In diesem Artikel
Viele Menschen in Charlottenburg haben einen Bibliotheksausweis. Irgendwo in der Brieftasche. Zwischen Krankenkassenkarte und einem Kassenbon von vor drei Wochen. Benutzt wird er vielleicht zweimal im Jahr. Wenn überhaupt.
Dabei steckt in diesem kleinen Stück Plastik deutlich mehr, als die meisten ahnen. Denn mit dem Ausweis der Berliner Bibliotheken kann man nicht nur Bücher aus dem Regal mitnehmen. Über die Onleihe Berlin leihen Sie E-Books, Hörbücher und Zeitungen ganz bequem von zu Hause aus.
Man kann auch zu Hause, am Computer oder am Tablet, E-Books lesen. Hörbücher anhören. Und Zeitungen durchblättern. Ohne bei Regen in die Otto-Suhr-Allee zu laufen. Und ohne jemals eine Mahngebühr zu bezahlen.
Ein Ausweis für alle Berliner Bibliotheken
Die Stadtbibliothek Charlottenburg-Wilmersdorf gehört zum Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins. Abgekürzt heißt dieser Verbund VÖBB.
Das bedeutet: Mit einem einzigen Ausweis können Sie alle öffentlichen Bibliotheken in Berlin nutzen. Und eben auch das digitale Angebot.
Der Ausweis kostet für Erwachsene 10 Euro im Jahr. Für Kinder und Schüler ist er kostenlos, für Studierende und Auszubildende gibt es eine Ermäßigung.
Die digitalen Angebote sind in diesem Preis bereits enthalten. Es kommen also keine zusätzlichen Gebühren dazu.
Wo bekomme ich einen Ausweis?
Zum Beispiel direkt vor Ort. In Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es mehrere Bibliotheken, darunter:
- die Heinrich-Schulz-Bibliothek, die Zentralbibliothek des Bezirks, in der Otto-Suhr-Allee 98, 10585 Berlin,
- und die Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek in der Brandenburgischen Straße 2, 10713 Berlin.
Dazu kommen einige kleinere Stadtteilbibliotheken. Die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie auf der Internetseite des Bezirks. Bringen Sie zur Anmeldung Ihren Personalausweis mit.
Alternativ lässt sich der Ausweis auch online beantragen. Das geht über die Internetseite voebb.de. Dort finden Sie den Punkt „Jetzt Ausweis erstellen“. Auch die Jahresgebühr kann dort online bezahlt werden.
Wer es lieber persönlich mag, ist in der Bibliothek aber genauso gut aufgehoben. Und bekommt dort gleich eine Erklärung dazu. Und wenn Sie sich lieber bei sich zu Hause am Computer helfen lassen möchten, finden Sie alles zu meinen Hausbesuchen in Charlottenburg an einer Stelle.
Was Ihnen die Onleihe Berlin bietet
Das Herzstück des digitalen Angebots heißt Onleihe. Das Wort setzt sich aus „online“ und „Ausleihe“ zusammen. Und genau das ist es auch.
In der Onleihe finden Sie deutschsprachige E-Books, Hörbücher zum Herunterladen und E-Paper, also digitale Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften. Romane. Krimis. Reiseführer. Ratgeber über Gesundheit, Garten oder Steuern.
Für fremdsprachige E-Books gibt es im VÖBB zusätzlich ein eigenes Angebot. Und über weitere digitale Angebote lassen sich auch viele Tageszeitungen und Zeitschriften aus aller Welt lesen.
Eine Übersicht über alles, was dazugehört, finden Sie auf voebb.de unter „Digitale Angebote“.
So leihen Sie in der Onleihe aus
Für die Anmeldung brauchen Sie zwei Dinge: Ihre Ausweisnummer. Und das Passwort Ihres Bibliothekskontos.
Die Ausweisnummer steht auf Ihrem Bibliotheksausweis. Das Passwort bekommen Sie bei der Anmeldung in der Bibliothek. Wer es vergessen hat, bekommt in jeder Bibliothek Hilfe.
Danach ist das Ausleihen ziemlich einfach. Sie suchen sich in der Onleihe ein Buch aus. Sie klicken auf „Ausleihen“. Und schon können Sie es lesen oder anhören.
Auf dem Tablet oder Smartphone nutzen Sie dafür am besten die kostenlose App der Onleihe. Die bekommen Sie im offiziellen App-Laden Ihres Geräts. Bei der Einrichtung wählen Sie Ihre Bibliothek aus und melden sich mit Ausweisnummer und Passwort an.
Wie man Apps sicher installiert und woran man die richtige erkennt, habe ich im Artikel Was ist eine App? Ich erkläre es Ihnen ganz einfach beschrieben.
Das Schönste: Zurückgeben müssen Sie nichts
Jeder, der schon einmal ein Buch zu spät in die Bibliothek gebracht hat, kennt das Gefühl. Die kleine Mahnung. Der leise Vorwurf in der Stimme an der Theke.
In der Onleihe gibt es das nicht. Wenn die Leihfrist abgelaufen ist, lässt sich das E-Book einfach nicht mehr öffnen. Es gibt sich gewissermaßen selbst zurück. Mahngebühren fallen dabei nicht an.
Wenn Sie ein Buch früher ausgelesen haben, können Sie es auch vorzeitig zurückgeben. Dann kommt der Nächste schneller dran.
Warum ist mein Buch „ausgeliehen“, wenn es doch digital ist?
Diese Frage ist berechtigt. Ein E-Book ist schließlich eine Datei. Die könnte man doch beliebig oft verleihen. Leider nicht.
Die Bibliothek kauft für jedes E-Book eine bestimmte Anzahl von Lizenzen. Und jede Lizenz kann immer nur von einer Person gleichzeitig genutzt werden. Ganz wie bei einem gedruckten Buch im Regal.
Wenn alle Exemplare gerade verliehen sind, können Sie das Buch vormerken. Dann bekommen Sie Bescheid, sobald es wieder verfügbar ist.
Bei sehr beliebten Neuerscheinungen braucht man manchmal etwas Geduld. Bei Klassikern und älteren Titeln geht es oft sofort.
Warum ein E-Book schon ausgeliehen sein kann
Die Bibliothek darf ein digitales Buch nur so oft gleichzeitig verleihen, wie sie Lizenzen dafür hat.
Auf welchem Gerät liest es sich am besten?
Das kommt darauf an, was Sie lieber mögen. Ein Tablet ist für viele Menschen die angenehmste Lösung. Der Bildschirm ist groß genug. Die Schrift lässt sich vergrößern. Und Hörbücher lassen sich damit ebenfalls bequem abspielen.
Ein eigener E-Book-Reader ist noch augenfreundlicher. Diese Geräte haben einen Bildschirm, der fast wie Papier aussieht und auch im hellen Sonnenlicht gut lesbar ist.
Die Onleihe funktioniert zum Beispiel mit Geräten der Marke Tolino. Mit einem Kindle von Amazon funktioniert sie dagegen nicht. Wer also über einen E-Book-Reader nachdenkt und die Onleihe nutzen möchte, sollte das beim Kauf wissen.
Einige Berliner Bibliotheken verleihen übrigens auch E-Book-Reader. So kann man in Ruhe ausprobieren, ob einem das Lesen darauf überhaupt gefällt.
Und am Computer? Auch dort lassen sich viele Angebote nutzen. Für längere Bücher ist ein Tablet oder E-Book-Reader aber meistens bequemer als der Schreibtischstuhl.
Ein großer Vorteil für alle, die schlechter sehen
Hier spielt das E-Book eine seiner größten Stärken aus. Bei einem gedruckten Buch ist die Schriftgröße festgelegt. Großdruckausgaben gibt es nur für einen kleinen Teil der Bücher.
Bei einem E-Book dagegen können Sie die Schrift selbst so groß einstellen, wie es für Sie angenehm ist. Jedes Buch wird so zum Großdruck. Auch Zeilenabstand und Helligkeit lassen sich anpassen.
Und wer abends nicht mehr lange lesen mag, greift einfach zum Hörbuch.
Auch am Computer selbst lässt sich alles besser lesbar einstellen – wie Sie in Windows die Schriftgröße ändern, zeige ich Ihnen in einer eigenen Anleitung.
E-Books angenehmer lesen
- Schrift vergrößernStellen Sie die Buchstaben so ein, dass Sie bequem lesen können.
- Ansicht anpassenAuch Zeilenabstand und Helligkeit lassen sich oft ändern.
- Hörbuch wählenWenn Lesen anstrengend wird, kann Zuhören angenehmer sein.
Die Tageszeitung ohne Papierstapel
Ein Angebot, das viele überrascht: Auch Zeitungen und Zeitschriften lassen sich digital lesen.
Für Menschen, die gerne mehrere Zeitungen lesen, aber nicht jeden Morgen einen Stapel Papier entsorgen möchten, ist das eine angenehme Möglichkeit. Und für alle, die im Urlaub nicht auf ihre Zeitung verzichten möchten, ebenfalls.
Welche Titel im Moment verfügbar sind, ändert sich gelegentlich. Ein Blick in das Angebot lohnt sich trotzdem.
Wenn es bei der Onleihe hakt
Bei der Einrichtung gibt es ein paar typische Stellen, an denen es hakt.
- Das Passwort ist unbekannt oder vergessen. Dann hilft die Bibliothek weiter.
- Der Ausweis ist abgelaufen. Dann funktioniert auch die Onleihe nicht mehr, bis die Jahresgebühr bezahlt ist.
- Die App findet die Bibliothek nicht. Dann wurde oft die falsche Stadt oder Bibliothek ausgewählt.
Und bei Hörbüchern kommt manchmal kein Ton, weil das Tablet stumm geschaltet ist. Das klingt banal. Ist aber erstaunlich häufig die Ursache. Und wenn das Herunterladen im hinteren Zimmer ewig dauert, kann es am WLAN liegen. Was es mit dem WLAN im Altbau auf sich hat und warum es oft nicht überall reicht, erkläre ich Ihnen gesondert.
Hörbücher und Zeitschriften
Die Onleihe hat nicht nur E-Books. Sie können dort auch Hörbücher ausleihen, also Bücher, die vorgelesen werden. Das ist ideal für alle, denen das Lesen schwerfällt oder die beim Spazierengehen, Kochen oder abends im Sessel zuhören möchten.
Hörbücher werden wie E-Books ausgeliehen und laufen nach der Leihfrist von selbst ab. Zum Anhören brauchen Sie die App der Onleihe auf dem Handy oder Tablet. Mit einem kleinen Lautsprecher oder Kopfhörern klingt es deutlich angenehmer als über den eingebauten Lautsprecher des Handys.
Auch viele Zeitschriften gibt es digital, von Reise- und Gartenmagazinen bis zu Rätselheften. Sie lassen sich am Tablet groß und gut lesbar anzeigen.
Die Leihfrist im Blick behalten
E-Books und Hörbücher werden für eine bestimmte Zeit ausgeliehen, oft zwei oder drei Wochen. Danach lassen sie sich nicht mehr öffnen. Wer ein dickes Buch noch nicht fertig hat, steht dann plötzlich ohne Schluss da.
In der App sehen Sie bei jedem ausgeliehenen Titel, wie viele Tage noch bleiben. Bei vielen Titeln können Sie die Leihe verlängern, wenn niemand anderes darauf wartet. Ist ein Buch vorgemerkt, gibt es diese Möglichkeit nicht. Dann hilft nur, es erneut vorzumerken und etwas zu warten.
Ein kleiner Tipp: Leihen Sie lieber ein Buch nach dem anderen aus statt fünf auf einmal. So läuft keine Leihfrist ungenutzt ab.
Ein Gerät für die ganze Familie?
Viele Enkel oder Kinder haben ein altes Tablet, das sie nicht mehr nutzen. Für die Onleihe ist das oft ideal. Es muss nicht das neueste Gerät sein, solange die App darauf läuft.
Wichtig ist, dass das Tablet vorher zurückgesetzt wird, damit keine fremden Konten und Daten darauf sind, und dass es noch Updates bekommt. Wie man ein Gerät vor der Weitergabe sauber löscht, steht im Artikel So setzen Sie Windows 10 und 11 vor dem Verkauf richtig zurück. Bei Tablets ist der Weg ähnlich, nur über die Einstellungen des Geräts.
Und fragen Sie in der Bibliothek ruhig nach Hilfe. Viele Bibliotheken bieten Sprechstunden an, in denen das Ausleihen am eigenen Gerät gezeigt wird.
Wenn Sie Hilfe bei der Einrichtung möchten
Die Onleihe ist eine wunderbare Sache. Aber die erste Einrichtung kann ein bisschen fummelig sein. Die richtige App finden. Die Bibliothek auswählen. Ausweisnummer und Passwort eingeben. Und dann noch herausfinden, wo das ausgeliehene Buch eigentlich geblieben ist.
Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause und richte die Onleihe gemeinsam mit Ihnen ein. Auf dem Tablet, auf dem E-Book-Reader oder am Computer.
Ich stelle die Schrift so ein, dass Sie bequem lesen können, und zeige Ihnen, wie Sie Bücher ausleihen, vormerken und zurückgeben. Am Ende leihen wir gemeinsam Ihr erstes Buch aus. Legen Sie dafür am besten Ausweisnummer und Passwort bereit. Was sonst noch hilft, habe ich im Artikel Was sollte ich vor einem Termin mit der Computerhilfe vorbereiten? aufgeschrieben.
Auch Angehörige können sich gerne melden, wenn sie Mutter oder Vater damit eine Freude machen möchten.
Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.
Und falls Ihr Bibliotheksausweis gerade wieder zwischen Krankenkassenkarte und Kassenbon steckt: Holen Sie ihn ruhig einmal heraus. Er kann mehr, als man ihm ansieht.


