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Es ist kurz nach acht. Im Schlafzimmer liegt das Tablet auf der Bettdecke, die Tagesschau soll in der Mediathek laufen. Das Bild bleibt stehen. In der Mitte dreht sich ein kleiner Kreis.
Also zurück ins Wohnzimmer, Tablet auf den Sessel. Dort läuft die Sendung sofort, ohne ein einziges Ruckeln. Das WLAN reicht also nicht in jedes Zimmer – und genau diese Reichweite können Sie meist mit einfachen Mitteln erhöhen.
Das Tablet ist also nicht kaputt. Das Internet auch nicht. Das WLAN kommt nur nicht überall gleich gut an.
Das ist eines der häufigsten Probleme, die ich in Wohnungen sehe. Fast immer lässt sich herausfinden, woran es liegt. Und oft hilft schon etwas, das nichts kostet.
Bevor Sie etwas kaufen, lohnt sich:
- Ein Rundgang mit dem Handy, um zu sehen, wo es hakt.
- Ein Blick auf den Platz des Routers.
- Ein Vergleich mit einem zweiten Gerät im selben Zimmer.
Warum das WLAN nicht in jedem Zimmer gleich stark ist
Ihr Router sendet das WLAN ähnlich wie eine Lampe ihr Licht. Direkt daneben ist es hell. Im Nebenzimmer wird es schon dämmriger. Und hinter der dritten Wand ist kaum noch etwas übrig.
Zwei Dinge schwächen das Signal: die Entfernung und alles, was dazwischen liegt. Wände, Türen, Schränke, die Küchenzeile.
Das heißt auch: Ein schneller Internetanschluss allein sorgt noch nicht für gutes WLAN im Schlafzimmer. Der Anschluss bringt das Internet bis zum Router. Den Rest des Weges muss das Funksignal schaffen. Was es rund um Router und Anschluss sonst noch gibt, habe ich in meiner Übersicht zu Router, WLAN und Anschluss gesammelt.
Ein kleiner Rundgang durch die Wohnung
Bevor Sie etwas umstellen oder kaufen, lohnt sich ein Rundgang. Er dauert zehn Minuten und sagt mehr als jede Vermutung.
- Schalten Sie am Handy die mobilen Daten aus. Sonst springt es heimlich ins Mobilfunknetz, und Sie merken gar nicht, dass das WLAN fehlt.
- Stellen Sie sich mit dem Handy direkt neben den Router und starten Sie ein kurzes Video, zum Beispiel in der Mediathek.
- Gehen Sie mit dem laufenden Video langsam von Zimmer zu Zimmer.
- Setzen Sie sich dort hin, wo Sie das Internet wirklich benutzen: Sessel, Küchentisch, Bettkante.
- Notieren Sie für jedes Zimmer: läuft gut, ruckelt oder bricht ab.
Läuft das Video schon direkt am Router schlecht, liegt das Problem woanders. Dann helfen Ihnen eher meine ersten Prüfschritte bei WLAN-Störungen.
Läuft es am Router gut und wird mit jedem Zimmer schlechter, haben Sie die Antwort: Die Reichweite reicht nicht. Mit diesem Zettel lässt sich jetzt gezielt etwas tun.
So kann Ihr Zettel nach dem Rundgang aussehen
Eine Wohnung mit vier Räumen hintereinander. Der Router steht im Flur.
Flur
Router
Wohnzimmer
läuft gut
Küche
ruckelt manchmal
Schlafzimmer
bricht ab
Ergebnis: Bis ins Wohnzimmer reicht das WLAN. Ein Repeater gehört an die Grenze zur Küche, nicht ins Schlafzimmer.
Wo steht eigentlich Ihr Router?
Der Router steht meistens dort, wo der Techniker damals die Dose gesetzt hat. Oft im Flur, oft ganz am Rand der Wohnung, manchmal hinter der Tür.
Schauen Sie ihn sich einmal genau an. Diese Kleinigkeiten machen oft einen spürbaren Unterschied:
- Lieber auf Brusthöhe ins Regal als auf den Fußboden.
- Frei stehen lassen, nicht im Schrank und nicht hinter dem Fernseher.
- Eine Handbreit Abstand zu Wand und Heizkörper.
- Hat er Antennen zum Aufklappen, diese senkrecht nach oben stellen.
Klingt banal. Ich habe aber schon Router in Schuhschränken gefunden, in Körben mit Zeitschriften und unter einem Stapel Handtücher.
Kleine Hindernisse, die viel ausmachen
Manche Dinge in der Wohnung schlucken das Funksignal besonders stark. Vor allem Wasser und Metall.
Ein großes Aquarium zwischen Router und Sofa ist für das WLAN fast eine Mauer. Ein Spiegelschrank, ein Metallregal oder ein Kühlschrank wirken ähnlich.
Normales Glas lässt das Signal dagegen recht gut durch. Eine Glastür ist also selten das Problem. Ein gefliestes Badezimmer mit vielen Rohren zwischen Router und Schlafzimmer schon eher.
Wenn Sie den Weg vom Router zu Ihrem Lieblingsplatz in Gedanken abgehen, fällt Ihnen vielleicht so ein Hindernis auf. Manchmal reicht es dann schon, den Router einen Meter weiter zu stellen.

„Nur wenn die Mikrowelle läuft, ist es weg.“
Diesen Satz höre ich öfter, als man denkt. Und er stimmt tatsächlich.
Eine Mikrowelle arbeitet im selben Funkbereich wie ein Teil des WLANs. Solange sie läuft, kann das WLAN in ihrer Nähe stocken. Ist das Essen warm, ist alles wieder normal.
Gefährlich ist das nicht, und kaputt ist auch nichts. Steht der Router direkt neben der Mikrowelle, sollte er aber besser umziehen.
Liegt es vielleicht am Gerät?
Nicht jedes Gerät empfängt gleich gut. Ein zehn Jahre alter Laptop hat oft eine schwächere Antenne als ein neues Handy.
Machen Sie einen Vergleich: Nehmen Sie Handy und Laptop mit in das schwierige Zimmer und legen Sie beide nebeneinander. Am Laptop zeigt das WLAN-Symbol unten rechts in der Taskleiste die Stärke, beim Handy das Symbol oben am Rand.
Hat das Handy dort gutes WLAN und der Laptop nicht, liegt es eher am Laptop. Haben beide nur noch einen Strich, liegt es an der Wohnung.
Übrigens hängt auch der Drucker im Arbeitszimmer am selben WLAN. Wenn er sich immer wieder abmeldet, kann ebenfalls die Reichweite dahinterstecken. Auch dafür habe ich Ihnen aufgeschrieben, was Sie tun können, wenn der Drucker nicht mehr erreichbar ist.
So erhöhen Sie die WLAN-Reichweite, wenn der Router nicht umziehen kann
Manchmal liegt die Dose für den Internetanschluss nun einmal im Flur neben der Wohnungstür. Dann kann der Router nicht einfach mitten ins Wohnzimmer.
Je nach Anschluss lässt sich das Kabel zwischen Dose und Router aber verlängern. Ein paar Meter in Richtung Wohnungsmitte reichen oft schon. Fragen Sie im Zweifel vorher Ihren Anbieter, welches Kabel dafür passt.
Und wo der Router wirklich nicht wegkann, bringt man das WLAN eben auf anderem Weg weiter in die Wohnung. Dafür gibt es drei bewährte Möglichkeiten.
So erhöhen Sie die Reichweite mit einem Repeater
Ein Repeater ist ein kleines Gerät für die Steckdose. Er empfängt das WLAN des Routers und sendet es weiter.
Wichtig ist der Platz. Der Repeater gehört auf halbe Strecke, nicht in das Zimmer mit dem schlechten Empfang. Er muss selbst noch ein gutes Signal bekommen, sonst kann er auch nur ein schlechtes weitergeben.
Viele Repeater zeigen mit einer Leuchte an, wie gut sie den Router empfangen. Das hilft beim Ausprobieren der richtigen Steckdose.
Internet aus der Steckdose
Weniger bekannt sind Adapter, die das Internet über die Stromleitung schicken. Fachleute sagen Powerline dazu. Einen Adapter stecken Sie in der Nähe des Routers ein und verbinden ihn mit einem Kabel. Den zweiten stecken Sie im entfernten Zimmer in die Steckdose.
Das ist praktisch, wenn dicke Wände das Funksignal bremsen. Die Stromleitung geht ja ohnehin durch alle Räume. Ein paar Dinge sollten Sie wissen:
- Die Adapter direkt in die Wandsteckdose stecken, nicht in eine Steckdosenleiste.
- Beide müssen am Stromnetz derselben Wohnung hängen.
- Wie schnell es wird, hängt von den Leitungen ab. In alten Häusern schwankt das.
- Es gibt Modelle, die am zweiten Adapter selbst wieder ein WLAN aufspannen.

Mehrere Sender, ein WLAN: Mesh
Bei großen Wohnungen kann ein sogenanntes Mesh-System sinnvoll sein. Dabei stehen zwei oder drei WLAN-Geräte in der Wohnung verteilt, die zusammen ein einziges Netz bilden.
Sie müssen nichts umschalten. Handy und Laptop verbinden sich unterwegs automatisch mit dem Sender, der gerade am besten zu erreichen ist.
Ob sich das lohnt, hängt von der Wohnung ab. Für zwei Zimmer ist es meistens zu viel des Guten. Für eine lange Wohnung mit fünf Räumen hintereinander kann es genau richtig sein.
Welche Lösung passt zu Ihrer Wohnung?
- Nur knapp zu schwach?Den Router freier und höher stellen.
- Ein Zimmer weit hinten?Einen Repeater auf halber Strecke einstecken.
- Dicke Wände, lange Wohnung?Adapter für die Steckdose oder ein Mesh-System.
Was Sie sich sparen können
Rund um schwaches WLAN wird viel verkauft. Einiges davon hilft nicht.
- Apps, die versprechen, das WLAN schneller zu machen.
- Einen teureren Internettarif. Er macht das WLAN im Schlafzimmer nicht stärker.
- Einen neuen Computer, solange andere Geräte im selben Zimmer genauso schlecht empfangen.
- Wahlloses Verstellen von Einstellungen im Router.
Ein neuer Router kann sinnvoll sein, wenn der alte viele Jahre auf dem Buckel hat. Steht der neue aber am selben Platz, muss sein WLAN durch dieselben Wände.
Das WLAN messen statt raten
Ob ein Zimmer gutes WLAN hat, lässt sich einfacher prüfen, als viele denken. Gehen Sie mit dem Handy durch die Wohnung und schauen Sie in jedem Raum auf das WLAN-Symbol oben am Bildschirm. Drei oder vier Striche sind gut, einer ist schwach.
Noch genauer wird es mit einem einfachen Test: Öffnen Sie im Browser eine Seite, die die Geschwindigkeit misst. Ihr Internetanbieter bietet meist selbst eine an. Messen Sie einmal direkt neben dem Router und einmal in dem Zimmer, in dem es hakt. Ist der Unterschied groß, liegt es an der Reichweite. Ist es überall gleich langsam, liegt es eher an der Leitung. Für diesen Fall erkläre ich Ihnen, was hilft, wenn Ihr Internet langsam ist.
Schreiben Sie die Ergebnisse auf. Wenn Sie später einen Verstärker oder ein Mesh-System aufstellen, können Sie mit derselben Messung prüfen, ob es wirklich etwas gebracht hat. Wie Sie einen Fehler eingrenzen, statt auf Verdacht etwas zu kaufen, zeige ich auch in Lektion 9 meines Videokurs „Computer verstehen“.
Messen Sie am besten zu verschiedenen Tageszeiten, denn abends ist das Netz im Haus oft voller.
Repeater, Mesh oder Access Point – was ist der Unterschied?
Alle drei sollen dasselbe erreichen: gutes WLAN auch in den hinteren Zimmern. Sie machen es aber auf verschiedene Weise.
Ein Repeater fängt das WLAN des Routers per Funk auf und sendet es weiter. Das ist bequem, weil Sie nur eine Steckdose brauchen. Der Haken: Er muss gleichzeitig empfangen und senden. Deshalb kommt hinter dem Repeater meist weniger Tempo an als direkt am Router.
Ein Access Point bekommt das Internet dagegen über ein Netzwerkkabel vom Router. Er sendet dann an seinem Platz ein eigenes, kräftiges WLAN. Weil die Verbindung zum Router über das Kabel läuft, geht dabei kaum Tempo verloren. Dafür muss ein Kabel bis dorthin liegen. Oder Sie nehmen den Weg über die Stromleitung aus dem Abschnitt „Internet aus der Steckdose“. Viele Repeater haben eine Netzwerkbuchse und lassen sich so auch als Access Point betreiben.
Mesh ist kein eigenes Gerät, sondern ein Zusammenspiel. Mehrere Sender bilden ein gemeinsames WLAN mit einem einzigen Namen und Passwort. Sie reichen Ihr Handy unterwegs von einem zum nächsten weiter. Die Sender können per Funk oder per Kabel miteinander verbunden sein.
Und was unterscheidet einen Access Point vom Router? Der Router ist die Verbindung nach draußen ins Internet und verteilt sie in der Wohnung. Ein Access Point verteilt nur. Ohne Router hätte er gar kein Internet, das er weitergeben könnte.
Meine Faustregel: Wenn sich ein Kabel legen lässt, ist ein Access Point die stabilste Lösung. Wenn nicht, hilft für ein einzelnes Zimmer oft ein Repeater. Für eine große Wohnung ist Mesh die bequemste Lösung.
Wenn das WLAN trotzdem nicht reicht
Haben Sie den Router freier gestellt und es wird nicht besser, nehmen Sie Ihren Zettel vom Rundgang zur Hand. Er ist jetzt Gold wert. Wer Ihnen hilft, sieht darauf sofort, wo das Problem liegt.
Bevor Sie einen Repeater oder ein Mesh-System kaufen, sollte jemand die Wohnung einmal mit eigenen Augen sehen. Grundriss, Wände und die Lage der Steckdosen entscheiden, was am besten passt. Wie ich dabei vorgehe, beschreibe ich auf der Seite über meine Hilfe bei Internet und WLAN.
Ist nicht nur das WLAN, sondern auch der Computer selbst träge, kann noch etwas anderes dahinterstecken. Was dann hilft, steht im Artikel Ihr Computer ist plötzlich langsam? Woran es liegt und was hilft
Gutes WLAN in der ganzen Wohnung – Hilfe in Berlin-Charlottenburg
Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause. Wir machen den Rundgang zusammen, ich sehe mir Router und Wohnung an, und wir überlegen gemeinsam, welche Lösung zu Ihnen passt.
Sie müssen vorher nichts kaufen. Oft reicht ein besserer Platz für den Router. Wenn doch ein Gerät nötig ist, richte ich es Ihnen gleich ein.
Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.
Am Telefon reicht übrigens ein Satz wie: „Im Wohnzimmer geht das Internet, im Schlafzimmer nicht, und der Router steht im Flur.“ Damit weiß ich schon ziemlich viel.


