In diesem Artikel
„Welchen Browser benutzen Sie?“ Bei dieser Frage entsteht oft eine kleine Pause. Dann kommt die Antwort: „Google.“ Oder: „Das Internet.“ Oder auch: „Das blaue Symbol unten links.“
Das ist überhaupt nicht schlimm. Der Browser gehört zu den Programmen, die man jeden Tag benutzt, ohne jemals darüber nachzudenken, wie sie eigentlich heißen.
Trotzdem lohnt es sich, einmal kurz hinzuschauen. Denn wer weiß, was ein Browser ist, versteht plötzlich viele Dinge besser. Warum die Lesezeichen auf einmal weg sind.
Warum eine Internetseite auf dem Laptop anders aussieht als auf dem Handy. Und warum „Google“ nicht dasselbe ist wie das Internet. Der Browser ist dabei nur ein Baustein, die übrigen Grundlagen rund um Ihren Computer habe ich für Sie zusammengestellt.
Ein Browser ist das Programm, mit dem Sie Internetseiten ansehen
Das ist eigentlich schon die ganze Erklärung.
Das Internet selbst sieht man nicht. Es ist ein riesiges Netz aus Computern, die irgendwo auf der Welt Informationen bereithalten. Nachrichten. Fahrpläne. Wetterberichte. Rezepte. Ihr Onlinebanking.
Damit diese Informationen auf Ihrem Bildschirm als ordentliche Seite mit Text, Bildern und Knöpfen erscheinen, brauchen Sie ein Programm, das sie abholt und anzeigt. Dieses Programm ist der Browser.
Man sagt auch Webbrowser oder Internetbrowser. Gemeint ist immer dasselbe.
Das englische Wort „to browse“ bedeutet übrigens so viel wie „stöbern“ oder „durchblättern“. Was ziemlich gut beschreibt, was man im Internet die meiste Zeit tut.
Ein Vergleich: Fernseher und Fernsehsender
Stellen Sie sich das Internet wie das Fernsehprogramm vor. Die Sender sind die Internetseiten. Die Tagesschau. Der Wetterbericht. Ihre Bank.
Der Browser ist der Fernseher. Er empfängt, was die Sender ausstrahlen, und zeigt es Ihnen auf dem Bildschirm an.
Wenn der Fernseher kaputt ist, ist das Fernsehprogramm trotzdem noch da. Sie sehen es nur nicht.
Und wenn Sie einen anderen Fernseher kaufen, sehen Sie immer noch dieselben Sender. Vielleicht etwas schärfer oder mit einer anderen Fernbedienung. Aber es ist dasselbe Programm.
Genauso ist es mit Browsern. Egal, mit welchem Browser Sie eine Internetseite öffnen: Es ist dieselbe Seite.
Welche Browser gibt es?
Es gibt eine ganze Reihe davon. Die bekanntesten sind:
- Google Chrome, mit einem runden Symbol in Rot, Gelb und Grün.
- Microsoft Edge, mit einer blaugrünen Welle.
- Mozilla Firefox, mit einem orangefarbenen Fuchs, der sich um eine Kugel legt.
- Und Safari, mit einem blauen Kompass, auf Geräten von Apple.
Auf einem Windows-Computer ist Edge bereits vorinstalliert. Auf einem iPhone, iPad oder Mac ist es Safari. Chrome und Firefox lassen sich kostenlos zusätzlich installieren.
Für den Alltag sind alle vier gut geeignet. Welchen Sie benutzen, ist am Ende eher eine Frage der Gewohnheit als der Technik.
Daneben gibt es weitere, zum Beispiel Opera oder Brave. Viele davon bauen auf demselben Grundgerüst auf, das Chromium heißt und von Google als freie Software bereitgestellt wird. Auch Chrome und Edge gehören dazu. Deshalb sehen sich diese Browser so ähnlich.
Und der Internet Explorer? Das ist der alte Browser von Microsoft. Er wird seit 2022 nicht mehr unterstützt. Wenn Sie ihn noch irgendwo sehen, benutzen Sie lieber Edge.
Google ist kein Browser
Hier entsteht die häufigste Verwechslung. Google ist in erster Linie eine Suchmaschine. Also eine Internetseite, auf der Sie etwas eingeben können, und die Ihnen dann passende Seiten heraussucht.
Zurück zum Fernseher: Google ist so etwas wie die Programmzeitschrift. Sie hilft Ihnen, den richtigen Sender zu finden. Aber sie ist selbst weder der Fernseher noch das Fernsehprogramm.
Die Verwechslung ist allerdings verständlich. Denn die Firma Google stellt auch einen Browser her. Er heißt Chrome. Und in fast jedem Browser öffnet sich beim Start entweder die Google-Suche oder eine ähnliche Suchseite.
Kein Wunder, dass für viele Menschen „Google“ und „Internet“ irgendwann dasselbe sind.
Ausführlicher erkläre ich das im Artikel Google oder Google Chrome? Ich erkläre Ihnen den Unterschied
Die Adresszeile: der wichtigste Teil des Browsers
Ganz oben im Browser befindet sich ein langes Feld. Das ist die Adresszeile. Dort steht, auf welcher Internetseite Sie sich gerade befinden. Zum Beispiel: computerhilfe-charlottenburg.de
Sie können dort eine Adresse direkt eingeben und dann die Eingabetaste drücken. Dann öffnet der Browser genau diese Seite.
Sie können dort aber auch einfach einen Suchbegriff eingeben. Zum Beispiel: Wetter Berlin Dann sucht der Browser automatisch danach.
Die Adresszeile ist außerdem ein guter Ort, um kurz innezuhalten, wenn Ihnen eine Seite merkwürdig vorkommt. Steht dort wirklich der Name Ihrer Bank? Oder etwas, das nur so ähnlich aussieht?
Ein kurzer Blick nach oben kann manchmal viel Ärger ersparen.
Tabs: mehrere Seiten gleichzeitig
Oberhalb der Adresszeile sehen Sie oft kleine Reiter. Wie bei einem Aktenordner mit Registerkarten. Das sind die Tabs. Jeder Tab ist eine eigene geöffnete Internetseite.
Sie können also in einem Tab die Nachrichten lesen und in einem anderen gleichzeitig Ihre E-Mails geöffnet haben. Mit einem Klick auf den Reiter wechseln Sie zwischen den Seiten. Mit dem kleinen Kreuz auf dem Reiter schließen Sie eine Seite wieder.
Das ist praktisch. Es kann aber auch dazu führen, dass irgendwann zwanzig oder dreißig Tabs geöffnet sind, von denen man nicht mehr weiß, warum. Dann wird der Browser langsamer. Und die Reiter so schmal, dass man nicht mehr lesen kann, was darauf steht.
Ab und zu einmal aufräumen schadet also nicht.
Lesezeichen: Ihre gespeicherten Lieblingsseiten
Wenn Sie eine Internetseite häufig besuchen, müssen Sie die Adresse nicht jedes Mal neu eintippen. Sie können sie als Lesezeichen speichern.
Meistens gibt es dafür in der Adresszeile ein kleines Sternchen. Ein Klick darauf, und die Seite ist gespeichert. Beim nächsten Mal finden Sie sie in Ihrer Lesezeichenliste oder in einer Leiste direkt unter der Adresszeile.
Ganz wichtig dabei: Lesezeichen gehören zum Browser. Nicht zum Computer.
Wenn Sie Ihre Lesezeichen in Chrome gespeichert haben und plötzlich Edge öffnen, sind sie dort nicht zu sehen. Sie sind nicht verschwunden. Sie liegen nur im anderen Browser.
Genau das ist übrigens einer der häufigsten Gründe für den Satz: „Meine ganzen Lesezeichen sind weg!“
Drei Bereiche im Browser auseinanderhalten
- 1Tabs
Jeder Reiter öffnet eine eigene Seite.
- 2Adresszeile
Hier steht die Adresse der geöffneten Seite.
- 3Lesezeichen
Hier liegen gespeicherte Seiten für später.
Warum habe ich plötzlich zwei Browser?
Auf vielen Computern sind mehrere Browser installiert. Edge war von Anfang an da. Chrome wurde irgendwann zusätzlich installiert. Und vielleicht kam noch ein dritter mit einem anderen Programm mit.
Das ist nicht gefährlich. Aber es kann verwirren. In einem Browser sind Sie bei Ihrem E-Mail-Konto angemeldet. Im anderen nicht. In einem sind die Lesezeichen. Im anderen nicht.
Und wenn Sie auf einen Link in einer E-Mail klicken, öffnet sich ausgerechnet der Browser, den Sie sonst nie benutzen.
Deshalb ist es sinnvoll, einen Browser als Standardbrowser festzulegen. Das ist der Browser, der sich immer dann öffnet, wenn der Computer eine Internetseite anzeigen soll.
Unter Windows finden Sie diese Einstellung unter: Einstellungen › Apps › Standard-Apps.
Wie Sie einen Computer möglichst einfach einrichten, damit solche Verwechslungen selten werden, habe ich ausführlicher beschrieben.
Auch der Browser braucht Updates
Der Browser ist das Programm, mit dem Sie die meiste Zeit im Internet unterwegs sind. Sie öffnen damit Seiten, klicken auf Links und laden manchmal Dateien herunter. Deshalb ist er auch eines der Programme, bei denen Updates besonders wichtig sind.
Die gute Nachricht: Moderne Browser aktualisieren sich weitgehend selbst. Oft reicht es, den Browser gelegentlich ganz zu schließen und wieder zu öffnen. Manchmal erscheint oben rechts auch ein kleiner Hinweis, dass ein Update bereitliegt.
Was Sie dagegen nicht tun sollten: Auf eine Meldung innerhalb einer Internetseite klicken, die behauptet, Ihr Browser sei veraltet und Sie müssten sofort hier ein Update herunterladen.
Ein echter Browser aktualisiert sich über seine eigenen Einstellungen. Nicht über ein Werbefenster.
Wie Sie solche lästigen Fenster loswerden, zeige ich Ihnen in einer eigenen Anleitung.
Den Browser sicher aktualisieren
- Neu startenSchließen und öffnen Sie den Browser gelegentlich vollständig.
- Im Browser nachsehenEchte Updates finden Sie in seinen eigenen Einstellungen.
- Webseiten-Pop-ups ignorierenLaden Sie kein angebliches Browser-Update über ein Werbefenster herunter.
Erweiterungen: kleine Zusatzprogramme im Browser
In den meisten Browsern lassen sich Erweiterungen installieren. Das sind kleine Helfer, die dem Browser zusätzliche Fähigkeiten geben. Ein Werbeblocker zum Beispiel. Oder ein Programm, das Ihre Passwörter verwaltet.
Manche Erweiterungen sind sehr nützlich. Andere landen ungefragt im Browser, zeigen zusätzliche Werbung an oder verändern Ihre Startseite.
Wenn Ihr Browser sich plötzlich anders verhält als sonst, lohnt sich deshalb ein Blick in die Liste der Erweiterungen. Was Sie dort nicht kennen und nicht bewusst installiert haben, darf ruhig kritisch betrachtet werden.
Die einfachste Merkhilfe
Wenn Sie sich nur einen Satz merken möchten, dann diesen: Das Internet ist das Programm, der Browser ist der Fernseher, und Google ist die Programmzeitschrift.
Oder noch kürzer: Der Browser ist das Fenster, durch das Sie ins Internet schauen.
Adresse eintippen oder suchen?
In die Adresszeile oben im Browser können Sie zweierlei eintippen: eine genaue Internetadresse, etwa die Ihrer Bank, oder einfach ein paar Suchwörter. Im ersten Fall öffnet der Browser direkt die Seite. Im zweiten Fall zeigt er die Ergebnisse einer Suchmaschine.
Der Unterschied ist wichtig, gerade bei Seiten, auf denen es um Geld geht. Wer nach dem Namen seiner Bank sucht, bekommt ganz oben oft Anzeigen zu sehen, und nicht jede davon führt zur echten Bank. Wer die Adresse selbst eintippt oder aus einem gespeicherten Lesezeichen öffnet, landet sicher am richtigen Ort.
Genau diesen Unterschied zwischen Browser und Suchmaschine erkläre ich in Lektion 3 meines Videokurs „Computer verstehen“. Sie öffnen dort eine bekannte Adresse direkt, suchen nach einer unbekannten Seite und lernen, woran Sie die richtige erkennen.
Speichern Sie die Seiten, die Sie regelmäßig besuchen, deshalb als Lesezeichen. Dann müssen Sie nie wieder danach suchen und landen jedes Mal sicher auf der richtigen Seite, ohne Umweg über Anzeigen.
Der Browser auf dem Handy und Tablet
Auch Ihr Handy hat einen Browser. Man erkennt ihn dort nur seltener als solchen, weil er eine App unter vielen ist.
Auf dem iPhone und iPad ist das Safari, der blaue Kompass. Auf den meisten Android-Handys ist es Chrome. Samsung bringt zusätzlich einen eigenen Browser mit. Er heißt „Samsung Internet“ und hat einen violetten Planeten als Symbol.
Ein Browser auf dem Handy funktioniert genauso wie am Computer. Es gibt eine Adresszeile, oben oder unten. Es gibt Tabs und Lesezeichen. Nur ist alles kleiner, und manches versteckt sich hinter drei Punkten oder einem kleinen Symbol.
Viele Internetseiten erkennen, dass Sie mit dem Handy kommen. Dann zeigen sie eine eigene, schmalere Fassung. Deshalb sieht dieselbe Seite auf dem Handy oft anders aus als am Computer. Es ist trotzdem dieselbe Seite.
Und noch etwas: Wenn Sie in WhatsApp oder Facebook auf einen Link tippen, öffnet sich oft ein kleiner Browser innerhalb der App. Das ist kein neuer Browser auf Ihrem Handy. Über die drei Punkte können Sie die Seite meist in Ihrem gewohnten Browser öffnen.
Welchen Browser benutze ich eigentlich?
Wenn Sie es nicht genau wissen, schauen Sie auf das Symbol, mit dem Sie ins Internet gehen. Die Farben aus dem Abschnitt „Welche Browser gibt es?“ verraten fast immer, welcher es ist.
Ganz sicher sind Sie, wenn Sie im Browser selbst nachsehen. Oben rechts gibt es drei Punkte oder drei Striche. Darunter finden Sie die Einstellungen und meist einen Eintrag wie „Hilfe“ oder „Über …“. Dort steht der Name, oft zusammen mit einer Versionsnummer. Wenn Sie das jemandem zeigen möchten, machen Sie einfach ein Bildschirmfoto davon. Wie das geht, steht im Artikel So machen Sie einen Screenshot – am Computer, Handy und Tablet.
Welcher Browser bei Ihnen der Standardbrowser ist, also der, der sich bei Links in E-Mails öffnet, sehen Sie unter Windows unter Einstellungen › Apps › Standard-Apps. Am Handy steht es meist in den Einstellungen unter „Apps“ beim Stichwort „Standard“.
Und wenn ich Sie bei einem Termin frage, welchen Browser Sie benutzen, reicht mir übrigens auch die Farbe.
Welcher Browser ist der beste – und der sicherste?
Diese Frage höre ich oft. Meine ehrliche Antwort: Für den Alltag sind Edge, Chrome, Firefox und Safari alle gut und sicher, solange sie auf dem neuesten Stand sind.
Sicherheit hängt weniger vom Namen ab als von drei Dingen. Bekommt der Browser Updates? Sind nur Erweiterungen installiert, die Sie kennen? Und schauen Sie in die Adresszeile, bevor Sie etwas eingeben?
Unterschiede gibt es eher im Detail. Firefox gehört einer gemeinnützigen Stiftung und gilt als besonders sparsam mit Ihren Daten. Chrome ist am weitesten verbreitet und eng mit dem Google-Konto verbunden. Edge ist unter Windows schon da und kann fast alles, was Chrome kann. Brave blockiert Werbung schon von sich aus.
Und der schnellste Browser ist meistens der, in dem nicht dreißig Tabs gleichzeitig offen sind.
Wenn Sie mit Ihrem Browser zufrieden sind, gibt es keinen Grund zu wechseln. Ein Wechsel bringt neue Knöpfe, neue Wege und Lesezeichen, die erst umziehen müssen. Wichtiger ist: Bleiben Sie möglichst bei einem Browser. Zwei oder drei nebeneinander stiften mehr Verwirrung, als sie nutzen.
Wenn der Browser mehr verwirrt als hilft
Manchmal ist der Browser über die Jahre ein ziemliches Durcheinander geworden. Drei Browser. Lesezeichen an verschiedenen Stellen. Eine Startseite, die Sie nie eingestellt haben. Und ständig Fenster, die etwas von Ihnen wollen.
Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause und räume das gemeinsam mit Ihnen auf.
Ich richte einen Browser so ein, dass er zu Ihnen passt, übernehme Ihre Lesezeichen, stelle eine sinnvolle Startseite ein und entferne, was dort nicht hingehört. Und ich zeige Ihnen in Ruhe, wo Sie was finden.
Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.
Und falls Sie beim nächsten Mal gefragt werden, welchen Browser Sie benutzen: „Das blaue Symbol unten links“ ist übrigens gar keine schlechte Antwort. Jetzt wissen Sie nur auch, wie es heißt.


