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Mehr Sicherheit beim Online-Banking – diese Regeln schützen Sie

Eine graue Geldkassette mit steckendem Schlüssel, davor Münzen und Euroscheine
In diesem Artikel

Herr Schmidt hat vierzig Jahre lang seine Überweisungen am Schalter seiner Sparkassenfiliale abgegeben. Dann wurde die Filiale geschlossen, die nächste liegt drei U-Bahn-Stationen entfernt. Sein Sohn sagt: „Papa, mach das doch online. Das ist ganz einfach.“

Einfach vielleicht. Aber auch sicher? Für Ihre Sicherheit beim Online-Banking kommt es vor allem auf ein paar Gewohnheiten an. Herr Schmidt hat von Betrügern gelesen, von gefälschten E-Mails und leergeräumten Konten. Er möchte nicht derjenige sein, dem das passiert.

Die Sorge ist verständlich, und sie ist gleichzeitig unbegründet, wenn man ein paar klare Regeln kennt. Online-Banking ist heute sehr gut gesichert. Die meisten Schäden entstehen nicht, weil die Technik versagt, sondern weil Betrüger Menschen zu einem falschen Klick überreden.

Hier erkläre ich, wie Online-Banking funktioniert, welche Regeln Sie vor fast allen Betrugsmaschen schützen und was Sie tun, wenn doch einmal etwas seltsam ist. Wie Sie darüber hinaus sicher im Internet bezahlen und einkaufen, zeige ich Ihnen in meiner Übersicht zu Online-Banking und Online-Einkauf.

Drei Regeln für sicheres Online-Banking:

  • Nur freigeben, was Sie selbst angestoßen haben.
  • Die Bank immer selbst aufrufen, nie über einen Link.
  • Ihre Bank fragt nie nach PIN oder TAN.

So funktioniert Online-Banking

Beim Online-Banking erledigen Sie Ihre Bankgeschäfte am Computer, am Tablet oder mit einer App auf dem Handy. Sie sehen Ihren Kontostand, prüfen die letzten Umsätze, überweisen Geld und richten Daueraufträge ein, ohne in die Filiale zu müssen.

Dafür melden Sie sich mit Ihren Zugangsdaten an, meist einem Anmeldenamen oder Ihrer Kontonummer und einer PIN oder einem Passwort. Für jede Überweisung kommt ein zweiter Schritt dazu: eine Freigabe auf dem Handy oder eine TAN, also eine Zahl, die nur für diesen einen Auftrag gilt.

Dieser zweite Schritt ist der wichtigste Schutz. Selbst wer Ihre Zugangsdaten kennt, kann ohne ihn kein Geld überweisen. Dasselbe Prinzip können Sie auch für Ihr E-Mail-Postfach und andere Konten nutzen. Wie die Anmeldung mit einem zweiten Schritt funktioniert, habe ich in einem eigenen Artikel erklärt.

Früher kamen TANs auf Papierlisten oder per SMS. Heute nutzen die meisten Banken eine App auf dem Handy oder ein kleines Lesegerät, in das man die Bankkarte steckt. Welches Verfahren Ihre Bank anbietet, erfahren Sie dort. Beide sind sicher, wenn Sie die Regel im nächsten Abschnitt beachten.

Die eine Regel, die fast alles verhindert

Wenn Sie sich nur eine einzige Regel merken, dann diese: Geben Sie eine Freigabe oder eine TAN nur für einen Auftrag, den Sie gerade selbst angestoßen haben.

Fast jeder Betrug beim Online-Banking läuft darauf hinaus, dass das Opfer eine Freigabe bestätigt, die es nicht selbst ausgelöst hat. Ein Anrufer bittet darum, eine „Stornierung“ zu bestätigen. Eine E-Mail fordert auf, eine „Sicherheitsprüfung“ abzuschließen. In Wahrheit ist es eine Überweisung an die Betrüger.

Lesen Sie deshalb jede Freigabe genau. Dort steht, was Sie bestätigen: Betrag, Empfänger, Art des Auftrags. Stimmt das nicht mit dem überein, was Sie gerade getan haben, lehnen Sie ab. Wie eine echte und eine falsche Freigabe nebeneinander aussehen, zeigt der Artikel Anruf von der „Bank“: So prüfen Sie, ob er echt ist

Die Bank immer selbst aufrufen

Die zweite wichtige Regel betrifft den Weg zur Bank. Öffnen Sie das Online-Banking nie über einen Link aus einer E-Mail oder SMS, und auch nicht über die erste Anzeige in einer Suchmaschine.

Sicher sind nur zwei Wege: die Banking-App, die Sie selbst aus dem offiziellen App-Store geladen haben, oder die Internetseite der Bank, die Sie selbst in den Browser eingetippt oder als Lesezeichen gespeichert haben.

Betrüger bauen Internetseiten, die genau wie die Seite Ihrer Bank aussehen. Wer dort seine Zugangsdaten eingibt, gibt sie den Betrügern. Mit einem Lesezeichen kann das nicht passieren. Warum Anzeigen in Suchmaschinen gefährlich sein können, erkläre ich Ihnen im Zusammenhang mit dem Unterschied zwischen Google und Google Chrome.

Nahaufnahme einer Laptop-Tastatur mit blau beleuchteten Tasten
Foto: Castorly Stock / Pexels

Woran Sie die echte Seite erkennen

Wenn Sie die Seite Ihrer Bank im Browser öffnen, lohnt ein Blick in die Adresszeile ganz oben. Dort steht der Name der Seite, und der muss genau stimmen.

Wichtig ist der Teil direkt vor dem ersten einzelnen Schrägstrich. Bei einer echten Seite steht dort der Name, den Sie von Ihrer Bank kennen, oft mit „.de“ am Ende. Gefälschte Seiten haben Namen, die ähnlich klingen, aber anders sind: zusätzliche Wörter, Bindestriche oder fremde Endungen. Nicht nur Banken werden so nachgebaut, auch Online-Shops. Wie Sie einen Fake-Shop erkennen, zeige ich Ihnen in einem eigenen Artikel.

Ein Schloss-Symbol vor der Adresse bedeutet nur, dass die Verbindung verschlüsselt ist. Auch gefälschte Seiten haben heute ein Schloss. Es ist kein Beweis für Echtheit.

Wie man eine Adresse liest, zeige ich ausführlich in Lektion 3 meines Videokurses „Computer verstehen“.

Im Bild erklärt

Echt oder gefälscht? Die Adresse verrät es

Entscheidend ist der Name direkt vor dem ersten einzelnen Schrägstrich.

https://www.musterbank.de/login

Echt: Der Name vor dem ersten Schrägstrich ist genau der Ihrer Bank.

https://musterbank-sicherheit.com/login

Falsch: ein Zusatzwort und eine fremde Endung.

https://login.musterbank.de-konto.net/

Falsch: Entscheidend ist das Ende vor dem Schrägstrich, und das ist „de-konto.net“.

Alle drei Adressen haben ein Schloss. Das Schloss zeigt nur, dass die Verbindung verschlüsselt ist, nicht, dass die Seite echt ist.

Vereinfachte Beispiele mit der erfundenen „Musterbank“. Ihre Bank hat eine eigene Adresse.

Was Ihre Bank nie von Ihnen will

Es hilft sehr, zu wissen, was eine echte Bank niemals tut. Dann erkennen Sie Betrug sofort, ganz gleich, wie überzeugend er klingt:

  • Ihre Bank fragt nie per E-Mail, SMS oder Telefon nach PIN, Passwort oder TAN.
  • Sie bittet nie darum, eine Freigabe für eine „Rückbuchung“ oder „Sicherheitsprüfung“ zu bestätigen.
  • Sie verlangt nie, dass Sie Geld auf ein „Sicherheitskonto“ überweisen.
  • Sie schickt keine Mitarbeiter, die Ihre Karte abholen.
  • Sie droht nicht mit Kontosperrung, wenn Sie nicht sofort reagieren.

Alles, was davon abweicht, ist Betrug. Legen Sie auf, löschen Sie die Nachricht, und rufen Sie im Zweifel Ihre Bank unter der Nummer auf Ihrer Bankkarte an.

Die Banking-App einrichten

Die meisten Banken bieten eine App für das Handy an. Mit ihr sehen Sie Ihr Konto und geben Überweisungen frei. Laden Sie die App nur aus dem App Store oder dem Play Store. Prüfen Sie dort, dass als Anbieter wirklich Ihre Bank steht.

Für die Einrichtung schickt Ihnen die Bank meist einen Brief mit einem Aktivierungscode, oder Sie bekommen ihn in der Filiale. Das ist ein bewusster Schutz: Die Freigabe-App soll nur auf einem Handy laufen, das wirklich Ihnen gehört.

Viele Banken haben zwei Apps: eine für das Konto und eine für die Freigaben. Andere packen beides in eine App. Lassen Sie sich die Einrichtung im Zweifel in der Filiale oder von jemandem zeigen, dem Sie vertrauen.

Setzen Sie sich ein Limit für Überweisungen

Ein unterschätzter Schutz ist das Tageslimit. In der Banking-App oder im Online-Banking können Sie festlegen, wie viel Geld pro Tag höchstens überwiesen werden darf. Wer selten große Beträge überweist, kann das Limit niedrig ansetzen, etwa auf 1.000 Euro.

Selbst wenn doch einmal etwas schiefgeht, ist der Schaden dann begrenzt. Und wenn Sie wirklich einmal mehr überweisen möchten, etwa für eine Reise, lässt sich das Limit vorübergehend erhöhen, meist ebenfalls mit einer Freigabe.

Fragen Sie im Zweifel Ihre Bank, wo Sie das Limit einstellen. Es ist eine der einfachsten und wirkungsvollsten Einstellungen überhaupt.

Diese Gewohnheiten sorgen für Sicherheit beim Online-Banking

Ein paar Gewohnheiten machen das Online-Banking noch sicherer:

  1. Melden Sie sich nach jeder Sitzung ab, statt nur das Fenster zu schließen.
  2. Erledigen Sie Bankgeschäfte nur im eigenen WLAN zu Hause, nicht im Café oder Hotel.
  3. Halten Sie Handy, Computer und Banking-App mit Updates aktuell.
  4. Schauen Sie einmal pro Woche auf die Umsätze, damit Ihnen Ungewöhnliches schnell auffällt.
  5. Geben Sie Ihre Zugangsdaten niemandem, auch nicht der Familie.

Wer seine Umsätze regelmäßig ansieht, bemerkt eine falsche Abbuchung meist schon am nächsten Tag. Dann lässt sich vieles noch zurückholen. Wenn Sie im Internet einkaufen, spielt dafür auch die Zahlungsart eine Rolle. Welche Sie am besten schützt, erkläre ich im Artikel So bezahlen Sie online sicher – welche Zahlungsart Sie schützt.

Kontoauszüge digital aufbewahren

Wer Online-Banking nutzt, bekommt Kontoauszüge oft nicht mehr per Post, sondern als PDF im elektronischen Postfach der Bank. Das ist praktisch, hat aber einen Haken: Viele Banken bewahren die Auszüge dort nur eine begrenzte Zeit auf.

Laden Sie die Auszüge deshalb regelmäßig herunter und legen Sie sie in einen eigenen Ordner auf dem Computer, etwa „Bank“ und darin ein Ordner pro Jahr. Dann haben Sie sie auch für die Steuererklärung oder einen Antrag schnell zur Hand. Und wenn Sie die Steuererklärung künftig selbst am Computer machen möchten, zeige ich Ihnen, wie Sie sich bei ELSTER registrieren.

Wie Sie heruntergeladene Dateien wiederfinden und ordentlich ablegen, erkläre ich Ihnen in einem eigenen Artikel. Und denken Sie an eine Sicherung: Was nur auf dem Computer liegt, ist weg, wenn der Computer kaputtgeht.

Kleine Stapel aus Münzen auf einem dunklen Holztisch
Foto: Negative Space / Pexels

Wenn ein Familienmitglied helfen soll

Viele ältere Menschen lassen sich beim Online-Banking von Kindern oder Enkeln helfen. Das ist gut, solange ein paar Grenzen klar sind. Die Zugangsdaten und die PIN gehören nur Ihnen. Wer helfen möchte, schaut zu und erklärt, tippt aber nicht selbst.

Soll jemand dauerhaft für Sie Bankgeschäfte erledigen können, ist eine Kontovollmacht der richtige Weg. Die wird bei der Bank eingerichtet, und der Bevollmächtigte bekommt eigene Zugangsdaten. So bleibt nachvollziehbar, wer was getan hat.

Ein sicheres Passwort

Für das Online-Banking brauchen Sie ein Passwort oder eine PIN, die Sie nirgends sonst verwenden. Wer dasselbe Passwort für den Versandhändler und die Bank nimmt, macht es Betrügern leicht, wenn bei einem Händler einmal Daten gestohlen werden.

Wie Sie sichere Passwörter generieren, die Sie sich trotzdem merken können, zeige ich Ihnen in einem eigenen Artikel.

Wenn Sie Passwörter aufschreiben, dann auf Papier zu Hause, nicht in einer Datei auf dem Computer und nicht im Handy.

Gefälschte E-Mails und SMS

Die häufigsten Betrugsversuche kommen per E-Mail oder SMS. Sie behaupten, Ihr Konto sei gesperrt, eine neue Vorschrift erfordere eine Bestätigung, oder es gebe eine verdächtige Zahlung. Darunter ein Link, der angeblich zur Bank führt.

Klicken Sie nie auf solche Links. Wenn Sie unsicher sind, ob an der Nachricht etwas dran ist, öffnen Sie Ihre Banking-App oder die gespeicherte Seite und schauen Sie dort nach. Echte Mitteilungen Ihrer Bank finden Sie fast immer auch im Postfach des Online-Bankings. Woran Sie gefälschte E-Mails erkennen, erklärt der Artikel Woran Sie eine Phishing-Mail erkennen – und was Sie dann tun

Was tun, wenn etwas passiert ist?

Haben Sie Zugangsdaten auf einer falschen Seite eingegeben oder eine Freigabe bestätigt, die Sie nicht selbst angestoßen haben, handeln Sie sofort:

  • Rufen Sie Ihre Bank unter der Nummer auf der Bankkarte an und lassen Sie das Online-Banking sperren.
  • Außerhalb der Geschäftszeiten hilft der Sperr-Notruf 116 116, rund um die Uhr.
  • Bitten Sie die Bank, eine bereits ausgeführte Überweisung zurückzuholen.
  • Ändern Sie danach Ihr Passwort, am besten von einem anderen Gerät aus.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Je schneller Sie reagieren, desto größer ist die Chance, das Geld zurückzubekommen. Scham ist hier fehl am Platz. Die Betrüger sind Profis, und es kann jeden treffen.

Wenn Sie unsicher sind

Online-Banking muss nicht alles auf einmal sein. Viele beginnen damit, nur den Kontostand anzusehen, und machen die erste Überweisung erst, wenn sie sich sicher fühlen. Das ist ein guter Weg.

Und es spricht nichts dagegen, wichtige Dinge weiterhin in der Filiale zu erledigen. Online-Banking ist ein Angebot, keine Pflicht. Wer es nutzt, sollte es aber mit den Regeln aus diesem Artikel tun.

Hilfe beim Online-Banking in Berlin-Charlottenburg

Wenn Sie in Berlin-Charlottenburg wohnen, komme ich gerne zu Ihnen nach Hause. Ich richte mit Ihnen die Banking-App ein, speichere die echte Seite Ihrer Bank als Lesezeichen, stelle ein passendes Tageslimit ein und zeige Ihnen an Ihrem eigenen Handy, wie eine echte Freigabe aussieht. Ihre Zugangsdaten tippen dabei nur Sie selbst.

Sie erreichen mich unter 0151 44985258 oder per E-Mail an hilfe@computerhilfe-charlottenburg.de.

Am Telefon reicht übrigens ein Satz wie: „Ich möchte mit dem Online-Banking anfangen, aber sicher.“ Damit weiß ich schon ziemlich viel.

Lieber persönlich erklärt bekommen?

Rufen Sie mich an. Ich komme zu Ihnen nach Hause in Berlin-Charlottenburg und helfe geduldig und in Ihrem Tempo.

Anrufen: 0151 44985258