In diesem Artikel
Herr Becker sucht eine Bescheinigung über seine Rente. Das Finanzamt möchte sie sehen, und irgendwo im Ordner muss sie sein. Nach einer halben Stunde gibt er auf und ruft bei der Rentenversicherung an. Die Warteschleife dauert lange, und am Ende heißt es: Wir schicken Ihnen das Papier per Post zu, das dauert ein paar Tage.
Seine Tochter sagt am Wochenende: Das hättest du dir auch selbst herunterladen können. Über das Rentenkonto im Internet. Sogar Ihren Rentenversicherungsverlauf können Sie dort online anfordern. Herr Becker hat davon gehört, aber er dachte, das sei kompliziert und nur etwas für jüngere Leute.
Das ist es nicht. Die Deutsche Rentenversicherung bietet ein Kundenportal an, in dem Sie Ihre Unterlagen ansehen, Bescheinigungen herunterladen und Änderungen mitteilen können. Manches geht sogar ganz ohne Anmeldung. Für den vollen Zugang brauchen Sie den Online-Ausweis, und den einmal einzurichten ist der größte Schritt.
In diesem Artikel erkläre ich, was Sie online erledigen können, wie die Anmeldung funktioniert, was im Versicherungsverlauf und in der Rentenauskunft steht und wie Sie sich vor falschen Rentenseiten schützen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Unterlagen lassen sich auch ohne Anmeldung per Post anfordern.
- Für das Kundenportal brauchen Sie den Online-Ausweis mit PIN.
- Die Seite immer selbst aufrufen, nie über Links in E-Mails oder SMS.
Was Sie online bei der Rentenversicherung erledigen können
Die Deutsche Rentenversicherung hat ihre Dienste im Internet in den letzten Jahren stark ausgebaut. Für Rentnerinnen und Rentner sind vor allem diese Dinge interessant: den eigenen Versicherungsverlauf ansehen, also alle gespeicherten Zeiten Ihres Arbeitslebens. Eine Rentenauskunft abrufen. Bescheinigungen für das Finanzamt herunterladen. Eine neue Adresse oder ein neues Konto mitteilen. Und Post von der Rentenversicherung digital empfangen, statt auf den Briefträger zu warten.
Dabei gibt es zwei Wege. Ohne Anmeldung können Sie Unterlagen anfordern und Änderungen mitteilen, die Antwort kommt dann per Post. Mit Anmeldung im Kundenportal sehen Sie Ihre Daten sofort am Bildschirm und können Dokumente direkt herunterladen.
Welcher Weg für Sie passt, hängt davon ab, wie oft Sie etwas brauchen. Wer nur einmal im Jahr eine Bescheinigung für die Steuer benötigt, kommt mit dem Weg ohne Anmeldung gut zurecht. Wer öfter etwas nachsehen möchte oder ohnehin den Online-Ausweis eingerichtet hat, spart sich mit dem Kundenportal viel Zeit. Welche Behördengänge und Arztsachen Sie außer der Rente noch im Internet erledigen können, zeige ich Ihnen in meinem Überblick für Ämter und Praxen.
Zwei Wege zu Ihren Unterlagen
Ohne Anmeldung kommt die Antwort per Post, mit dem Online-Ausweis sehen Sie alles sofort.
- Versicherungsverlauf anfordern
- Bescheinigung fürs Finanzamt anfordern
- Neue Adresse oder Bankverbindung mitteilen
- Versicherungsverlauf sofort ansehen
- Bescheinigungen selbst herunterladen
- Änderungen und Nachrichten im ePostfach
Beide Wege sind kostenlos. Die Adresse tippen Sie immer selbst ein: deutsche‑rentenversicherung.de
Was Sie für die Anmeldung brauchen
Für das Kundenportal meldet man sich mit der Online-Funktion des Personalausweises an. Ein eigenes Passwort, das Sie sich ausdenken, gibt es dort nicht. Das klingt zunächst umständlich, hat aber einen guten Grund: Es geht um sehr persönliche Daten, und der Ausweis ist der sicherste Nachweis, dass wirklich Sie es sind. Ähnlich persönlich sind Ihre Gesundheitsdaten. Was davon in Ihrer elektronischen Patientenakte steht, erkläre ich Ihnen an anderer Stelle.
Sie brauchen also:
- Ihren Personalausweis mit eingeschalteter Online-Funktion. Bei Ausweisen, die nach 2017 ausgestellt wurden, ist sie in der Regel schon aktiv.
- Ihre selbst gewählte sechsstellige Ausweis-PIN.
- Ein Smartphone, das den Ausweis lesen kann, also mit der Funkfunktion NFC. Das haben fast alle neueren Geräte.
- Die kostenlose AusweisApp aus dem offiziellen App-Laden, auf dem Handy oder auf dem Computer.
- Ihre Rentenversicherungsnummer. Sie steht auf jedem Brief der Rentenversicherung oben rechts.
Wenn Sie die PIN noch nie gesetzt haben oder den PIN-Brief nicht mehr finden, lohnt sich ein Blick in den Artikel So aktivieren Sie die Online-Ausweisfunktion Ihres Personalausweises. Dort steht auch, was zu tun ist, wenn die PIN gesperrt ist.
So fordern Sie den Versicherungsverlauf online an – auch ohne Anmeldung
Wenn Ihnen das mit dem Ausweis gerade zu viel ist, gibt es eine einfache Alternative. Auf der Internetseite der Rentenversicherung finden Sie unter den Online-Diensten Formulare, die Sie ohne Anmeldung ausfüllen können. Damit fordern Sie zum Beispiel einen Versicherungsverlauf, eine Rentenauskunft oder eine Bescheinigung für das Finanzamt an.
Sie geben Ihren Namen, Ihre Rentenversicherungsnummer und Ihre Anschrift ein, wählen das gewünschte Dokument aus und schicken das Formular ab. Die Unterlagen kommen dann per Post an die Adresse, die bei der Rentenversicherung gespeichert ist. Aus Sicherheitsgründen nicht an eine andere, auch wenn Sie eine andere eintippen.
Genauso können Sie ohne Anmeldung eine neue Adresse oder eine neue Bankverbindung mitteilen. Das ist praktisch nach einem Umzug oder einem Kontowechsel. Die Rentenversicherung prüft die Angaben und meldet sich, falls etwas fehlt.
Die Anmeldung mit dem Online-Ausweis Schritt für Schritt
Rufen Sie die Seite der Deutschen Rentenversicherung auf, indem Sie deutsche-rentenversicherung.de selbst in die Adresszeile tippen. Suchen Sie dort nach dem Kundenportal oder den Online-Diensten und wählen Sie die Anmeldung mit dem Online-Ausweis.
Jetzt öffnet sich die AusweisApp. Am Computer verbindet sie sich mit Ihrem Handy, das als Kartenleser dient. Am Handy läuft alles auf dem Gerät selbst. Halten Sie den Ausweis flach an die Rückseite des Handys, meist in die Mitte oder etwas nach oben, und bewegen Sie ihn nicht, bis die App fertig ist. Dann geben Sie Ihre sechsstellige PIN ein.
Die App zeigt Ihnen vorher an, wer welche Daten aus dem Ausweis lesen möchte. Dort sollte die Deutsche Rentenversicherung stehen. Steht dort etwas anderes, brechen Sie ab.
Beim ersten Mal fragt das Portal Ihre Rentenversicherungsnummer ab und verknüpft sie mit Ihrem Ausweis. Danach geht die Anmeldung jedes Mal gleich: Seite aufrufen, Ausweis an das Handy halten, PIN eingeben. Nach einer Weile ohne Klick werden Sie aus Sicherheitsgründen automatisch abgemeldet. Das ist kein Fehler.
So lesen Sie Ihren Versicherungsverlauf – alle Zeiten auf einen Blick
Im Versicherungsverlauf stehen alle Zeiten, die bei der Rentenversicherung gespeichert sind: Schule und Ausbildung, Arbeitsjahre, Kindererziehung, Zeiten der Arbeitslosigkeit oder Krankheit. Jede Zeile hat einen Zeitraum und eine Art.
Für Menschen, die noch nicht in Rente sind, ist das besonders wichtig, denn Lücken lassen sich nur klären, solange man noch Unterlagen hat. Aber auch als Rentnerin oder Rentner kann ein Blick sinnvoll sein, etwa wenn Sie eine Witwenrente beantragen oder wissen möchten, wie Ihre Rente zustande kam.
Achten Sie beim Lesen auf Lücken, also Zeiträume, für die nichts eingetragen ist. Nicht jede Lücke ist ein Fehler. Aber wenn Sie wissen, dass Sie in einem bestimmten Jahr gearbeitet haben, und das fehlt, sollten Sie nachfragen.

Die Rentenauskunft und die jährliche Post
Solange man noch arbeitet, schickt die Rentenversicherung regelmäßig eine Renteninformation und ab 55 alle paar Jahre eine ausführlichere Rentenauskunft. Wer schon Rente bezieht, bekommt stattdessen jedes Jahr im Sommer eine Mitteilung über die Rentenanpassung, also darüber, wie viel mehr Rente es ab Juli gibt.
Im Kundenportal können Sie diese Schreiben oft auch digital einsehen. Das ist praktisch, wenn ein Brief verloren gegangen ist oder Sie nachsehen möchten, wie hoch die Rente im letzten Jahr war.
Lassen Sie sich von den vielen Zahlen nicht abschrecken. Wichtig sind meist nur zwei Dinge: der Betrag, der tatsächlich auf Ihr Konto kommt, und die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, die davon schon abgezogen sind.
Bescheinigungen für das Finanzamt
Genau das, was Herr Becker gesucht hat, gibt es im Portal zum Herunterladen: eine Bescheinigung über die Rente des vergangenen Jahres. Viele brauchen sie für die Steuererklärung, manche auch für einen Antrag auf Wohngeld oder für eine Ermäßigung.
Gut zu wissen: Die Rentenversicherung meldet die Höhe Ihrer Rente ohnehin jedes Jahr elektronisch an das Finanzamt. Wenn Sie Ihre Steuererklärung mit ELSTER machen, ist die Rente dort oft schon eingetragen. Wie der Einstieg in ELSTER gelingt, erkläre ich im Artikel So registrieren Sie sich bei ELSTER und machen die Steuer online.
Speichern Sie heruntergeladene Bescheinigungen in einem Ordner, den Sie wiederfinden, zum Beispiel unter Dokumente in einem Ordner Rente. Dann müssen Sie im nächsten Jahr nicht wieder suchen.
Adresse und Bankverbindung ändern
Nach einem Umzug oder wenn Sie Ihr Konto wechseln, muss die Rentenversicherung das wissen. Sonst kommt die Post an die alte Adresse oder die Rente auf ein Konto, das es nicht mehr gibt. Im Kundenportal ändern Sie beides in wenigen Minuten.
Planen Sie bei einem Kontowechsel etwas Zeit ein. Die Änderung muss rechtzeitig vor dem Zahltag ankommen. Lösen Sie das alte Konto erst auf, wenn die Rente nachweislich auf dem neuen eingegangen ist.
Wichtig: Eine Änderung der Bankverbindung ist auch genau das, was Betrüger gern hätten. Die Rentenversicherung fragt Sie nie am Telefon oder per E-Mail nach einer neuen Kontonummer. Wenn jemand Sie dazu auffordert, ist das ein Betrugsversuch.
Das ePostfach: Briefe der Rente digital
Im Kundenportal gibt es ein eigenes Postfach. Dort können Sie Nachrichten an die Rentenversicherung schreiben, Unterlagen hochladen und Antworten empfangen. Das ist sicherer als eine normale E-Mail, weil alles im geschützten Portal bleibt.
Wenn Sie möchten, können Sie auch einstellen, dass bestimmte Schreiben nur noch digital kommen. Dann bekommen Sie eine Benachrichtigung per E-Mail, dass etwas Neues im Postfach liegt. Der eigentliche Brief steht aber nur im Portal, nicht in der E-Mail.
Überlegen Sie gut, ob Sie das wollen. Wer sich nur selten anmeldet, verpasst leicht einen wichtigen Brief. Für viele ist es angenehmer, die Post weiter auf Papier zu bekommen und das Portal nur zum Nachschlagen zu nutzen.

Die Digitale Rentenübersicht: alle Renten zusammen
Viele Menschen haben nicht nur die gesetzliche Rente, sondern auch eine Betriebsrente oder eine private Rentenversicherung. Die Digitale Rentenübersicht ist ein kostenloses Angebot des Staates, das diese Ansprüche an einer Stelle zusammenführt. Sie finden sie unter rentenuebersicht.de.
Für die Anmeldung brauchen Sie ebenfalls den Online-Ausweis, dazu Ihre Steuer-Identifikationsnummer. Sie steht zum Beispiel auf Ihrem Steuerbescheid. Die Übersicht fragt dann bei den teilnehmenden Anbietern nach. Noch machen nicht alle mit, die Liste wächst aber.
Für Rentnerinnen und Rentner ist die Übersicht vor allem dann interessant, wenn Sie den Verdacht haben, dass irgendwo noch eine vergessene Betriebsrente liegt. Ansonsten reicht der Blick ins Kundenportal der Rentenversicherung.
Vorsicht vor falschen Rentenseiten und E-Mails
Wo es um Rente und Kontodaten geht, sind auch Betrüger unterwegs. Es gibt E-Mails und SMS im Namen der Rentenversicherung, die zu einer angeblichen Rentenerhöhung, einer Rückzahlung oder einer dringenden Datenprüfung auffordern. Sie führen auf nachgemachte Seiten, die Ihre Daten abgreifen wollen. Ähnliche Nachrichten gibt es übrigens auch zum E-Rezept. Wie Sie Ihr E-Rezept einlösen, ganz ohne Link aus einer SMS, zeige ich Ihnen in einem eigenen Artikel.
Diese Regeln schützen Sie:
- Rufen Sie die Seite der Rentenversicherung immer selbst auf, nie über einen Link in einer E-Mail oder SMS.
- Geben Sie Ihre Ausweis-PIN nur in der AusweisApp ein, nie auf einer Internetseite und nie am Telefon.
- Die Rentenversicherung verlangt keine Gebühren für ihre Online-Dienste und schickt keine Zahlungsaufforderungen per SMS.
- Seien Sie misstrauisch bei Druck und Eile: „Ihre Rente wird sonst gesperrt“ ist ein typischer Satz von Betrügern.
Auch in Suchergebnissen stehen manchmal Anzeigen von Firmen, die gegen Geld „helfen“, an Rentenunterlagen zu kommen. Das brauchen Sie nicht. Wie Sie die echte Seite einer Behörde von einer Anzeige unterscheiden, zeige ich in Lektion 3 meines Videokurses „Computer verstehen“. Wie Sie betrügerische Nachrichten durchschauen und Phishing-Mails erkennen, erkläre ich Ihnen gesondert.
Bevor Sie sich anmelden
- Adresse selbst getippt?deutsche‑rentenversicherung.de, nie über einen Link.
- PIN nur in der AusweisApp?Nie auf einer Internetseite, nie am Telefon.
- Druck und Eile?Dann ist es Betrug. Die Rente wird nicht einfach gesperrt.
Wenn die Anmeldung nicht klappt
Die häufigste Hürde ist der Ausweis. Das Handy erkennt ihn nicht, weil er an der falschen Stelle liegt oder eine Hülle stört. Nehmen Sie das Handy aus der Hülle, legen Sie es mit dem Bildschirm nach oben auf den Tisch und schieben Sie den Ausweis langsam darunter, bis die App ihn erkennt.
Die zweite Hürde ist die PIN. Wer dreimal falsch eingibt, muss die sogenannte PUK aus dem PIN-Brief verwenden. Ist der Brief weg, kann das Bürgeramt helfen oder ein neuer PIN-Brief bestellt werden.
Und manchmal liegt es einfach am Portal selbst, das gerade gewartet wird. Dann hilft es, es später noch einmal zu versuchen. Die Rentenversicherung hat außerdem ein kostenloses Servicetelefon unter 0800 1000 4800, und in Berlin gibt es Auskunfts- und Beratungsstellen, in denen man Ihnen persönlich weiterhilft.
Hilfe beim Rentenkonto in Berlin-Charlottenburg
Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg oder Umgebung wohnen, komme ich gern zu Ihnen nach Hause. Wir richten gemeinsam den Online-Ausweis ein, melden Sie beim Kundenportal an und laden die Bescheinigung herunter, die Sie gerade brauchen. Ich zeige Ihnen, wo Sie Ihre Unterlagen sicher ablegen, damit Sie sie im nächsten Jahr sofort wiederfinden.
Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.


