangen und sichtbare Änderungen mitbringen.
Gehen bei einem Update meine Daten verloren?
Das ist eine der häufigsten Sorgen. Und die Antwort ist beruhigend: Normalerweise nicht.
Ein Update verändert das Programm. Ihre Fotos, Dokumente, E-Mails und Lesezeichen bleiben dabei, wo sie sind. Das ist ungefähr so, als würde der Vermieter im Treppenhaus neue Fenster einbauen. Ihre Möbel in der Wohnung bleiben trotzdem stehen.
Trotzdem gilt bei Computern wie überall: Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. In sehr seltenen Fällen geht bei einem Update etwas schief.
Deshalb ist eine regelmäßige Sicherung Ihrer wichtigen Dateien immer eine gute Idee. Nicht wegen des Updates. Sondern weil es grundsätzlich beruhigend ist, wenn Ihre Fotos nicht nur an einem einzigen Ort existieren.
Update, Upgrade, Neuinstallation – ist das nicht alles dasselbe?
Nicht ganz. Ein Update ist die Aktualisierung innerhalb desselben Programms. Windows 11 bleibt Windows 11, nur in einer neueren Version.
Ein Upgrade ist ein größerer Sprung. Zum Beispiel von Windows 10 auf Windows 11. Auch dabei bleiben Ihre Dateien und Programme normalerweise erhalten. Aber es verändert sich deutlich mehr.
Eine Neuinstallation ist dagegen etwas ganz anderes. Dabei wird das System komplett neu aufgesetzt. Vorher muss man alles Wichtige sichern, weil die Festplatte dabei in der Regel gelöscht wird.
Wenn also jemand sagt: „Wir machen nur schnell ein Update.“ dann ist das harmlos. Wenn jemand sagt: „Wir installieren das neu.“ dann sollte vorher geklärt sein, wo Ihre Fotos sind.
Woher kommen Updates eigentlich?
Vom Hersteller des jeweiligen Programms. Windows-Updates kommen von Microsoft. Updates für Ihr iPhone kommen von Apple. Updates für Apps kommen über den App-Store oder den Play Store. Falls Sie sich fragen, was eine App eigentlich ist, lesen Sie gern meine einfache Erklärung dazu.
Ihr Gerät fragt dafür regelmäßig beim Hersteller nach, ob es etwas Neues gibt. Wenn ja, wird das Update heruntergeladen und installiert. Bei vielen Programmen passiert das inzwischen automatisch. Das ist auch gut so.
Wichtig ist nur eines: Ein echtes Update kommt über den vorgesehenen Weg. Also über die Einstellungen des Geräts oder über das Programm selbst.
Nicht über ein blinkendes Fenster auf einer Internetseite, das behauptet, Ihr Computer brauche dringend ein „Sicherheits-Update“. Solche Fenster sind keine Updates. Sie sind Werbung. Oder Schlimmeres.
Warum dauern manche Updates so lange?
Weil der Computer dabei mehr zu tun hat, als man denkt. Er lädt die neuen Dateien herunter. Er prüft, ob alles vollständig angekommen ist. Er ersetzt alte Teile durch neue. Er räumt anschließend auf. Und bei größeren Updates muss er manchmal sogar mehrfach neu starten.
Währenddessen erscheint oft eine Meldung wie: „Computer nicht ausschalten.“ Diese Meldung sollten Sie ernst nehmen. Wenn der Computer mitten in der Installation ausgeschaltet wird, kann tatsächlich etwas kaputtgehen.
Auch wenn die Prozentanzeige seit zehn Minuten bei 37 Prozent steht. In den allermeisten Fällen arbeitet der Computer trotzdem weiter. Er zeigt es nur nicht besonders überzeugend.
Bei Laptops lohnt es sich deshalb, vor einem größeren Update das Ladekabel anzuschließen.
Während eines größeren Updates
- Ladekabel anschließenSo geht dem Laptop während der Installation nicht der Strom aus.
- Geduld habenAuch eine scheinbar stehende Prozentanzeige kann weiterarbeiten.
- Nicht ausschaltenWarten Sie, bis der Computer die Installation abgeschlossen hat.
Muss ich mich selbst um Updates kümmern?
Meistens nicht. Windows, Smartphones, Browser und viele Apps aktualisieren sich heute weitgehend selbst. Ihre Aufgabe ist eigentlich nur, sie nicht dauerhaft daran zu hindern. Das heißt:
- Den Computer ab und zu wirklich neu starten.
- Ein Update nicht monatelang auf „Später“ verschieben.
- Und Ihr Handy gelegentlich über Nacht ans Ladekabel hängen, damit es dort in Ruhe aktualisieren kann.
Mehr braucht es im Alltag oft gar nicht.
Die einfachste Merkhilfe
Wenn Sie sich nur eines merken möchten, dann dies: Ein Update ist eine verbesserte Version eines Programms. Es repariert Fehler, schließt Sicherheitslücken und bringt manchmal neue Funktionen mit.
Ihre Daten bleiben dabei normalerweise erhalten. Und es kommt immer über das Gerät oder Programm selbst. Nie über ein Werbefenster im Internet.
Updates zu einer passenden Zeit
Ärgerlich wird ein Update vor allem dann, wenn es im falschen Moment kommt: Sie wollen schnell etwas ausdrucken, und der Computer installiert erst einmal zwanzig Minuten lang. Das lässt sich vermeiden.
Unter Einstellungen › Windows Update › Erweiterte Optionen finden Sie die „Nutzungszeit“. Dort legen Sie fest, wann Sie den Computer üblicherweise nutzen, zum Beispiel von 8 bis 22 Uhr. In dieser Zeit startet Windows nicht von selbst neu. Updates werden dann meist nachts oder beim nächsten Herunterfahren abgeschlossen.
Ein kleiner Tipp: Wenn beim Herunterfahren „Aktualisieren und herunterfahren“ angeboten wird, nehmen Sie diese Möglichkeit ruhig an. Dann läuft das Update, während Sie ohnehin nicht am Computer sitzen.
Updates auch für Handy, Router und Drucker
Updates gibt es nicht nur für Windows. Auch Handy, Tablet, Router und manche Drucker bekommen regelmäßig Aktualisierungen. Beim Handy erscheint meist eine Meldung, beim Router passiert es oft automatisch im Hintergrund.
Für alle gilt dasselbe: Updates schließen Lücken und beheben Fehler. Installieren Sie sie, sobald es passt, und schieben Sie sie nicht monatelang auf. Warum das gerade für die Sicherheit so wichtig ist, erklärt der Artikel Warum sind Updates für die Sicherheit wichtig?
Wie Sie eine Update-Meldung von einer gefährlichen Meldung unterscheiden, zeige ich in Lektion 5 meines Videokurs „Computer verstehen“.
Und wenn ein Update einmal sehr lange dauert: Bitte nicht ausschalten. Lieber den Computer am Stromkabel lassen und abwarten.
Wenn Updates bei Ihnen eher Probleme machen als lösen
Manchmal läuft es leider nicht so glatt. Ein Update schlägt immer wieder fehl. Der Computer meldet seit Wochen, dass er neu starten möchte, und tut es dann doch nicht. Oder nach einem Update sieht plötzlich alles anders aus, und Sie finden Ihre gewohnten Dinge nicht mehr.
Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause und sehe mir das an. Ich prüfe, welche Updates fehlen, warum sie nicht durchlaufen und ob danach noch alles so funktioniert, wie Sie es gewohnt sind.
Und ich erkläre Ihnen in Ruhe, was sich verändert hat, damit Sie nicht das Gefühl haben, Ihr Computer sei über Nacht ausgetauscht worden.
Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.
Und falls Ihr Fernseher heute Abend auch noch ein Update möchte: Lassen Sie ihn ruhig. Er meint es meistens gut.


