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Wie Sie Ihren PC aufräumen, ohne etwas Wichtiges zu löschen

Ein leerer Papierkorb steht neben einer Kiste. Darin warten ein Pullover, Fotos, ein USB-Stick und Briefe. Die Festplatte liegt sicher auf einem Buch.
In diesem Artikel

Aufräumen ist eine wunderbare Idee. Bis man anfängt.

Auf dem Desktop liegen sechzig Symbole. Im Ordner „Downloads“ liegen achthundert Dateien. Irgendwo gibt es einen Ordner „Fotos alt“, einen Ordner „Fotos neu“ und einen Ordner „Fotos Sicherung (2)“. Und Windows meldet, dass der Speicherplatz knapp wird.

Also nimmt man sich vor, endlich Ordnung zu schaffen. Und spätestens bei der dritten Datei kommt die Frage: „Brauche ich das noch?“ Gefolgt von der viel unangenehmeren Frage: „Und was, wenn ich gerade etwas Wichtiges lösche?“

Genau darum geht es in diesem Artikel. Wie man aufräumt, ohne hinterher etwas zu vermissen.

So fangen Sie ohne unnötiges Risiko an:

  • Wichtige Dateien zuerst sichern.
  • Unklares zunächst sortieren statt löschen.
  • Mit einem überschaubaren Ordner wie „Downloads“ beginnen.

Ob Sie es Computer aufräumen, PC bereinigen oder Datenmüll entfernen nennen: Die Regeln sind dieselben. Wenn Sie Ihren Rechner insgesamt besser kennenlernen möchten, schauen Sie gern in meinen Überblick, wie Sie den Computer verstehen.

Der wichtigste Schritt kommt vor dem Aufräumen

Bevor Sie irgendetwas löschen, sollten Ihre wichtigen Dateien gesichert sein. Fotos. Dokumente. Briefe. Alles, was Sie nicht verlieren möchten. Zum Beispiel auf einer externen Festplatte.

Das klingt übervorsichtig. Ist es aber nicht. Beim Aufräumen werden Dinge verschoben, umbenannt und gelöscht. Dabei kann etwas schiefgehen.

Und wenn dann eine Sicherung existiert, ist ein Fehler nur ärgerlich. Ohne Sicherung kann er endgültig sein. Mit einer Sicherung im Rücken räumt es sich außerdem viel entspannter auf.

Löschen Sie nicht – sortieren Sie aus

Mein liebster Trick beim Aufräumen ist ganz einfach. Er heißt: Nicht sofort löschen.

Legen Sie stattdessen einen neuen Ordner an. Zum Beispiel auf dem Desktop. Nennen Sie ihn: „Zum Aussortieren“

Alles, bei dem Sie unsicher sind, kommt erst einmal dort hinein. Nicht in den Papierkorb. In diesen Ordner.

Dann warten Sie ein paar Wochen. Wenn Sie in dieser Zeit nichts davon vermisst haben, können Sie den Ordner mit gutem Gewissen löschen. Und falls doch, holen Sie sich die Datei einfach zurück.

Das ist wie beim Kleiderschrank. Die Pullover, bei denen man unsicher ist, kommen erst einmal in eine Kiste im Keller. Wenn man sie nach einem halben Jahr nicht vermisst hat, können sie weg.

Der Papierkorb ist kein Tresor

Wenn Sie unter Windows eine Datei löschen, landet sie normalerweise erst im Papierkorb. Von dort lässt sie sich wiederherstellen. Das ist beruhigend.

Aber auf den Papierkorb würde ich mich nicht dauerhaft verlassen. Denn es gibt einige Ausnahmen.

Dateien, die Sie von einem USB-Stick löschen, landen meistens nicht im Papierkorb. Sie sind sofort weg. Sehr große Dateien werden manchmal ebenfalls direkt gelöscht, wenn der Papierkorb zu klein für sie ist.

Und Windows kann den Papierkorb automatisch leeren. Zum Beispiel, wenn die Speicheroptimierung eingeschaltet ist, die alte Dateien im Papierkorb nach einiger Zeit entfernt.

Deshalb gilt: Der Papierkorb ist ein kurzes Sicherheitsnetz. Kein Archiv.

Vorsicht, wenn OneDrive im Spiel ist

Das ist ein Punkt, den sehr viele Menschen nicht kennen. OneDrive ist der Cloudspeicher von Microsoft. Auf vielen Computern ist er eingerichtet, oft ohne dass man es bewusst gemacht hat.

Er gleicht bestimmte Ordner mit dem Internet ab. Häufig den Desktop, die Dokumente und die Bilder.

Das bedeutet: Wenn Sie dort eine Datei auf dem Computer löschen, wird sie auch in OneDrive gelöscht. Und auf allen anderen Geräten, die mit demselben Konto verbunden sind.

Viele Menschen denken: „Die Fotos sind ja in der Cloud. Dann kann ich sie auf dem Computer löschen, um Platz zu sparen.“ Genau das kann dazu führen, dass die Fotos überall weg sind.

Ob OneDrive bei Ihnen aktiv ist, erkennen Sie oft an einem kleinen Wolkensymbol unten rechts neben der Uhr. Und im Explorer stehen neben den Dateien dann kleine Wolken oder grüne Häkchen.

Wenn Sie Platz sparen möchten, ohne etwas zu löschen, gibt es in OneDrive eine eigene Möglichkeit dafür.

Falls Sie unsicher sind, wie das eigentlich funktioniert, erkläre ich Ihnen in aller Ruhe, was eine Cloud ist.

Fangen Sie mit dem einfachsten Ort an: den Downloads

Der Ordner „Downloads“ ist fast immer der dankbarste Ort zum Aufräumen. Dort liegen viele Dinge, die man nur einmal gebraucht hat. Installationsprogramme. Formulare, die längst ausgefüllt und verschickt sind. Dieselbe PDF-Datei in drei Ausführungen.

Öffnen Sie den Ordner im Explorer und sortieren Sie die Dateien nach Datum. Ganz unten stehen dann die ältesten.

Alles, was Sie wirklich behalten möchten, verschieben Sie an einen festen Ort. Zum Beispiel nach „Dokumente“. Was eindeutig unnötig ist, kann weg. Und alles dazwischen kommt in Ihren Ordner „Zum Aussortieren“.

Wie man heruntergeladene Dateien überhaupt wiederfindet, steht im Artikel Wo sind Ihre Downloads? So finden Sie heruntergeladene Dateien

Im Bild erklärt

Drei Wege für Dateien aus „Downloads“

Sichern Sie wichtige Dateien, bevor Sie mit dem Sortieren beginnen.

Downloads
BehaltenPassend ablegen

Wichtige Dateien kommen zum Beispiel in „Dokumente“.

UnsicherZwischenlagern

Legen Sie sie erst einmal in „Zum Aussortieren“.

Eindeutig unnötigEntfernen

Nur dann löschen, wenn Sie die Datei sicher nicht brauchen.

Bei synchronisierten Ordnern kann sich ein Löschen auch auf andere Geräte und die Cloud auswirken.

Dann der Desktop

Der Desktop ist für viele Menschen eine Art Schreibtischplatte. Was gerade gebraucht wird, liegt dort. Was nicht mehr gebraucht wird, liegt dort leider auch.

Hier hilft eine einfache Unterscheidung. Ein Symbol mit einem kleinen Pfeil in der Ecke ist eine Verknüpfung. Also nur ein Wegweiser zu einem Programm oder einer Datei. Wenn Sie eine Verknüpfung löschen, bleibt das Programm oder die Datei selbst erhalten.

Ein Symbol ohne Pfeil ist dagegen die Datei selbst. Wenn Sie die löschen, ist die Datei weg.

Für den Anfang würde ich nicht gleich alles löschen. Legen Sie lieber einen Ordner an, zum Beispiel „Vom Desktop“, und verschieben Sie die Dateien dort hinein. Dann ist der Desktop aufgeräumt. Und nichts ist verloren.

Große Dateien finden

Wenn es Ihnen vor allem um Speicherplatz geht, bringt das Löschen von kleinen Textdateien kaum etwas. Interessant sind die großen Brocken.

Meistens sind das Videos. Manchmal auch alte Sicherungen, Installationsdateien oder ganze Ordner mit Fotos, die zweimal vorhanden sind.

Windows hilft Ihnen dabei. Unter Einstellungen › System › Speicher sehen Sie, welche Bereiche wie viel Platz belegen. Dort gibt es außerdem die „Bereinigungsempfehlungen“. Windows schlägt Ihnen dort zum Beispiel große Dateien vor, die lange nicht geöffnet wurden.

Das ist ein guter Ausgangspunkt. Aber es bleibt ein Vorschlag. Windows weiß nicht, ob das große Video von der Hochzeit Ihrer Tochter ist. Das wissen nur Sie.

Was Windows gefahrlos selbst aufräumen kann

Es gibt Dateien, um die Sie sich nicht kümmern müssen. Temporäre Dateien zum Beispiel. Das sind Reste, die Programme und Windows beim Arbeiten anlegen und eigentlich nicht mehr brauchen.

Unter Einstellungen › System › Speicher › Temporäre Dateien zeigt Windows Ihnen, was davon gerade vorhanden ist. Sie können dort auswählen, was entfernt werden soll. Bei den meisten Einträgen ist das unbedenklich.

Einen Eintrag würde ich mir allerdings genauer ansehen: „Downloads“. Manche Windows-Versionen bieten an dieser Stelle auch an, den gesamten Download-Ordner zu leeren.

Das ist bequem. Aber wenn dort noch wichtige Dateien liegen, sind sie damit ebenfalls weg. Deshalb dieses Häkchen bitte nur setzen, wenn Sie den Ordner vorher selbst durchgesehen haben.

Doppelte Fotos: verlockend, aber heikel

Viele Menschen haben Fotos doppelt und dreifach auf dem Computer. Einmal vom Handy übertragen. Einmal aus einer alten Sicherung. Einmal von einer Speicherkarte.

Es gibt Programme, die doppelte Dateien automatisch finden und löschen. Ich würde damit sehr vorsichtig sein.

Manche Programme halten zwei Fotos für gleich, obwohl eines davon bearbeitet wurde. Manche löschen ausgerechnet die Kopie in dem ordentlich sortierten Ordner und behalten die in „Downloads“. Und manche sind selbst eher Werbung als Hilfe.

Bei Fotos würde ich deshalb lieber in Ruhe von Hand aufräumen. Oder die doppelten Ordner zunächst einfach zusammenlassen. Ein paar Gigabyte doppelte Fotos sind ärgerlich. Ein verlorenes Foto ist es mehr.

Praxis-Check

Doppelte Fotos sicher aufräumen

  • Erst sichernVon unersetzlichen Bildern sollte eine weitere Kopie existieren.
  • Kopien vergleichenEin bearbeitetes Foto kann einem anderen sehr ähnlich sehen.
  • Nicht massenhaft automatisch löschenPrüfen Sie lieber in Ruhe, welche Datei Sie behalten möchten.

Und die Programme?

Auch Programme können Platz belegen und den Computer ausbremsen. Beim Aufräumen von Programmen gelten aber eigene Regeln.

Ausführlich beschrieben habe ich, welche Programme Sie löschen können und welche Sie unbedingt stehen lassen sollten.

Was Sie nicht anfassen sollten

Beim Aufräumen stößt man manchmal auf Ordner mit Namen wie:

  • Windows
  • Programme
  • Program Files
  • ProgramData
  • AppData

Diese Ordner gehören zum System und zu den installierten Programmen. Dort würde ich nichts löschen. Auch dann nicht, wenn sie sehr groß sind. Und auch nicht, wenn ein Ratgeber im Internet behauptet, man könne dort „gefahrlos Gigabytes freischaufeln“.

Ihre eigenen Dateien liegen fast immer woanders: auf dem Desktop, in „Dokumente“, in „Bilder“, in „Downloads“ und in „Videos“. Dort dürfen Sie aufräumen. Im Maschinenraum besser nicht.

Mein Vorschlag für die Reihenfolge

Wenn Sie aufräumen möchten, würde ich so vorgehen:

  1. Zuerst die wichtigen Dateien sichern.
  2. Dann einen Ordner „Zum Aussortieren“ anlegen.
  3. Danach den Download-Ordner durchgehen.
  4. Anschließend den Desktop aufräumen.
  5. Dann über die Speichereinstellungen die größten Dateien ansehen.
  6. Und zum Schluss Windows die temporären Dateien entfernen lassen.

Nach einigen Wochen schauen Sie in den Ordner „Zum Aussortieren“. Was Sie nicht vermisst haben, darf dann endgültig gehen.

Das ist nicht spektakulär. Aber es funktioniert. Und es verhindert genau den Moment, vor dem sich alle fürchten: „Wo ist eigentlich der Brief, den ich letzte Woche noch hatte?“

Wie Sie einen Brief speichern und später wiederfinden, zeige ich in Lektion 2 meines Videokurs „Computer verstehen“. Wer weiß, wo Dateien landen, räumt viel entspannter auf.

Festplatte aufräumen mit Windows 11 und 10 – ganz ohne Zusatzprogramm

Windows bringt zwei eigene Werkzeuge mit, die Datenmüll gefahrlos entfernen.

Das erste heißt Speicheroptimierung. Sie finden es unter Einstellungen › System › Speicher. Wenn Sie es einschalten, räumt Windows temporäre Dateien von selbst weg, regelmäßig und ohne dass Sie daran denken müssen. Ein Blick in die Einstellungen lohnt sich trotzdem. Dort gibt es eine Zeile für den Ordner „Downloads“. Stellen Sie sie auf „Nie“. Dann entscheiden Sie selbst, was aus Ihren Downloads verschwindet.

Das zweite Werkzeug ist älter, aber immer noch sehr nützlich: die Datenträgerbereinigung. Tippen Sie unten in die Suche „Datenträgerbereinigung“ und öffnen Sie das Programm. Wählen Sie das Laufwerk C. Dann klicken Sie auf „Systemdateien bereinigen“.

Jetzt zeigt Windows auch Reste alter Updates an. Die können mehrere Gigabyte groß sein. Den Eintrag „Windows Update-Bereinigung“ können Sie ruhig anhaken. Bei „Vorherige Windows-Installation(en)“ würde ich nach einem großen Update ein paar Wochen warten. Denn damit verschwindet auch der Weg zurück zur alten Version.

Beides räumt nur auf, was Windows selbst angelegt hat. Ihre Fotos, Briefe und Dokumente fasst es nicht an.

Brauche ich ein kostenloses Aufräumprogramm?

Wer nach „PC aufräumen kostenlos“ sucht, findet viele Programme. Sie versprechen, Tausende Fehler zu finden und den Computer doppelt so schnell zu machen.

Ich halte davon wenig. Das meiste, was solche Programme entfernen, räumt Windows selbst auch weg, mit den Werkzeugen aus dem vorigen Abschnitt. Die angeblichen „Registry-Fehler“ machen Ihren Computer nicht langsamer. Und manche dieser Programme bringen bei der Installation gleich noch weitere Programme mit, oder Werbung, die aussieht wie eine Warnung.

Besonders vorsichtig wäre ich, wenn ein Programm erst kostenlos sucht und dann für das Entfernen der gefundenen „Probleme“ Geld verlangt. Das ist ein Geschäftsmodell, kein Service.

Falls sich bei Ihnen schon so ein Programm eingeschlichen hat, finden Sie im Artikel So deinstallieren Sie Programme, die Sie nicht kennen eine Anleitung zum Entfernen. Und woran Sie Werbung erkennen, die sich als Warnung tarnt, steht in Welche Werbung auf dem Computer ist harmlos – und welche nicht?

Wenn Sie lieber nicht allein aufräumen möchten

Aufräumen ist eine Aufgabe, bei der man sich gern etwas Unterstützung holt. Nicht, weil sie besonders kompliziert ist. Sondern weil man bei jeder zweiten Datei unsicher wird.

Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause und räume gemeinsam mit Ihnen auf. Ich sichere vorher Ihre wichtigen Dateien, schaffe Platz auf der Festplatte und richte eine Ablage ein, in der Sie Ihre Sachen auch später wiederfinden.

Gelöscht wird dabei nur, was Sie wirklich nicht mehr brauchen. Und was Sie selbst entschieden haben. Ist Ihr Computer obendrein spürbar langsamer geworden, finde ich auf Wunsch bei Ihnen zu Hause heraus, was Ihren Rechner so ausbremst.

Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.

Und falls Sie gerade vor dem Ordner „Fotos Sicherung (2)“ sitzen und überlegen, ob er weg kann: Erst nachsehen, ob es auch eine „Fotos Sicherung (1)“ gibt. Dann reden wir weiter.

Lieber persönlich erklärt bekommen?

Rufen Sie mich an. Ich komme zu Ihnen nach Hause in Berlin-Charlottenburg und helfe geduldig und in Ihrem Tempo.

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