🔕 Werbung & störende Meldungen

Welche Werbung auf dem Computer ist harmlos – und welche nicht?

Zwei bunte Litfaßsäulen im Werbestudio. Die linke zeigt Sofa, Kuchen und Sonne. Aus der rechten springen eine Mausefalle, ein grüner Knopf und ein klingelndes Telefon.
In diesem Artikel

Werbung gehört zum Internet wie die Litfaßsäule zum Kurfürstendamm. Man sieht sie überall. Neben dem Zeitungsartikel. Über dem Wetterbericht. Zwischen den Suchergebnissen. Im E-Mail-Postfach. Und manchmal sogar im Startmenü von Windows.

Das meiste davon ist lästig, aber harmlos. Ein Teil davon ist allerdings ganz bewusst so gemacht, dass man darauf hereinfällt. Und genau den sollte man erkennen. Wie Sie auch Pop-ups und andere lästige Meldungen in den Griff bekommen, zeige ich Ihnen in meiner Übersicht zu Werbung und lästigen Meldungen.

So lässt sich Werbung grob einordnen:

  • Anzeigen neben Artikeln sind meist nur lästig.
  • Bezahlte Suchtreffer sehen manchmal wie normale Ergebnisse aus.
  • Warnungen und Gewinnversprechen verdienen besondere Vorsicht.

Die meiste Werbung ist schlicht der Preis für kostenlose Inhalte

Viele Internetseiten kosten Sie nichts. Die Nachrichtenseite. Die Wetter-App. Das Rezeptportal. Bezahlt werden sie trotzdem. Nämlich durch Werbung.

Das ist im Grunde dasselbe Prinzip wie bei einer kostenlosen Stadtteilzeitung, die im Hausflur liegt. Man bekommt die Artikel. Dafür blättert man an ein paar Anzeigen vorbei.

Eine Werbeanzeige für ein Möbelhaus neben einem Artikel über das Wetter ist also kein Grund zur Sorge. Sie müssen sie nicht anklicken. Aber sie tut Ihnen auch nichts.

Harmlos, aber nervig: Werbung in Windows selbst

Inzwischen macht auch Windows selbst ein bisschen Werbung. Im Startmenü erscheinen „empfohlene“ Apps, die Sie nie installiert haben. Auf dem Sperrbildschirm gibt es neben dem schönen Landschaftsfoto kleine Tipps und Hinweise.

Und der Browser Edge zeigt beim Öffnen gerne eine Seite mit Nachrichten, bunten Bildern und reißerischen Überschriften.

Das ist nicht gefährlich. Es ist Microsofts Art, Ihnen weitere Angebote zu zeigen.

Vieles davon lässt sich in den Einstellungen abschalten. Und wer einen ruhigen Computer möchte, sollte das auch tun. Ein Computer, der ständig etwas anpreist, macht es schwerer, die wirklich wichtigen Meldungen zu erkennen.

Werbung, die aussieht wie etwas anderes

Jetzt wird es interessanter. Denn es gibt Werbung, die sich verkleidet. Sie sieht nicht aus wie eine Anzeige. Sondern wie ein Teil der Seite.

Das bekannteste Beispiel ist der falsche Download-Knopf. Sie möchten auf einer Internetseite ein Programm oder ein Formular herunterladen. Und plötzlich sehen Sie drei große grüne Knöpfe mit der Aufschrift „Download“.

Nur einer davon ist der richtige. Die anderen sind Werbung. Und führen zu ganz anderen Programmen. Die echte Schaltfläche ist oft kleiner und unauffälliger.

Ein guter Hinweis: Wenn neben dem Knopf ein kleines „Anzeige“ oder „Ad“ steht, ist es Werbung. Und wenn Sie unsicher sind, laden Sie Programme lieber direkt von der offiziellen Seite des Herstellers herunter. Nicht von irgendeiner Sammelseite.

Die Anzeigen ganz oben in den Suchergebnissen

Viele Menschen vertrauen Google blind. Was ganz oben steht, muss ja das Richtige sein. Leider stimmt das nicht immer.

Die ersten Ergebnisse bei einer Suche sind häufig bezahlte Anzeigen. Sie sind mit „Gesponsert“ oder „Anzeige“ gekennzeichnet. Meistens ist das harmlos. Ein Elektronikmarkt bezahlt dafür, dass er bei der Suche nach „Laptop kaufen“ oben steht.

Gefährlich wird es bei bestimmten Suchanfragen. Zum Beispiel, wenn Sie nach der Telefonnummer eines Kundendienstes suchen. Oder nach der Anmeldeseite Ihrer Bank. Oder nach einem Druckertreiber.

Hier kaufen sich gelegentlich auch Betrüger ganz nach oben. Und dann landen Sie bei einer angeblichen Hotline, die Geld für Hilfe verlangt, die es beim Hersteller kostenlos gibt. Oder auf einer nachgebauten Bankseite.

Bei der eigenen Bank würde ich deshalb nie über die Suche gehen. Sondern die Adresse direkt eintippen oder ein Lesezeichen verwenden.

Was die Adresszeile ist und warum sie so wichtig ist, steht im Artikel Was ist eigentlich ein Browser? Einfach erklärt

Werbung im E-Mail-Postfach

Wer seine E-Mails bei einem kostenlosen Anbieter liest, kennt das. Zwischen den echten E-Mails steht plötzlich eine Nachricht, die gar keine E-Mail ist. Sondern Werbung.

Sie sieht aus wie eine ganz normale Nachricht. Mit Absender und Betreff. Nur steht irgendwo daneben klein „Anzeige“.

Das ist ärgerlich, weil es leicht zu verwechseln ist. Aber es ist keine Betrugsmail. Es ist die Art, wie der Anbieter sein kostenloses Postfach bezahlt.

Davon zu unterscheiden sind echte betrügerische E-Mails. Die sind nicht als Anzeige gekennzeichnet. Sie geben sich als Ihre Bank, Ihr Paketdienst oder Ihre Krankenkasse aus. Und wollen, dass Sie auf einen Link klicken.

Promis, die Ihnen plötzlich Geldanlagen empfehlen

Eine besonders hinterhältige Form der Werbung ist in den letzten Jahren sehr häufig geworden. Sie sehen eine Anzeige mit einem bekannten Gesicht. Ein Fernsehmoderator. Ein Politiker. Ein Unternehmer.

Und darunter eine Überschrift wie: „Mit diesem Trick verdiente er 20.000 Euro im Monat.“ Oder: „Das wollten die Banken verheimlichen.“

Im Bild erklärt

Eine Anzeige kann wie ein Zeitungsartikel aussehen

Ein bekanntes Gesicht und ein großes Gewinnversprechen machen eine Anlage nicht seriös.

ANZEIGE„Mit diesem Trick 20.000 € im Monat!“Aufgemacht wie ein Zeitungsartikel
01 · Bekanntes Gesicht02 · Unglaublicher Gewinn03 · Geld einzahlen⇒ Nicht klicken und nichts überweisen
Illustration einer typischen Betrugsmasche. Zahlen Sie nichts ein, nur weil eine Anzeige schnellen Reichtum verspricht.

Klickt man darauf, landet man auf einer Seite, die wie ein Zeitungsartikel aussieht. Mit Interview, Fotos und begeisterten Kommentaren. Und am Ende soll man Geld in eine angebliche Anlageplattform einzahlen.

Diese Anzeigen sind Betrug. Die Prominenten haben davon in aller Regel nichts gewusst. Ihre Bilder werden einfach missbraucht. Manchmal sogar mit künstlich erzeugten Videos, in denen sie scheinbar selbst sprechen.

Wenn Ihnen eine Anzeige schnellen Reichtum verspricht, gilt deshalb eine einfache Regel: Nicht klicken. Und schon gar nichts einzahlen.

„Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!“

Ein Klassiker. Mitten auf einer Internetseite erscheint ein bunter Kasten. „Sie sind der millionste Besucher!“ „Sie haben ein neues Smartphone gewonnen!“ „Beantworten Sie nur drei Fragen.“

Gewonnen hat man dabei leider nichts. Am Ende soll man meistens seine Adresse, seine Telefonnummer oder seine Kreditkartendaten eingeben. Manchmal für eine „kleine Versandgebühr“. Und danach wird regelmäßig Geld abgebucht. Denn im Kleingedruckten stand ein Abo.

Echte Gewinnspiele, an denen Sie nicht teilgenommen haben, gibt es nicht.

Werbung, die aussieht wie eine Warnung

Und dann gibt es noch die Werbung, die Angst machen soll. „Ihr Computer ist infiziert!“ „Ihr Virenschutz ist abgelaufen!“ „Klicken Sie hier, um Ihren PC zu reinigen.“

Diese Fenster sehen oft aus wie echte Meldungen von Windows oder einem Virenschutzprogramm. Sie sind es aber nicht. Eine Internetseite kann nicht in Ihren Computer schauen. Sie kann nur so tun. Wie Sie so eine Fake-Virusmeldung wieder loswerden, zeige ich Ihnen in einem eigenen Artikel.

Wie Sie echte von falschen Meldungen unterscheiden, steht im Artikel Muss ich diese Meldung anklicken oder kann ich sie ignorieren?

Praxis-Check

Warnung oder Werbung?

  • Quelle ansehenEine Internetseite kann Ihren Computer nicht einfach auf Viren untersuchen.
  • Keine Nummer anrufenFolgen Sie nicht einer Telefonnummer aus einem erschreckenden Werbefenster.
  • Im System prüfenSchauen Sie in den Einstellungen Ihres Sicherheitsprogramms nach.

Wann Werbung ein Zeichen für ein Problem auf Ihrem Computer ist

Normalerweise kommt Werbung von der Internetseite, die Sie gerade besuchen. Es gibt aber Situationen, in denen die Werbung nicht mehr zur Seite passt.

  • Zum Beispiel, wenn auf Seiten Werbung erscheint, die sonst gar keine Werbung haben.
  • Wenn sich ständig neue Tabs mit Werbung öffnen.
  • Wenn unten rechts auf dem Bildschirm regelmäßig Werbemeldungen auftauchen, auch wenn der Browser geschlossen ist.
  • Oder wenn sich Ihre Startseite und Suchmaschine verändert haben, ohne dass Sie etwas eingestellt haben.

Dann steckt die Ursache vermutlich nicht in der Internetseite. Sondern auf Ihrem Computer. Zum Beispiel eine Browser-Erweiterung, die sich eingeschlichen hat. Oder eine Erlaubnis für Benachrichtigungen, die einmal versehentlich erteilt wurde.

Was Sie dann tun können, steht im Artikel So blockieren Sie störende Pop-ups im Browser

Woran Sie gefährliche Werbung erkennen

Wenn Sie sich nur ein paar Merkmale merken möchten, dann diese. Gefährliche Werbung will fast immer eines von vier Dingen:

  • Geld.
  • Ihre Daten.
  • Einen Anruf bei einer Telefonnummer.
  • Oder dass Sie etwas herunterladen.

Und sie arbeitet fast immer mit Druck. Zeitdruck. Angst. Oder einem Versprechen, das zu schön ist, um wahr zu sein.

Normale Werbung dagegen will nur, dass Sie ein Produkt kennenlernen. Sie hat keine Eile. Und sie droht Ihnen nicht.

Meine Faustregeln

  • Werbung neben Inhalten: ignorieren, dann tut sie nichts.
  • Bei Downloads: nur von der offiziellen Seite des Herstellers.
  • Bei der Bank: nie über die Suche, immer über ein Lesezeichen.
  • Bei Gewinnspielen, an denen Sie nicht teilgenommen haben: schließen.
  • Bei Promis, die Ihnen Geldanlagen empfehlen: schließen.
  • Bei Warnungen, die zum Anruf oder zum Download auffordern: schließen.
  • Und wenn sich Werbung auf Ihrem Computer plötzlich häuft: genauer hinsehen lassen.

Werbung in Windows abschalten

Ein Teil der Werbung kommt nicht aus dem Internet, sondern aus Windows selbst: Vorschläge im Startmenü, Tipps auf dem Sperrbildschirm, Hinweise auf andere Microsoft-Produkte. Diese Werbung ist harmlos, aber man kann sie weitgehend abschalten.

  • Unter Einstellungen › Personalisierung › Sperrbildschirm „Fun Facts, Tipps und mehr“ ausschalten.
  • Unter Einstellungen › Personalisierung › Start „Empfehlungen“ ausschalten.
  • Unter Einstellungen › System › Benachrichtigungen ganz unten die Vorschläge und Tipps ausschalten.

Je nach Windows-Version heißen die Punkte etwas anders. Danach wirkt der Computer spürbar ruhiger, ohne dass Sie etwas Wichtiges verlieren. Und falls unten rechts außerdem Meldungen von Internetseiten auftauchen, zeige ich Ihnen in einer eigenen Anleitung, wie Sie Browser-Benachrichtigungen deaktivieren.

Anzeigen auf dem Handy

Auch auf dem Handy gibt es viel Werbung, vor allem in kostenlosen Spielen und Apps. Manche Anzeigen sind so gestaltet, dass man sie leicht aus Versehen antippt, etwa mit einem winzigen Kreuz zum Schließen. Wer dabei danebentippt, landet im App-Store oder auf einer fremden Seite.

Nehmen Sie sich bei solchen Anzeigen einen Moment Zeit und warten Sie, bis das Kreuz deutlich sichtbar ist. Tippen Sie lieber mit der Fingerkuppe genau darauf als schnell irgendwo hin. Und installieren Sie nichts, was eine Anzeige Ihnen empfiehlt, ohne vorher selbst im App-Store nachzusehen, was es ist.

Wie Sie prüfen, woher ein Programm stammt, bevor Sie es installieren, zeige ich in Lektion 7 meines Videokurs „Computer verstehen“.

Eine schöne Nebenwirkung: Wer die harmlose Werbung reduziert, erkennt die gefährliche schneller, weil sie nicht mehr in der Masse untergeht.

Wenn die Werbung auf Ihrem Computer überhandnimmt

Manchmal wird es irgendwann einfach zu viel. Ständig neue Fenster. Werbung auf Seiten, die früher ruhig waren. Meldungen unten rechts, die Sie nie bestellt haben. Ob dahinter nur lästige Werbung steckt oder ein Betrugsversuch, lässt sich meist in Ruhe klären. Wie ich dabei vorgehe, beschreibe ich bei meiner Hilfe bei Viren und Betrugsversuchen.

Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause und sehe mir das an.

Ich finde heraus, woher die Werbung kommt, entferne unerwünschte Erweiterungen und Programme, schalte überflüssige Benachrichtigungen ab und stelle Ihren Browser wieder vernünftig ein.

Danach ist der Computer wieder ruhig. Und Sie wissen, woran Sie gefährliche Werbung künftig erkennen. Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.

Und falls Ihnen gerade ein bekannter Fernsehmoderator von einer Anzeige aus erklärt, wie Sie mit 250 Euro reich werden: Er weiß nichts davon. Sie dürfen ihn ruhig wegklicken.

Lieber persönlich erklärt bekommen?

Rufen Sie mich an. Ich komme zu Ihnen nach Hause in Berlin-Charlottenburg und helfe geduldig und in Ihrem Tempo.

Anrufen: 0151 44985258