In diesem Artikel
Unten rechts auf dem Bildschirm schiebt sich ein kleiner Kasten herein. „Ihr PC ist gefährdet!“ Zehn Minuten später der nächste. „Sie haben einen Gutschein gewonnen.“ Dann: „Achtung: 3 Viren gefunden.“
Dabei haben Sie gerade gar keine Internetseite geöffnet. Vielleicht ist der Browser sogar geschlossen. Und trotzdem kommen die Meldungen. Jeden Tag. Manchmal jede Stunde. Die gute Nachricht: Sie können diese Browser-Benachrichtigungen deaktivieren.
Das ist kein Virus. Und auch kein Zeichen dafür, dass Ihr Computer gehackt wurde. Es ist etwas viel Banaleres. Irgendwann wurde einer Internetseite erlaubt, Ihnen Nachrichten zu schicken. Und diese Erlaubnis lässt sich wieder zurücknehmen. Welche anderen Störenfriede es auf dem Bildschirm sonst noch gibt, habe ich in meiner Sammlung zu Werbung, Pop-ups und Meldungen zusammengetragen.
Gegen solche Meldungen hilft:
- Prüfen, welche Webseite die Benachrichtigungen senden darf.
- Diese Erlaubnis im Browser entfernen.
- Neue Anfragen nicht vorschnell mit „Zulassen“ bestätigen.
Wie es dazu kommt
Fast jeder hat diese kleine Frage schon gesehen. Sie öffnen eine Internetseite. Oben links, direkt unter der Adresszeile, erscheint ein Kästchen: „Diese Website möchte Benachrichtigungen anzeigen.“ Darunter zwei Knöpfe: „Zulassen“ und „Blockieren“.
Viele Menschen klicken einfach auf „Zulassen“. Weil das Kästchen stört. Weil die Seite sonst nicht weitermachen will. Oder weil auf der Seite steht: „Klicken Sie auf Zulassen, um zu bestätigen, dass Sie kein Roboter sind.“
Das ist übrigens ein beliebter Trick. Mit Robotern hat dieses Kästchen nichts zu tun. Es erteilt nur eine Erlaubnis.
Und ab diesem Moment darf die Seite Ihnen Meldungen auf den Bildschirm schicken. Auch dann, wenn Sie längst woanders sind.
Fachleute nennen solche Meldungen Push-Benachrichtigungen. „Push“ heißt auf Deutsch „schieben“. Die Nachricht wird Ihnen also zugeschoben, ohne dass Sie die Seite öffnen. Auf dem Handy kennen Sie das von Apps, etwa wenn WhatsApp eine neue Nachricht meldet. Dort ist das oft nützlich, bei unbekannten Webseiten dagegen fast nie.
Woran Sie erkennen, dass es eine Webseite ist
Solche Benachrichtigungen sehen oft aus wie Warnungen von Windows. Oder wie Meldungen eines Virenschutzprogramms. Ein genauer Blick verrät aber meistens, woher sie kommen.
Unter Windows steht in dem kleinen Kasten oft der Name des Browsers. Also zum Beispiel „Google Chrome“ oder „Microsoft Edge“. Und darunter die Adresse der Internetseite. Oft eine, von der Sie noch nie gehört haben. Mit merkwürdigen Endungen wie „.xyz“, „.top“ oder „.online“.
Wenn dort ein Browser und eine unbekannte Internetadresse stehen, ist die Sache eindeutig: Das ist keine Warnung Ihres Computers. Das ist Werbung. Oder ein Betrugsversuch.
Klicken Sie solche Meldungen nicht an. Und rufen Sie keine Nummer an, die darin steht.
Warum eine Internetseite gar nicht wissen kann, ob Ihr Computer einen Virus hat, erkläre ich Ihnen in meinem Beitrag darüber, ob Sie solche Meldungen einfach ignorieren dürfen.
So deaktivieren Sie Benachrichtigungen in Google Chrome
- Klicken Sie oben rechts auf die drei Punkte.
- Wählen Sie „Einstellungen“.
- Klicken Sie links auf „Datenschutz und Sicherheit“.
- Dann auf „Website-Einstellungen“.
- Und dort auf „Benachrichtigungen“.
Jetzt sehen Sie eine Liste. Unter „Dürfen Benachrichtigungen senden“ stehen alle Seiten, denen Sie es einmal erlaubt haben. Klicken Sie bei jeder Seite, die Sie nicht kennen, rechts auf die drei Punkte. Und wählen Sie „Entfernen“ oder „Blockieren“.
Wenn Sie dort niemandem eine Erlaubnis geben möchten, können Sie das auch komplett ausschalten. Weiter oben auf derselben Seite können Sie einstellen, dass Websites gar nicht mehr nach Benachrichtigungen fragen dürfen.
So deaktivieren Sie Benachrichtigungen in Microsoft Edge
- Klicken Sie oben rechts auf die drei Punkte.
- Wählen Sie „Einstellungen“.
- Klicken Sie links auf „Cookies und Websiteberechtigungen“.
- Dann auf „Benachrichtigungen“.
Unter „Zulassen“ sehen Sie die Seiten, die Ihnen Meldungen schicken dürfen. Klicken Sie bei den unbekannten Seiten auf die drei Punkte daneben und wählen Sie „Entfernen“.
Auch hier können Sie oben einstellen, dass Seiten vorher fragen müssen oder gar nicht mehr fragen dürfen.
So deaktivieren Sie Benachrichtigungen in Firefox
- Klicken Sie oben rechts auf die drei Striche.
- Wählen Sie „Einstellungen“.
- Klicken Sie links auf „Datenschutz & Sicherheit“.
- Scrollen Sie nach unten bis zum Abschnitt „Berechtigungen“.
- Neben „Benachrichtigungen“ gibt es einen Knopf „Einstellungen“.
Dort sehen Sie die Liste der Seiten. Markieren Sie die unbekannten Seiten und klicken Sie auf „Website entfernen“.
Ganz unten in diesem Fenster gibt es außerdem ein Kästchen, mit dem neue Anfragen grundsätzlich blockiert werden. Vergessen Sie nicht, am Ende auf „Änderungen speichern“ zu klicken.
Die Meldungen auch in Windows abschalten
Wenn Sie überhaupt keine Benachrichtigungen vom Browser möchten, können Sie das auch direkt in Windows einstellen. Öffnen Sie die Einstellungen. Klicken Sie auf „System“. Dann auf „Benachrichtigungen“.
Dort sehen Sie eine Liste aller Programme, die Ihnen Meldungen schicken dürfen. Darunter auch Ihren Browser. Mit dem Schalter daneben können Sie die Meldungen für dieses Programm ganz abschalten.
Das ist der gründlichste Weg. Allerdings verpassen Sie dann auch Meldungen von Seiten, die Sie vielleicht wirklich haben möchten. Zum Beispiel von Ihrem E-Mail-Postfach im Browser.
Für die meisten Menschen ist es deshalb besser, nur die unerwünschten Seiten im Browser zu entfernen.
Zwei Stellen steuern Webseiten-Meldungen
Die Erlaubnis für eine einzelne Seite liegt im Browser; Windows kann den Browser insgesamt stummschalten.
So deaktivieren Sie Benachrichtigungen auf dem Handy
Auf Android-Smartphones passiert genau dasselbe. Dort erscheinen die Meldungen oben in der Benachrichtigungsleiste. Oft mit dem Hinweis, dass sie über Chrome kommen.
Am schnellsten geht es so: Halten Sie den Finger eine Weile auf der Benachrichtigung. Dann erscheint meistens eine Möglichkeit, die Einstellungen für diese Seite zu öffnen oder die Meldungen abzuschalten.
Alternativ öffnen Sie Chrome auf dem Handy, tippen oben rechts auf die drei Punkte und gehen auf „Einstellungen“, dann „Website-Einstellungen“ und „Benachrichtigungen“. Dort können Sie die Erlaubnis für einzelne Seiten wieder entziehen.
Was, wenn die Meldungen trotzdem wiederkommen?
Wenn Sie alle unbekannten Seiten entfernt haben und trotzdem weiter Werbung auftaucht, kann noch etwas anderes dahinterstecken. Hat sich bei Ihnen außerdem die Startseite verändert, erkläre ich Ihnen gesondert, wie es zu diesem ungewollten Wechsel kommt.
Zum Beispiel eine Erweiterung im Browser, die sich eingeschlichen hat. Oder ein Programm, das bei der Installation einer kostenlosen Software ungefragt mitgekommen ist.
Auch das lässt sich beheben. Was Sie in diesem Fall tun können, steht im Artikel So blockieren Sie störende Pop-ups im Browser
Wenn Meldungen wiederkommen
- Webseiten prüfenEntfernen Sie unbekannte Seiten aus den Benachrichtigungseinstellungen.
- Erweiterungen ansehenEine Browser-Erweiterung kann ebenfalls stören.
- Installierte Programme prüfenManchmal kommt die Werbung von einem Programm auf dem Computer.
Damit es nicht wieder passiert
Die einfachste Regel lautet: Wenn eine Internetseite fragt, ob sie Ihnen Benachrichtigungen senden darf, klicken Sie auf „Blockieren“. Immer. Es sei denn, Sie wissen ganz genau, warum Sie diese Meldungen haben möchten.
Und wenn eine Seite behauptet, Sie müssten auf „Zulassen“ klicken, um weiterzukommen, ein Video zu sehen oder zu beweisen, dass Sie kein Roboter sind: Dann wollen Sie diese Seite vermutlich ohnehin nicht weiter benutzen.
Echte Meldungen von Windows und Programmen
Nicht jede Meldung unten rechts kommt von einer Webseite. Windows selbst meldet sich dort, zum Beispiel wenn ein Update bereitsteht, ein USB-Stick erkannt wurde oder der Akku schwach wird. Auch Ihr E-Mail-Programm oder der Kalender können sich dort melden.
Solche Meldungen sind nützlich und harmlos. Sie erkennen sie am Absender in der kleinen Zeile oben in der Meldung: „Windows-Sicherheit“, „Einstellungen“, „Outlook“ oder der Name eines Programms, das Sie kennen. Bei Meldungen von Webseiten steht dagegen der Name Ihres Browsers und eine Internetadresse.
Wenn Sie eine echte Meldung stört, können Sie auch sie abschalten. Das geht über Einstellungen › System › Benachrichtigungen. Dort sehen Sie eine Liste aller Absender und können jeden einzeln aus- oder einschalten. Lassen Sie dabei die Meldungen von „Windows-Sicherheit“ bitte an. Die brauchen Sie.
Woran Sie gefährliche Benachrichtigungen erkennen
Die meisten Benachrichtigungen von Webseiten sind einfach Werbung. Manche gehen aber weiter und versuchen, Sie zu erschrecken:
- „Ihr Computer ist mit 5 Viren infiziert!“
- „Ihr Virenschutz ist abgelaufen.“
- „Sie haben ein iPhone gewonnen.“
- „Ihr Konto wird gesperrt, bestätigen Sie jetzt.“
Keine dieser Meldungen stimmt. Eine Webseite kann Ihren Computer nicht untersuchen, und echte Gewinne kommen nicht per Pop-up. Klicken Sie nicht darauf, sondern entfernen Sie die Erlaubnis der Webseite, wie oben beschrieben. Was hinter falschen Virenwarnungen steckt, erklärt der Artikel So entfernen Sie eine Fake-Virusmeldung – und erkennen die Fälschung
Haben Sie schon auf eine solche Meldung geklickt und etwas heruntergeladen? Dann öffnen Sie die Datei nicht und löschen Sie sie aus dem Ordner „Downloads“. Haben Sie etwas installiert, lohnt es sich, den Computer prüfen zu lassen.
Eine Gewohnheit, die viel erspart
Die beste Vorbeugung ist eine einfache Regel: Bei der Frage „Benachrichtigungen anzeigen?“ klicken Sie grundsätzlich auf „Blockieren“. Es gibt kaum eine Internetseite, deren Mitteilungen Sie wirklich brauchen. Und wenn doch, können Sie die Erlaubnis später jederzeit selbst erteilen.
Seien Sie besonders misstrauisch, wenn eine Seite behauptet, Sie müssten „Zulassen“ klicken, um ein Video zu sehen, eine Datei herunterzuladen oder zu beweisen, dass Sie kein Roboter sind. Das ist fast immer ein Trick. Ein echter Roboter-Test verlangt nie eine Erlaubnis für Benachrichtigungen.
Wie Sie eine Meldung prüfen, bevor Sie klicken, zeige ich ausführlich in Lektion 5 meines Videokurs „Computer verstehen“. Dort lernen Sie, zuerst zu lesen, welches Programm etwas von Ihnen will, und erst dann zu entscheiden.
Benachrichtigungen, die Sie behalten sollten
Bevor Sie alle Erlaubnisse löschen, ein kurzer Blick auf die Liste lohnt sich. Manche Seiten haben gute Gründe, Ihnen Mitteilungen zu schicken: das E-Mail-Postfach im Browser, ein Kalender, vielleicht die Seite Ihrer Zeitung, die Sie bewusst abonniert haben.
Solche Einträge erkennen Sie daran, dass Sie die Seite kennen und regelmäßig nutzen. Lassen Sie diese stehen und entfernen Sie nur alle anderen. Bei Adressen mit seltsamen Namen, langen Zahlenreihen oder Wörtern wie „news“, „push“ oder „alert“ können Sie dagegen bedenkenlos auf „Entfernen“ klicken. Sie verpassen dadurch nichts.
Ein Tipp für den Überblick: Machen Sie die Liste der erlaubten Seiten ruhig alle paar Monate einmal auf. Was dort neu dazugekommen ist, ohne dass Sie sich erinnern, darf weg. So bleibt der Bildschirm dauerhaft ruhig.
Wenn Sie das lieber nicht selbst machen möchten
Die Einstellungen sind in jedem Browser etwas anders versteckt. Und wenn erst einmal fünfzehn Seiten Meldungen schicken dürfen, ist das Aufräumen etwas mühsam. Für solche Fälle gibt es meine Hilfe bei ständigen Meldungen am Computer.
Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause und räume das gemeinsam mit Ihnen auf.
Ich entferne die unerwünschten Erlaubnisse, prüfe den Browser auf eingeschlichene Erweiterungen und stelle ihn so ein, dass solche Anfragen künftig gar nicht mehr erscheinen.
Danach ist unten rechts auf dem Bildschirm wieder Ruhe.
Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.
Und falls sich gerade wieder ein Kasten hereinschiebt, der Ihnen drei Viren und einen Gutschein gleichzeitig verspricht: Lassen Sie ihn einfach liegen. Sie wissen ja jetzt, wo man ihn abstellt.


