🔄 Neuer oder alter Computer

Was sollte ich vom alten Computer auf den neuen mitnehmen?

Zwei alte, beschlagene Holztruhen auf einem Ziegelboden im Sonnenlicht
In diesem Artikel

Der neue Computer läuft seit ein paar Wochen. Die Fotos sind drüben, die Briefe auch, die E-Mails kommen an. Alles bestens.

Dann wird es Frühling, und die Steuererklärung ist fällig. Sie öffnen die Seite von ELSTER, wollen sich anmelden, und das Programm fragt nach Ihrer Zertifikatsdatei. Welche Datei? Die lag auf dem alten Computer. Und der steht im Keller, wenn Sie Glück haben.

Genau solche Dinge gehen beim Umzug am häufigsten verloren. Nicht die Fotos, an die denkt jeder. Sondern das, was Programme still für sich aufbewahren.

Hier zeige ich, was das typischerweise ist, wo es steckt und wie Sie es mitnehmen, bevor der alte Computer gelöscht wird.

Leicht vergessen beim Umzug:

  • Die ELSTER-Zertifikatsdatei mit der Endung .pfx.
  • Daten aus Banking-, Steuer- und Stammbaum-Programmen.
  • Briefkopf-Vorlagen, Adressbuch und Kalender.

Fotos und Briefe sind nur die halbe Miete

Die eigenen Dateien zu übertragen, ist der bekannte Teil. Fotos, Dokumente, Desktop, E-Mails und Lesezeichen. Ausführlich erkläre ich Ihnen, wie Sie Daten auf den neuen PC übertragen.

Dieser Artikel kümmert sich um den Rest. Um die Dinge, die nicht in „Dokumente“ oder „Bilder“ liegen und die man deshalb beim Kopieren gar nicht sieht.

Sie fallen meist erst auf, wenn sie fehlen. Oft Monate später. Was beim Computerwechsel sonst noch dazugehört, habe ich in meinem Bereich zu neuem und altem Computer gesammelt.

Was Programme heimlich für Sie aufbewahren

Viele Programme speichern ihre Daten nicht dort, wo Sie Ihre Briefe ablegen. Sie haben eigene, versteckte Ablagen. Wer nur die üblichen Ordner kopiert, lässt diese Daten zurück. Betroffen sind zum Beispiel:

  • ein Banking-Programm mit den Kontoumsätzen vieler Jahre,
  • ein Steuerprogramm mit den Erklärungen der Vorjahre,
  • ein Programm für Ahnenforschung mit dem Familienstammbaum,
  • ein Haushaltsbuch oder eine Rezeptsammlung als eigenes Programm,
  • das Adressbuch und der Kalender im E-Mail-Programm.

Das Programm selbst lässt sich auf dem neuen Computer neu installieren. Die Daten darin nicht. Die müssen vorher mit.

Das ELSTER-Zertifikat: eine kleine Datei mit großer Wirkung

Wer seine Steuererklärung über ELSTER abgibt und sich dort mit einer Zertifikatsdatei anmeldet, hat diese Datei irgendwo auf dem Computer gespeichert. Sie endet auf „.pfx“ und ist nur wenige Kilobyte groß.

Ohne diese Datei kommen Sie nicht mehr in Ihr Konto. Dann bleibt nur eine neue Registrierung, und der Aktivierungscode dafür kommt per Brief. Das kann gut zwei Wochen dauern, gerade dann, wenn die Frist drückt. Wie die Registrierung bei ELSTER abläuft, falls Sie ganz neu anfangen müssen, zeige ich Ihnen in einem eigenen Artikel.

Suchen Sie die Datei auf dem alten Computer, indem Sie im Explorer unter „Dieser PC“ oben rechts *.pfx eingeben. Kopieren Sie sie auf den neuen Computer und zusätzlich auf einen USB-Stick. Das Passwort dazu brauchen Sie auch.

Wer sich bei ELSTER mit dem Personalausweis oder der App ElsterSecure anmeldet, braucht keine Datei. Dann können Sie diesen Punkt überspringen. Ob Ihr Ausweis dafür schon bereit ist und wie Sie die Online-Ausweisfunktion aktivieren, erkläre ich Ihnen in einem eigenen Artikel.

Das Banking-Programm auf dem Computer

Wer Bankgeschäfte im Browser erledigt, muss nichts mitnehmen. Nach der Anmeldung ist auf dem neuen Computer alles wieder da.

Anders ist es bei einem eigenen Banking-Programm, das auf dem Computer installiert ist. Es speichert alle Umsätze, Daueraufträge und Vorlagen bei Ihnen, nicht bei der Bank. Bei vielen Banken sind ältere Umsätze online nur begrenzt abrufbar.

Solche Programme haben fast immer eine eigene Funktion für die Datensicherung. Die erzeugt eine Datei, die Sie auf dem neuen Computer im selben Programm wieder einlesen. Das ist sicherer, als einzelne Ordner von Hand zu kopieren.

Steuerprogramm: die Vorjahre nicht vergessen

Wer seine Steuererklärung mit einem gekauften Steuerprogramm macht, kennt die Übernahme aus dem Vorjahr. Name, Adresse, Bankverbindung und viele Angaben stehen dann schon drin.

Das klappt aber nur, wenn die Datei vom letzten Jahr auf dem neuen Computer liegt. Sonst fangen Sie wieder bei null an.

Suchen Sie im Steuerprogramm nach dem Ort, an dem die Steuerfälle gespeichert sind, und kopieren Sie diesen ganzen Ordner mit. Oft heißt er nach dem Programm und liegt unter „Dokumente“. Manchmal aber auch ganz woanders.

Hände halten einen roten Taschenrechner über Belegen und Quittungen
Foto: Kaboompics.com / Pexels

Stammbaum, Haushaltsbuch und andere Herzensprojekte

Manche Menschen haben über Jahre einen Familienstammbaum aufgebaut. Mit Namen, Daten und eingescannten Fotos von Urgroßeltern. Andere führen seit Jahrzehnten ein Haushaltsbuch oder sammeln Rezepte in einem eigenen Programm.

Diese Arbeit steckt meist in einer einzigen Datei des Programms. Sie liegt oft nicht dort, wo man sie vermuten würde.

Gerade hier lohnt sich Sorgfalt. Ein verlorener Brief lässt sich neu schreiben. Zwanzig Jahre Ahnenforschung nicht.

Der Trick: im Programm selbst nachsehen

Sie müssen nicht wissen, wo ein Programm seine Daten versteckt. Fragen Sie das Programm einfach selbst.

Öffnen Sie es auf dem alten Computer und schauen Sie in das Menü ganz oben links, meist „Datei“. Suchen Sie dort nach Wörtern wie „Datensicherung“, „Sichern“, „Exportieren“ oder „Speicherort“.

Die Datei, die dabei entsteht, kopieren Sie auf den neuen Computer. Dort installieren Sie das Programm neu und lesen die Datei über „Wiederherstellen“ oder „Importieren“ wieder ein.

Finden Sie nichts dergleichen, hilft oft die Hilfe-Seite des Herstellers. Suchen Sie dort nach „Umzug auf neuen Computer“. Fast jeder Hersteller hat genau dafür eine Anleitung.

Im Bild erklärt

Fragen Sie das Programm selbst

Im Menü „Datei“ stehen die Wörter, nach denen Sie suchen.

Alter Computer

DateiBearbeitenAnsichtHilfe

  • Neu
  • Öffnen …
  • Datensicherung …
  • Exportieren …
  • Drucken …
  • Beenden

Neuer Computer

DateiBearbeitenAnsichtHilfe

  • Neu
  • Öffnen …
  • Wiederherstellen …
  • Importieren …
  • Drucken …
  • Beenden
Vereinfachte Zeichnung eines erfundenen Programms. Je nach Programm heißen die Einträge etwas anders.

Eigener Briefkopf und Vorlagen

Viele haben sich in Word einmal einen schönen Briefkopf gebaut. Mit Adresse, Telefonnummer und passender Schrift. Danach hat man ihn jahrelang einfach benutzt und nie wieder darüber nachgedacht.

Solche Vorlagen liegen oft im Ordner „Dokumente“, in einem Unterordner namens „Benutzerdefinierte Office-Vorlagen“. Wer den ganzen Ordner „Dokumente“ kopiert, hat sie automatisch dabei.

Wenn Sie nicht sicher sind: Öffnen Sie einen alten Brief mit dem Briefkopf und speichern Sie ihn zusätzlich auf dem USB-Stick. Aus einem fertigen Brief lässt sich die Vorlage jederzeit wieder bauen.

„Ach, und die Geburtstage!“

Wer seine E-Mails jahrelang mit einem Programm auf dem Computer abgerufen hat, hat dort oft mehr als nur Nachrichten. Das Adressbuch. Den Kalender mit allen Geburtstagen. Vielleicht eine Unterschrift unter jeder E-Mail.

Liegt Ihr Postfach beim Anbieter, kommen die Nachrichten auf dem neuen Computer meist von selbst wieder. Adressbuch und Kalender aber nicht immer.

Prüfen Sie deshalb auf dem neuen Computer, ob Ihre Kontakte da sind. Und schauen Sie in den Kalender, ob der Geburtstag Ihrer Schwester noch eingetragen ist.

Kleinigkeiten, die doch fehlen würden

Zum Schluss ein paar Dinge, die niemand für wichtig hält, bis sie weg sind:

  • das Hintergrundbild mit den Enkeln, das irgendwann jemand eingerichtet hat,
  • Musik, die Sie vor Jahren von CDs auf den Computer gespielt haben,
  • eigene Wörter, die Sie der Rechtschreibprüfung beigebracht haben,
  • die Liste mit Passwörtern, falls sie als Datei auf dem Computer liegt,
  • eingescannte Unterlagen im Ordner des Scanner-Programms.

Manches davon lässt sich nicht übertragen, etwa der Spielstand im Kartenspiel. Das meiste aber schon, wenn man rechtzeitig daran denkt.

Was Sie nicht mitnehmen müssen

Die gute Nachricht zum Schluss: Vieles bleibt einfach zurück, und das ist richtig so.

Programme selbst kopiert man nicht. Sie werden auf dem neuen Computer frisch installiert. Ein alter Virenschutz, Treiber für Geräte, die längst weg sind, und die Werbeprogramme vom alten Kauf dürfen ebenfalls bleiben, wo sie sind.

Ein neuer Computer ist eine gute Gelegenheit, nur das mitzunehmen, was Sie wirklich brauchen. Der Rest war ohnehin nur Ballast.

Ein offener, fast leerer Koffer mit einem einzigen Buch darin
Foto: M.Emin BİLİR / Pexels

Eine Umzugsliste für den alten Computer

Bevor Sie anfangen, hilft eine einfache Liste. Setzen Sie sich vor den alten Computer und gehen Sie das Startmenü einmal von oben nach unten durch. Schreiben Sie jedes Programm auf, das Sie in den letzten Jahren tatsächlich benutzt haben, und daneben, ob es Daten hat, die mitmüssen.

  • Banking-Programm: Datensicherung erstellen.
  • Steuerprogramm: Ordner mit den Steuerfällen kopieren.
  • ELSTER: Zertifikatsdatei suchen und kopieren.
  • E-Mail-Programm: Adressbuch und Kalender prüfen.
  • Kartenspiel: nichts zu tun, wird neu installiert.

Mit dieser Liste haken Sie Punkt für Punkt ab und sehen am Ende auf einen Blick, ob noch etwas fehlt. Heben Sie die Liste auf. Beim nächsten Computerwechsel sparen Sie sich damit viel Arbeit.

Zugangsdaten und Lizenzschlüssel

Viele Programme brauchen auf dem neuen Computer eine Anmeldung oder einen Lizenzschlüssel. Das Steuerprogramm, das Sie gekauft haben, das ältere Office, der Virenschutz. Ohne diese Angaben lassen sie sich nicht neu einrichten.

Suchen Sie die Schlüssel heraus, solange der alte Computer noch läuft. Sie stehen oft in der E-Mail, die nach dem Kauf kam, auf einer Karte in der Verpackung oder im Kundenkonto beim Hersteller. Notieren Sie sie auf Ihrer Umzugsliste.

Und denken Sie an die Zugangsdaten für E-Mail und Online-Banking. Auf dem alten Computer sind sie oft gespeichert, sodass man sie seit Jahren nicht eingetippt hat. Auf dem neuen Computer werden sie gebraucht. Wie Sie sich starke Passwörter ausdenken, die Sie nicht vergessen, zeige ich Ihnen in einer eigenen Anleitung.

Ein letzter Hinweis: Legen Sie die ausgefüllte Umzugsliste zu Ihren wichtigen Unterlagen, zusammen mit den Lizenzschlüsseln. Dann ist beim nächsten Wechsel alles an einem Ort.

So geht beim nächsten Mal nichts mehr verloren.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob alles dabei ist

Dann gilt eine einfache Regel: Der alte Computer wird erst gelöscht, wenn Sie den neuen eine Weile benutzt haben. Am besten bis nach der nächsten Steuererklärung oder zumindest ein paar Monate.

So lange steht er im Schrank und ist Ihr Rettungsnetz. Fehlt etwas, schalten Sie ihn einfach noch einmal ein.

Erst wenn nichts mehr fehlt, geht es ans Löschen. Wie Sie Windows 10 und 11 für den Verkauf zurücksetzen, zeige ich Ihnen Schritt für Schritt.

Praxis-Check

Darf der alte Computer schon weg?

  • ELSTER-Datei kopiert?Die .pfx-Datei liegt auf dem neuen Computer und auf einem USB-Stick.
  • Programmdaten gesichert?Banking, Steuer und Stammbaum über „Datensicherung“ übertragen.
  • Kontakte und Kalender da?Adressbuch und Geburtstage auf dem neuen Computer angesehen.

Hilfe beim Umzug auf den neuen Computer in Berlin-Charlottenburg

Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause. Ich gehe mit Ihnen den alten Computer durch, finde die versteckten Daten Ihrer Programme und bringe sie auf den neuen, samt ELSTER-Zertifikat und Banking-Daten.

Danach prüfen wir gemeinsam, ob am neuen Computer alles da ist, bevor der alte gelöscht wird. Mehr darüber, wie ich Ihre Daten übertrage, lesen Sie auf meiner Seite zu Fotos und Daten.

Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.

Am Telefon reicht übrigens ein Satz wie: „Ich habe einen neuen Computer, aber mein Banking-Programm und die Steuer sind noch auf dem alten.“ Damit weiß ich schon ziemlich viel.

Lieber persönlich erklärt bekommen?

Rufen Sie mich an. Ich komme zu Ihnen nach Hause in Berlin-Charlottenburg und helfe geduldig und in Ihrem Tempo.

Anrufen: 0151 44985258