In diesem Artikel
„Laden Sie sich einfach unsere App herunter.“ Diesen Satz hört man inzwischen überall. Bei der Bank. Bei der BVG. Beim Arzt, beim Supermarkt und bei der Krankenkasse. Manchmal sogar beim Bäcker.
Und vermutlich nicken die meisten Menschen dabei freundlich, obwohl sie gar nicht so genau wissen, was eine App eigentlich ist. Oder wo man sie herunterlädt. Oder ob man sie überhaupt braucht.
Dabei steckt hinter dem Wort etwas ziemlich Einfaches. Was ist eine App also genau? Ich erkläre es Ihnen. Weitere Grundbegriffe rund um Ihren Rechner erkläre ich Ihnen übrigens in meiner Übersicht der wichtigsten Computer-Grundbegriffe.
Was ist eine App? Im Grunde ein Programm
Mehr ist es tatsächlich nicht. „App“ ist die Abkürzung für das englische Wort „Application“. Auf Deutsch: Anwendung. Also ein Programm, mit dem Sie etwas Bestimmtes erledigen können.
Eine App für das Wetter. Eine App für Ihre Bank. Eine App für Fotos. Eine App, mit der Sie Ihrem Enkel eine Nachricht schicken.
Früher sagte man dazu einfach „Programm“. Heute sagt man vor allem auf Smartphones und Tablets „App“. Auf dem Computer werden beide Wörter inzwischen fast gleich verwendet. Windows nennt seine Programme in den Einstellungen mittlerweile ebenfalls „Apps“.
Wenn also jemand von einer App spricht, können Sie im Kopf ruhig „Programm“ übersetzen. Damit liegen Sie fast immer richtig.
Warum gibt es für alles eine eigene App?
Auf einem Computer gibt es meistens ein paar große Programme, die viele Dinge können. Ein Browser für das ganze Internet. Ein Textprogramm für alle Briefe. Was ein Browser ist und wozu Sie ihn brauchen, erkläre ich Ihnen in einem eigenen Artikel.
Auf dem Smartphone ist das anders. Dort hat fast jede Aufgabe ihre eigene kleine App. Die Bank hat eine App. Die Bahn hat eine App. Die Zeitung hat eine App. Und sogar die Bibliothek: Mit der Onleihe Berlin leihen Sie E-Books per App aus, ohne aus dem Haus zu gehen.
Das hat einen einfachen Grund. Ein Handybildschirm ist klein. Eine App kann genau auf diesen Bildschirm und genau auf eine Aufgabe zugeschnitten werden. Große Knöpfe. Wenige Schritte. Kein langes Suchen auf einer Internetseite. Zumindest in der Theorie.
Eine App ist ein bisschen wie ein Fachgeschäft
Stellen Sie sich das Internet wie ein großes Kaufhaus vor. Dort gibt es alles. Aber man muss erst einmal die richtige Etage finden.
Eine App ist dagegen wie ein kleines Fachgeschäft direkt bei Ihnen um die Ecke. Dort gibt es nur eine Sache.
Zum Beispiel nur Ihre Bankgeschäfte. Oder nur den Fahrplan. Dafür findet man sich dort schnell zurecht. Und man muss nicht jedes Mal durch das ganze Kaufhaus laufen.
Wo bekommt man Apps her?
Das ist eine der wichtigsten Fragen überhaupt. Denn eine App sollten Sie nicht irgendwo herunterladen. Auf Smartphones und Tablets gibt es dafür offizielle Läden.
Auf einem iPhone oder iPad heißt dieser Laden „App Store“. Sein Symbol ist ein weißes „A“ auf blauem Grund.
Auf den meisten anderen Smartphones heißt er „Google Play Store“ oder kurz „Play Store“. Sein Symbol ist ein buntes Dreieck. Auf Windows-Computern gibt es den „Microsoft Store“.
In diesen Läden werden Apps von den Herstellern angeboten und dort auch geprüft. Diese Prüfung ist nicht perfekt. Aber sie ist deutlich sicherer als eine App, die Sie über einen Link in einer E-Mail oder einer SMS bekommen.
Deshalb lautet die einfachste Regel: Apps nur aus dem offiziellen Laden Ihres Geräts installieren.
Wenn Ihnen jemand per Nachricht einen Link schickt und schreibt, Sie müssten dringend diese App installieren, um ein Paket zu verfolgen oder Ihr Konto zu entsperren, ist das sehr häufig ein Betrugsversuch.
Woran erkenne ich die richtige App?
Auch im offiziellen Laden gibt es manchmal Apps, die nur so ähnlich aussehen wie das Original. Ein paar Dinge helfen bei der Unterscheidung.
Schauen Sie, wer die App anbietet. Bei der App Ihrer Bank sollte dort auch der Name Ihrer Bank stehen. Nicht irgendein unbekannter Name.
Schauen Sie, wie viele Menschen die App bereits benutzen und bewertet haben. Eine echte Banking-App hat in der Regel sehr viele Bewertungen. Eine Nachahmung oft nur wenige.
Und am sichersten ist es, wenn Sie den Hinweis auf die richtige App direkt von der offiziellen Internetseite Ihrer Bank oder Ihrer Krankenkasse haben. Dort ist der passende Link meistens angegeben. Das gilt zum Beispiel auch, wenn Sie Ihre elektronische Patientenakte selbst ansehen möchten. Was darin steht und wer sie sieht, habe ich in einem eigenen Artikel erklärt.
Drei Stellen, auf die Sie im App-Store achten können
- 1Den offiziellen Store öffnen
Installieren Sie Apps über den Store Ihres Geräts.
- 2Den Anbieter abgleichen
Bei einer Bank-App sollte hier Ihre Bank stehen.
- 3Bewertungen einordnen
Sie sind ein Hinweis. Den sicheren Link finden Sie auf der offiziellen Website des Anbieters.
Kostet eine App Geld?
Manche ja. Die meisten nicht. Im App-Laden sehen Sie neben jeder App, ob sie etwas kostet. Steht dort „Laden“ oder „Installieren“, ist die App zunächst kostenlos. Steht dort ein Preis, kostet sie diesen Betrag.
Aber Vorsicht: Kostenlos heißt nicht immer, dass nie etwas bezahlt werden muss. Viele Apps finanzieren sich über Werbung. Andere bieten innerhalb der App zusätzliche Funktionen gegen Geld an. Das nennt sich „In-App-Käufe“.
Gerade bei Spielen kann man so erstaunlich schnell Geld ausgeben. Im Laden steht meist ein kleiner Hinweis, wenn eine App solche Käufe anbietet. Apps von Ihrer Bank, der BVG oder Ihrer Krankenkasse sind normalerweise kostenlos.
Was bedeuten diese Fragen nach Kamera, Standort und Kontakten?
Wenn Sie eine neue App zum ersten Mal öffnen, fragt sie oft um Erlaubnis. „Darf diese App auf Ihren Standort zugreifen?“ „Darf diese App die Kamera verwenden?“ „Darf diese App Ihnen Mitteilungen senden?“
Das nennt man Berechtigungen. Und Sie dürfen ruhig kurz nachdenken, bevor Sie zustimmen. Die Frage ist immer: Braucht die App das wirklich für das, was sie tun soll?
Eine Karten-App braucht Ihren Standort. Sonst kann sie Ihnen nicht sagen, wo Sie sind. Eine Banking-App braucht vielleicht die Kamera, um einen Code zu scannen. Eine Taschenlampen-App braucht aber ganz sicher nicht Ihr Adressbuch.
Wenn Ihnen eine Berechtigung merkwürdig vorkommt, können Sie sie ablehnen. Die meisten Apps funktionieren trotzdem. Und falls doch etwas fehlt, können Sie die Erlaubnis später in den Einstellungen Ihres Geräts noch nachträglich erteilen.
Auf dem iPhone fragt manche App außerdem, ob sie Ihre Aktivitäten in Apps und auf Websites anderer Firmen verfolgen darf. Das nennt man App-Tracking. Gemeint ist Werbung, die Ihnen von einer App zur nächsten folgt. Wenn Sie „App bitten, kein Tracking durchzuführen“ wählen, funktioniert die App ganz normal weiter. Sie sehen dann nur Werbung, die weniger auf Sie zugeschnitten ist.
Brauche ich die App wirklich – oder reicht die Internetseite?
Gute Frage. Und sie wird viel zu selten gestellt.
App oder Internetseite? So entscheiden Sie
- Nur selten genutzt?Für Fahrpläne oder Nachrichten reicht oft die Internetseite im Browser.
- Regelmäßig genutzt?Dann kann eine App den Weg zu dieser Aufgabe verkürzen.
- Ohne App geht es nicht?Für eine Bestätigung bei der Bank oder ein digitales Ticket kann sie nötig sein.
Ein Handy mit achtzig Apps, von denen sechzig nie geöffnet werden, ist nicht praktischer. Nur voller.
Auch Apps brauchen Updates
Genau wie andere Programme werden Apps regelmäßig verbessert. Fehler werden behoben. Sicherheitslücken werden geschlossen. Manchmal kommt eine neue Funktion dazu.
Auf den meisten Smartphones passiert das automatisch, oft über Nacht, wenn das Handy am Ladekabel hängt und mit dem WLAN verbunden ist.
Bei manchen Apps, besonders bei Banking-Apps, kann es passieren, dass sie ohne Update gar nicht mehr starten. Das ist kein Defekt. Die Bank möchte einfach sicherstellen, dass niemand mit einer veralteten, unsicheren Version arbeitet.
Was bei einer Aktualisierung mit Ihrem Computer passiert, habe ich Ihnen in einem eigenen Artikel erklärt.
Was passiert, wenn ich eine App lösche?
Die App verschwindet von Ihrem Gerät. Sie können sie aber jederzeit wieder aus dem Laden herunterladen.
Wenn Sie für die App ein Konto haben, zum Beispiel bei Ihrer Bank, bleibt dieses Konto bestehen. Das Konto ist nicht in der App. Die App ist nur der Zugang dazu.
Es gibt allerdings eine wichtige Ausnahme. Manche Apps speichern Dinge nur auf Ihrem Gerät. Zum Beispiel Chatverläufe mit Fotos, Notizen oder Spielstände. Wenn davon keine Sicherung existiert, können diese Inhalte beim Löschen verloren gehen.
Bevor Sie eine App löschen, die Sie lange benutzt haben, lohnt sich deshalb kurz die Frage: Ist da irgendetwas drin, das ich behalten möchte?
Die einfachste Merkhilfe
Wenn Sie sich nur einen Satz merken möchten, dann diesen: Eine App ist ein Programm für eine bestimmte Aufgabe.
Und eine zweite Regel gleich dazu: Apps nur aus dem offiziellen Laden Ihres Geräts. Nie über einen Link aus einer Nachricht.
Apps nur aus dem offiziellen Store
Apps sollten Sie nur aus dem offiziellen Store Ihres Geräts laden: dem App Store beim iPhone, dem Play Store bei Android-Handys und dem Microsoft Store unter Windows. Dort werden Apps vor der Veröffentlichung geprüft. Ganz sicher ist das nicht, aber deutlich sicherer als jede andere Quelle.
Seien Sie vorsichtig, wenn Ihnen eine Nachricht, eine E-Mail oder ein Anrufer einen Link schickt, über den Sie eine App installieren sollen. Echte Unternehmen verweisen immer auf den offiziellen Store. Wer Sie auf einen anderen Weg lotst, will meist nichts Gutes.
Ein kleiner Tipp für den Store: Schauen Sie auf den Namen des Anbieters unter der App. Bei der App Ihrer Bank sollte dort der Name der Bank stehen, nicht ein unbekannter Entwickler mit ähnlichem Namen. Wie Sie prüfen, woher ein Programm stammt, bevor Sie es installieren, zeige ich ausführlich in Lektion 7 meines Videokurs „Computer verstehen“.
Was ist eine APK – und warum ist Vorsicht geboten?
Vielleicht ist Ihnen das Wort schon begegnet: APK. Das ist eine Datei, in der eine App für Android-Handys steckt. Normalerweise sehen Sie so eine Datei nie. Der Play Store lädt sie im Hintergrund herunter und installiert sie für Sie.
Man kann eine APK aber auch direkt aus dem Internet laden, an jedem Laden vorbei. Und genau das nutzen Betrüger. Sie schicken eine SMS über ein angebliches Paket, eine Sprachnachricht oder ein gesperrtes Konto. Darin ist ein Link zu einer App. In Wahrheit ist es ein Programm, das Ihre Nachrichten mitliest oder Ihre Bankdaten abgreift.
Android schützt Sie davor zunächst. Bevor so eine Datei installiert wird, fragt das Handy, ob Sie die Installation „unbekannter Apps“ erlauben möchten. Spätestens an dieser Stelle sollten Sie abbrechen.
Auf dem iPhone gibt es keine APK-Dateien. Die Regel gilt trotzdem für jedes Gerät: Eine App, die Sie über einen Link bekommen, installieren Sie nicht.
Welche Apps braucht man wirklich?
Im App-Laden gibt es Millionen Apps. Brauchen werden Sie davon nur eine Handvoll.
Vieles ist schon auf dem Handy, wenn Sie es auspacken: Telefon, Nachrichten, Kamera, Fotos, Kalender, Uhr und Wetter. Dazu kommt bei den meisten Menschen eine Nachrichten-App wie WhatsApp, damit die Familie Fotos schicken kann. Wie Sie WhatsApp einrichten, steht im Artikel So richten Sie WhatsApp ein – Schritt für Schritt für Einsteiger.
Wer Online-Banking macht, braucht oft die App seiner Bank und eine App für die Freigaben. Mehr dazu im Artikel Die TAN-App fürs Online-Banking einrichten – und was beim Handywechsel wichtig ist. Praktisch sind außerdem eine Fahrplan-App wie die der BVG oder der Bahn und vielleicht die App Ihrer Krankenkasse.
Alles Weitere dürfen Sie in Ruhe dann installieren, wenn Sie es wirklich brauchen. Nicht, weil jemand sagt, dass man das heute so hat.
Wenn Sie bei Apps nicht weiterkommen
Vielleicht verlangt Ihre Bank plötzlich eine App, und Sie wissen nicht, welche. Vielleicht ist Ihr Handy so voll, dass keine neue App mehr passt. Oder Sie haben einfach keine Lust, sich zwischen dreißig ähnlich aussehenden Symbolen zurechtzufinden.
Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, rufen Sie mich einfach an und schildern Sie kurz, worum es geht. Dann klären wir gemeinsam, ob ich Ihnen dabei bei Ihnen zu Hause helfen kann.
Sie müssen dafür nicht wissen, wie die App heißt oder was genau nicht funktioniert. Ein Satz wie „Meine Bank will, dass ich irgendeine App installiere“ reicht völlig aus.
Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.
Und falls Ihnen beim Bäcker wieder jemand sagt: „Laden Sie sich einfach unsere App herunter.“ Dann dürfen Sie ganz entspannt zurückfragen: „Brauche ich die wirklich – oder reicht auch ein Brötchen?“


