In diesem Artikel
„Das WLAN geht nicht.“ Diesen Satz hört man ständig. Nur: Sehr oft funktioniert das WLAN völlig einwandfrei. Was fehlt, ist das Internet.
Das klingt zunächst nach Haarspalterei. Ist es aber nicht. Denn WLAN und Internet sind zwei verschiedene Dinge. Wenn man den Unterschied einmal verstanden hat, werden viele Computerprobleme plötzlich deutlich weniger mysteriös.
Die kurze Unterscheidung:
- Das WLAN verbindet Ihre Geräte mit dem Router zu Hause.
- Der Internetanschluss verbindet den Router mit Webseiten und Diensten außerhalb Ihrer Wohnung.
WLAN ist nur die Verbindung innerhalb Ihrer Wohnung
Stellen Sie sich Ihr WLAN wie eine unsichtbare Funkleitung in Ihrer Wohnung vor. Ihr Laptop, Ihr Smartphone oder Ihr Tablet verbindet sich damit mit dem Router.
Der Router ist meistens dieser kleine Kasten mit blinkenden Lampen, der irgendwo im Flur, Wohnzimmer oder hinter einem Schrank steht.
Wenn Ihr Gerät mit dem WLAN verbunden ist, bedeutet das zunächst nur: Ihr Gerät kann den Router erreichen. Mehr noch nicht.
Der Router kann dabei durchaus fröhlich funktionieren, obwohl überhaupt keine Verbindung zum Internet besteht.
Das Internet beginnt erst hinter dem Router
Das Internet ist die Verbindung von Ihrem Router hinaus in die große weite Welt. Über diese Verbindung erreichen Sie Webseiten, E-Mails, YouTube, Nachrichtenseiten, Online-Banking oder einen Videoanruf mit den Enkeln.
Ihr Internetanbieter – zum Beispiel Telekom, Vodafone, O2 oder ein anderer Anbieter – stellt diese Verbindung bereit.
Vereinfacht sieht das so aus:
Computer → WLAN → Router → Internetanbieter → Internet
Wenn irgendwo in dieser Kette etwas ausfällt, kann es so aussehen, als sei einfach „das Internet kaputt“. Dabei kann der Fehler an ganz unterschiedlichen Stellen liegen. Zu jeder Stelle dieser Kette finden Sie Hilfe in meinem Überblick zu WLAN und Internet zu Hause.
„Aber das WLAN-Symbol ist doch da!“
Das ist einer der häufigsten Fälle. Oben auf dem Bildschirm sehen Sie das bekannte WLAN-Symbol mit den kleinen Bögen. Also müsste doch alles funktionieren. Nicht unbedingt.
Das WLAN-Symbol sagt nur: „Ihr Computer hat Verbindung zum Router.“ Es sagt nicht: „Der Router hat Verbindung zum Internet.“
Das ist ungefähr so, als würden Sie in Ihrem Auto sitzen und feststellen: „Die Straße vor meinem Haus ist frei.“ Das bedeutet noch lange nicht, dass die Autobahn 20 Kilometer weiter ebenfalls frei ist.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Angenommen, Sie sitzen am Laptop. Das WLAN-Symbol ist sichtbar. Sie öffnen eine Internetseite. Nichts passiert. Sie probieren eine zweite Seite. Auch nichts.
Dann schauen Sie auf Ihr Handy. Das Handy ist ebenfalls mit dem WLAN verbunden und kommt ebenfalls nicht ins Internet. Dann liegt das Problem wahrscheinlich nicht am Laptop. Sehr wahrscheinlich hat der Router gerade keine Verbindung zum Internet.
Vielleicht gibt es eine Störung beim Anbieter. Vielleicht hat sich der Router aufgehängt. Vielleicht ist ein Kabel locker. Vielleicht gab es nach einem Update oder Stromausfall ein Problem.
Das WLAN selbst kann dabei weiterhin funktionieren.
Es geht auch genau andersherum
Manchmal funktioniert das Internet grundsätzlich, aber das WLAN nicht richtig. Ein typisches Beispiel: Im Wohnzimmer funktioniert alles. Im Schlafzimmer bricht die Verbindung ständig ab. In der Küche lädt eine Webseite noch irgendwie, auf dem Balkon passiert gar nichts mehr.
Dann ist wahrscheinlich nicht das Internet zu langsam. Das WLAN-Signal kommt einfach nicht vernünftig bis zu Ihrem Gerät. Woran es sonst noch liegen kann, wenn Ihr Internet langsam ist, habe ich in einem eigenen Artikel zusammengetragen.
Besonders in Berliner Altbauwohnungen passiert das häufig. Dicke Wände, lange Flure und mehrere Zimmer können ein WLAN-Signal erstaunlich effektiv ausbremsen.
Der Internetanschluss kann dabei hervorragend funktionieren. Nur die Funkverbindung zwischen Router und Gerät ist schlecht.
Ein einfacher Test
Wenn Sie wissen möchten, ob gerade das WLAN oder das Internet das Problem ist, hilft oft ein kleiner Vergleich.
Nehmen Sie Ihr Smartphone. Schalten Sie dort testweise das WLAN aus. Das Handy nutzt dann normalerweise das Mobilfunknetz. Rufen Sie jetzt dieselbe Webseite auf.
Funktioniert sie plötzlich? Dann ist die Webseite nicht kaputt. Ihr Internet über Mobilfunk funktioniert ebenfalls. Das Problem liegt wahrscheinlich bei Ihrem WLAN, Ihrem Router oder Ihrem Festnetz-Internetanschluss.
Schalten Sie das WLAN danach wieder ein.
WLAN und Internet sind zwei verschiedene Wege
Der Router verbindet Ihre Geräte zu Hause mit dem Internetanschluss.
Warum funktioniert manchmal nur ein Gerät nicht?
Auch das ist typisch. Der Fernseher zeigt Netflix. Das Handy funktioniert. Aber der Laptop behauptet, es gäbe kein Internet.
Dann kann man ziemlich sicher sagen: Der Internetanschluss funktioniert. Auch der Router funktioniert grundsätzlich. Das Problem liegt wahrscheinlich am Laptop oder an dessen WLAN-Verbindung.
Vielleicht hat er sich mit dem falschen WLAN verbunden. Vielleicht stimmt das gespeicherte Passwort nicht mehr.
Vielleicht hat sich die Netzwerkverbindung aufgehängt. Oder Windows beziehungsweise ein anderes Betriebssystem hat beschlossen, heute etwas komplizierter zu sein als unbedingt nötig. Für diesen Fall habe ich Ihnen aufgeschrieben, was Sie prüfen können, wenn nur der Laptop nicht ins WLAN kommt.
Und was ist eigentlich der Router?
Der Router ist der Vermittler zwischen Ihrem Zuhause und dem Internet. Er bekommt die Internetverbindung von Ihrem Anbieter und verteilt sie an Ihre Geräte.
Das kann auf zwei Arten passieren: über WLAN, also drahtlos, oder über ein Netzwerkkabel.
Ein Computer kann also durchaus Internet haben, ohne WLAN zu benutzen. Wenn ein Netzwerkkabel vom Computer direkt zum Router führt, läuft die Verbindung komplett ohne WLAN. Auch deshalb sind „WLAN“ und „Internet“ nicht dasselbe.
WLAN und Internet auseinanderhalten
- RouterEr verbindet Ihre Wohnung mit dem Internetanbieter.
- WLANEs verbindet Geräte drahtlos mit dem Router.
- NetzwerkkabelDamit kann ein Computer auch ohne WLAN ins Internet.
Warum ist der Unterschied überhaupt wichtig?
Weil man sonst schnell an der falschen Stelle sucht. Wenn der Internetanbieter eine Störung hat, bringt es wenig, zehnmal das WLAN-Passwort neu einzugeben.
Wenn das WLAN-Signal im Schlafzimmer zu schwach ist, hilft ein schnellerer Internettarif ebenfalls nicht unbedingt. Und wenn nur ein einziger Laptop Probleme macht, muss man meistens nicht den ganzen Router austauschen.
Wer weiß, welcher Teil der Verbindung gerade streikt, kann das Problem viel gezielter lösen.
Die einfachste Merkhilfe
Wenn Sie sich nur einen Satz merken möchten, dann diesen: WLAN verbindet Ihre Geräte mit dem Router. Das Internet verbindet Ihren Router mit der Außenwelt.
Oder noch kürzer: WLAN ist der Weg zum Router. Internet ist der Weg vom Router nach draußen.
Was die Lämpchen am Router verraten
Der Router zeigt mit seinen Lämpchen ziemlich genau, wo ein Problem liegt. Man muss nur wissen, welches Lämpchen wofür steht. Die Beschriftung ist meist klein, aber sie ist da: oft ein Symbol oder ein kurzes Wort wie „Power“, „DSL“, „Internet“ oder „WLAN“.
Leuchtet das Lämpchen für WLAN, funkt der Router. Ihre Geräte können sich also mit ihm verbinden. Leuchtet das Lämpchen für Internet oder DSL nicht oder blinkt es, fehlt die Verbindung nach draußen. Dann haben alle Geräte zwar WLAN, aber kein Internet.
Fotografieren Sie die Lämpchen einmal mit dem Handy, wenn alles funktioniert. Dann haben Sie ein Vergleichsbild für den Tag, an dem etwas nicht stimmt. Das hilft auch jedem, den Sie um Hilfe bitten.
Handy ohne WLAN: Internet über das Mobilfunknetz
Ein Handy hat noch einen zweiten Weg ins Internet: das Mobilfunknetz, also dasselbe Netz, über das Sie telefonieren. Oben am Bildschirm steht dann etwas wie „4G“, „LTE“ oder „5G“ statt des WLAN-Fächers.
Das führt manchmal zu Verwirrung. Das Handy hat Internet, der Computer nicht, und man denkt, das WLAN sei in Ordnung. In Wahrheit ist das Handy längst aus dem WLAN gefallen und nutzt still das Mobilfunknetz. Das kostet unter Umständen Datenvolumen aus Ihrem Handyvertrag.
Ein einfacher Test: Schalten Sie am Handy die mobilen Daten kurz aus. Geht das Internet dann immer noch, kommt es über das WLAN. Geht es nicht mehr, lag das Problem die ganze Zeit beim WLAN oder beim Router. Wie Sie dann weitermachen, steht im Artikel Ihr WLAN funktioniert nicht? Das können Sie zuerst selbst prüfen
WLAN unterwegs: Café, Arztpraxis, Hotel
Auch außerhalb der eigenen Wohnung begegnet Ihnen WLAN, im Café, beim Arzt, im Hotel oder in der Bibliothek. Das Prinzip ist dasselbe: Ihr Gerät verbindet sich per Funk mit einem Router, und dieser Router hängt am Internet.
Der Unterschied: Dieses WLAN gehört jemand anderem. Andere Gäste sind im selben Netz. Für das Lesen von Nachrichten oder das Wetter ist das unproblematisch. Online-Banking oder andere vertrauliche Dinge erledigen Sie besser zu Hause oder über das Mobilfunknetz des Handys. Welche Regeln sonst noch für Ihre Sicherheit beim Online-Banking wichtig sind, habe ich in einem eigenen Beitrag aufgeschrieben.
Oft öffnet sich nach dem Verbinden zuerst eine Seite, auf der Sie den Nutzungsbedingungen zustimmen müssen. Erst danach funktioniert das Internet. Wenn das WLAN-Symbol da ist, aber keine Seite lädt, liegt es fast immer an diesem Schritt.
Ein letzter Tipp für zu Hause: Wenn Sie den Unterschied zwischen WLAN und Internet einmal verstanden haben, können Sie auch einem Techniker am Telefon viel genauer sagen, was nicht geht. „Das WLAN ist da, aber kein Internet“ ist für jeden Fachmann ein Satz, mit dem er sofort etwas anfangen kann.
Wie Sie einen Fehler ganz allgemein eingrenzen, also prüfen, ob es an einer Seite, an einem Programm oder an der Verbindung liegt, zeige ich auch in Lektion 9 meines Videokurs „Computer verstehen“.
WLAN, WiFi, Wi-Fi – ist das dasselbe?
Ja. Für Sie zu Hause ist das ein und dasselbe.
„WLAN“ ist die Abkürzung für „Wireless Local Area Network“. Auf Deutsch heißt das ungefähr „drahtloses Netz in der Wohnung“. Diesen Begriff benutzt man vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
„Wi-Fi“ wird oft auch „WiFi“ oder „Wifi“ geschrieben. Eigentlich ist es ein Markenname. Er gehört einem Verband von Herstellern, der prüft, ob Geräte zuverlässig miteinander funken. Im Englischen nennt man so das, was wir WLAN nennen. Deshalb begegnet Ihnen das Wort auf englischsprachigen Geräten, in Hotels im Ausland oder in Anleitungen.
Auf dem Fernseher steht also vielleicht „Wi-Fi“, auf Ihrem Laptop „WLAN“ und im Hotel „Free WiFi“. Gemeint ist immer dieselbe Funkverbindung zum Router.
Manchmal lesen Sie auf einem Router oder auf dem Karton auch „Wi-Fi 6“ oder „Wi-Fi 7“. Das sind nur Generationen, so wie bei Handys. Neuere Generationen sind schneller und kommen mit vielen Geräten gleichzeitig besser zurecht. Ältere Geräte verbinden sich trotzdem, nur eben in ihrem eigenen Tempo.
Und für alle drei Wörter gilt dasselbe wie für das WLAN: Es ist der Weg zum Router. Nicht das Internet.
Wenn der Anbieter eine Störung hat
Manchmal liegt es weder am WLAN noch an Ihren Geräten, sondern an der Leitung draußen. Dann haben in der ganzen Straße oder im ganzen Haus viele Menschen gleichzeitig kein Internet. Ihr Router kann daran nichts ändern, so oft Sie ihn auch neu starten.
Die meisten Anbieter haben eine Seite oder eine Telefonansage, auf der aktuelle Störungen gemeldet werden. Prüfen Sie das am Handy über das Mobilfunknetz, denn das WLAN hilft Ihnen in diesem Moment nicht. Steht dort eine Störung für Ihre Gegend, bleibt nur Abwarten. Steht dort nichts, lohnt sich ein Anruf mit der Kundennummer bereit.
Wenn WLAN oder Internet ständig Probleme machen
Manchmal ist die Ursache schnell gefunden. Manchmal beginnt dagegen das übliche Spiel: Router neu starten. Computer neu starten. Kabel prüfen. Passwort prüfen. Noch einmal neu starten. Zwei verschiedene Lampen blinken plötzlich anders als gestern.
Und irgendwann sitzt man vor dem Gerät und fragt sich, warum etwas, das jahrelang funktioniert hat, ausgerechnet heute nicht mehr funktionieren möchte.
Wenn Sie bei WLAN- oder Internetproblemen in Charlottenburg nicht selbst weiterkommen, kann ich mir das bei Ihnen vor Ort ansehen.
Ich prüfe dabei nicht nur, ob „das Internet geht“, sondern wo die Verbindung tatsächlich unterbrochen wird – am Computer, am WLAN, am Router oder beim Internetanschluss.
So muss man nicht auf Verdacht Einstellungen ändern oder neue Geräte kaufen, obwohl das eigentliche Problem vielleicht ganz woanders liegt.


