👪 Hilfe für Angehörige

Meine Mutter oder mein Vater kommt mit dem Computer nicht mehr zurecht – was kann ich tun?

Ein Vater hat die Maus in der Hand, seine Tochter zeigt auf den Bildschirm und hält in der anderen Hand eine Teetasse.
In diesem Artikel

Es fängt meistens ganz harmlos an. Ein Anruf am Sonntagabend. „Du, mein Computer macht schon wieder so komische Sachen.“ Dann ein zweiter am Mittwoch.

Und irgendwann merken Sie: Ihre Mutter oder Ihr Vater kommt mit dem Computer nicht mehr richtig zurecht. Die E-Mails werden seltener beantwortet.

Die Fotos vom Enkel werden nicht mehr angeschaut. Und auf die Frage, ob alles in Ordnung ist, kommt ein etwas zu schnelles „Ja, ja“.

Das ist eine Situation, die sehr viele Familien kennen. Und sie ist schwieriger, als sie zunächst aussieht. Denn es geht dabei selten nur um Technik.

Warum es plötzlich nicht mehr klappt

Die meisten Menschen, die heute mit dem Computer kämpfen, haben ihn jahrelang ganz selbstverständlich benutzt. Dann hat sich etwas verändert.

Manchmal liegt es am Computer. Ein Update hat die Oberfläche verändert. Das Startsymbol ist in die Mitte gewandert. Das E-Mail-Programm sieht plötzlich anders aus. Und von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr dort, wo es jahrelang war.

Manchmal liegt es an kleinen körperlichen Veränderungen. Die Augen werden schlechter, und die Schrift ist zu klein. Die Hände sind nicht mehr so ruhig, und der Doppelklick gelingt nicht zuverlässig. Das Gehör lässt nach, und Videotelefonate werden anstrengend.

Und manchmal ist es schlicht die Angst. Die Angst, etwas kaputt zu machen. Oder auf einen Betrug hereinzufallen. Wer einmal ein gefälschtes Warnfenster gesehen hat, das behauptet, der Computer sei gesperrt, klickt danach oft überhaupt nicht mehr gern irgendwo hin.

Der erste Schritt: herausfinden, was eigentlich schwierig ist

„Ich komme mit dem Computer nicht mehr zurecht“ ist ein Gefühl. Noch keine Beschreibung. Bevor Sie etwas verändern, lohnt es sich deshalb, genauer hinzuschauen.

Setzen Sie sich beim nächsten Besuch einfach einmal daneben. Und bitten Sie Ihre Mutter oder Ihren Vater, ein paar ganz alltägliche Dinge zu tun. Eine E-Mail öffnen. Eine Antwort schreiben. Ein Foto ansehen. Eine Internetseite aufrufen. Etwas ausdrucken.

Schauen Sie dabei nur zu. Ohne einzugreifen. Sie werden ziemlich schnell sehen, wo es hakt.

Vielleicht ist die Schrift zu klein. Vielleicht wird das richtige Symbol nicht gefunden. Vielleicht verwirrt eine Meldung, die jedes Mal erscheint. Oder vielleicht klappt eigentlich alles, nur das Selbstvertrauen fehlt.

Jede dieser Ursachen braucht eine andere Lösung. Für viele davon habe ich Anleitungen in meinem großen Überblick zur Computerhilfe für Angehörige gesammelt.

Das Schwierigste: nicht selbst die Maus nehmen

Wenn man daneben sitzt und sieht, wie jemand zum dritten Mal am richtigen Symbol vorbeiklickt, ist der Impuls groß. „Gib mal her, ich mach das schnell.“ Und dann ist es in zehn Sekunden erledigt.

Das Problem: Beim nächsten Mal steht Ihre Mutter wieder genau an derselben Stelle. Nur mit dem zusätzlichen Gefühl, es selbst nicht zu können.

Deshalb ist es fast immer besser, die Hände bei sich zu behalten. Erklären Sie lieber, wohin geklickt werden soll. Zeigen Sie mit dem Finger auf den Bildschirm. Und lassen Sie Ihren Vater selbst klicken.

Das dauert länger. Aber es bleibt hängen.

Weniger ist mehr: den Computer einfacher machen

Oft ist nicht die Person das Problem, sondern der Computer. Er ist über die Jahre voller geworden. Mehr Programme. Mehr Symbole. Mehr Meldungen. Mehr Möglichkeiten, etwas falsch zu machen. Wie Sie da gemeinsam aufräumen und den Rechner Ihrer Eltern übersichtlicher gestalten, zeige ich Ihnen in einer eigenen Anleitung.

Ein Computer für jemanden, der vor allem E-Mails liest, Fotos anschaut und ins Internet geht, braucht nicht viel. Ein Browser. Ein klarer Weg zu den E-Mails. Ein Ordner für Fotos. Ein Ordner für Dokumente. Und eine Schrift, die man ohne Lupe lesen kann.

Alles andere darf in den Hintergrund rücken.

Wie so ein vereinfachter Computer aussehen kann, habe ich beim Thema Computer für Senioren einrichten ausführlich beschrieben.

Und wie Schrift und Symbole größer werden, steht im Artikel So ändern Sie die Schriftgröße in Windows – und machen Symbole größer

Ein wichtiger Grundsatz dabei: Verändern Sie nichts, ohne es vorher zu besprechen. Ein aufgeräumter Computer, auf dem plötzlich das gewohnte Symbol fehlt, ist für Ihre Mutter kein einfacherer Computer. Sondern ein fremder.

Eine eigene Anleitung, in eigenen Worten

Eine der hilfreichsten Maßnahmen überhaupt kostet fast nichts. Ein Blatt Papier.

Schreiben Sie gemeinsam die wichtigsten Abläufe auf. Nicht so, wie sie in einem Handbuch stehen würden. Sondern so, wie Ihr Vater sie sich merken kann. Zum Beispiel:

  • „E-Mails lesen: unten auf den blauen Briefumschlag klicken.“
  • „Foto vom Enkel ansehen: in der E-Mail auf das kleine Bild klicken.“
  • „Wenn ein Fenster erscheint, das ich nicht kenne: nicht klicken, sondern anrufen.“

Am besten schreibt Ihr Vater die Sätze selbst. In seiner Handschrift. Mit seinen Begriffen. Wenn er das Symbol „den blauen Briefumschlag“ nennt, dann steht da eben nicht „Outlook“.

Legen Sie den Zettel direkt neben den Computer. Und nicht in eine Schublade.

Am Telefon helfen, ohne zu verzweifeln

Viele Angehörige wohnen nicht um die Ecke. Dann bleibt oft nur das Telefon. Und Telefonate über Computerprobleme können für beide Seiten anstrengend werden.

„Was siehst du denn?“ „Da ist so ein Fenster.“ „Was steht da drin?“ „Irgendwas mit Update.“

Ein paar Dinge machen solche Gespräche leichter. Bitten Sie darum, den Text auf dem Bildschirm genau vorzulesen. Wort für Wort. Nicht zusammenzufassen.

Fragen Sie nach Farben und Positionen. „Ist der Knopf blau oder grau? Ist er unten rechts oder in der Mitte?“ Und geben Sie immer nur einen einzigen Schritt auf einmal vor. Dann warten Sie, bis er erledigt ist.

Wenn es regelmäßig klemmt, kann auch eine Fernhilfe sinnvoll sein, bei der Sie direkt auf den Bildschirm schauen können. Das sollte aber gut eingerichtet sein. Und Ihre Mutter oder Ihr Vater sollte genau wissen, dass nur Sie auf diese Weise helfen. Niemand sonst.

Im Bild erklärt

Am Telefon: ein Schritt nach dem anderen

Genaue Worte vom Bildschirm helfen mehr als eine Vermutung über das Problem.

Sie fragen„Was steht genau auf dem Bildschirm?“
Die andere Person liest vor„Update bereit. Unten rechts steht: Später.“
Sie geben einen Schritt„Klicken Sie einmal auf ‚Später‘. Ich warte.“
Bei Fernhilfe sollte klar sein, wer die Verbindung startet und wer auf den Bildschirm schauen darf.

Besonders wichtig: eine klare Regel für fremde Anrufe und Fenster

Ältere Menschen sind ein beliebtes Ziel für Betrüger. Am Telefon. Per E-Mail. Und über gefälschte Warnfenster im Internet.

Viele dieser Maschen funktionieren, weil sie Druck erzeugen. „Ihr Computer ist gesperrt.“ „Rufen Sie sofort diese Nummer an.“ „Ihr Konto wird in 24 Stunden geschlossen.“

Deshalb hilft eine einfache, feste Familienregel mehr als jede Erklärung: Wenn jemand Fremdes Zugriff auf den Computer, ein Passwort oder Geld verlangt, wird nichts gemacht.

Erst wird angerufen. Bei Ihnen. Oder bei einer anderen Person des Vertrauens. Über eine Nummer, die man kennt. Nicht über die Nummer, die auf dem Bildschirm steht.

Woran man echte und falsche Meldungen unterscheidet, habe ich in meinem Text zur verdächtigen Meldung am PC aufgeschrieben.

Respekt statt Bevormundung

Bei aller Hilfe sollte eines nicht vergessen werden: Ihre Mutter oder Ihr Vater ist erwachsen. Und hat vermutlich schon deutlich schwierigere Dinge im Leben gemeistert als ein Windows-Update.

Niemand mag das Gefühl, wie ein Kind behandelt zu werden. Schon gar nicht von den eigenen Kindern. Sätze wie „Das habe ich dir doch schon dreimal erklärt“ helfen deshalb niemandem. Auch wenn sie stimmen.

Besser ist es, gemeinsam zu überlegen, was gebraucht wird. Und was nicht. Wenn Ihr Vater gar keine Videotelefonate führen möchte, muss er das auch nicht lernen.

Wenn Ihre Mutter ihre E-Mails seit fünfzehn Jahren auf eine umständliche Art öffnet, die aber zuverlässig funktioniert, darf sie das gerne weiter so machen.

Der Computer ist ein Werkzeug. Er soll zum Leben passen. Nicht umgekehrt. Falls ohnehin ein neues Gerät ansteht, habe ich meine Gedanken zur Auswahl eines Computers für Senioren aufgeschrieben.

Praxis-Check

So helfen Sie auf Augenhöhe

  • Zuerst fragenWelche Aufgabe soll am Computer leichter werden?
  • Vertrautes erhaltenEine funktionierende Gewohnheit muss nicht ohne Grund geändert werden.
  • In Ruhe erklärenWenige verständliche Schritte helfen mehr als zu viele neue Funktionen.

Wenn es mehr als nur der Computer ist

Manchmal fällt beim Helfen auf, dass die Schwierigkeiten nicht nur den Computer betreffen. Dass Dinge schneller vergessen werden. Dass Abläufe, die gestern noch geklappt haben, heute fremd wirken.

Das ist ein sensibles Thema. Und eines, bei dem der Computer nur eine Nebenrolle spielt. Ein vereinfachter Computer und eine handgeschriebene Anleitung können dann trotzdem viel helfen.

Aber wenn Sie sich ernsthafte Sorgen machen, ist das ein Gespräch für die Familie und gegebenenfalls für den Hausarzt. Nicht für den Computerfachmann.

Lernen im eigenen Tempo

Viele ältere Menschen möchten gar nicht, dass ihre Kinder alles für sie erledigen. Sie möchten es selbst können, nur eben in Ruhe und ohne das Gefühl, jemanden aufzuhalten. Ein Kurs, den man allein ansehen kann, hilft dabei oft mehr als ein weiterer Nachmittag mit erklärenden Kindern.

Mein Videokurs „Computer verstehen“ ist genau dafür gemacht. In elf kurzen Lektionen geht es um die Alltagsfragen, die in Familien am häufigsten auftauchen: das verschwundene Fenster, der Brief, der nicht wieder aufzufinden ist, die Meldung, bei der man nicht weiß, ob man klicken darf. Jede Lektion lässt sich anhalten, am eigenen Computer mitmachen und beliebig oft wiederholen.

Und für Sie als Angehörige bedeutet das: weniger Anrufe am Sonntagabend und mehr Zeit für Gespräche, in denen es nicht um den Drucker geht.

Sie müssen nicht der Familien-Support sein

Viele Töchter und Söhne übernehmen die Computerhilfe für ihre Eltern ganz selbstverständlich. Neben Beruf, Kindern und allem anderen. Und irgendwann wird das zu viel. Oder es wird zur ständigen Quelle kleiner Konflikte.

Das ist kein Versagen. Manchmal ist es für beide Seiten entspannter, wenn jemand Außenstehendes hilft. Jemand, bei dem man ohne schlechtes Gewissen zum fünften Mal dieselbe Frage stellen kann. Diese Rolle übernehme ich mit meiner Computerhilfe für Senioren mit Hausbesuch in Charlottenburg.

Wenn Ihre Mutter oder Ihr Vater in Berlin-Charlottenburg wohnt, komme ich gerne zu ihr oder ihm nach Hause.

Ich richte den Computer so ein, dass er zu den tatsächlichen Gewohnheiten passt, mache Schrift und Symbole gut lesbar und erkläre die wichtigsten Abläufe in Ruhe. Ohne Zeitdruck und ohne Fachbegriffe.

Wie Sie so einen Termin organisieren, auch wenn Sie selbst nicht in Berlin wohnen, erkläre ich Ihnen im Beitrag über Computerhilfe für Angehörige in Charlottenburg.

Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.

Und falls am Sonntagabend wieder das Telefon klingelt und es heißt: „Du, mein Computer macht schon wieder so komische Sachen.“ Dann atmen Sie einmal durch. Und fragen zuerst: „Was steht denn genau da?“

Lieber persönlich erklärt bekommen?

Rufen Sie mich an. Ich komme zu Ihnen nach Hause in Berlin-Charlottenburg und helfe geduldig und in Ihrem Tempo.

Anrufen: 0151 44985258