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Ihr Internet ist langsam? Woran es liegt und was Ihnen hilft

Eine Schnecke kriecht langsam über graue Pflastersteine am Rand einer Wiese
In diesem Artikel

Frau Albrecht möchte am Abend mit ihrer Enkelin in Hamburg telefonieren, per Video. Das Bild bleibt stehen, der Ton kommt abgehackt, nach zwei Minuten bricht die Verbindung ab. Am Vormittag hatte sie schon gemerkt, dass sich die Seite der Zeitung nur sehr zögerlich aufbaut. Sie fragt sich: Ist der Computer zu alt? Ist der Router kaputt? Oder zahlt sie für etwas, das sie gar nicht bekommt?

Langsames Internet gehört zu den häufigsten Ärgernissen, von denen mir Kundinnen und Kunden erzählen. „Mein Internet ist langsam“ – diesen Satz höre ich sehr oft. Die gute Seite daran: In den meisten Fällen steckt keine große Störung dahinter, sondern eine Kleinigkeit, die sich zu Hause beheben lässt.

Man muss die Ursache nur Schritt für Schritt eingrenzen. Das klingt technischer, als es ist. Sie brauchen dafür kein Fachwissen, nur ein wenig Geduld und diesen Artikel.

Ich zeige Ihnen, wie Sie die Geschwindigkeit messen, was die Zahlen bedeuten, welche Ursachen am häufigsten sind und was Ihnen zusteht, wenn der Anbieter dauerhaft weniger liefert als versprochen.

Erst einmal prüfen:

  • Neben dem Router und im Zimmer messen.
  • Router eine halbe Minute vom Strom trennen.
  • Nur ein Gerät langsam? Dann liegt es am Gerät.

Langsam heißt nicht kaputt

Wenn das Internet gar nicht geht, ist die Lage klar: Irgendwo ist die Verbindung unterbrochen. Bei langsamem Internet ist es schwieriger. Es funktioniert ja, nur eben zäh. Seiten laden lange, Videos ruckeln, Fotos in E-Mails erscheinen erst nach und nach.

Dahinter können ganz verschiedene Dinge stecken. Manchmal ist das WLAN im Wohnzimmer zu schwach, manchmal ist der Computer selbst ausgelastet, manchmal liegt es tatsächlich an der Leitung ins Haus. Jede Ursache braucht eine andere Lösung. Zu vielen davon habe ich Ihnen Lösungen in meinem Überblick über Router, WLAN und Leitung aufgeschrieben.

Deshalb lohnt es sich nicht, gleich beim Anbieter anzurufen oder einen neuen Router zu kaufen. Besser ist es, erst zu schauen, wo genau es hakt. Wie Sie dabei vorgehen, lesen Sie in den nächsten Abschnitten.

Wie schnell ist Ihr Internet gerade?

Der erste Schritt ist eine Messung. Dafür gibt es Seiten im Internet, die einen sogenannten Geschwindigkeitstest machen. Sie rufen die Seite auf, klicken auf „Messung starten“ und warten etwa eine Minute. Danach sehen Sie, wie viele Daten pro Sekunde bei Ihnen ankommen.

Eine verlässliche Adresse ist die Breitbandmessung der Bundesnetzagentur unter breitbandmessung.de. Sie ist kostenlos, werbefrei und funktioniert im Browser am Computer, am Tablet und am Handy. Meiden Sie Seiten, die nach dem Test ein Programm zum „Beschleunigen“ verkaufen wollen.

Messen Sie am besten mehrmals: einmal direkt neben dem Router, einmal dort, wo Sie sonst sitzen. Schreiben Sie die Ergebnisse mit Uhrzeit auf einen Zettel. So sehen Sie schnell, ob das Problem überall auftritt oder nur in einem Zimmer.

Im Bild erklärt

Was ein Test Ihnen verrät

So sieht das Ergebnis eines Geschwindigkeitstests aus. Darunter der Vergleich mit den drei Werten aus dem Vertrag.

MessergebnisDienstag, 20:14 Uhr · über WLAN
  • Download38,4Mbit/szu Ihnen
  • Upload9,6Mbit/svon Ihnen
  • Ping24msReaktionszeit

Download im Vergleich zum Vertrag „bis zu 100 Mbit/s“

Ihre Messung
30minimal 60normal 100maximal

Über dem Minimum, aber unter dem normalen Wert. Jetzt noch einmal direkt am Router messen, am besten per Kabel.

Vereinfachte Zeichnung mit erfundenen Werten. Die Zahlen Ihres Vertrags stehen in der Vertragszusammenfassung.

Was die Zahlen im Test bedeuten

Am Ende zeigt der Test meist drei Werte. Sie sehen zunächst fremd aus, sind aber schnell erklärt:

  • Download ist die Geschwindigkeit, mit der Daten zu Ihnen kommen, also Webseiten, Videos und Fotos. Er wird in Mbit/s angegeben, Megabit pro Sekunde. Je höher, desto besser.
  • Upload ist die Geschwindigkeit in die andere Richtung, etwa wenn Sie ein Foto verschicken oder bei einem Videoanruf Ihr eigenes Bild übertragen wird. Er ist meist deutlich kleiner als der Download.
  • Ping oder Latenz zeigt, wie schnell die Leitung reagiert, in Millisekunden. Hier ist ein kleiner Wert gut. Für Videoanrufe ist er wichtiger als man denkt.

Zum Vergleich: Für einen Videoanruf oder einen Film in guter Qualität reichen meist schon fünf bis zehn Mbit/s pro Gerät. Wenn Ihr Test also 50 Mbit/s zeigt und trotzdem alles ruckelt, liegt das Problem wahrscheinlich nicht an der Leitung, sondern woanders.

Ihren Messwert können Sie mit Ihrem Vertrag vergleichen. Dort steht eine Zahl wie „bis zu 100 Mbit/s“. Was dieses „bis zu“ bedeutet, erkläre ich weiter unten.

Ist Ihr Internet langsam wegen des Geräts oder wegen der Leitung?

Die wichtigste Frage beim Eingrenzen lautet: Ist nur ein Gerät langsam, oder sind es alle? Nehmen Sie dafür Ihr Handy und Ihren Computer und öffnen Sie auf beiden dieselbe Seite. Wenn das Handy flott ist und der Computer schleicht, liegt es am Computer.

Sind beide langsam, und zwar in jedem Zimmer, deutet das auf den Router oder die Leitung ins Haus. Sind beide nur im Schlafzimmer langsam, neben dem Router aber schnell, ist das WLAN zu schwach.

Dieses Vorgehen nennt man Fehler eingrenzen: immer nur eine Sache verändern und schauen, was passiert. Genau das übe ich Schritt für Schritt in Lektion 9 meines Videokurses „Computer verstehen“.

Schritt für Schritt: den Router neu starten

Ein Neustart des Routers hilft erstaunlich oft. Der Router läuft meist wochen- oder monatelang ohne Pause. Dabei sammeln sich kleine Fehler an, die ihn ausbremsen. Ein Neustart räumt sie weg.

Ziehen Sie den Stecker des Routers aus der Steckdose. Warten Sie etwa eine halbe Minute. Stecken Sie ihn wieder ein und lassen Sie ihm dann einige Minuten Zeit, bis die Lämpchen wieder ruhig leuchten. Erst danach messen Sie noch einmal.

Drücken Sie dabei nicht auf eine kleine versenkte Taste mit der Aufschrift „Reset“. Diese setzt den Router auf den Auslieferungszustand zurück, und alle Einstellungen sind weg. Was es beim Neustart sonst noch zu beachten gibt, lesen Sie im Artikel So starten Sie Ihren Router richtig neu – und wann es hilft

Wenn das WLAN im Zimmer schwach ist

Ein WLAN-Signal wird mit jeder Wand schwächer. Dicke Altbauwände, Stahlbeton, ein Aquarium oder ein großer Spiegel bremsen es zusätzlich. Am Ende kommt im hinteren Zimmer nur noch ein Bruchteil der Geschwindigkeit an, die der Router eigentlich liefert.

Schauen Sie zuerst, wo der Router steht. Im Schrank, hinter dem Sofa oder auf dem Boden ist er schlecht aufgehoben. Besser ist ein freier, etwas erhöhter Platz, möglichst mittig in der Wohnung. Den passenden Platz suche ich auf Wunsch auch gemeinsam mit Ihnen, bei einem Hausbesuch wegen WLAN-Problemen.

Reicht das nicht, helfen Zusatzgeräte wie ein WLAN-Verstärker oder ein sogenanntes Mesh-System, das mehrere Funkpunkte zu einem Netz verbindet. Wie Sie so Ihr Funknetz in jeden Winkel der Wohnung bringen, erkläre ich Ihnen ausführlich.

Viele Geräte teilen sich eine Leitung

Ihre Internetleitung ist wie eine Wasserleitung. Wenn in der Küche, im Bad und im Garten gleichzeitig der Hahn aufgedreht wird, kommt an jeder Stelle weniger an. Genauso teilen sich alle Geräte in Ihrer Wohnung die verfügbare Geschwindigkeit.

Oft denkt man gar nicht daran, wie viele Geräte ins Internet gehen. Der Fernseher spielt einen Film, das Tablet lädt im Hintergrund ein Update, das Handy sichert Fotos in die Cloud. Wenn Besuch da ist, kommen noch dessen Handys dazu. Und falls der Besuch nach dem WLAN-Passwort fragt und Sie es nicht mehr wissen, zeige ich Ihnen, wo Sie das vergessene Passwort wiederfinden.

Bei einer schnellen Leitung merken Sie davon wenig. Bei einem kleineren Tarif kann es aber eng werden. Probieren Sie es aus: Schalten Sie die anderen Geräte für einen Moment aus und messen Sie dann am Computer noch einmal.

Mehrere weiße Ladegeräte stecken nebeneinander in einer Steckdosenleiste
Foto: Саша Алалыкин / Pexels

Bremst der Computer selbst?

Wenn nur ein einziges Gerät langsam ist, liegt der Fehler fast immer bei diesem Gerät. Bei älteren Computern ist das häufig der Fall. Sie sind mit Updates, vielen gleichzeitig laufenden Programmen oder einem vollen Speicher einfach überlastet.

Ein guter erster Schritt ist ein vollständiger Neustart des Computers. Danach schließen Sie alle Programme, die Sie gerade nicht brauchen. Oft läuft auch gerade ein großes Update im Hintergrund, das die Leitung und den Computer für eine Weile beansprucht. Dann hilft nur Geduld.

Welche weiteren Ursachen es gibt und was Sie dagegen tun können, erkläre ich ausführlich für den Fall, dass der ganze Rechner plötzlich lahmt.

Viele offene Tabs im Browser

Auch der Browser kann bremsen. Jede geöffnete Seite, jeder sogenannte Tab, lädt im Hintergrund weiter Werbung, Videos und Neuigkeiten nach. Zwanzig offene Tabs sind schnell beisammen, wenn man sie nie schließt.

Schauen Sie oben im Browser nach, wie viele kleine Reiter nebeneinander stehen. Schließen Sie alle, die Sie nicht mehr brauchen, mit einem Klick auf das kleine Kreuz. Eine Seite, die Sie später wieder lesen möchten, können Sie vorher als Lesezeichen speichern.

Auch Erweiterungen im Browser, die Sie irgendwann einmal installiert haben, können ihn verlangsamen. Wenn Sie nicht wissen, woher eine Erweiterung stammt, lassen Sie sie am besten von jemandem prüfen, dem Sie vertrauen.

Ist das Internet am Handy langsam? Dann schauen Sie aufs Datenvolumen

Ist das Internet nur am Handy unterwegs langsam, liegt es oft am Datenvolumen. Die meisten Handyverträge enthalten eine bestimmte Menge an Daten im Monat, zum Beispiel fünf oder zehn Gigabyte. Ist diese Menge verbraucht, wird die Geschwindigkeit bis zum Monatsende stark gedrosselt.

Prüfen Sie Folgendes:

  • Viele Anbieter schicken eine SMS, wenn das Volumen fast oder ganz aufgebraucht ist. Schauen Sie in Ihren Nachrichten nach.
  • In der App Ihres Anbieters oder auf seiner Internetseite sehen Sie, wie viel Volumen in diesem Monat noch übrig ist.
  • Zu Hause sollte das Handy mit dem WLAN verbunden sein. Dann verbraucht es kein Datenvolumen, und Updates oder Fotosicherungen laufen über die Leitung zu Hause.

Zusätzliches Volumen können Sie meist beim Anbieter dazubuchen. Das kostet aber Geld. Oft reicht es, bis zum Monatsanfang zu warten oder Videos nur noch im WLAN anzusehen.

Warum es abends oft langsamer wird

Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass das Internet morgens flott ist und abends zäh. Das hat einen einfachen Grund: Zwischen etwa 19 und 23 Uhr sind in Ihrer Straße besonders viele Menschen gleichzeitig online. Sie schauen Filme, telefonieren per Video, spielen.

Bei manchen Anschlussarten teilen sich die Haushalte in einem Gebiet einen Teil der Leitung. Das gilt besonders für Internet über das Fernsehkabel. Wenn alle gleichzeitig viel abrufen, bleibt für jeden etwas weniger übrig. Ein gewisser Rückgang am Abend ist deshalb normal.

Wird das Internet aber jeden Abend so langsam, dass kaum noch etwas geht, ist das nicht in Ordnung. Dann lohnt sich eine genaue Messung über mehrere Tage, wie ich sie weiter unten beschreibe.

Rote Lichtspuren vieler Autos auf einer geschwungenen Straße bei Nacht
Foto: Mian Rizwan / Pexels

Was Ihnen laut Vertrag zusteht

In Ihrem Vertrag steht meist eine Angabe wie „bis zu 100 Mbit/s“. Das ist die höchste Geschwindigkeit, die überhaupt möglich ist. Seit einigen Jahren müssen Anbieter aber auch angeben, welche Geschwindigkeit normalerweise zur Verfügung steht und welche mindestens erreicht werden muss.

Diese drei Werte finden Sie in der Vertragszusammenfassung oder im Produktinformationsblatt, das Sie bei Vertragsabschluss bekommen haben. Wenn Sie es nicht mehr finden, können Sie es im Kundenbereich auf der Internetseite des Anbieters abrufen oder per Post anfordern.

Liefert der Anbieter dauerhaft deutlich weniger als vereinbart, haben Sie Rechte. Sie können verlangen, dass er den Preis entsprechend mindert, oder den Vertrag außerordentlich kündigen. Dafür brauchen Sie aber einen Nachweis.

Die offizielle Messung der Bundesnetzagentur

Einzelne Tests im Browser zeigen nur, wie schnell das Internet in diesem Moment ist. Als Nachweis gegenüber dem Anbieter reichen sie nicht. Dafür gibt es bei breitbandmessung.de ein kostenloses Programm für den Computer, die sogenannte Desktop-App.

Mit diesem Programm machen Sie eine ganze Messreihe über mehrere Tage, mit Pausen zwischen den Messungen. Wie viele Messungen es genau sein müssen und an wie vielen Tagen, gibt das Programm vor und führt Sie Schritt für Schritt hindurch. Wichtig ist, dass der Computer dabei mit einem Netzwerkkabel am Router hängt und nicht über WLAN.

Am Ende erstellt das Programm ein Messprotokoll. Damit wenden Sie sich an Ihren Anbieter. Wenn er nicht reagiert, hilft die Verbraucherzentrale weiter.

Praxis-Check

So messen Sie richtig

  • Kabel:Den Computer per Netzwerkkabel direkt an den Router anschließen.
  • Ruhe:Andere Geräte und große Downloads während der Messung aus.
  • Protokoll:Am Ende speichern und zu den Vertragsunterlagen legen.

Brauchen Sie einen schnelleren Tarif?

Manchmal liefert der Anbieter genau das, was im Vertrag steht, und es reicht trotzdem nicht. Das kommt vor, wenn ein Vertrag vor vielen Jahren abgeschlossen wurde und inzwischen mehr Geräte im Haushalt sind als damals.

Für eine Person, die E-Mails schreibt, im Internet liest und ab und zu per Video telefoniert, reicht ein kleiner Tarif meist aus. Schauen mehrere Personen gleichzeitig Filme, darf es mehr sein. Lassen Sie sich nicht zu einem teuren Tarif überreden, den Sie gar nicht brauchen.

Ein Anruf beim eigenen Anbieter lohnt sich trotzdem. Oft gibt es für bestehende Kunden einen schnelleren Tarif zum gleichen oder nur wenig höheren Preis. Fragen Sie ausdrücklich danach, und lassen Sie sich das Angebot schriftlich schicken, bevor Sie zusagen.

Wenn das Internet trotzdem langsam bleibt

Sie haben den Router neu gestartet, die anderen Geräte ausgeschaltet, neben dem Router gemessen, und das Internet bleibt trotzdem langsam? Dann liegt das Problem wahrscheinlich außerhalb Ihrer Wohnung, an der Leitung oder beim Anbieter.

Rufen Sie die Störungsstelle Ihres Anbieters an. Die Nummer steht auf der Rechnung oder auf der Internetseite des Anbieters. Halten Sie Ihre Kundennummer bereit und nennen Sie Ihre Messwerte mit Datum und Uhrzeit. Fragen Sie, ob in Ihrer Gegend gerade eine Störung bekannt ist.

Oft kann der Anbieter die Leitung aus der Ferne prüfen und manchmal sogar sofort etwas verbessern. Notieren Sie sich den Namen der Person am Telefon und eine Vorgangsnummer, falls Sie später noch einmal anrufen müssen.

Hilfe bei langsamem Internet in Berlin-Charlottenburg

Wenn Sie nicht weiterkommen, komme ich gern zu Ihnen nach Hause. Gemeinsam messen wir die Geschwindigkeit in den verschiedenen Zimmern, prüfen den Standort des Routers und schauen, ob der Computer selbst bremst.

Wenn es nötig ist, richte ich einen WLAN-Verstärker ein, räume den Browser auf oder helfe Ihnen, die offizielle Messung der Bundesnetzagentur durchzuführen. Auf Wunsch sehen wir uns auch Ihren Vertrag an und klären, ob er noch zu Ihnen passt.

Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.

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Anrufen: 0151 44985258