In diesem Artikel
Die Schwester hat Geburtstag. Und sie hat sich ein Foto gewünscht: das vom Gartenfest im Juli, auf dem alle so schön in die Kamera lachen.
Kein Problem, denkt man. Das Foto ist ja auf dem Computer. Man hat es sich erst neulich noch angesehen. Also eine E-Mail schreiben, auf „Datei anhängen“ klicken – und dann öffnet sich ein Fenster mit lauter Ordnern. Dokumente. Musik. Irgendetwas mit OneDrive.
Nur das Gartenfest ist nirgends zu sehen. Spätestens jetzt fragen Sie sich: Wo sind meine Fotos eigentlich gespeichert?
Diese Suche gehört zu den häufigsten Fragen, die mir bei Hausbesuchen gestellt werden. Und fast immer gibt es eine gute Nachricht: Die Fotos sind noch da. Sie liegen nur an einer anderen Stelle, als man denkt. Und wenn Sie danach dafür sorgen möchten, dass sie auch dort bleiben, finden Sie in meiner Übersicht zum Sichern von Fotos und Dateien die passenden Anleitungen.
Hier lohnt sich der erste Blick:
- Im Explorer der Ordner „Bilder“ mit seinen Unterordnern.
- Der Ordner „Downloads“ für Fotos aus E-Mails und WhatsApp.
- Der Ordner „OneDrive“, wenn OneDrive eingeschaltet ist.
Fotos verschwinden selten – sie liegen nur woanders
Ein Computer hat nicht einen Platz für Fotos, sondern gleich mehrere. Welcher davon benutzt wird, hängt vor allem davon ab, wie ein Foto auf den Computer gekommen ist.
Ein Bild vom Handy landet woanders als ein Bild aus einer E-Mail. Ein Foto aus der Cloud wieder woanders. Und wer vor Jahren einmal eine Speicherkarte ausgelesen hat, findet die Bilder vielleicht noch an einer ganz eigenen Stelle.
Deshalb lohnt es sich, kurz zu überlegen: Woher stammt das Foto eigentlich? Vom eigenen Handy? Von der Tochter per WhatsApp? Aus einer Digitalkamera?
Mit dieser Antwort ist man oft schon auf halbem Weg zum richtigen Ordner.
Wo Windows Ihre Fotos speichert – schauen Sie zuerst in „Bilder“
Windows hat einen eigenen Ordner für Fotos. Er heißt „Bilder“. Sie finden ihn, wenn Sie den Explorer öffnen, also das gelbe Ordnersymbol unten in der Taskleiste. In der linken Spalte steht „Bilder“ meistens weit oben.
Darin gibt es oft schon ein paar Unterordner, die Windows selbst angelegt hat:
- „Eigene Aufnahmen“ für Fotos, die mit der eingebauten Kamera des Laptops gemacht wurden
- „Screenshots“ für Bildschirmfotos
- „Gespeicherte Bilder“ für Bilder, die man aus manchen Programmen heraus gespeichert hat
- Ordner mit Datum oder Jahreszahl, wenn Fotos vom Handy oder von der Kamera importiert wurden
Klicken Sie diese Ordner ruhig nacheinander an. Es passiert nichts, solange Sie nur schauen.
Die Fotos-App zeigt alles – aber nicht, wo es liegt
Viele Menschen sehen ihre Bilder nicht im Explorer an, sondern in der App „Fotos“. Sie öffnet sich oft von selbst, wenn man ein Bild doppelt anklickt.
Die App ist bequem. Sie sammelt Bilder aus mehreren Ordnern und zeigt sie schön nach Datum sortiert. Genau das führt aber zur Verwirrung: Man hat das Foto gesehen. Aber man weiß nicht, in welchem Ordner es eigentlich liegt.
Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Klicken Sie das gesuchte Bild in der Fotos-App mit der rechten Maustaste an. Bei den meisten Versionen gibt es dort einen Eintrag wie „Im Datei-Explorer öffnen“ oder „Ordner öffnen“. Dann zeigt Ihnen Windows direkt den richtigen Ordner.
Diesen Ordner können Sie sich merken. Oft liegen dort auch die anderen Bilder vom selben Tag.

„Das hat mir doch jemand geschickt.“
Fotos, die per E-Mail oder über WhatsApp am Computer ankommen, landen meistens gar nicht im Ordner „Bilder“. Wenn man sie öffnet oder speichert, legt der Computer sie im Ordner „Downloads“ ab.
Dort liegen sie dann zwischen Rechnungen, Formularen und Programmen. Und tragen Namen wie „IMG-20260814-WA0012.jpg“. Kein Wunder, dass man das Gartenfest darin nicht wiedererkennt.
Wie Sie diesen Ordner finden und was es mit den merkwürdigen Namen auf sich hat, steht im Artikel Wo sind Ihre Downloads? So finden Sie heruntergeladene Dateien
Wenn Sie dort ein schönes Foto finden: Verschieben Sie es am besten gleich in den Ordner „Bilder“. Dann muss beim nächsten Mal niemand suchen.
Woher das Foto kommt, verrät den Ordner
Die üblichen Wege, auf denen Fotos auf einen Windows-Computer gelangen.
- Vom Handy per KabelBilder
- Aus E-Mail und WhatsAppDownloads
- OneDrive ist eingeschaltetOneDrive › Bilder
- Kamera des LaptopsBilder › Eigene Aufnahmen
Wenn OneDrive mitspielt
Bei vielen Computern mit Windows 11 ist OneDrive eingeschaltet, oft schon seit dem ersten Einrichten. OneDrive ist der Online-Speicher von Microsoft. Und er sorgt für eine Überraschung, die viele nicht kennen.
Der Ordner „Bilder“ liegt dann nämlich nicht mehr einfach auf dem Computer, sondern im OneDrive-Ordner. Im Explorer gibt es ihn deshalb scheinbar zweimal: einmal unter „Bilder“ und einmal unter „OneDrive“ › „Bilder“. Manchmal ist nur einer der beiden gefüllt.
Ein Hinweis darauf sind kleine Symbole neben den Dateien. Eine Wolke bedeutet: Das Foto liegt nur online und wird erst geladen, wenn Sie es öffnen. Ein grüner Haken bedeutet: Es ist auch auf dem Computer gespeichert.
Was es mit solchen Online-Speichern grundsätzlich auf sich hat und was eine Cloud überhaupt ist, erkläre ich Ihnen in einem eigenen Artikel.
Fotos vom iPhone oder aus Google Fotos
Wer ein iPhone hat und am Computer das Programm „iCloud für Windows“ benutzt, findet seine Handyfotos oft in einem eigenen Bereich. Er heißt „iCloud Fotos“ und steht im Explorer in der linken Spalte.
Bei Android-Handys ist häufig Google Fotos im Spiel. Diese Bilder liegen in der Regel gar nicht auf dem Computer. Man sieht sie nur im Browser, auf der Seite von Google Fotos. Wer sie auf dem Computer haben möchte, muss sie dort erst herunterladen.
Das ist kein Fehler. Es ist nur ein anderer Weg. Und er erklärt, warum ein Foto am Handy immer da ist, am Computer aber nie auftaucht.
Speicherkarte, USB-Stick, alte Festplatte
Fotos von einer Digitalkamera wurden früher oft direkt von der Speicherkarte angesehen. Oder man hat sie auf einen USB-Stick kopiert, um sie zum Fotoladen zu bringen.
Solche Bilder sind nur dann auf dem Computer, wenn sie wirklich dorthin kopiert wurden. Liegt die Karte in der Schublade, liegen auch die Fotos in der Schublade.
Stecken Sie Karte, Stick oder Festplatte deshalb ruhig noch einmal an und sehen Sie nach. Im Explorer erscheinen sie in der linken Spalte unter „Dieser PC“, meistens mit einem eigenen Laufwerksbuchstaben wie D: oder E:.
Die Suche im Explorer richtig benutzen
Wenn Sie gar nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, hilft die Suche. Am besten so:
- Öffnen Sie den Explorer und klicken Sie links auf „Dieser PC“. Dann durchsucht Windows den ganzen Computer.
- Tippen Sie oben rechts in das Suchfeld „.jpg“ ein. So enden die Namen der allermeisten Fotos.
- Warten Sie einen Moment. Die Suche kann eine Weile dauern, und die Liste wird nach und nach länger.
- Stellen Sie die Ansicht auf große Symbole. Dann sehen Sie kleine Vorschaubilder statt nur Namen.
Fotos vom iPhone haben manchmal die Endung „.heic“ statt „.jpg“. Wenn Sie nichts finden, suchen Sie auch danach.
Nach Datum suchen statt nach Namen
Den Namen eines Fotos kennt fast niemand. Das Datum dagegen schon eher. „Das war beim Gartenfest im Juli.“
Im Explorer können Sie die Liste nach Datum sortieren. Klicken Sie dazu in der Ansicht „Details“ oben auf die Spalte „Änderungsdatum“. Ein zweiter Klick dreht die Reihenfolge um.
Noch genauer ist das Aufnahmedatum, das die Kamera im Foto selbst speichert. Die Fotos-App sortiert genau danach. Deshalb ist sie für die Suche nach einem bestimmten Tag oft der schnellere Weg. Haben Sie das Bild dort gefunden, hilft wieder der Rechtsklick auf „Im Datei-Explorer öffnen“.
Woran Sie sehen, wo ein Foto gespeichert ist
Manchmal hat man ein Foto gefunden, aber nicht verstanden, wo man gerade ist. Dann hilft ein Blick in die Adressleiste ganz oben im Explorer. Dort steht der Weg zum Ordner, zum Beispiel „Dieser PC › Bilder › 2026 › Gartenfest“.
Noch ausführlicher geht es mit einem Rechtsklick auf das Foto und dann auf „Eigenschaften“. Dort finden Sie unter anderem:
- den Ort, also den genauen Ordner, in dem das Foto liegt
- die Größe der Datei, die etwas über die Bildqualität verrät
- das Datum, an dem die Datei erstellt oder geändert wurde
- auf der Registerkarte „Details“ oft auch das Aufnahmedatum und das Kameramodell
Gerade das Kameramodell ist ein guter Hinweis. Steht dort der Name Ihres Handys, wissen Sie, dass das Foto von Ihnen selbst stammt.
Ein fester Platz für alle Fotos
Die beste Vorbeugung gegen die nächste Suche ist ein einziger, fester Ort für alle Fotos. Ich empfehle dafür den Ordner „Bilder“. Darin lege ich gern pro Jahr einen Ordner an und darin pro Anlass einen weiteren.
Also zum Beispiel „Bilder › 2026 › Gartenfest“ oder „Bilder › 2025 › Ostsee“. Das ist schlicht. Aber man findet sich auch in zehn Jahren noch zurecht. Falls bei Ihnen gerade ein neuer Computer ansteht, erkläre ich Ihnen Schritt für Schritt, wie Ihre Bilder beim Gerätewechsel mit umziehen.
Neue Fotos, ob aus der E-Mail, von WhatsApp oder vom Handy, wandern dann immer gleich dorthin. Wie man Handyfotos sauber auf den Computer holt, steht im Artikel Wie Sie Fotos vom Handy auf Ihren PC übertragen

Wenn die Fotos wirklich fehlen
Nur selten sind Fotos tatsächlich weg. Bevor Sie das annehmen, sehen Sie einmal im Papierkorb nach. Gelöschte Dateien liegen dort oft noch wochenlang und lassen sich mit einem Rechtsklick auf „Wiederherstellen“ zurückholen.
Bei OneDrive gibt es zusätzlich einen eigenen Papierkorb im Browser, auf der Internetseite von OneDrive.
Finden Sie die Bilder auch dort nicht, speichern Sie möglichst nichts Neues mehr auf dem Computer. Dann bestehen manchmal noch Chancen, gelöschte Dateien zu retten. Das ist allerdings Arbeit für einen Fachmann und gelingt nicht immer. Was ich in so einem Fall für Sie tun kann, steht auf meiner Seite Fotos und Daten retten lassen.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, lohnt sich eine Sicherung. Wie das ohne viel Aufwand geht, steht im Artikel So sichern Sie Ihre Fotos, damit sie nicht plötzlich weg sind
Wie Sie Fotos vom USB-Stick auf den Computer kopieren und prüfen, ob Sie wirklich eine eigene Kopie haben, zeige ich in Lektion 8 meines Videokurs „Computer verstehen“. Lektion 6 erklärt, wann Fotos wirklich gesichert sind.
Bevor Sie ein Foto verloren geben
- Papierkorb angesehen?Gelöschte Fotos liegen dort oft noch wochenlang.
- Nach „.jpg“ gesucht?Die Suche über „Dieser PC“ findet auch versteckte Ecken.
- Online nachgesehen?OneDrive, iCloud oder Google Fotos im Browser öffnen.
Hilfe beim Wiederfinden Ihrer Fotos in Berlin-Charlottenburg
Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause und suche gemeinsam mit Ihnen nach Ihren Fotos. Auf dem Computer, auf alten Speicherkarten und in der Cloud.
Auf Wunsch räumen wir die gefundenen Bilder auch gleich in eine Ordnung, die Sie selbst verstehen. Und richten eine Sicherung ein, damit die Erinnerungen nicht verloren gehen.
Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.
Am Telefon reicht übrigens ein Satz wie: „Ich suche die Fotos vom Gartenfest und finde sie einfach nicht mehr.“ Den Rest finden wir zusammen.


