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So entfernen Sie eine Fake-Virusmeldung – und erkennen die Fälschung

Eine verzierte goldene Karnevalsmaske als Sinnbild für eine Fälschung
In diesem Artikel

Sie suchen gerade ein Rezept für Pflaumenkuchen. Plötzlich springt ein rotes Fenster auf: „Ihr Computer ist mit 5 Viren infiziert!“ Darunter läuft ein Balken, als würde gerade jemand Ihre Festplatte durchsuchen. Daneben ein großer Knopf: „Jetzt entfernen“.

Das sieht dringend aus. Und es sieht nach Windows aus, mit Schild, mit Logo, mit Fachwörtern. Doch so eine Fake-Virusmeldung können Sie entfernen, ohne irgendetwas darin anzuklicken.

Trotzdem ist es fast immer eine Fälschung. Eine Werbeseite, die Ihnen einen Schrecken einjagen will, damit Sie klicken, kaufen oder anrufen.

Hier zeige ich, wie eine echte Warnung von Windows aussieht, an welchen Maschen Sie die falschen erkennen und wie Sie im Zweifel selbst nachsehen, ohne auf irgendetwas in der Meldung zu klicken.

Drei schnelle Prüffragen:

  • Steht die Warnung im Browser? Dann ist sie falsch.
  • Verlangt sie einen Anruf oder Geld? Dann ist sie falsch.
  • Im Zweifel Windows-Sicherheit selbst über das Startmenü öffnen.

Eine Internetseite kann Ihren Computer nicht untersuchen

Das ist der wichtigste Satz in diesem Artikel. Eine Internetseite hat keinen Zugriff auf die Dateien auf Ihrem Computer. Sie kann nicht nachsehen, ob dort ein Virus ist. Sie kann nur so tun.

Der laufende Balken, die Liste mit Dateinamen, die Zahl der gefundenen Viren: Das ist alles vorher gebaut, wie ein kleiner Film. Jeder Besucher der Seite sieht genau dieselben fünf Viren.

Wenn also im Browser, während Sie im Internet unterwegs sind, ein Fenster behauptet, es habe Ihren Computer untersucht, dann stimmt das nicht. Ganz gleich, wie echt es aussieht. Falsche Virenwarnungen sind übrigens nur eine von vielen Maschen. Welche Ihnen sonst noch begegnen können, habe ich in meiner Sammlung zu Betrugsmaschen am Computer zusammengestellt.

So sieht eine echte Warnung von Windows aus

Windows 10 und Windows 11 haben einen eingebauten Virenschutz, den Microsoft Defender. Er arbeitet still im Hintergrund in der App „Windows-Sicherheit“. Meldet er sich, dann meist so:

  • als kleine Meldung unten rechts am Bildschirmrand, nicht als großes Fenster mitten im Browser,
  • mit dem Absender „Windows-Sicherheit“ oder „Microsoft Defender“,
  • ohne Telefonnummer, ohne Preis und ohne Zähler, der rückwärts läuft,
  • ohne laute Töne oder eine Stimme, die auf Sie einredet,
  • und oft mit dem Hinweis, dass die Bedrohung bereits entfernt oder in Quarantäne verschoben wurde.

Der echte Virenschutz erledigt seine Arbeit also meist von selbst. Er will kein Geld und braucht keinen Anruf. Und er drängelt nicht.

Haben Sie einen anderen Virenschutz gekauft, meldet sich dieses Programm auf ähnliche Weise. Auch das verlangt aber nie, dass Sie eine Nummer anrufen.

Erste Masche: der Schnelltest im Browser

Das ist die Szene vom Anfang. Sie klicken auf eine Seite, und plötzlich läuft ein angeblicher Virenscan. Manchmal sieht das Fenster aus wie der Explorer von Windows, mit Ordnern und Laufwerk C:.

Am Ende steht immer dasselbe: viele Funde, alles rot, und ein Knopf, der das Problem lösen soll. Wer klickt, lädt meist ein Programm herunter oder landet auf einer Seite, die ein teures Abo verkaufen will.

Erkennen können Sie die Masche daran, dass oben im Fenster noch die Adresszeile des Browsers zu sehen ist, mit einer fremden Internetadresse. Windows selbst zeigt nie eine Warnung in einem Browser-Reiter.

Zweite Masche: „Ihr Virenschutz ist abgelaufen“

Diese Meldung tarnt sich besonders geschickt. Sie trägt oft das Logo eines bekannten Virenschutz-Herstellers und behauptet, Ihr Schutz sei abgelaufen. Ihr Computer sei jetzt ungeschützt.

Das Gemeine daran: Sie haben vielleicht tatsächlich einmal ein solches Programm benutzt. Dann wirkt die Meldung glaubwürdig.

Ein echter Hersteller schreibt Ihnen aber nicht über eine fremde Internetseite. Wenn Ihr Abo wirklich ausläuft, sagt es Ihnen das Programm selbst, auf Ihrem Computer, nicht der Browser.

Und selbst wenn ein Abo ausläuft, ist Ihr Computer nicht schutzlos. Windows schaltet dann in aller Regel seinen eigenen Virenschutz wieder ein.

Eine Sanduhr auf einem Tisch, schwarz-weiß
Foto: Ro han / Pexels

Dritte Masche: Meldungen, die immer wiederkommen

Manche falschen Virenwarnungen erscheinen genau dort, wo auch echte Meldungen von Windows auftauchen: unten rechts am Bildschirm. Und zwar immer wieder, auch wenn der Browser gerade gar nicht offen ist.

Dahinter steckt fast immer eine Internetseite, der irgendwann jemand erlaubt hat, „Benachrichtigungen“ zu senden. Oft genügte dafür ein Klick auf „Zulassen“, weil die Seite behauptete, man müsse bestätigen, kein Roboter zu sein.

Schauen Sie bei so einer Meldung genau auf die kleine Zeile darunter. Steht dort der Name Ihres Browsers und eine Internetadresse, kommt sie von einer Webseite, nicht von Windows. Wie Sie diese Erlaubnis wieder entziehen, steht im Artikel So deaktivieren Sie lästige Browser-Benachrichtigungen

Vierte Masche: die Rechnung per E-Mail

Eine E-Mail mit dem Betreff „Ihr Abonnement wurde verlängert“. Darin eine Rechnung über 299 oder 399 Euro für einen Virenschutz, den Sie nie bestellt haben. Und der Hinweis: Wenn Sie stornieren möchten, rufen Sie diese Nummer an.

Genau das sollen Sie tun. Am Telefon sitzen Betrüger, die Ihnen „bei der Erstattung helfen“ wollen und dafür Zugriff auf Ihren Computer und Ihr Online-Banking verlangen.

Es wurde nichts abgebucht, und es gibt kein Abo. Löschen Sie die E-Mail einfach.

Wenn Sie sicher sein möchten, schauen Sie auf Ihren Kontoauszug. Steht dort nichts, ist auch nichts passiert.

Fünfte Masche: Programme, die Hunderte Probleme finden

Manche falschen Warnungen kommen nicht aus dem Internet, sondern von einem Programm, das schon auf Ihrem Computer ist. Oft wurde es unbemerkt mit einem anderen Programm mitinstalliert. Es nennt sich „PC-Optimierer“, „Cleaner“ oder „Turbo“ und durchsucht beim Start den Computer.

Das Ergebnis ist jedes Mal erschreckend: 1.283 Probleme, 47 Gefahren, Ihr Computer in kritischem Zustand. Beheben lässt sich das alles natürlich nur mit der Bezahlversion.

Diese Zahlen sind maßlos übertrieben. Gezählt werden oft harmlose Dinge wie zwischengespeicherte Dateien des Browsers. Ein solches Programm macht Ihren Computer nicht sicherer, sondern nur ärmer. Wie Sie es loswerden und welche Programme Sie löschen können, erkläre ich Ihnen in einem eigenen Artikel.

Der wichtigste Test: Wo steht die Meldung?

Bei allen Maschen hilft eine einzige Frage weiter: Wo genau sehen Sie die Warnung?

Steht sie in einem Browserfenster, mit Adresszeile oben und Reitern? Dann ist es eine Internetseite. Die Warnung ist falsch, egal welches Logo darauf prangt.

Kommt sie als kleine Meldung unten rechts, prüfen Sie die Zeile mit dem Absender. „Windows-Sicherheit“ ist echt. Ein Browsername mit Internetadresse ist es nicht.

Und kommt sie von einem Programm, das Sie nicht kennen und nie bewusst installiert haben, ist Misstrauen angebracht. Echte Virenschutzprogramme haben Sie ausgesucht. Die anderen haben sich selbst eingeladen. Wie Sie bei jeder Meldung am Bildschirm einschätzen, ob Sie überhaupt klicken sollten, erkläre ich Ihnen gesondert.

Im Bild erklärt

Echt oder gefälscht?

Die echte Meldung kommt leise, die gefälschte laut.

Echt

Windows-Sicherheit

Bedrohungen gefunden. Microsoft Defender hat sie entfernt.

  • Kleine Meldung am Bildschirmrand
  • Absender „Windows-Sicherheit“
  • Keine Nummer, kein Preis

Gefälscht

pc-warnung.example

⚠ 5 Viren gefunden!

Rufen Sie sofort an: 0800 …

Daten werden gelöscht in 04:59

Jetzt entfernen – 39,99 €

  • Im Browser, mit fremder Adresse
  • Telefonnummer und Zähler
  • Will Geld oder einen Klick
Nachgebaute, vereinfachte Ansichten. Internetadresse und Inhalte sind erfunden.

Echt oder Fake? Sehen Sie selbst nach, statt zu klicken

Wenn Sie unsicher sind, ob mit Ihrem Computer alles in Ordnung ist, fragen Sie nicht die Warnung. Fragen Sie Windows selbst. Und zwar auf einem Weg, den Sie selbst öffnen:

  1. Klicken Sie unten links oder in der Mitte der Taskleiste auf das Windows-Symbol.
  2. Tippen Sie „Windows-Sicherheit“ ein und öffnen Sie die App.
  3. Klicken Sie auf „Viren- und Bedrohungsschutz“.
  4. Unter „Schutzverlauf“ sehen Sie, ob Windows in letzter Zeit etwas gefunden hat.
  5. Mit „Schnellüberprüfung“ lassen Sie den Computer jetzt sofort untersuchen.

Steht dort, dass keine aktuellen Bedrohungen vorliegen, ist alles in Ordnung. Dann war die Warnung im Browser genau das, was sie meistens ist: Theater.

So entfernen Sie die Fake-Virusmeldung, ohne hineinzuklicken

Klicken Sie nirgends in die Meldung hinein. Auch nicht auf „Abbrechen“, „Schließen“ oder das kleine Kreuz innerhalb der Meldung. Auf solchen Seiten kann jeder Knopf einen Download starten.

Schließen Sie stattdessen den ganzen Reiter mit dem Kreuz oben in der Reiterleiste. Oder schließen Sie den Browser ganz. Wenn die Seite den ganzen Bildschirm füllt und sich nicht schließen lässt, hilft die Taste Esc oder die Tastenkombination Alt und F4. Wie das geht, steht ausführlich im Artikel Microsoft-Warnung „Computer gesperrt“? Bitte rufen Sie nicht an

Fragt der Browser beim nächsten Start, ob er die letzte Sitzung wiederherstellen soll, sagen Sie diesmal Nein.

Wenn Sie nur geschaut und geschlossen haben, ist nichts passiert. Ihr Computer ist so gesund wie vorher.

Wenn die Warnung echt ist

Auch echte Warnungen gibt es natürlich. Zum Beispiel, wenn Sie einen Anhang geöffnet oder etwas heruntergeladen haben, das Windows nicht geheuer ist.

Meist hat der Defender die Datei dann schon selbst entfernt oder in Quarantäne gesteckt. Das ist eine Art abgeschlossener Keller, aus dem die Datei keinen Schaden anrichten kann. Sie müssen nichts weiter tun.

Steht in der Meldung „Aktion erforderlich“ oder Ähnliches, öffnen Sie Windows-Sicherheit über das Startmenü, wie oben beschrieben. Dort finden Sie unter „Schutzverlauf“ den Fund und einen Knopf, mit dem Sie die empfohlene Aktion starten.

Löschen Sie die gefundene Datei, wenn Windows das vorschlägt. Und überlegen Sie kurz, woher sie kam. Wenn sie aus einer E-Mail stammte, öffnen Sie aus dieser E-Mail nichts mehr.

Brauche ich ein zusätzliches Virenprogramm?

Diese Frage höre ich oft, gerade nach so einem Schreck. Für die meisten Menschen, die zu Hause mit Windows 10 oder 11 arbeiten, reicht der eingebaute Microsoft Defender gut aus. Wichtig ist nur, dass Windows seine Updates bekommt.

Ein gekauftes Virenprogramm schadet nicht, wenn Sie sich damit wohler fühlen. Aber es ersetzt nicht die Vorsicht beim Klicken. Die meisten Betrügereien laufen über Menschen, nicht über Viren.

Was Sie auf keinen Fall brauchen, ist ein Programm, das Ihnen eine Warnung im Browser verkaufen wollte. Wer mit Angst wirbt, verdient Ihr Vertrauen nicht.

Ein Vorhängeschloss mit Kette verschließt eine alte Holztür
Foto: Tom D'Arby / Pexels

Wenn Sie schon geklickt, angerufen oder bezahlt haben

Das ist keine Schande. Diese Seiten sind gemacht, um selbst vorsichtige Menschen zu überrumpeln. Wichtig ist jetzt nur, ruhig die richtigen Schritte zu gehen:

  • Haben Sie ein Programm heruntergeladen, aber nicht geöffnet? Löschen Sie es aus dem Ordner „Downloads“.
  • Haben Sie ein Programm installiert? Trennen Sie den Computer vom Internet und lassen Sie ihn prüfen.
  • Haben Sie jemandem am Telefon Zugriff auf Ihren Computer gegeben? Computer ausschalten und prüfen lassen.
  • Haben Sie bezahlt oder Bankdaten genannt? Rufen Sie sofort Ihre Bank an. Karten sperren Sie rund um die Uhr unter 116 116.
  • Haben Sie ein Passwort eingegeben? Ändern Sie es, am besten von einem anderen Gerät aus.

Was nach einem Klick auf einen verdächtigen Link sonst noch wichtig ist, steht im Artikel Sie haben eine Spam-Mail mit dem Handy geöffnet? Das tun Sie jetzt

Wie Sie eine Meldung prüfen, bevor Sie klicken, zeige ich Schritt für Schritt in Lektion 5 meines Videokurs „Computer verstehen“. Und in Lektion 10 geht es darum, verdächtige Anrufe zu erkennen.

Hilfe bei falschen Virenwarnungen in Berlin-Charlottenburg

Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause. Ich prüfe, ob Ihr Computer wirklich sauber ist, entferne Programme, die dort nichts zu suchen haben, und schalte lästige Benachrichtigungen von Webseiten ab.

Und ich zeige Ihnen an Ihrem eigenen Bildschirm, wie eine echte Meldung von Windows aussieht. Dann erkennen Sie die falschen beim nächsten Mal auf einen Blick. Was ich bei so einem Besuch genau mache, lesen Sie bei meiner Hilfe bei falschen Virenwarnungen.

Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.

Am Telefon reicht übrigens ein Satz wie: „Bei mir kam ein rotes Fenster, ich hätte fünf Viren.“ Damit weiß ich schon ziemlich viel.

Lieber persönlich erklärt bekommen?

Rufen Sie mich an. Ich komme zu Ihnen nach Hause in Berlin-Charlottenburg und helfe geduldig und in Ihrem Tempo.

Anrufen: 0151 44985258