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So registrieren Sie sich bei ELSTER und machen die Steuer online

Mehrere gestapelte Aktenordner voller Papiere
In diesem Artikel

Herr Petersen macht seine Steuererklärung seit Jahrzehnten auf Papier. Jedes Frühjahr holt er die Vordrucke beim Finanzamt, füllt sie mit Kugelschreiber aus und gibt sie persönlich ab. Dieses Jahr hat ihm die Sachbearbeiterin freundlich gesagt: „Das geht übrigens auch online, mit ELSTER. Dann müssen Sie nicht mehr herkommen.“

Herr Petersen hat genickt und sich gedacht: Das ist bestimmt kompliziert. Dabei ist es gar nicht so schwer, sich bei ELSTER zu registrieren. Zertifikate, Passwörter, Formulare am Bildschirm. Und was, wenn ich etwas falsch mache und es ist gleich abgeschickt?

Die Sorge kennen viele. Dabei ist ELSTER nach dem ersten Einrichten erstaunlich praktisch. Vieles, was man früher mühsam abschreiben musste, steht schon drin, und für Rentnerinnen und Rentner gibt es sogar eine besonders einfache Variante.

In diesem Artikel erkläre ich, was ELSTER ist, was Sie für die Anmeldung brauchen, wie die Registrierung Schritt für Schritt abläuft und worauf Sie danach achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • ELSTER ist kostenlos und offiziell, Adresse: elster.de.
  • Für die Anmeldung kommt ein Code per E-Mail und einer per Brief.
  • Für Rentner gibt es das einfachere einfachELSTER.

Was ist ELSTER?

ELSTER steht für „Elektronische Steuererklärung“. Es ist das offizielle, kostenlose Angebot der deutschen Finanzverwaltung, über das Sie Ihre Steuererklärung am Computer ausfüllen und direkt an Ihr Finanzamt schicken. Die Adresse lautet elster.de. Ein Programm müssen Sie dafür nicht installieren, alles läuft im Browser.

Der Bereich für Privatleute heißt „Mein ELSTER“. Dort haben Sie ein eigenes Benutzerkonto, ähnlich wie beim Online-Banking. Über dieses Konto geben Sie nicht nur die Steuererklärung ab, sondern können auch Nachrichten an das Finanzamt schicken, Belege nachreichen und Ihren Steuerbescheid digital empfangen.

ELSTER ist keine private Firma und kein Steuerprogramm, das Geld kostet. Es gibt zwar kostenpflichtige Steuerprogramme, die ihre Daten ebenfalls über ELSTER ans Finanzamt schicken. Für die meisten Rentnerinnen und Rentner reicht das kostenlose Angebot aber vollkommen aus. Und wenn Sie neben der Steuer noch andere Dinge bei Amt oder Arzt online erledigen möchten, finden Sie alles dazu in meiner Übersicht zu Behörden und Ärzten online.

Muss ich als Rentner überhaupt eine Steuererklärung machen?

Das hängt von Ihren Einkünften ab: von der Höhe Ihrer Rente, ob Sie zusätzlich eine Betriebsrente, Mieteinnahmen oder andere Einkünfte haben und ob Sie verheiratet sind. Eine pauschale Antwort gibt es leider nicht.

Viele Rentnerinnen und Rentner müssen keine Steuererklärung abgeben. Manche müssen, und manche bekommen eine Aufforderung vom Finanzamt, weil die Rentenversicherung die Höhe der Rente jedes Jahr dorthin meldet. Was die Rentenversicherung über Ihre Versicherungszeiten gespeichert hat, können Sie übrigens selbst nachsehen. Wie Sie Ihren Rentenversicherungsverlauf online anfordern, zeige ich Ihnen an anderer Stelle. Und manche geben freiwillig eine ab, weil sie zum Beispiel hohe Ausgaben für Handwerker, Pflege oder Arztkosten hatten und sich etwas zurückholen können.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie betroffen sind, fragen Sie bei Ihrem Finanzamt nach, bei einem Lohnsteuerhilfeverein oder bei einer Steuerberatung. Dieser Artikel erklärt nur, wie Sie die Erklärung online abgeben, nicht, was Sie eintragen müssen.

Was Sie brauchen, um sich bei ELSTER zu registrieren

Für die Registrierung bei Mein ELSTER legen Sie sich am besten diese Dinge bereit:

  • Ihre Steuer-Identifikationsnummer. Sie ist elfstellig und steht zum Beispiel oben auf Ihrem letzten Steuerbescheid oder auf der Mitteilung Ihrer Rentenversicherung.
  • Ihr Geburtsdatum, so wie es beim Finanzamt gespeichert ist.
  • Eine E-Mail-Adresse, die Sie regelmäßig abrufen. Dorthin kommt eine Nachricht mit einem ersten Code.
  • Einen Computer mit Internet und am besten einen USB-Stick, auf dem Sie später eine wichtige Datei sichern.
  • Etwas Geduld. Ein zweiter Code kommt per Brief, und das dauert in der Regel ein bis zwei Wochen.

Wenn Sie die Online-Funktion Ihres Personalausweises schon eingerichtet haben, geht die Registrierung auch ohne den Brief und damit deutlich schneller. Wie das funktioniert, steht im Artikel So aktivieren Sie die Online-Ausweisfunktion Ihres Personalausweises.

So registrieren Sie sich Schritt für Schritt bei ELSTER

Die Registrierung beginnt auf elster.de. Tippen Sie die Adresse selbst in die Adresszeile Ihres Browsers ein, statt bei einer Suchmaschine auf eine Anzeige zu klicken. Dort wählen Sie „Benutzerkonto erstellen“ und dann die Registrierung für sich selbst mit der Identifikationsnummer.

Sie geben Ihre Steuer-ID, Ihr Geburtsdatum und Ihre E-Mail-Adresse ein. Kurz darauf bekommen Sie eine E-Mail mit einer Aktivierungs-ID. Bewahren Sie diese E-Mail gut auf, Sie brauchen sie gleich noch einmal.

Einige Tage später kommt per Post ein Brief vom Finanzamt mit einem Aktivierungs-Code. Mit beiden Codes, dem aus der E-Mail und dem aus dem Brief, schließen Sie die Registrierung ab. Dabei erzeugt ELSTER eine sogenannte Zertifikatsdatei und Sie legen ein Passwort dafür fest. Diese Datei und das Passwort sind ab jetzt Ihr Schlüssel zu Mein ELSTER.

Wichtig: Die Codes gelten nur eine begrenzte Zeit. Wenn der Brief kommt, sollten Sie die Registrierung also innerhalb weniger Tage abschließen. Lassen Sie ihn nicht wochenlang liegen.

Im Bild erklärt

So läuft die Registrierung ab

Vier Schritte, zwei Codes, ein Brief.

  1. Tag 1Antrag auf elster.deSteuer-ID, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse eingeben.
  2. kurz daraufE-Mail kommtDarin steht die Aktivierungs-ID. Nicht löschen!
  3. nach 1–2 WochenBrief kommtDarin steht der Aktivierungs-Code.
  4. bald nach dem BriefRegistrierung abschließenBeide Codes eingeben, Zertifikatsdatei speichern, Passwort festlegen.

Abkürzung: Mit der Online-Funktion des Personalausweises entfällt der Brief, die Registrierung geht dann am selben Tag.

Vereinfachte Darstellung der Registrierung mit Identifikationsnummer bei Mein ELSTER.

Die Zertifikatsdatei gut aufbewahren

Die Zertifikatsdatei ist eine kleine Datei, deren Name auf „.pfx“ endet. Sie wird beim Abschluss der Registrierung heruntergeladen und landet meist im Ordner „Downloads“. Bei jeder Anmeldung wählen Sie diese Datei aus und geben Ihr Passwort ein.

Verschieben Sie die Datei am besten gleich in einen eigenen Ordner, zum Beispiel „ELSTER“ unter „Dokumente“. So finden Sie sie im nächsten Jahr wieder. Wie Sie gespeicherte Dateien am Computer wiederfinden, zeige ich Ihnen gesondert.

Kopieren Sie die Datei außerdem auf einen USB-Stick und legen Sie diesen zu Ihren Steuerunterlagen. Geht der Computer kaputt, haben Sie so noch eine Kopie. Wie das Kopieren auf einen Stick funktioniert, zeige ich in Lektion 8 meines Videokurses „Computer verstehen“. Und notieren Sie das Passwort an einem sicheren Ort, nicht auf dem Stick selbst.

Die Zertifikatsdatei gilt einige Jahre und muss dann verlängert werden. ELSTER weist Sie rechtzeitig darauf hin, wenn Sie sich anmelden. Das Verlängern geht im Benutzerkonto mit wenigen Klicks.

Eine Hand hält einen kleinen USB-Stick vor hellem Hintergrund
Foto: cottonbro studio / Pexels

einfachELSTER: die vereinfachte Erklärung für Rente und Pension

Für Rentnerinnen und Rentner sowie Pensionärinnen und Pensionäre gibt es ein besonders einfaches Angebot: einfachELSTER, erreichbar unter einfach.elster.de. Dort werden Sie in einem geführten Dialog Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geleitet, mit verständlichen Fragen statt langer Formulare.

Der große Vorteil: Ihre Rente kennt das Finanzamt bereits, weil die Rentenversicherung sie meldet. Diese Angaben müssen Sie bei einfachELSTER nicht eintragen. Sie ergänzen nur, was dazukommt, etwa Ausgaben für Handwerker, Arztkosten oder einen Schwerbehindertenausweis. Für die Arztpraxis selbst gibt es übrigens auch einen Weg im Internet: Wie Sie dort einen Termin vereinbaren, zeige ich Ihnen im Artikel So buchen Sie Ihren Arzttermin online – und bekommen schneller einen.

einfachELSTER passt, wenn Sie Renten oder Pensionen aus Deutschland beziehen und daneben höchstens kleinere Kapitalerträge oder einen Minijob haben. Für die Anmeldung brauchen Sie Ihre Steuer-ID und Ihr Geburtsdatum. Danach kommt per Post ein Brief mit einer Zugangsnummer. Eine Zertifikatsdatei ist dafür nicht nötig. Ob einfachELSTER für Sie infrage kommt, steht auf der Seite selbst genau beschrieben.

Die vorausgefüllte Steuererklärung

Wer das normale Mein ELSTER nutzt, kann sich viel Abschreiben sparen. Die Finanzverwaltung hält Daten bereit, die ihr ohnehin gemeldet wurden: die Rente, Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, bestimmte Vorsorgeverträge und Ihre gespeicherten Stammdaten wie Adresse und Bankverbindung.

Diese Daten können Sie in Ihre Steuererklärung übernehmen lassen. Dafür müssen Sie im Benutzerkonto einmal zustimmen, dass die Bescheinigungen abgerufen werden dürfen. Die Daten stehen danach frühestens am nächsten Tag zur Verfügung. Prüfen Sie die übernommenen Zahlen trotzdem, bevor Sie die Erklärung abschicken.

Und noch etwas nimmt ELSTER Ihnen ab: Im zweiten Jahr können Sie die Angaben aus dem Vorjahr übernehmen. Dann müssen Sie nur noch ändern, was sich geändert hat.

Taschenrechner auf einem Notizblock neben einem Laptop auf einem Holztisch
Foto: Jakub Zerdzicki / Pexels

Was Sie mit Mein ELSTER noch machen können

Das Benutzerkonto ist nicht nur für die Steuererklärung da. Nützlich sind vor allem diese Möglichkeiten:

  • Den Steuerbescheid digital erhalten, statt auf den Brief zu warten. Dafür geben Sie einmal Ihre Einwilligung.
  • Belege nachreichen, wenn das Finanzamt darum bittet, als Datei statt als Brief.
  • Eine Nachricht an das Finanzamt schicken, etwa wenn sich Ihre Adresse oder Bankverbindung geändert hat.
  • Einen Einspruch einlegen, wenn Sie mit einem Bescheid nicht einverstanden sind.
  • Mit der App MeinELSTER+ Belege mit dem Handy fotografieren und gleich im Konto ablegen.

Und keine Sorge vor dem Abschicken: Bevor eine Steuererklärung verschickt wird, zeigt ELSTER Ihnen eine Übersicht und prüft auf fehlende Angaben. Erst wenn Sie ausdrücklich auf „Absenden“ klicken, geht sie ans Finanzamt. Bis dahin können Sie jederzeit speichern und später weitermachen.

Wenn es bei der ELSTER-Registrierung hakt – das hilft Ihnen

Bei der Einrichtung gibt es ein paar Stellen, an denen viele hängen bleiben. Keine davon ist schlimm, man muss sie nur kennen.

Die E-Mail mit der Aktivierungs-ID kommt nicht an. Schauen Sie im Spam-Ordner nach. Manchmal sortiert das Postfach die Nachricht dort ein, weil sie automatisch verschickt wurde. Findet sie sich auch dort nicht, prüfen Sie, ob Sie die E-Mail-Adresse richtig eingegeben haben.

Der Brief ist da, aber die E-Mail ist gelöscht. Ohne beide Codes lässt sich die Registrierung nicht abschließen. In diesem Fall beginnen Sie die Registrierung neu. Das ist ärgerlich, weil wieder ein Brief kommen muss, aber es geht.

Das Passwort für die Zertifikatsdatei ist vergessen. Das Passwort lässt sich nicht zurücksetzen wie bei manchen anderen Diensten. Meist ist eine neue Registrierung nötig. Deshalb lohnt es sich, das Passwort gleich beim Anlegen aufzuschreiben und bei den Steuerunterlagen zu verwahren. Wie Sie ein sicheres Passwort finden, das Sie sich merken können, zeige ich Ihnen in einer eigenen Anleitung.

Die Datei ist nicht mehr zu finden. Suchen Sie im Ordner „Downloads“ nach einer Datei, deren Name auf „.pfx“ endet. Haben Sie eine Kopie auf dem USB-Stick, nehmen Sie diese. Andernfalls hilft auch hier nur eine neue Registrierung.

Vorsicht vor falschen ELSTER-E-Mails

Weil viele Menschen ELSTER nutzen, verschicken Betrüger E-Mails, die so aussehen, als kämen sie vom Finanzamt. Darin steht zum Beispiel, Ihnen stehe eine Steuererstattung zu, Sie müssten nur noch Ihre Kontodaten bestätigen. Oder Ihr Zertifikat laufe ab und Sie sollten es über einen Link erneuern.

Klicken Sie auf solche Links nie. Das Finanzamt fragt Sie nicht per E-Mail nach Kontodaten oder Passwörtern. Echte Nachrichten finden Sie im Posteingang Ihres Benutzerkontos, wenn Sie sich selbst über elster.de anmelden. Woran Sie gefälschte E-Mails von Betrügern erkennen, erkläre ich Ihnen ganz allgemein in einem eigenen Beitrag.

Wenn Angehörige helfen

Oft hilft ein Sohn, eine Tochter oder ein Enkel bei der Steuererklärung. Das ist gut so. Achten Sie aber darauf, dass das Benutzerkonto auf Ihren Namen läuft, die Zertifikatsdatei auf Ihrem Computer liegt und Sie das Passwort kennen. Dann bleiben Sie unabhängig und können auch selbst nachsehen, was dem Finanzamt geschickt wurde.

Am besten setzen Sie sich zusammen vor den Bildschirm: Sie bedienen Maus und Tastatur, Ihr Angehöriger erklärt. So lernen Sie dabei, und im nächsten Jahr geht es vielleicht schon allein.

Wer die Steuererklärung ganz abgeben möchte, kann sich an einen Lohnsteuerhilfeverein oder an eine Steuerberatung wenden. Die arbeiten mit eigenen Zugängen und brauchen Ihr Passwort nicht.

Praxis-Check

ELSTER gut eingerichtet?

  • Zertifikatsdatei im eigenen Ordner?Und eine Kopie auf dem USB‑Stick.
  • Passwort aufgeschrieben?Bei den Steuerunterlagen, nicht auf dem Stick.
  • Nur über elster.de angemeldet?Nie über Links aus E-Mails.

Hilfe bei ELSTER in Berlin-Charlottenburg

Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause und richte mit Ihnen Mein ELSTER oder einfachELSTER ein. Wir legen die Zertifikatsdatei an einen festen Ort, sichern sie auf einem USB-Stick und schauen gemeinsam, wo im Konto was zu finden ist. Was Sie in die Steuererklärung eintragen, entscheiden Sie selbst oder mit Ihrer Steuerberatung, ich kümmere mich um die Technik.

Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.

Lieber persönlich erklärt bekommen?

Rufen Sie mich an. Ich komme zu Ihnen nach Hause in Berlin-Charlottenburg und helfe geduldig und in Ihrem Tempo.

Anrufen: 0151 44985258