Jede Woche zeige ich Ihnen neue Betrugsmaschen im Internet – und wie Sie sich davor schützen können.
Guten Tag,
ein Anruf von der Bank, eine Warnung am Computer, die Bitte, eine Überweisung zu bestätigen: Betrüger nutzen solche Situationen, um Menschen unter Druck zu setzen. In der vergangenen Woche wurden erneut Fälle bekannt, bei denen Seniorinnen und Senioren Geld verloren haben.
Ich bin Emilian Buza von Computerhilfe Charlottenburg. Ich habe die Meldungen für Sie gelesen und erkläre Ihnen, worauf Sie achten sollten. Denn wer einen Trick kennt, kann ihn oft schon beim ersten Versuch erkennen.

Symbolbild: Bankdaten und Warnhinweise am Computer.
Sie wollte ihr Bankkonto schützen – und gab eine Überweisung frei
Eine 73-jährige Frau aus Sersheim wurde am 14. Oktober von einer angeblichen Bankmitarbeiterin angerufen. Diese behauptete, eine Lottogesellschaft wolle Geld von ihrem Konto abbuchen. Die Frau gab ihre Zugangsdaten preis und bestätigte mehrere Überweisungen in dem Glauben, damit ihr Konto zu schützen. Erst am folgenden Tag bemerkte die echte Bank den Betrug. Das Geld konnte laut Polizei nicht zurückgeholt werden.
Mein Rat: Wenn Ihre Bank angeblich anruft, legen Sie auf und wählen Sie selbst die bekannte Banknummer. Bestätigen Sie keine TAN oder Freigabe, die Sie nicht selbst veranlasst haben.
Diese Tricks sollten Sie kennen
Betrüger greifen aus der Ferne auf den Computer zu
Ein 74-jähriger Mann erhielt einen Anruf wegen angeblich offener Geldforderungen. Die Täter brachten ihn dazu, den Fernzugriff auf seinen Computer zu erlauben und Bankdaten mitzuteilen. Als er seine Konten sperren ließ, waren bereits 2.400 Euro überwiesen worden.
Mein Rat: Installieren Sie niemals auf Aufforderung eines unbekannten Anrufers eine Fernwartungssoftware.
Falscher Bankmitarbeiter lässt EC-Karte abholen
Ein Anrufer behauptete gegenüber einer Seniorin, es gebe offene Amazon-Forderungen von 4.500 Euro. Sie teilte ihm ihre Karten-PIN mit. Kurz darauf holte ein Komplize die EC-Karte bei ihr ab und hob Geld ab.
Mein Rat: Geben Sie niemals Ihre PIN am Telefon preis. Ihre Bank schickt niemanden zu Ihnen, um die Karte samt PIN abzuholen.
Falsche Polizisten behaupten, Einbrecher seien in der Nähe
Ein Seniorenpaar wurde telefonisch vor angeblichen Einbrüchen in der Nachbarschaft gewarnt. Ein vermeintlicher Polizist erschien und ließ sich den Tresor zeigen. Dabei entwendete er Schmuck, Bargeld und Gold.
Mein Rat: Die echte Polizei nimmt Ihre Wertgegenstände nicht vorsorglich in Verwahrung. Beenden Sie solche Gespräche und rufen Sie selbst die 110 an.
Angebliche Anwältin verlangt Kaution für einen Unfall
Ein angeblicher Polizist und ein angeblicher Arzt berichteten einer Seniorin, ihre Tochter habe einen schweren Unfall verursacht. Sie sollte für die Freilassung Wertgegenstände abgeben. Die Seniorin übergab diese an einen Abholer.
Mein Rat: Weder Polizei noch Justiz verlangen am Telefon eine Kaution zur Übergabe an Fremde. Rufen Sie Ihre Angehörigen selbst an.
Aufmerksame Bankmitarbeiter verhindern einen Schaden
Ein 74-Jähriger aus dem Landkreis Gießen wollte nach einem Schockanruf 78.000 Euro von seinem Konto abheben. Die Geschichte: Eine Freundin habe einen tödlichen Unfall verursacht und brauche eine Kaution. Die Beschäftigten der Sparkasse wurden misstrauisch, rieten ihm zur Polizei und verhinderten so die geplante Geldübergabe.
Mich freut an diesem Fall besonders: Eine einzige Rückfrage kann ausreichen, um Betrüger zu stoppen.
Rufen Sie immer selbst zurück
Ganz gleich, ob sich jemand als Bankmitarbeiter, Polizist oder Verwandter ausgibt: Beenden Sie das Gespräch. Suchen Sie die echte Telefonnummer selbst heraus – aus Ihren Unterlagen, der Bankkarte oder Ihrem Adressbuch. Rufen Sie erst dann zurück.
Und ganz wichtig: Eine Kontofreigabe ist keine Sicherheitsprüfung. Sie kann eine echte Zahlung auslösen.

Symbolbild: Ein eigener Rückruf ist oft der beste Schutz.
Handeln Sie möglichst sofort
Haben Sie Bankdaten verraten oder eine Überweisung bestätigt, kontaktieren Sie Ihre Bank direkt. Lassen Sie Zugänge oder Karten sperren und fragen Sie nach einer möglichen Rückholung. Falls jemand Fernzugriff auf Ihren Rechner hatte, trennen Sie die Internetverbindung. Ändern Sie betroffene Passwörter von einem anderen, sicheren Gerät aus. Sichern Sie Belege und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
Vorsichtig sein heißt nicht, Angst haben
Sie sollen Ihren Computer und Ihr Smartphone weiterhin mit Freude nutzen. Das dürfen Sie auch. Sie müssen niemandem sofort antworten, nur weil er eine dringende Geschichte erzählt.
Wenn Sie Menschen kennen, für die diese Hinweise nützlich sein könnten, teilen Sie diesen Beitrag gern.
Bis nächste Woche!
Ihr Emilian Buza
Computerhilfe Charlottenburg
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