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Anrufe von Microsoft? So erkennen Sie den falschen Computer-Support

Ein altes beiges Tastentelefon steht auf einem dunklen Holzmöbel
In diesem Artikel

Dienstagvormittag, das Telefon klingelt. Am anderen Ende ein Mann mit freundlicher Stimme, im Hintergrund Stimmengewirr wie in einem Großraumbüro.

„Guten Tag, hier ist der technische Support von Microsoft. Ihr Computer sendet uns seit Tagen Fehlermeldungen. Wir möchten Ihnen helfen, bevor Ihre Daten verloren gehen.“

Das klingt besorgt und hilfsbereit. Und es ist von vorne bis hinten gelogen. Solche Microsoft-Anrufe sind eine weit verbreitete Betrugsmasche.

Solche Anrufe gehören zu den häufigsten Betrugsmaschen rund um den Computer. Hier erkläre ich, wie sie ablaufen, woran Sie sie erkennen und was zu tun ist, wenn Sie schon mitgemacht haben.

Wenn der angebliche Support anruft:

  • Microsoft ruft nie unaufgefordert an.
  • Nichts installieren, nichts eintippen, nichts bezahlen.
  • Einfach auflegen – das ist nicht unhöflich.

Microsoft ruft Sie nicht an

Das ist der wichtigste Satz dieses Artikels. Microsoft ruft Privatleute nicht unaufgefordert an, um Fehler am Computer zu melden. Ihr Internetanbieter nicht, Ihr Virenschutz auch nicht.

Niemand sieht aus der Ferne, dass Ihr Computer „Fehler sendet“. Das ist eine Erfindung, die nur einen Zweck hat: Sie sollen sich Sorgen machen.

Echte Updates und Sicherheitsfunktionen kommen still über den Computer selbst, nicht per Telefon. Wie das funktioniert und warum diese Aktualisierungen so wichtig sind, erkläre ich Ihnen in einem eigenen Artikel.

So läuft so ein Anruf meistens ab

Die Gespräche folgen fast immer demselben Drehbuch. Wer es einmal kennt, erkennt es sofort wieder.

  1. Der Anrufer behauptet, Ihr Computer habe ein Problem oder sei von Viren befallen.
  2. Er bittet Sie, den Computer einzuschalten und bestimmte Dinge einzutippen. Dann zeigt er Ihnen angebliche Beweise, etwa eine Liste mit roten und gelben Warnungen.
  3. Er bittet Sie, ein kleines Programm zu installieren, „damit der Techniker helfen kann“.
  4. Jetzt sieht er Ihren Bildschirm und kann die Maus bewegen.
  5. Am Ende verlangt er Geld. Für einen Schutzvertrag, eine Reparatur oder eine angebliche Lizenz.

Die „Beweise“ in Schritt zwei sind übrigens ganz normale Einträge, die auf jedem Windows-Computer stehen. Auch auf einem fabrikneuen.

Im Bild erklärt

Vier Sätze, bei denen Sie auflegen dürfen

So oder so ähnlich klingt es, wenn der falsche Support anruft.

1„Ihr Computer sendet uns seit Tagen Fehlermeldungen.“

Erfunden. Das sieht niemand aus der Ferne.

2„Öffnen Sie bitte dieses Fenster, dort sehen Sie die Fehler.“

Ganz normale Einträge, die auf jedem Computer stehen.

3„Installieren Sie dieses kleine Programm, dann kann ich helfen.“

Ab jetzt sieht er Ihren Bildschirm.

4„Die Reparatur kostet 199 Euro, zahlbar mit Gutscheinkarten.“

Spätestens hier ist es eindeutig Betrug.

Auflegen – bei jedem dieser Sätze.

Beispielsätze. Die Anrufer wechseln die Worte, das Drehbuch bleibt gleich.

Woran Sie falsche Microsoft-Anrufe erkennen

Ein einziges dieser Zeichen reicht, um aufzulegen:

  • Der Anruf kam, ohne dass Sie jemanden um Hilfe gebeten haben.
  • Es wird Druck gemacht: „Sofort“, „sonst sind Ihre Daten weg“.
  • Sie sollen ein Programm installieren oder eine Internetseite aufrufen.
  • Es geht um Ihr Online-Banking oder um Bankdaten.
  • Sie sollen mit Gutscheinkarten aus dem Supermarkt bezahlen.

Gerade der letzte Punkt ist eindeutig. Kein seriöses Unternehmen lässt sich mit Gutscheinkarten bezahlen.

Auch eine deutsche Nummer ist kein Beweis

Viele denken: Die Nummer fing mit 030 an, das war bestimmt jemand aus Berlin. Leider stimmt das nicht.

Die Nummer, die auf Ihrem Telefon erscheint, lässt sich fälschen. Betrüger zeigen gern eine Berliner Vorwahl an oder sogar eine Nummer, die echt aussieht.

Verlassen Sie sich deshalb nie auf die angezeigte Nummer. Entscheidend ist, was der Anrufer von Ihnen will. Welche Tricks Betrüger sonst noch anwenden, am Telefon, per E-Mail oder per SMS, habe ich in meiner Übersicht zu Betrug am Telefon und im Internet gesammelt.

Was Sie am Telefon sagen können

Sie müssen nicht diskutieren und nichts beweisen. Sie müssen auch nicht höflich bis zum Ende zuhören.

Ein Satz genügt: „Ich habe Sie nicht angerufen. Auf Wiederhören.“ Dann legen Sie auf.

Geben Sie dabei nichts preis. Kein Geburtsdatum, keine Kontonummer, kein Passwort. Auch nicht „nur zur Bestätigung“, wie es die Anrufer gern nennen.

Wenn Sie das unhöflich finden: Das ist es nicht. Der Anrufer ist ein Betrüger, kein Gast. Je kürzer das Gespräch, desto besser.

Ruft er gleich noch einmal an, gehen Sie einfach nicht ran. Viele Telefone können eine Nummer auch sperren. Das hilft allerdings nur begrenzt, weil die Betrüger ihre Nummern oft wechseln.

Schwarzes Tastentelefon mit Spiralkabel auf einem Holzschreibtisch neben einer Briefablage
Foto: Ron Lach / Pexels

„Aber er wusste meinen Namen.“

Das verunsichert viele. Woher kennt ein Fremder Namen und Telefonnummer?

Die Antwort ist unspektakulär. Namen und Nummern stehen im Telefonbuch, in alten Gewinnspielen oder in Datensammlungen, die im Internet gehandelt werden.

Ihr Name allein beweist also gar nichts. Er bedeutet nur, dass Sie auf einer Liste stehen, die abtelefoniert wird.

Wenn Sie schon etwas am Computer gemacht haben

Vielleicht haben Sie nicht sofort aufgelegt. Das ist kein Grund, sich zu schämen. Diese Leute sind geübt und sehr überzeugend.

Wichtig ist jetzt nur, schnell und in Ruhe zu handeln. Trennen Sie den Computer vom Internet. Am einfachsten schalten Sie ihn ganz aus. Hängt er an einem Kabel, ziehen Sie es heraus.

Damit ist die Verbindung zum Anrufer unterbrochen. Er kann dann nichts mehr auf Ihrem Computer tun.

Wenn ein Programm installiert wurde

Meistens lassen die Betrüger ein Programm für Fernwartung installieren. Bekannte Namen sind zum Beispiel AnyDesk oder TeamViewer. Diese Programme sind an sich seriös. Gefährlich wird es, wenn ein Fremder sie benutzt.

Schalten Sie den Computer erst wieder ein, wenn jemand dabei ist, der sich auskennt. Das Programm muss entfernt werden, und der Computer sollte gründlich geprüft werden.

Ändern Sie außerdem die Passwörter, die auf diesem Computer benutzt wurden. Am besten von einem anderen Gerät aus, etwa vom Handy. Zuerst das E-Mail-Postfach, dann das Online-Banking. Kommen Sie in Ihr Postfach schon nicht mehr hinein, zeige ich Ihnen in einem eigenen Artikel, was Sie tun können, wenn Ihr E-Mail-Konto gehackt wurde.

Ein Laptop mit ausgeschaltetem Bildschirm steht auf einem Holzhocker
Foto: Claire Ló / Pexels

Wenn Sie bezahlt oder Bankdaten genannt haben

Dann zählt jede Stunde. Gehen Sie so vor:

  • Rufen Sie sofort Ihre Bank an. Die Nummer steht auf der Rückseite Ihrer Bankkarte.
  • Auch nachts und am Wochenende lassen sich Bankkarten über den Sperr-Notruf 116 116 sperren.
  • Haben Sie mit Gutscheinkarten bezahlt, heben Sie die Karten und den Kassenbon auf.
  • Schreiben Sie auf, was passiert ist: Uhrzeit, angezeigte Nummer, was der Anrufer gesagt hat.

Das Geld lässt sich nicht immer zurückholen. Je schneller die Bank Bescheid weiß, desto besser sind aber die Chancen.

Sollten Sie den Microsoft-Anruf bei der Polizei melden?

Ja, wenn Sie Geld verloren oder Daten herausgegeben haben. Dann ist eine Anzeige sinnvoll, und Ihre Bank wird oft danach fragen.

In Berlin geht das auch ohne Gang zur Wache, über die Internetwache der Polizei Berlin. Ihre Notizen zum Gespräch helfen dabei sehr. Beraten lassen können Sie sich außerdem bei der Verbraucherzentrale Berlin.

Haben Sie nur kurz gesprochen und dann aufgelegt, ist nichts weiter zu tun. Erzählen Sie es trotzdem Ihren Angehörigen oder Nachbarn. Diese Anrufe kommen oft in Wellen, und eine Warnung zur rechten Zeit wirkt Wunder.

Echte Hilfe erkennen Sie daran, wer anruft

Es gibt eine einfache Regel: Echte Hilfe rufen Sie an. Nicht umgekehrt.

Das gilt übrigens auch für mich. Ich rufe niemanden ungefragt an, um Hilfe am Computer anzubieten.

Wenn Sie Hilfe am Computer brauchen, wählen Sie selbst eine Nummer, die Sie kennen. Die von Angehörigen, von einem Fachgeschäft oder von jemandem, dem Sie vertrauen.

Wie eine Hilfe aussieht, bei der Sie jederzeit wissen, was passiert, beschreibe ich am Beispiel meiner Computerhilfe bei Ihnen zu Hause.

Die Maschen ändern sich, das Muster bleibt

Nicht immer gibt sich der Anrufer als Microsoft aus. Manchmal ist es angeblich Ihr Internetanbieter, der eine Störung beheben will. Manchmal die Bank, die eine verdächtige Abbuchung gefunden hat. Manchmal die Polizei, die vor genau solchen Betrügern warnen möchte.

So unterschiedlich die Geschichten sind, das Muster ist immer dasselbe:

  • Der Anruf kommt unerwartet.
  • Es gibt ein dringendes Problem, das sofort gelöst werden muss.
  • Sie sollen etwas am Computer tun, ein Programm installieren oder Daten nennen.
  • Am Ende geht es um Geld oder um Zugang zu Ihrem Konto.

Sobald zwei dieser Punkte zusammenkommen, dürfen Sie auflegen. Ohne Erklärung und ohne schlechtes Gewissen.

Selbst zurückrufen, aber über den richtigen Weg

Wenn Sie nach dem Anruf unsicher sind, ob doch etwas dran war, rufen Sie selbst an. Aber nicht über die Nummer, die der Anrufer genannt hat, und auch nicht über die Rückruftaste. Suchen Sie die Nummer selbst heraus: auf Ihrer Bankkarte, auf einer alten Rechnung Ihres Internetanbieters oder auf der Internetseite, die Sie selbst eintippen.

Warten Sie vorher ein paar Minuten oder rufen Sie von einem anderen Telefon aus an. Manche Betrüger legen nicht richtig auf und bleiben in der Leitung, sodass Sie beim nächsten Wählen wieder bei ihnen landen.

Genau diese Regel, eine Behauptung über einen Kontaktweg zu prüfen, den Sie selbst wählen, ist das Thema von Lektion 10 in meinem Videokurs „Computer verstehen“. Dort spielen wir verschiedene Anrufe durch, damit Sie im Ernstfall nicht überlegen müssen.

Angehörige einweihen

Erzählen Sie in der Familie von solchen Anrufen, auch wenn nichts passiert ist. Das ist nicht peinlich, sondern hilfreich. Oft haben andere schon ähnliche Anrufe bekommen, und gemeinsam erkennt man das Muster schneller.

Und wenn Sie für Ihre Eltern mitdenken: Vereinbaren Sie, dass bei jedem Anruf, bei dem es um den Computer oder um Geld geht, zuerst Sie angerufen werden. Wie Sie als Angehöriger Senioren vor Internetbetrug schützen, habe ich in einem eigenen Artikel aufgeschrieben.

Und wenn Sie im Gespräch bereits unsicher geworden sind: Es ist völlig in Ordnung, einfach aufzulegen, ohne sich zu verabschieden. Höflichkeit schulden Sie niemandem, der Sie unter Druck setzt.

Wenn Sie unsicher sind, ob ein Anruf echt war

Manchmal bleibt ein ungutes Gefühl. Vielleicht war es ja doch die Bank? Dann legen Sie auf und rufen selbst bei der Bank an. Mit der Nummer von Ihrer Karte, nicht mit einer Nummer, die der Anrufer genannt hat.

So können Sie jeden Anruf prüfen, ohne ein Risiko einzugehen. Ein echter Mitarbeiter hat dafür Verständnis.

Wenn Sie Angehörige schützen möchten, finden Sie weitere Tipps im Artikel Wie schütze ich meine Eltern vor Betrug am Computer?

Hilfe nach einem Betrugsanruf in Berlin-Charlottenburg

Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen und nach so einem Anruf unsicher sind, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause. Ich sehe nach, ob ein fremdes Programm auf dem Computer ist, entferne es und prüfe den Rest gründlich.

Wir ändern zusammen die wichtigen Passwörter. Und Sie wissen danach, dass auf Ihrem Computer wieder nur Sie das Sagen haben. Was ich dabei nacheinander prüfe, steht bei meiner Computerhilfe nach einem Betrugsanruf.

Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.

Am Telefon reicht übrigens ein Satz wie: „Bei mir hat jemand von Microsoft angerufen, und ich habe etwas installiert.“ Damit weiß ich schon ziemlich viel.

Lieber persönlich erklärt bekommen?

Rufen Sie mich an. Ich komme zu Ihnen nach Hause in Berlin-Charlottenburg und helfe geduldig und in Ihrem Tempo.

Anrufen: 0151 44985258