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Sie wollten nur ein kleines Programm zum Ausdrucken von Kreuzworträtseln installieren. Ein paar Mal auf „Weiter“ geklickt, fertig. Am nächsten Morgen steht auf dem Bildschirm ein neues Symbol, das Sie nie gesehen haben. „Super-Schnell-PC“. Und der meldet beim Start, Ihr Computer habe 712 Probleme.
Dazu hat sich die Startseite im Browser verändert, und unten rechts erscheint ab und zu Werbung. Es wird Zeit, solche Programme zu deinstallieren – aber mit Bedacht.
Niemand hat Sie gefragt. Oder doch, nur sehr leise, in einem kleinen Häkchen, das schon gesetzt war.
Hier zeige ich, wie solche Programme auf den Computer kommen, wie Sie sie in der Liste finden, wie Sie sie wieder loswerden, ohne in eine der Fallen des Deinstallationsprogramms zu tappen, und wie Sie beim nächsten Mal vorbeugen.
So werden Sie ungebetene Programme los:
- Die Liste der Programme nach Installationsdatum sortieren.
- Beim Deinstallieren den kleinen Link suchen, nicht den großen Knopf.
- Danach Browser und Autostart aufräumen.
Wie kommen fremde Programme auf den Computer?
Meistens reisen sie mit. Viele kostenlose Programme aus dem Internet verdienen ihr Geld damit, dass sie bei der Installation andere Programme mitbringen. Das ist erlaubt, solange es irgendwo im Installationsfenster steht.
Und dort steht es auch. Klein, in grauer Schrift, mit einem Häkchen, das schon gesetzt ist. Wer zügig auf „Weiter“ klickt, sagt damit Ja.
Andere Programme kommen über Werbung, die wie eine Warnung aussieht und zum Herunterladen eines „Schutzprogramms“ auffordert. Und manche waren schon beim Kauf auf dem Computer, als Testversion vom Hersteller.
Ihnen ist also nichts vorzuwerfen. Diese Wege sind so gebaut, dass man sie übersieht. Und weil solche Programme oft Werbung und Meldungen mitbringen, habe ich Ihnen alles Wichtige zu Werbung und Meldungen an einer Stelle zusammengefasst.
Typische ungebetene Gäste
Nicht jedes Programm, dessen Namen Sie nicht kennen, ist ein Eindringling. Diese Arten von Programmen landen aber besonders oft ungefragt auf dem Computer:
- „Optimierer“, „Cleaner“ oder „Booster“, die ständig Probleme finden und Geld für die Lösung wollen,
- „Treiber-Updater“, die angeblich veraltete Treiber entdecken,
- Symbolleisten und Suchhelfer für den Browser,
- Spiele-Sammlungen und Gewinnspiel-Programme,
- Download-Helfer, die beim Herunterladen „beschleunigen“ sollen,
- Schutzprogramme, die Sie nie bewusst gekauft haben.
Gemeinsam ist ihnen, dass sie viel versprechen, sich gern melden und kaum etwas leisten, was Windows nicht schon selbst kann.
Ein Wort zu den Schutzprogrammen: Windows bringt mit dem Microsoft Defender bereits einen Virenschutz mit. Ein zweites Schutzprogramm, das Sie nie ausgesucht haben, macht den Computer nicht sicherer. Im ungünstigen Fall stören sich die beiden sogar gegenseitig.
Der beste Trick: die Liste nach Datum sortieren
Die Liste aller Programme finden Sie bei Windows 11 unter Einstellungen › Apps › Installierte Apps. Bei Windows 10 heißt der Weg Einstellungen › Apps › Apps und Features.
Normalerweise ist diese Liste nach dem Alphabet sortiert. Dann sucht man unter Hunderten Einträgen nach dem einen Fremden. Viel einfacher geht es, wenn Sie oben bei „Sortieren nach“ das Installationsdatum wählen.
Jetzt stehen die neuesten Programme ganz oben. Was am selben Tag wie das Kreuzworträtsel-Programm aufgetaucht ist, ist ein heißer Kandidat. Oft finden Sie dort zwei oder drei Einträge, die Sie nie bewusst installiert haben.
Schreiben Sie sich deren Namen auf, bevor Sie irgendetwas entfernen. Dann behalten Sie den Überblick.

Unbekannt heißt nicht gefährlich
In der Liste stehen auch viele Programme mit seltsamen Namen, die genau dort hingehören. „Microsoft Visual C++ Redistributable“ zum Beispiel, oder Einträge mit „Intel“, „Realtek“ oder „AMD“ im Namen. Das sind Bausteine, die andere Programme oder Teile Ihres Computers brauchen.
Solche Einträge lassen Sie bitte in Ruhe. Werden sie entfernt, funktioniert vielleicht plötzlich der Ton nicht mehr oder ein Programm startet nicht.
Ein guter Hinweis ist das Datum: Solche Bausteine waren meist schon lange da oder kamen mit einem Windows-Update. Ausführlich beschrieben habe ich, welche Programme Sie bedenkenlos entfernen dürfen und welche Sie besser behalten.
Den Namen nachschlagen, aber vorsichtig
Wenn Sie nicht wissen, was ein Programm ist, geben Sie den Namen in eine Suchmaschine ein. Meist steht schon in den ersten Treffern, ob es sich um nützliche Software oder um einen ungebetenen Gast handelt.
Aber Vorsicht: Ganz oben in den Ergebnissen steht oft Werbung. Und gerade bei unerwünschten Programmen werben dort gern „Entfernungs-Werkzeuge“, die man herunterladen soll. Manche davon sind selbst wieder genau so ein Programm.
Laden Sie zum Entfernen nichts herunter. Windows kann Programme selbst deinstallieren, dafür braucht es kein zusätzliches Werkzeug.
So deinstallieren Sie ein Programm unter Windows
Haben Sie einen Kandidaten gefunden, gehen Sie so vor:
- Schließen Sie alle offenen Programme.
- Klicken Sie in der Liste bei Windows 11 rechts neben dem Programm auf die drei Punkte. Bei Windows 10 klicken Sie das Programm einmal an.
- Wählen Sie „Deinstallieren“ und bestätigen Sie die Nachfrage von Windows.
- Fragt Windows, ob die App Änderungen an Ihrem Gerät vornehmen darf, klicken Sie auf „Ja“. Das ist hier in Ordnung, denn Sie haben das Entfernen selbst gestartet.
- Jetzt öffnet sich oft das Deinstallationsprogramm des Herstellers. Lesen Sie hier jedes Fenster genau, bevor Sie klicken.
Bei harmlosen Programmen ist danach alles erledigt. Bei den ungebetenen Gästen geht es jetzt erst richtig los.
Die Tricks im Deinstallationsprogramm
Programme, die nicht gehen wollen, machen es Ihnen schwer. Ihr Deinstallationsprogramm ist oft so gebaut, dass man aus Versehen das Falsche klickt.
Der große, farbige Knopf heißt dann „Behalten“ oder „Reparieren“. Das eigentliche Entfernen versteckt sich als unauffälliger grauer Link daneben. Manchmal kommt eine Warnung, Ihr Computer sei ohne das Programm „ungeschützt“. Oder ein Rabatt: „Bleiben Sie, und Sie bekommen 50 Prozent!“
Lassen Sie sich davon nicht beirren. Suchen Sie in jedem Fenster gezielt nach dem Wort „Deinstallieren“, „Entfernen“ oder „Trotzdem entfernen“, auch wenn es klein ist. Und entfernen Sie Häkchen bei Angeboten, die Ihnen auf dem Weg nach draußen noch etwas Neues installieren wollen.
Will das Programm zum Schluss wissen, warum Sie gehen, können Sie das Fenster einfach schließen. Eine Antwort sind Sie niemandem schuldig.
Drei Fallen und ein unscheinbarer Ausgang
So ähnlich sieht das Abschiedsfenster eines aufdringlichen Programms aus.
1Sind Sie sicher? Ohne Super‑Schnell‑PC ist Ihr Computer ungeschützt!
2Gratis-Browserschutz installieren
3Behalten – jetzt 50 % Rabatt
✓Trotzdem deinstallieren
- 1Angst machenWindows schützt Sie auch ohne dieses Programm.
- 2Vorgesetztes HäkchenEntfernen, sonst kommt gleich das Nächste.
- 3Großer bunter KnopfDer hält das Programm auf dem Computer.
- ✓Kleiner grauer LinkDas ist der richtige Ausgang.
Nach dem Entfernen: einmal neu starten
Viele Programme hinterlassen Reste, die erst bei einem Neustart verschwinden. Manche Deinstallationsprogramme bitten selbst darum. Tun Sie es auch, wenn keines fragt.
Schauen Sie nach dem Neustart noch einmal in die Liste der installierten Apps. Ist das Programm verschwunden, hat es geklappt.
Manchmal taucht nach dem Neustart plötzlich ein anderes unbekanntes Programm auf, das vorher nicht da war. Dann hat das Deinstallationsprogramm doch noch etwas mitgebracht. Entfernen Sie es auf demselben Weg.
Was das Programm zurückgelassen haben kann
Ein Programm ist weg, aber seine Spuren bleiben manchmal. Prüfen Sie nach dem Entfernen diese Stellen:
- die Startseite und die Suchmaschine im Browser,
- Erweiterungen im Browser, die Sie nicht kennen,
- Symbole auf dem Desktop, die ins Leere führen,
- Benachrichtigungen, die weiter unten rechts erscheinen,
- Einträge im Autostart, die beim Hochfahren mitstarten.
Wie Sie die Startseite zurückholen, steht im Artikel Warum hat sich meine Startseite im Browser verändert? Fremde Erweiterungen finden Sie über das Puzzleteil oben im Browser. Wie Sie die Liste der Erweiterungen durchsehen, steht im Artikel Warum öffnet sich im Browser ständig eine neue Seite?
Der Autostart: Was beim Hochfahren mitläuft
Manche Programme tragen sich so ein, dass sie jedes Mal mit Windows starten. Das macht den Computer langsamer und sorgt für die Meldungen gleich nach dem Einschalten.
Öffnen Sie den Task-Manager mit der Tastenkombination Strg, Umschalt und Esc. Bei Windows 11 finden Sie links den Bereich „Autostart-Apps“, bei Windows 10 oben den Reiter „Autostart“.
Dort sehen Sie, was beim Hochfahren mitläuft. Klicken Sie einen Eintrag an, den Sie nicht kennen oder nicht brauchen, und wählen Sie „Deaktivieren“. Das Programm wird damit nicht gelöscht, es startet nur nicht mehr von selbst.
Das ist ein sanfter Weg, wenn Sie sich beim Löschen nicht sicher sind. Rückgängig machen lässt er sich jederzeit mit „Aktivieren“.
Lassen Sie dabei Einträge stehen, die zu Ihrem Virenschutz, zum Ton oder zum Tastfeld des Laptops gehören. Bei allem anderen schadet ein Deaktivieren in aller Regel nicht. Im schlimmsten Fall startet ein Programm eben erst, wenn Sie es selbst öffnen.
Ist der ungebetene Gast wirklich weg?
- Aus der Liste verschwunden?Nach dem Neustart noch einmal bei den installierten Apps nachsehen.
- Browser wieder wie früher?Startseite, Suchmaschine und Erweiterungen geprüft.
- Autostart aufgeräumt?Unbekannte Einträge im Task-Manager deaktiviert.
Was Sie tun, wenn sich ein Programm nicht deinstallieren lässt
Manchmal meldet Windows beim Deinstallieren einen Fehler, oder das Programm verschwindet aus der Liste und ist nach dem Neustart wieder da.
Versuchen Sie es zuerst nach einem Neustart erneut. Läuft das Programm gerade im Hintergrund, kann es sich nicht selbst entfernen. Im Task-Manager können Sie es vorher unter „Prozesse“ mit „Task beenden“ schließen.
Bei echten Herstellern gibt es oft ein offizielles Entfernungs-Werkzeug auf deren eigener Internetseite. Bei unbekannten Programmen würde ich davon die Finger lassen und mir lieber helfen lassen.
Kommt das Programm immer wieder, kann ein anderes Programm dahinterstecken, das es nachlädt. Dann lohnt sich ein gründlicher Blick von jemandem, der sich auskennt.
So kommt beim nächsten Mal nichts mit
Ganz verhindern lässt es sich nicht. Aber mit ein paar Gewohnheiten wird es selten:
- Laden Sie Programme nur von der Seite des Herstellers oder aus dem Microsoft Store.
- Wählen Sie bei der Installation „Benutzerdefiniert“ statt „Empfohlen“, wenn es die Wahl gibt.
- Lesen Sie jedes Fenster, bevor Sie auf „Weiter“ klicken, auch das Kleingedruckte.
- Entfernen Sie Häkchen bei allem, was nicht das gewünschte Programm ist.
- Klicken Sie bei Zusatzangeboten auf „Ablehnen“ oder „Überspringen“.
Und die wichtigste Regel: Programme, die Ihnen eine Werbung oder eine Warnung im Browser empfiehlt, installieren Sie nie.

Plötzlich ein neuer Browser – Wave Browser, Avast Secure Browser und Co.
Manchmal taucht auf dem Computer ein Browser auf, den Sie nie bewusst installiert haben. Oft öffnen sich Internetseiten dann plötzlich darin statt in Ihrem gewohnten Browser.
Der Avast Secure Browser ist kein Schadprogramm. Er stammt von der Virenschutzfirma Avast und kommt häufig mit, wenn man deren kostenlosen Virenschutz oder ein anderes Gratisprogramm installiert. Gern richtet er sich dabei als Standardbrowser ein. Wenn Sie ihn nicht benutzen möchten, können Sie ihn ganz normal entfernen, wie oben beschrieben.
Anders ist es beim Wave Browser. Viele Virenschutzprogramme stufen ihn als unerwünschtes Programm ein, weil er über Werbung und versteckte Häkchen auf den Computer gelangt und Ihre Suche umleitet. Entfernen Sie ihn unter Einstellungen › Apps › Installierte Apps.
Danach legen Sie unter Einstellungen › Apps › Standard-Apps wieder Ihren gewohnten Browser fest. Ist das Programm nach einem Neustart wieder da, lohnt sich Hilfe von jemandem, der sich auskennt.
Wenn Sie unsicher sind, was weg kann
Im Zweifel gilt: lieber stehen lassen als falsch löschen. Ein überflüssiges Programm stört, richtet aber meist keinen großen Schaden an. Ein versehentlich entfernter Treiber dagegen kann den Ton oder den Drucker lahmlegen.
Notieren Sie sich die Namen, bei denen Sie unsicher sind, und fragen Sie jemanden, der sich auskennt. Mit der Liste ist das in ein paar Minuten geklärt. Für genau solche Fragen gibt es meine Computerhilfe bei ungebetenen Programmen.
Wenn das Programm Sie zu einem Anruf oder einer Zahlung drängt, ist das dagegen ein klares Zeichen. Dann bitte nicht zahlen, sondern entfernen oder entfernen lassen.
Wie Sie schon vor der Installation prüfen, woher ein Programm stammt, zeige ich in Lektion 7 meines Videokurs „Computer verstehen“. Damit kommen die meisten ungebetenen Gäste gar nicht erst auf den Computer.
Hilfe beim Entfernen unbekannter Programme in Berlin-Charlottenburg
Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause. Ich gehe mit Ihnen die Liste Ihrer Programme durch, entferne die ungebetenen Gäste samt ihrer Reste und räume den Autostart auf.
Danach zeige ich Ihnen, worauf Sie beim nächsten Herunterladen achten können, damit nichts mehr ungefragt mitreist.
Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.
Am Telefon reicht übrigens ein Satz wie: „Seit gestern habe ich ein Programm auf dem Computer, das ich nie installiert habe.“ Damit weiß ich schon ziemlich viel.


