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Der alte Laptop des Vaters braucht morgens zehn Minuten, bis er bereit ist. Windows meldet, dass es bald keine Updates mehr gibt. Die Geschwister sind sich einig: Zum Geburtstag gibt es einen neuen. Ein Laptop für Senioren soll es werden, gut zu bedienen und ohne Schnickschnack.
Gekauft ist er schnell. Ein schönes Gerät, großer Bildschirm, schnell. Am Geburtstag steht er dann ausgepackt auf dem Tisch. Und der Vater schaut ihn an, als hätte man ihm ein Raumschiff hingestellt.
„Wo ist denn mein Solitär? Und wo sind meine E-Mails?“
Ein neuer Computer ist für ältere Menschen kein Geschenk wie ein Pullover. Er ist ein kleiner Umzug. Hier zeige ich, worauf Sie als Kinder oder Enkel achten sollten, damit der Umstieg gelingt.
Damit der Umstieg gelingt:
- Den Computer gemeinsam aussuchen, nicht überraschen.
- Vorher aufschreiben, was auf dem alten alles benutzt wird.
- Den alten Computer noch ein paar Wochen aufheben.
Suchen Sie den Laptop lieber gemeinsam aus
Die Überraschung unter dem Weihnachtsbaum ist eine schöne Idee. Beim Computer geht sie oft schief.
Nehmen Sie Ihre Eltern mit ins Geschäft oder zeigen Sie ihnen zwei, drei Geräte zur Auswahl. Wie fühlt sich die Tastatur an? Ist der Bildschirm groß genug? Ist der Laptop zu schwer zum Tragen?
Wer mitentscheiden durfte, nimmt das neue Gerät viel lieber an. Worauf es beim Kauf selbst ankommt, steht im Artikel Welcher Computer für Senioren passt wirklich zu Ihnen?
Erst aufschreiben, was der alte Computer kann
Bevor der neue kommt, setzen Sie sich mit Ihrer Mutter oder Ihrem Vater vor den alten. Und schreiben auf, was dort alles benutzt wird. Ganz konkret:
- Welches E-Mail-Programm, welche Adresse?
- Welche Internetseiten werden oft besucht?
- Gibt es Spiele, ohne die es nicht geht?
- Wo liegen die Fotos und die Briefe?
- Welcher Drucker, welcher Scanner?
- Gibt es Programme mit Lizenz, etwa ein älteres Office?
Diese Liste ist die halbe Miete. Alles, was darauf steht, muss auf dem neuen Computer wieder genauso da sein.
Übernehmen Sie so viel Gewohntes wie möglich
Ältere Menschen haben sich ihre Wege am Computer oft mühsam erarbeitet. Ein Doppelklick hier, ein Lesezeichen dort. Diese Wege sind wertvoll.
Richten Sie den neuen Computer deshalb möglichst ähnlich ein. Derselbe Browser, dieselbe Startseite, dieselben Lesezeichen. Das Hintergrundbild mit dem Garten. Die Symbole an ähnlicher Stelle.
Neu muss nur sein, was wirklich besser ist. Alles andere darf bleiben, wie es war. Wie Sie Ihre Eltern auch über den Computerkauf hinaus unterstützen, habe ich in meinen Artikeln rund um die Computerhilfe für Ihre Eltern zusammengetragen.
Passwörter: jetzt ist der Moment
Beim Umzug auf einen neuen Computer werden plötzlich Passwörter gebraucht, die jahrelang niemand eingeben musste. Für das E-Mail-Postfach, das WLAN, das Online-Banking.
Suchen Sie diese vorher gemeinsam heraus. Wenn es noch kein Passwortbuch gibt, ist jetzt eine gute Gelegenheit, eines anzulegen. Ein kleines Heft, das an einem sicheren Ort liegt, nicht am Bildschirm klebt.
Ist ein Passwort nicht mehr aufzufinden, lässt es sich meist zurücksetzen. Das braucht aber Zeit und manchmal Zugang zu einer zweiten E-Mail-Adresse oder dem Handy. Deshalb lieber vorher klären.

Wer hat welches Konto?
Ein neuer Windows-Computer möchte bei der Einrichtung meist ein Microsoft-Konto. Das ist eine E-Mail-Adresse mit Passwort, über die unter anderem der Wiederherstellungsschlüssel und OneDrive laufen.
Wichtig: Das Konto sollte Ihren Eltern gehören. Nicht Ihnen. Nehmen Sie also die E-Mail-Adresse Ihrer Mutter oder legen Sie gemeinsam eine an, und schreiben Sie die Daten ins Passwortbuch.
Das klingt nach einer Kleinigkeit. Aber wenn der Computer später mit Ihrem Konto verbunden ist, hängt plötzlich vieles an Ihnen. Und Ihre Mutter kann manche Dinge nicht mehr selbst erledigen.
Einen Übergabetag planen
Den neuen Computer einfach hinzustellen und am Abend wieder zu fahren, reicht selten. Planen Sie einen ganzen Nachmittag ein, an dem Sie gemeinsam davorsitzen.
Richten Sie das meiste am besten schon vorher ein, damit am Übergabetag nicht stundenlang Updates laufen. Am Tag selbst geht es dann nur noch um das Zeigen und Ausprobieren.
Lassen Sie Ihre Eltern selbst klicken. Auch wenn es länger dauert. Nur was die eigene Hand einmal gemacht hat, klappt am nächsten Tag noch.
Was beim Einrichten eines neuen Computers alles zu tun ist, beschreibe ich ausführlich im Artikel So richten Sie Ihren neuen PC mit Windows 11 ein
Der alte Computer bleibt noch ein paar Wochen
Räumen Sie den alten Computer nicht gleich am Übergabetag weg. Lassen Sie ihn ein paar Wochen in der Schublade oder im Schrank liegen.
Fast immer fällt nach einiger Zeit noch etwas auf, das fehlt. Eine Vorlage für den Brief an die Hausverwaltung. Ein Lesezeichen. Ein Ordner mit Rezepten.
Solange der alte Computer noch da ist, ist das in fünf Minuten nachgeholt. Erst wenn sicher ist, dass alles da ist, werden die Daten darauf gelöscht und der Computer weitergegeben oder entsorgt.
Die Umzugsliste vom alten zum neuen Computer
Erst wenn alles abgehakt ist, darf der alte Computer gehen.
Umzugsliste
- E-Mails und Adressbuch
- Fotos und Briefe
- Lesezeichen der Lieblingsseiten
- Drucker eingerichtet
- Das Kartenspiel
- Vorlage für den Brief an die Hausverwaltung
Einer fehlt noch – gut, dass der alte Computer noch da ist.
Ein Spickzettel für die ersten Wochen
Die ersten zwei Wochen sind die schwierigsten. Ein Zettel neben dem Computer hilft, über diese Zeit zu kommen.
Darauf stehen nur die wichtigsten Dinge, und zwar in den Worten Ihrer Eltern:
- So schalte ich den Computer ein und aus.
- So komme ich zu meinen E-Mails.
- So öffne ich meine Fotos.
- Diese Nummer rufe ich an, wenn etwas nicht klappt.
Mehr Punkte braucht der Zettel nicht. Alles andere kommt mit der Zeit.
Wer ist Ansprechpartner?
Klären Sie in der Familie, wer sich in den ersten Wochen kümmert. Sonst rufen die Eltern abwechselnd bei drei Kindern an, und jedes erklärt es etwas anders.
Eine feste Person, ein fester Tag für Fragen, etwa das Sonntagstelefonat. Das gibt Ihren Eltern Sicherheit, und Sie werden nicht mitten in der Arbeit gerufen.
Wohnen Sie weiter weg, kann eine Fernhilfe sinnvoll sein. Die richten Sie aber nur gemeinsam und mit klarer Absprache ein.
Nach der Übergabe
- Eine feste Person?Ein Kind kümmert sich, nicht drei abwechselnd.
- Ein fester Termin?Fragen sammeln, zum Beispiel fürs Sonntagstelefonat.
- Ein Zettel am Computer?Mit den vier wichtigsten Wegen und einer Telefonnummer.
Kleines Zubehör, das viel ausmacht
Oft sind es nicht die großen Dinge, die den Alltag am neuen Computer erleichtern. Sondern Kleinigkeiten, die beim Kauf vergessen werden:
- Eine richtige Maus statt des Tastfelds am Laptop.
- Eine Tastatur mit großer, gut lesbarer Beschriftung.
- Ein zusätzlicher Bildschirm, wenn der Laptop am Schreibtisch steht.
- Eine gute Lampe, die nicht im Bildschirm spiegelt.
- Ein festes Ladekabel am Arbeitsplatz, damit der Akku nie leer ist.
Probieren Sie das ruhig zusammen aus. Manchmal macht eine Maus für zwanzig Euro mehr Unterschied als der schnellere Prozessor.

Geduld ist wichtiger als Technik
Ein neuer Computer ist anstrengend. Man ärgert sich, man vermisst das Alte, man fühlt sich unsicher. Das gehört dazu und vergeht meist nach ein paar Wochen.
Sätze wie „Das ist doch ganz einfach“ helfen dabei nicht. Besser ist: „Zeig mir mal, wo du hängen bleibst.“
Wenn Ihre Eltern grundsätzlich mit dem Computer nicht mehr zurechtkommen, steht im Artikel Meine Mutter oder mein Vater kommt mit dem Computer nicht mehr zurecht – was kann ich tun?, was dann helfen kann.
Die E-Mails gehören zum ersten Tag
Für viele ältere Menschen ist die E-Mail der wichtigste Grund, einen Computer zu haben. Funktioniert sie am ersten Tag nicht, wirkt der ganze neue Computer wie ein Rückschritt. Planen Sie die Einrichtung der E-Mails deshalb fest für den Übergabetag ein, nicht für irgendwann später.
Prüfen Sie vorher, wie Ihre Eltern ihre E-Mails bisher abrufen: im Browser über die Seite des Anbieters oder mit einem eigenen Programm. Im ersten Fall genügt meist die Anmeldung im neuen Browser. Im zweiten Fall müssen die alten Nachrichten und das Adressbuch mit umziehen. Wie der Datenumzug auf den neuen Rechner gelingt, zeige ich Ihnen in einer eigenen Anleitung.
Schicken Sie am Ende des Übergabetags gemeinsam eine erste E-Mail an jemanden aus der Familie. Kommt die Antwort an, ist ein großer Teil der Unsicherheit verflogen.
Was in den ersten Wochen typischerweise fragt
Auch wenn alles gut eingerichtet ist, kommen in den ersten Wochen Fragen. Sie sind meistens dieselben:
- Wo ist der Brief, den ich gestern geschrieben habe?
- Warum sieht das Fenster plötzlich anders aus?
- Was will diese Meldung von mir?
- Wie komme ich zurück zu meinen Fotos?
Das ist kein Zeichen, dass der Wechsel misslungen ist. Es ist ganz normal. Hilfreich ist, die Antworten jeweils auf dem Spickzettel zu ergänzen, damit dieselbe Frage nicht dreimal kommt.
Zum Nachschauen zwischen den Telefonaten
Wenn Sie nicht um die Ecke wohnen, ist das Telefon in den ersten Wochen oft heiß gelaufen. Eine Entlastung für beide Seiten kann ein Kurs sein, den Ihre Eltern in Ruhe ansehen können.
Mein Videokurs „Computer verstehen“ beantwortet genau die Fragen aus der Liste oben: Lektion 1 zeigt, wie man ein verschwundenes Fenster zurückholt, Lektion 2, wie man einen Brief speichert und wiederfindet, Lektion 5, wie man eine Meldung prüft. Die Lektionen sind kurz, langsam erklärt und beliebig oft wiederholbar.
Und wenn Ihre Eltern lieber lesen als zuschauen: Auch dieser Ratgeber ist so geschrieben, dass man ihn ohne Vorwissen versteht. Drucken Sie die wichtigsten Artikel ruhig aus.
Wenn Sie den Umstieg nicht selbst begleiten können
Nicht jede Familie hat jemanden, der sich auskennt und Zeit hat. Gerade wenn die Kinder in einer anderen Stadt wohnen, ist das schwierig.
Dann kann jemand vor Ort den Umzug übernehmen: Daten übertragen, Gewohntes einrichten, die Übergabe in Ruhe machen. Und in den Wochen danach für Fragen erreichbar sein.
Wichtig ist dabei nur, dass Sie als Familie im Bild bleiben. Bitten Sie um eine kurze Notiz, was eingerichtet wurde und wo die Zugangsdaten liegen. Dann können Sie später selbst weiterhelfen.
Den neuen Computer für Ihre Eltern einrichten lassen in Berlin-Charlottenburg
Wenn Ihre Eltern in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu ihnen nach Hause. Ich übertrage Fotos, E-Mails und Lesezeichen vom alten auf den neuen Computer und richte alles so ein, dass es sich vertraut anfühlt.
Die Übergabe machen wir in Ruhe gemeinsam. Und wenn in den Wochen danach Fragen auftauchen, bin ich weiter erreichbar. Den Termin können Sie gern für Ihre Eltern vereinbaren, auch von weiter weg. Was dabei alles eingerichtet wird, von WLAN und E-Mail bis zum Drucker, sehen Sie auf meiner Seite Neuer Computer – komplett eingerichtet.
Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.
Am Telefon reicht übrigens ein Satz wie: „Mein Vater bekommt einen neuen Laptop, und der alte soll umziehen.“ Damit weiß ich schon ziemlich viel.


